Heimlich, still und leise…

… versuche ich ganz langsam den Weg zurück ins Läuferleben zu finden.

Diffuse Schmerzen durchziehen meinen linken Fuß, mal hier mal dort, nicht zu konkretisieren, nicht zuzuordnen, nicht in Einklang zu bringen mit der ursprünglichen Entzündung der Sehne. Was sind das? Phantomschmerzen? Spielt die Psyche mir zwischenzeitlich schon einen Streich? So entschloß ich mich in einem allersten Testlauf zu ergründen ob die Schmerzen überhaupt noch Hand, und im wahrsten Sinne des Wortes, Fuß haben.

Am Mittwoch habe ich also einen ersten, vorsichtigen, kurzen Lauf unternommen. Nahezu ängstlich und mit einem über den Zeitraum von über einem Vierteljahr zerstörtem Selbstvertrauen habe sage und schreibe DREI ! Kilometer zurückgelegt. Nach jedem Kilometer habe ich eine kurze Gehpause gemacht. Zuhause den Fuß gedehnt und mit Eis gekühlt. ABER: Es ist gut gegangen!

Am heutigen Sonntag die Wiederholung: Vorsichtig mit Pause nach jedem Kilometer habe ich 4,2 KM zurückgelegt. Dabei jedes Zwicken und Zacken registriert. Es ist noch Unruhe im Fuß, aber der Lauf funktionierte ohne einen ernsthaften Schmerzreiz. Auf dem letzten Kilometer durchströmte mich dabei ein unendliches Glücksgefühl. Kann es sein, dass man schon bei Kilometer Vier den Runnershigh erlebt? Wenigstens fühlte ich mich genauso. Zuhause wieder Eiskühlung an den Fuß, behutsames Dehnen.

Darüber hinaus hatte ich bei den beiden kurzen Läufen das Gefühl, dass die Einlagen doch das Richtige tun. Sie lassen mich mehr auf den Fußaußenkanten abrollen und entlasten die Fußinnenseite und somit den Bereich, in dem in den letzten Wochen und Monaten der Schmerz mit am stärksten zuhause war. Schaun wir mal, ob sich das so bei den künftigen Läufen bestätigt.

Ein klitzekleines Comeback war das. Ein allererster Anfang, immerhin. Es wird sicher noch einige Zeit dauern bis ich läuferisch wieder der Alte bin. Der Fuß muß noch weiter zur Ruhe kommen, solange werde ich nur sehr kurze Läufe mit Gehpausen in zeitlich recht großen Abständen machen. Das Vertrauen muß erst sich wieder einstellen.

Aber dieses Glücksgefühl bei Kilometer Nr. 4 sagt mir eindeutig: Laufen, das ist es. Das fehlt Dir, da mußt Du wieder hin. Langsam, Laufschritt für Laufschritt.

Endlich mal wieder die Laufschuhe an!

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14 Kommentare zu “Heimlich, still und leise…

  1. JAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAA
    LAUFEN DAS IST ES………………..

    Umso mehr schätzt man es, wenn man es nicht tun kann, wie immer im Leben.

    Du hast die ersten Schritte gewagt, wie vor einiger Zeit auch wieder Anne, es ist dir bekommen, ich wünsche es dir so sehr, dass es wirklich der Anfang einer langen Läuferkarriere sein wird, ohne dass du wieder einen Rückfall erleiden musst.

    Nein, ich werde dich nicht daran erinnern, vorsichtig zu sein, das weißt du selbst.

    Alle Daumen sind gedrückt !! Und ich spucke dir mal auf die Schulter, so wie es Oma immer tat ! 8)

  2. Hui, ich wußte, dass Du Dich mit mir freust.

    Auch wenn sich der gestrige Lauf heute nicht negativ bemerkbar macht, werde ich doch noch einige Zeit brauchen bis alles wieder ist wie zuvor. Die Angst vor einem Rückfall nagt am Selbstvertrauen. Aber vielleicht ist das auch gut so, um die notwendige Vorsicht nicht aus den Augen zu verlieren.

