Berlin! Zwischen Laufen und Laufen liegen Welten

Schön war es in Berlin…    Eine interessante Fortbildung in einer interessanten Stadt. Nun kann auch ich sagen: Ja, ich war schonmal in Berlin.

Eine touristische Abhandlung erspare ich mir. Ich denke die meisten kennen Berlin. Ansonsten müssen sie es, wie ich jetzt schonmal ansatzweise, selber kennenlernen. Nur soviel, um so viel wie möglich zu sehen, habe ich mir die Füße heiß gelaufen.

Es stellt sich mir deshalb die Frage, warum man vom Laufen, im Sightseeing-Sinn so runde Füße bekommt, und vom Laufen im Sinne von Laufen nicht.

Leider blieb nicht wirklich viel Zeit, wenn man sich ganztags bilden darf, nach der Fortbildung noch die Stadt erkundet und sich abends noch mit den anderen Fortbildungsteilnehmer zum Essen trifft, um ausgiebig zu laufen.

So war ich nur einmal Laufen in unserer Hauptstadt. Eine ausgedehnte Grünanlage a la Tiergarten befand sich leider nicht in der Nähe meines Hotels. Mit der U-Bahn wollte ich nicht erst rausfahren müssen, da ich mir sonst auf der Rückfahrt mit verschwitzten Klamotten in zugigen U-Bahnhöfen sicher den Tod oder zumindest eine dicke Erkältung geholt hätte.

So bin ich einmal direkt vom Hotel aus losgetrabt. Dieses lag in Berlins ehemaligen Osten, genauer gesagt im Stadtteil Friedrichtshain. Am Vortage hatte ich schon erkannt, dass die ganz in der Nähe liegende Karl-Marx-Allee, die einstige Renomiermeile der DDR, sich zum Laufen ganz gut eignen dürfte. Sie ist breit, vorallem die Bürgersteige, recht grün durch einen schönen Baumbestand und relativ menschenleer, da an der ehemaligen Prachtstraße nur wenige Geschäfte liegen.

Bei traumhaften Wetter (wie übrigens während meines gesamten Berlinaufenthaltes) bin ich so über die üppigen Boulevards gelaufen, gebremst von gelegentlichen Ampeln, vorbei an der Vorzeigearchitektur der DDR, die durchaus ihren Charme hat.

An den roten Ampen stehend wurde ich zweimal nach irgendwelchen Adressen gefragt. Offensichtlich dachten die Leute, wer in Berlin läuft kennt sich aus. Leider konnten ich den guten Menschen nicht weiterhelfen. Nach einiger Zeit bin ich denn einmal abgebogen in die Alexanderstr. Dort stehen noch ganze Gebäudezeilen aus der DDR-Zeit leer. Letztendlich bin ich dann doch noch auf eine Grünanlage gestoßen. Allerdings war diese nicht allzu groß und nach einer Runde durch die selbige bin ich dann die gleiche Strecke wieder zurückgelaufen, um den Risiko zu entgehen mich zu „verlaufen“.

Somit beschränkt sich mein Laufen auf diesen einen Törn von nur 11 km Länge. Schön war es trotzdem. Kurz vorm Hotel auf einem inzwischen wieder reichlich bevölkerten Trottoir konnte ich im Vorbeilaufen dann noch einen kurzen Dialog zwischen Vater und seiner kleinen Tochter bezüglich meiner Person aufschnappen:

„Kuck mal Laura, weißt Du was der da macht?“

„Neeeeeeeee“

„Das ist ein Sportler, der joggt“

Hmmm, da muß man erst in das große Berlin reisen um das erste Mal in seinem Leben als Sportler bezeichnet zu werden. Danke, Berlin!! Ich komme wieder!

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4 Kommentare zu “Berlin! Zwischen Laufen und Laufen liegen Welten

  1. Und? Berlin ist echt eine Reise wert, nicht wahr?! Danke für die läuferischen Impressionen und das einladende Stimungsbild vor dem Reichstag. Ich sollte auch mal wieder …

    Willkommen zurück und liebe Grüße
    Anne

    • Liebe Anne,

      Berlin ist gelinde gesagt supergeil!:-) Die Stadt hat mir sehr gut gefallen, das hätte ich garnicht so erwartet. Vorallem die Leute so relaxt und freundlich. Ich hatte mir die alle hektischer und mürrischer vorgestellt. *Seufz* Ich wäre gerne noch ein paar Tage geblieben. Aber das wird nachgeholt und dann mit meinem Freund zusammen und dann urlaubsmäßig, dann hat man auch mehr Zeit für die Stadt und auch fürs Laufen.

      LG Volker

  2. Hallo, lieber Volker, schön, dich wieder hier zu sehen.

    Ja, Berlin ist eine Reise wert,du hättest dich hier anmelden sollen:

    http://www.mikes-sightrunning.de

    und Berlin als Läufer entdecken können, leider habe ich davon auch erst nach meinem letzten Besuch in Berlin erfahren.

    Berlin ist wahrlich eine Reise wert, Sportler ! 8)

  3. *Lach* Sportler, ein weiter Begriff….

    Eine interessante Sache, das Sightrunning. Aber für dieses Berlintrip hätte es eh nicht in das enge zeitliche Korsett gepaßt. Aber immerhin hatte ich am letzten Tag durch einen Chatbekannten eine sehr persönliche Sightseeing-Tour mit dem Fahrrad. Das hat auch nicht jeder;-)

    Ich komme gerade vom Laufen wieder rein, 35 km (angeb). Eingestaubt wie die Sau durch die knochentrockenen Wege. Ich gönn mir jetzt erstmal ein Bad.

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