Ein läuferischer Abschied

Seit knapp 6  1/2 Jahren laufe ich und seit ca. fünf Jahren laufe ich einmal die Woche mit Manuela. Kennengelernt haben wir uns in einer anderen Sportgruppe. Irgendwann sind wir dahinter gekommen, dass wir beide auch laufen. Da war der nächste Schritt nahe liegend doch mal gemeinsam zu laufen. Seit dem laufen wir einmal die Woche gemeinsam. Erst kürzere Strecken, dann immer längere.

Während unserer wöchentlichen Lauferei haben wir uns immer viel zu erzählen. Je nach Länge der Läufe haben wir uns stundenlang ausgequatscht. Wir haben die Große Weltpolitik, die Religionen, die Arbeit, die Partner, das Leben als solches durchgearbeitet, wir haben philosophiert und diskutiert. Wir haben gelacht und gealbert. Wir haben unsere Probleme gewälzt, uns bei Kummer gegenseitig Mut zugesprochen. Oder wir sind einfach mal schweigend nebeneinander hergelaufen.  Wir haben eine unglaubliche Vertrautheit zu einander aufgebaut.

Durch das geseitige Besuchen zu den Läufen hat Manuela meinen Partner und ich ihren Mann Joachim kennen gelernt. Bald haben sich auch die beiden kennen gelernt. Aus unserer Lauferei ist zwischen uns vieren eine tiefe Freundschaft entstanden.

Manuela habe ich es zu verdanken, dass ich erst Halbmarathon und dann auch meinen ersten Marathon gelaufen bin. Manuela wollte unbedingt Marathon laufen, ich überhaupt nicht. Aber ich muß zugeben, auch in mir steckt ein Macho. Und da Manuela zum einen Frau, zum anderen gute 15 Jahre älter ist als ich, konnte ich es nicht auf mir sitzen laufen, dass sie eisern und tapfer für einen Marathon trainiert und ich nicht;-)  So haben wir gemeinsam in einer Gruppe für unseren ersten Marathon trainiert.

Dann ist Manuela vor gut einem Jahr arbeitslos geworden. Sie hat alles unternommen um wieder einen neuen Job zu finden. Aber da sie einen recht seltenen Beruf hat und darüber hinaus in unserer dem Jugendwahn verfallenen Gesellschaft schon als zu alt angesehen wurde, war es sehr schwer für sie wieder Fuß zu fassen.

Heute ist es ihr gelungen. Sie hat neue Arbeit in gehobener Stellung. Ich freue mich von Herzen für sie!! Aber…….

….. die neue Stelle ist in Neuss.

Das sind roundabound 300 km von Oldenburg. Manuela und Joachim werden fürs erste künftig eine Wochenendehe führen. Das kennen die beiden schon aus ihren früheren Berufsleben. Einfach ist das deshalb trotzdem nicht.

Für gemeinsame Läufe wird da leider keine Zeit bleiben. Ich bedauere das sehr. Manuela ist für mich ein besonderer Mensch, da stimmte einfach die „Chemie“.

Was bleibt ist die Freundschaft und das ist schon sehr sehr viel. Ich habe Manuela nicht nur in läuferischer Sicht viel zu verdanken.

Deshalb, meine liebe Manuela, ein riesengroßes DANKESCHÖN für die fünf gemeinsamen Laufjahre und alles Gute für den neuen Job.

(Eigentlich wollte ich schon viel früher über Manuela schreiben, aber es ist garnicht so einfach konkret über einen anderen Menschen zu schreiben)

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6 Kommentare zu “Ein läuferischer Abschied

  1. Da wird sich Manuela freuen, wenn sie deine lieben Worte über deine Freundschaft zwischen euch beiden liest.

    Freundschaften unter Läufern, wie du sie beschrieben hast, kenne ich auch, sich stundenlang unterwegs unterhalten, miteinander freuen, miteinander auch mal leiden, sich gegenseitig auch mal das Herz ausschütten oder auch mal gemeinsam schweigen.

    Auch ich hatte einen lieben Freund, mit dem ich viele Jahre gelaufen bin, bis ich dann von meiner alten Heimat weg zog, das gleiche wie bei dir, aber man bleibt ein Leben lang in Kontakt, und irgendwann wirst du vielleicht auch wieder mit ihr gemeinsam deine Runden drehen.

    Sonnige Grüße 8)

  2. Das schöne ist ja, dass sie nicht ganz „weg“ ist. Der Kontakt und die Freundschaft bleiben ja bestehen. Nun bin ich ja läuferisch eher der Typ „einsamer Wolf“ und das Laufen mit Manuela war die wöchentliche herzerfrischende Abwechselung. Das wird mir sehr fehlen.

  3. Das hört sich wehmütig an. Wenn man so eine lange Zeit gemeinsam einer Leidenschaft frönt ist es ziemlich schwer wenn jemand geht.
    Und 300km sind natürlich eine Entfernung.
    Ich hoffe ihr habt doch hier und da mal wieder die Möglichkeit gemeinsam eine Runde zu drehen!

  4. Ich gebe gerne zu, ich bin diesbezüglich wehmütig. Ich hoffe auch, dass wir zumindest mal an langen Feiertagswochenenden oder im Urlaub noch mal die eine oder andere Runde drechen können.

  5. Ich glaube Dir gern, dass Dir Manuela nach dieser intensiven „Lauf-Zeit“ fehlen wird. Umso mehr werdet ihr es genießen, wenn ihr 4 Euch in Zukunft verabredet – egal, ob in Neuss, in Oldenburg oder sonstwo. Denn schließlich geht Manuela ja nicht nach Australien, sondern nur „um die Ecke“ in das schöne Rheinland. 😉 Ich drück Dir die Daumen dafür, dass Ihr Euch auch n Zukunft regelmäßig treffen könnt. Wenn auch nicht jede Woche…

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