Stürmischer Wind aus Nordwest…

begeitete mich auf meinem heutigen Lauf.

Nur stürmischer Wind zum Glück. Hier in Norddeutschland wird in diesen Tagen überall an die Sturmflut vom Februar 1962 erinnert. Damals herrschte Orkan aus Nordwest. Die größte Naturkatastrophe nach dem Krieg jährt sich also zum 50. Mal. Zwar war am schlimmsten Hamburg mit über 300 Toten betroffen, aber auch Teile Oldenburgs und vorallem der angrenzenden Wesermarsch wurden überflutet. So mußte seiner Zeit auch meine Schwiegermutter auf den Dachboden flüchten, als ihr Haus, unmittelbar am Weserdeich gelegen, überflutet wurde. Ihr Glück war, dass das Haus stehenblieb.

So schlimm war es also heute bei weitem nicht. Trotzdem pustete es ganz schön. Ich konnte nochmal in Ruhe einen Lauf am hellichten Tage unternehmen. Morgen endet meine gut zweiwöchige Auszeit im Job. Die ersten Kilometer ließ ich mich vom Wind treiben, was das Durchschnittstempo teilweise auf um die 5:30 steigen ließ.

Die Temperatur lag bei 5°, so konnte ich wieder in der Dreiviertettight laufen. Trotzdem war ich froh, dass ich meine Laufhandschuhe eingesteckt hatte. Als ich den Wind direkt von vorne hatte, wurde es nämlich saukalt.

Das Eis an den Hunteufern wurde durch die letzten Hochwasser nahezu komplett davongeschwemmt.

Nur noch klägliche Reste sind geblieben. Die versprochene Sonne hielt sich allerdings auch sehr zurück und blinzelte nur vereinzelt durch die Wolken, sorgte dann aber für sehr schöne Lichtspiele.

Dem strammen Wind war es verdanken, dass der Gestank von den Feldern heute zu verkraften war. Am Montag war es auch schon ätzend. Die liebe Intensivlandwirtschaft güllt schon wieder fleißig die Wiesen, wo die Soße aufgrund des noch im Boden befindlichen Frostes nicht einsickert und deshalb lange vor sich hin stinkt.

Was war das heute?  Trotz des heftigen, widrigen Windes von vorn und von der Seite und der wenig angenehmen Gerüche blieb mein Tempo relativ flott. Im Gegensatz zum vorgestrigen Lauf fühlte ich mich gut, die Beinen liefen von alleine. Es lief einfach gut und so verlängerte ich die Strecke kurzer Hand um einige Kilometer.

Ich staunte über mich selber, fühlte mich gut, zog auf den letzten drei Kilometern sogar das Tempo nochmal leicht an, so dass ich den Lauf nach ungeplanten 20 km mit einem für diese Windverhältnisse überraschenden 5:55iger Schnitt beendete.

Mein Fuß hat den Lauf gut weggesteckt. Morgen und übermorgen komme ich nicht zum Laufen, Samstag werde ich es dann auf jeden Fall kürzer und ruhiger angehen lassen.

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10 Kommentare zu “Stürmischer Wind aus Nordwest…

  1. 20 km im 5:55er Schnitt – was für ein Lauf! Da hast du dir zwei Pausentage redlich verdient, lieber Volker! Und dein Haxen wird es dir danken!

    Das mit der Gülledüngung ist im wahrsten Sinne des Wortes Mist. Eigentlich dürfen die Bauern ja bei diesen Bedingungen keine Gülle ausbringen. Andererseits: Was sollen sie tun, wenn alle Depots nach der langen Frostperiode voll sind? Die miesen Folgen der Massentierhaltung! 😦

    Und wer weiß – vielleicht war es gerade der Mief, der dir Beine gemacht hat?! 😆

    Liebe Grüße
    Anne

    • Ja, der Haxen, es gilt immer noch Rücksicht auf ihn zu nehmen. Deswegen paßt das mit der Zeitknappheit die kommenden beiden Tage ganz gut.

      Bei gefrorenen Boden darf meines Wissens nicht gegüllt werden. Das Phänomen sieht man aber jedes Jahr spätestens im Februar, da wird notfalls auch auf den Schnee Gülle ausgebracht. Stimmt, leider eine Folge der Massentierhaltung 😦

      Heute war es durch den starken Wind garnicht so schlimm mit dem Gestank, deshalb muß ich es wohl auf meine unbändige Kondition schieben 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Ja, ja, den kalten Nordwestwind spürte ich gestern auch, da hätte ich nicht mit halblangen Hosen laufen können, das wäre mir eindeutig zu eisig, weil sich die Temperatur wesentlich kühler anfühlte, als sie war.

    Der Gaul ist mit dir durchgegangen und hat dich über die Landschaft gejagt – gut dass du eine Pause einlegst, um am Samstag ruhiger zu werden .

    P.S. Ich glaube, der Wind hat sich heute gelegt, bei euch auch ?

    • An den Beinen bin ich offensichtlich nicht so frostempfindlich, erstaunlicher war da schon, dass ich bei +5° noch Handschuhe brauchte.

      Ja, der Gaul ist mit mir durchgegangen, gut ausgedrückt. Und es war so herrlich!!!!
      Mein Fuß signalisiert mir heute, dass er den Lauf nicht übel genommen hat 🙂
      Trotzdem werde ich es Samstag sutsche angehen lassen.

