Lauf zwischen zwei (Job-)Welten

War nicht so wirklich mein Tag heute. Obwohl ich recht gut und ausreichend geschlafen habe, war ich heute den ganzen Tag hundemüde und kaputt. Zudem war es heute mein letzter Tag auf meiner Außendienststelle. Wenn es auch eine Person gibt, der ich keine einzige Träne hinterher weine, so gibt es doch jede Menge Kolleginnen und Kollegen, mit den ich gerne und gut zusammen gearbeitet habe. Kurzum: Ich hasse Abschiede. Ich neige dann immer zu Sentimentalitäten, auch wenn die KollegInnen nicht aus der Welt sind.

So war ich froh den Tag heute hinter mich gebracht zu haben. Ich bin auch etwas früher gegangen, so konnte ich meinen Lauf heute noch bei Tageslicht beginnen.

Das Wetter war für einen 30. November klasse, sonnig und knapp 10 Grad warm, da konnte ich wieder in kurzen Hosen auf Piste gehen. Die lange Tight hatte ich in diesem Herbst überhaupt erst einmal an.

Mit gelinden Unmut habe ich schon während der vergangenen Läufe zur Kenntnis nehmen müssen, dass mein Blick übers weite Land zukünftig durch neue Windkraftanlagen gestört wird, die auf der anderen Hunteseite errichtet werden. Wie der Mensch es auch anfasst, immer begeht er irgendeinen Umweltfrevel. So hat die Energiewende leider auch ihren Preis 😦

Neue Windkraftgiganten stören künftig den Blick

Tempomäßig war ich heute recht flott unterwegs, die Pace fiel teilweise schon unter die 6er-Marke, so dass ich mich bewußt auf den letzten fünf Kilometern zurücknehmen mußte um mir ja nichts wieder kaputt zumachen. Das Tageslicht reichte dann beinahe doch nicht mehr aus. Mit dem letzten Fünkchen Helligkeit kam ich dann wieder am Auto an.

Ruck zuck wat dat düster

Gedanklich war ich irgendwie ganz weit weg. Ich weiß nicht mehr woran ich gedacht habe. Wenigstens nicht an meinen „alten“ Job und auch nicht an den neuen. Morgen gehts los auf der neuen Stelle im Innendienst. Von einer lieben Kollegin bekam ich als passionierter Teetrinker heute zum Abschied jede Menge verschiedener Teebeutel geschenkt, mittendrin ein Zettel mit folgenden Spruch: „Jedes Ende ist gleichzeitig der Anfang von etwas Neuem“. So simpel, so wahr. Packe ich es an.

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10 Kommentare zu “Lauf zwischen zwei (Job-)Welten

  1. Ein aufregender Tag steht dir bevor, lieber Volker. Den letzten Tag im alten Job mit einem Abschiedslauf zu begehen, war eine tolle Idee! Ich denke fest an dich und drücke alle Daumen für einen richtig guten Start morgen. Auch wenn die schönen Zeilen Hesses mittlerweile fast abgedroschen sind: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inner, der uns beschützt und der uns hilft zu leben!“

    In diesem Sinne: Halt die Ohren steif, ich wünsch dir ganz, ganz viel Glück!
    Anne

  2. Der Lauf mußte einfach sein heute, er war gut und richtig. Die Zeilen sind in meinen Augen nicht abgedroschen, sondern einfach nur schön und sie tun so gut.

    Soviel gute Wünsche in letzter Zeit, kann ich das jemals wieder gut machen? Danke liebe Anne.

  3. Schön, dass du dir diesen Lauf zum Ende und zum Beginn einer neuen Ära gegönnt hast, du weißt nicht mehr, woran du gedacht hast, genau das ist es, was das Laufen bewirkt: abschalten, einfach nur laufen, sich freilaufen, sich wohlfühlen, alles hinter sich lassen.

    Heute beginnt DAS NEUE LEBEN, wozu ich dir viel Freude, Elan, Gelingen, Leichtigkeit, Interesse, nette Mitmenschen und noch mehr wünsche, freue dich darauf, es ist spannend und gut !

    Viel, viel Glück ! 8)

    • Ja, liebe Margitta, der Lauf war eine ideale Entspannung vor dem heutigen Tag.