    Ich kenne es eigentlich, dass man sich über die Schulter spuckt. Aber wenn es hilft, habe ich auch nix dagegen darauf zuspucken 😉

    Danke liebe Margitta
    Volker

    • 🙂 also Muskelkater habe ich kaum, aber die Knie kann ich wegschmeißen. Ich komme hier die Treppen gerade so hoch, aber runter ist die Hölle.

      Grüße -timekiller-

      • Mit dem Treppen hatte ich bisher nie Probleme, habe es aber schon oft gehört und auch bei anderen gesehen.
        Mir ist gerade aufgefallen, das ich mit 4,2 km gestern immerhin exakt ein Zehntel der Strecke von Dir gelaufen bin. Also ich bin schon wieder auf dem besten Wege zum Marathon 🙂

  3. Ich freue mich zu lesen, daß Du – wenn auch noch verhalten – wieder durchstarten kannst. 🙂 Aber laß es bitte ruhig und langsam angehen; nicht, daß Du gleich zu viel willst, was jenen positiven Prozeß konterkarieren könnte.

    Ich drücke Dir weiterhin die Daumen, möge es aufwärts gehen.

    Alles Gute,

    Marcus

  4. Danke lieber Marcus,

    ich werde es ruhig angehen lassen, wohl wissend, dass ich mich sonst nur selber abschießen würde.

    Obwohl heute wieder Traumlaufwetter herrscht: Milde Temperaturen, starker Wind und Nieselregen. Zum Glück habe ich eh keine Zeit, so dass ich es mit der Selbstbeherrung leicht habe.

    Volker

  5. Lieber Volker,

    die ersten Schritte, es fühlt sich ungewohnt an und bei jedem Schritt laufen Zweifel mit? Dann mach es auch mit Vernunft, damit Du nicht gleich wieder ein paar Schritte zurück musst. Es freut mich sehr, Dich bald wieder unter den laufenden begrüßen zu dürfen, obwohl, Du warst ja nie richtig weg 😉

    Also, nochmals, ruhig mein Brauner und freu Dich am Erreichten

    Salut
    Christian

  6. Oh, wie schön! Lieber Volker, DAS freut mich vielleicht für Dich! Na klar machst Du zart, ist ja auch nur vernünftig und na klar hörst Du doppelt und dreifach und übervorsichtig in Dich hinein, aber das ist doch genau richtig. Das wird! Wirklich herrlich, daß Du schon wieder kleine Runden ziehen kannst! *strahl*

  7. Gemach, Gemach, liebes Evchen. Deine Freude ist ansteckend 🙂 Aber die Skepsis ist noch groß, das Selbstvertrauen noch erschüttert. Aber ich arbeite daran.

    Danke Deine aufbauende Antwort 🙂

  8. Schöööön, lieber Volker! Ich freu mich riesig für dich über die ersten Schritte nach dem Neustart. Und kann deine Skepsis so gut nachvollziehen … Rückschläge habe ich ja selbst zur Genüge erlebt und weiß daher, wie trügerisch manche Hoffnung sein kann – das Vertrauen in den eigenen Körper und in die Selbstwahrnehmung ist erst einmal futsch. Und doch … mit Geduld, Vorsicht und guter Pflege in Form von Kühlen und Dehnen wirst du bald wieder regelmäßig deine Bahnen ziehen!

    Sämtliche Daumen sind … aber das weißt du ja! 8)

    Liebe Grüße
    Anne

  9. Liebe Anne,

    wenn wir uns in dieser Angelegenheit nicht verstehen, wer dann? Herzklopfen, ob alles gut geht, wird wohl noch eine Zeitlang unser Begleiter sein. Auf der anderen Seite lernt man es zu schätzen auch mit „wenig“ an Kilometern schon das pure Läuferglück zu erleben.

    Ich weiß es ! 🙂 Du weißt es auch!

    Liebe Grüße
    Volker

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