Eine denkwürdige Radtour

Immer noch kein Laufen, immer noch Radfahren. Wie so oft in letzter Zeit zieht es mich radelnder Weise an die Hunte. Auch gestern. Wunderbares Wetter: Sonne, Wolken, Wind. Früher Abend mit tiefstehender Sonne.

Nachdem mich beim Überqueren einer Landstraße fast ein rasender Motorradfahrer über den Haufen gebrettert hat, geniesse ich die einsame Stille an der Hunte und erhole mich von dem Schrecken.

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Ich lasse die Seele baumeln, blinzel über das Wasser und sehe zwei vorbei ziehenden Binnenschiffen hinterher. Das zweite Binnenschiff heißt Janine, weil ich den Schriftzug am Bug nicht erkennen kann, achte ich besonders am Heck noch einmal auf den Namen. Durch die offenen Tür des Ruderhauses sahen der Kapitän und ich uns noch kurz an.

Alsbald mache ich mich auf den Rückweg. Die Sonne steht inzwischen sehr tief, das Licht wirkt fast schon kitschig

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Während ich auf dem Nachhauseweg bin, fährt die Janine weiter hunteabwärts, um wenige Kilometer weiter und vielleicht 15 Minuten später so zu enden:

MS Janine (Quelle: NWZ-online)

Wohl aufgrund eines Ruderschadens gerät die Janine an die Uferböschung und stellte sich quer. Da auf der Hunte gerade  die Ebbe eingesetzt hatte, fehlte der Janine mit Ablaufendwasser dann das Wasser unter dem Kiel und sie brach unter dem Gewicht ihrer Ladung von 1000 Tonnen Eisenerz durch. Zum Glück ist der dreiköpfigen Besatzung nichts passiert. Die Hunte bleibt jetzt wegen der Bergung für die kommenden Tage für den Schiffsverkehr gesperrt.

Mich hat der Motorradfahrer nicht erwischt, dafür hat es die Janine erwischt. Im Nachhinein betrachtet ein denkwürdiger Abend, wo bei zwei unterschiedlichen Ereignissen zum Glück niemand zu Schaden gekommen ist.

 

APROPOS:  Heute hatte ich wieder Termin beim Orthopäden. Da habe ich ihn mal auf den Trend des Barfußlaufens angesprochen. Zwar meinte er, dass es für mich aufgrund meiner „Problematik“ nicht in Frage kommt, allerdings war er sehr an dem Thema interessiert und hat mich nach den Erfahrungen mir bekannter Barfußschuhläufer ausgefragt. Es entwickelte sich ein reges, interessantes Gespräch mit ihm, dass ihn kurzzeitig die wartenden anderen Patienten vergessen ließ. Unter anderem hat er mir die unterschiedlichen Belastungen des Bewegungsapperates mit normalen und mit Barfußschuhen dargestellt, genauso wie die unterschiedlichen Belastungen des Abrollens über den Vorderfuß oder über die Ferse. Unverkennbar ein Sportmediziner, der mir ein gutes Gefühl gibt, bei ihm richtig aufgehoben zu sein.

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10 Kommentare zu “Eine denkwürdige Radtour

  1. Ups. *großeAugenmach* Das Ups erlaube ich mir nur, weil kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Wir haben hier am Rhein ja auch ab und an mal Spektakel, wenn ein Schiff kentert oder sonstwie skurile Sachen macht.
    Dein Orthopäde macht mir einen feinen Eindruck und das ist doch mit das wichtigste: daß man sich gut aufgehoben fühlt.
    Wie lange noch?

    • Auf der Hunte ist auch schon das ein oder andere Schiff mehr verunglückt. Die bleiben hier auch gerne mal unter Brücken hängen.

      Es ist schon schön, wenn man bei seinen Orthopäden echtes Interesse am eigenen Sport verspürt. Ich werde denen wohl treu bleiben.

      (Nur) noch zwei Wochen !!! 🙂

  2. Lieber Volker,
    ein interessierter Orthopäde? Ist entweder eine Mutation oder der Letzte seiner Art, denn meines Wissens sind die ausgestorben bzw. es gab sie nie, aber es freut mich für Dich, dass Du dieses Exemplar aufgetrieben hast 😀
    Ansonsten bist Du auf dem richtigen Weg und Geduld ist weiterhin das Wichtigste, obwohl der Motorradfahrer…da wäre ich wahrscheinlich explodiert 😉

    Salut und genieß den Urlaub
    C.

  3. Lieber Christian, es liegt wohl daran, dass die beiden (Gemeinschaftspraxis) sich der Sportmedizin verschrieben haben. Auch der andere hat sich schon dafür interessiert, wieviel ich laufe und was meine Ambitionen sind. Von daher mögen sie eine Seltenheit sein, um so besser, dass ich auf sie gestoßen bin. Die Urlaubsvertretung der beiden ist da eher von der Gattung wie Du sie scheinbar kennengelernt hast.

    Explodiert? Da kam ich garnicht zu. Bin froh ihn überlebt zu haben, der kam in einem Affenzahn um die Kurve gebrettert. Ich wundere mich nur, dass ich ihn nicht gehört haben. Meistens machen die Maschinen ja auch noch einen Höllenkrach.

    Moin moin
    Volker

  4. Der eine im Glück, die anderen im Pech. Hauptsache, niemand hat körperlich Schaden genommen. Dass Doc Christian so schlecht von seinen Kollegen schreibt, ist schon beachtlich. Ich hoffe doch, dass es unter all den Sportmedizinern und Orthopäden auch solche gibt, denen man sich mit berechtigter Hoffnung anvertrauen kann.

    Dir wünsche ich das. Und natürlich noch einmal gute Besserung. Radfahren alleine ist schließlich keine dauerhafte Alternative zum Laufen. Zumindest nicht für mich.

    Liebe Grüße
    Rainer

  5. Für mich ist Radfahren das auch nicht, lieber Rainer. Die Laufpause ist inzwischen einfach nur noch ätzend. Aber was soll, den Rest schaffe ich auch noch.

    In gewisser Weise kann ich Christian verstehen, den Arzt des Vertrauens, egal in welchem Fachbereich, zu finden gleicht manchmal wirklich einer Sisyphusarbeit.

    Danke nochmal für die gute Wünsche.

    LG Volker

  6. Ich warte mit Spannung auf folgenden Satz: „Kein Radfahren mehr, wieder Laufen.“ Wollen wir hoffen, daß der altbekannte Spruch, „was lange währt, wird gut“ auch in Deinem Fall seine wahre Bedeutung entfalten wird. In diesem Sinn, einmal mehr gute Besserung, lieber Volker – das wird schon; muß!

    Liebe Grüße

    Marcus

  7. Danke, lieber Marcus. Die Ungeduld wächst leider und das Hadern mit dem Fuß. Aber das längste Stück Pause ist geschafft. Zwar wird der Wiedereinstieg auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen bis ich wieder auf dem alten Stand bin, aber Hauptsache es geht bald wieder los.

    LG Volker

  8. Lieber Volker, hab Geduld! Auch wenn die Pause sich endlos zieht, auch wenn es vielleicht (was ich nicht hoffe) mit dem Wiedereinstieg so zäh wird wie bei mir. Den Kopf in den Sand zu stecken lohnt nicht. Und auch wenn das Radfahren nicht dein Lieblingssport wird – du bist draußen, das zählt. Wildgewordene Motorradfahrer wirst du sicher nicht jedesmal treffen.

    Was deinen Arzt angeht: Das klingt wirklich gut … könntest du ihn mal zu mir beamen? 😉

    Ganz liebe Grüße
    Anne

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