Trotzreaktion

Marathontraining! Warum tut man sich das an? Am Sonntag morgen um 8:00 Uhr quäle ich mich als bekennender Langschläfer aus dem Bett um meinen wöchentlichen langen Lauf zu starten. Zu allem Überfluss war die Nacht auf Grund der Umstellung auf Sommerzeit noch eine Stunde kürzer.

Blick aus dem Fenster: Alles weiß, Rauhreif. Die ausgesprochen gut aufgelegte Radiomoderatorin meines Heimatsenders verkündet für Oldenburg die aktuelle Temperatur: – 4 Grad.  Super. Also wieder Wintervermummung…

Nein, das regt sich innerer Protest, Trotz kommt auf. Länger als Dreivierteltight gibt es nicht mehr. Basta!

Laufsachen an, Umziehklamotten eingepackt, Banane gegessen, Wasser getrunken, Zitronentee mit etwas Zucker in die Thermoskanne. Los gehts mit dem Auto zur Laufstrecke. Die läuft sich wie eine Acht, im Schnittpunkt der Acht steht das Auto als Verpflegungsstation.

Raus aus dem Auto, losgetrabt, leichter Gegenwind aus Ost, strahlender Sonnenschein. Frösteln in den Handschuhen und an der Nase. Laufen! Die Betriebstemperatur stellt sich langsam ein. Die Laune steigt, die Luft ist klar und frostig, durchflutet angenehm frisch die Lunge.

Nach acht Kilometern erster Stop am Auto. Handschuhe weg, Mütze weg. Schnell warmer Zitronentee geschlürft. Weiter! Das Laufen ein Traum, Sonne und trotzdem eine angenehme Frische, Wald, Felder, kurze Teerstraßenpassagen.

Wieder acht Kilometer vorbei, Laufjacke in den Kofferraum, Zitronentee, Kohlenhydrategel mit Cola-Geschmack (jam jam jam).

Dritte Runde, viele Läufer unterwegs, wie schön, der Anblick anderer Läufer motiviert mich immer, solange es nicht zu viele sind.

Ankunft am Auto, eigentlich fertig, der Marathonplan gibt heute 24 km vor. Nochmal Zitronentee, nochmal Colagel, noch ne Runde. Es läuft einfach… Vor einer Woche haben mich 22 km gequält und frustriert, heute laufe ich mal eben ungeplant 32 km. Wow, ich bin stolz auf mich, glücklich und zufrieden komme ich entgültig am Auto an.

Pure Freude. Die Sonne wärmt inzwischen, kurzes Verschnaufen, nochmal Zitronentee, Kanne leer. Ab nach Hause. Dort kurz Streß mit dem holden Gatten, da ich solanges Fernbleiben vom traditionell mittäglichen Sonntagsfrühstückstisch nicht geplant hatte und das Handy mal wieder zuhause geblieben ist. Egal!

32 km! Einfach mal außer der Reihe. Find ich gut. Es war mein Lauftag!!!

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2 Kommentare zu “Trotzreaktion

  1. Das sind sowieso die schönsten Läufe – die ungeplanten- weil einfach alles passt, die Beine und er Kopf zu allem bereit sind, das muss man einfach nutzen und lieben sowieso ! 8)

  2. Beine und Kopf zu allem bereit, vorallem der Kopf. Das Wetter tat in diesem Fall das übrige. Zu guter Letzt lass mich mein Tempo laufen und ich höre nicht mehr auf zu laufen.

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