      Der Arbeitsplatz sieht übel aus, es ist wahnsinnig viel liegengeblieben. Da gilt es sich in den kommenden Wochen durch zukämpfen. Darüber hinaus muß ich mich ja komplett einlernen. Das Tätigkeitsfeld ist ja neu für mich. Aber Neues geht man in der Tat mit Freude und Elan an, sodass der Schwung hoffentlich reichen wird, bis die Fahrwasser auf der Stelle dann ruhiger und rountinierter werden.

      Bis dahin freue ich mich über meine Läufe, die mir den nötigen Ausgleich bringen.

      Ganz lieben Dank! 🙂

      Volker

  4. Ich wünsch dir einen schönen Start bei der neuen Aufgabe!

    Fährst du eigentlich immer erst mit dem Auto zu deinem Laufrevier? Das finde ich immer so umständlich.
    Ich laufe lieber immer direkt von Zuhause aus los. OK – ich hab dann noch 200 Meter Wohngebiet und bin dann schon auf dem ersten Feldweg. Das soll ja angeblich nicht überall so sein 🙂

    • Normalerweise fahre ich nie mit dem Auto, sondern laufe immer ab Haustür los. Mit dem Wiedereinstieg nach meiner Verletzung habe ich mir das leider son bischen angewöhnt, da ich gerne an der Hunte laufe und die mir von der Haustür aus im Moment noch zu weit weg ist. Darüber hinaus weiß ich im Moment zu schätzen, dass die Laufstrecke dort komplett autofrei ist, das hat in der Dämmerung und der Dunkelheit so seine Vorteile.

      Von der Haustür aus muß ich leider eine gewisse Strecke auf schmalen Straßen ohne extra Rad-Furßweg laufen. Das ist manchmal im Dunkeln trotz Beleuchtung manchmal nicht ohne.

      Die Läufe am Wochenende im Hellen werde ich jetzt, wo ich die zehn Kilometer wieder schaffe aber wieder von der Haustür aus loslaufen.

      Und wenn ich die 14 km-Runde inklusive Hundertstufentreppe wieder packe, bleibt das Auto wieder stehen 🙂

  5. Ich wünsche Dir viel Erfolg und auch Spaß in Deinem neuen Aufgabenfeld. Möge es Deinen Vorstellungen entsprechen und Dich zufrieden machen.

    Hinsichtlich der Windräder kann ich Dir nur zustimmen. Ich kann diese Dinger auch nicht leiden. Nun ja. Menschen.

    Also lieber Volker, viel Spaß morgen,

    alles Gute,

    Marcus

    • Danke lieber Marcus, den ersten Tag habe ich schonmal überlebt 🙂

      Die Windräder sind hier im Norden echt schon eine Seuche und nun stehen sie schon fast direkt an der Grenze zum Naturschutzgebiet Bornhorster Wiesen 😦

      Aber so richtig verurteilen will ich sie auch nicht, Komprosmisse müssen wir eingehen, und die Dinger machen wenigstens keinen Dreck, keine Abgase und keinen Atommüll.

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Ich bin wieder einmal spät. Aber immerhin kann ich fragen, wie denn der erste Tage im neuen Job war? Noch Abschiedsschmerz oder schon Freude über den Neuanfang? Oder eine Mischung aus beidem? Vermutlich wird es das sein. Nochmal alles Gute. Das laufen wird dir auch weiterhin die notwendige Ausgeglichenheit bringen. Als Bürohengst weiß ich das genau.

    Liebe Grüße
    Rainer 8)

  7. Aufregend, aber auch anstrengend war der erste Tag. Zum Glück hat man ja genügend Erfahrung aus seinem bisherigen Berufsleben wegen der vielen unbekannten Aufgaben und Neuerungen nicht gleich in Panik zu verfallen. Ansonsten siehe was ich auf Margittas Kommentar geschrieben habe.

    Apropos Erfahrung: Am neuen Arbeitsplatz lag heute schon ein Brief vom Fachdienst Personal, man beglückwünscht mich zum 25-jährigen Dienstjubiläum im Januar. 25 Jahre!!!! , meine Güte ich werde alt. Dem muß ich weiterhin mit Laufen gegensteuern 😉

    Liebe Grüße von Bürohengst zu Bürohengst 🙂
    Volker

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