      Heute morgen war es sogar windstill 🙂

  3. Ich finde es nett, bei Volker kommt immer die ganze Fauna zusammen: Grizzly, einsamer Wolf und nun der durchgehende Gaul 😉 Bin gespannt was als nächstes kommt 🙂 20 Kilometer sind für mich schon sehr beeindruckend und in einer Zeit von unter 6 Minuten/km schlicht der Wahnsinn! Und dass Dein Bein wieder so gut geworden ist, lässt mich auch für mich hoffen 🙂 Massentierhaltungsprodukte kommen bei mir nicht in den Kühlschrank, da bin ich trotz beschränkter Mittel stur und zum Glück haben wir die Möglichkeit über Wochen-/Bauernmärkte und Schlachthäusle uns zu versorgen. Ich bin auf einer Alpe aufgewachsen und mag einfach unser Allgäuer Vieh (sammt Hörner) zu gern, außerdem ess ich eh nicht viel Fleisch.
    An die Hochwasserkatastrophe habe ich heute auch schon gedacht, für mich unvorstellbar was die Sturmflut im 100 km vom Meer entfernten Hamburg angerichtet hat. Ich denke und hoffe heute braucht da niemand mehr Angst davor zu haben, oder?
    Liebe Grüße und lass Dich morgen nicht ärgern 🙂 Elke

    • Ohje, so viele Viecher schon? Hoffentlich kommen nicht noch Schmetterling oder Kaninchen oder ähnliches dazu 😉

      20 km waren für mich nach meinem ersten Laufjahr auch noch unvorstellbar, aber wenn die 10er-Marke erstmal geknackt ist, ist der Schritt zur 20 garnicht mehr so dramatsich 🙂

      Ich gebe zu, ich bzw. wir kaufen schon auch beim Discounter. Insgesamt essen wir aber nicht viel Fleisch. Schlachthäusle, klingt niedlich. Ist das jetzt eine Fleischerei oder ein Schlachthof?

      Alpe mußte ich erst einmal googeln. Darauf aufzuwachsen stelle ich mir sehr romantisch vor. Ich denke für Kinder gibt es garnichts schöneres als auf dem Land großzuwerden. Ich stamme ja auch „vons Land“.

      Die Elbmündung wirkt bei Nordweststürmen wie ein großer Trichter, somit kann das Wasser ungehindert bis nach Hamburg vordringen. Oldenburg liegt auch 60 km von der Nordsee entfernt und war wie geschrieben ebenfalls teilweise überschwemmt.

      Konkret Angst haben muß man heute sicher nicht, seit der 62iger Sturmflut sind viele Schutzmaßnahmen wie Deicherhöhungen und der Bau von Sperrwerken usw. durchgeführt worden. Aber zu Deichbrüchen kann es auch heute noch kommen, wenn das Wasser zu lange auf die Deiche drückt. 100 %ige Sicherheit gibt es da nicht.

      Morgen ist schon heute und noch geht es mir gut 😀

      Liebe Grüße
      Volker

      • Ach du grüne Neune, da war ich ja zu spät dran 😎 aber Hauptsache bei Dir passt alles. 🙂
        Meine längste Strecke waren bis jetzt 14 km und das ging erstaunlicherweise recht locker, ich möchte eigentlich im Oktober so gerne einen 15-km-Lauf mitmachen (guggst Du unter „Rottachseelauf“), aber dazu muss mein Knie wieder schnell heile werden.

        Ein Schlachthäusle wird bei uns von ansässigen Bauern organisiert, die dort ihre eigenen Tiere vermarkten. Der Vorteil für den Bauern ist, dass er recht gute Preise erzielen kann, die Tiere profitieren von den kurzen Wegen zur Schlachtbank (naja profitieren ist vielleicht ein bischen übertrieben, aber besser als ewig im Viehtransporter) und der Kunde hofft auf qualitativ gutes Fleisch ohne Tierquälerei.
        Ich bin ja jedes Jahr beruflich in Hamburg direkt am Elbufer und diese hochfahrbaren Schutzwände sind schon beeindruckend. Gut dass es sowas gibt, aber noch besser, wenn sie nicht benötigt werden.
        Liebe Grüße Elke

      • Der Lauf klingt gut, scheint ein flaches Geläuf zu sein.Bis Oktober ist es noch ein Ewigkeit, da bist Du längst wieder fit. Acht Tage später möchte ich, so alles gut geht, in Frankfurt Marathon laufen. 14 km sind für jemanden der ein Jahr läuft doch schon wirklich gut. Da war ich damals froh die 10 km geknackt zu haben.

        Jährlich in Hamburg? Dann bist da öfters dort als ich.

        Liebe Grüße
        Volker

  4. Der Frankfurt Marathon kann kommen, scheint mir. Wenn du schon jetzt so locker einen 20er läufst, ist das bis zum Oktober kein großes Ding.
    Liest sich gut, was du da geschrieben und beschrieben hast. Hoffentlich geben dir die zwei Wochen Pause auch Rückenwind für das, was dich im Job wieder erwartet. Ich drücke dir weiterhin die Daumen, dass du die richtiigen Entscheidungen triffst.

    Aber jetzt erhole dich erst einmal gut. Ich hatte heute auch einen Ruhetag und werde morgen wieder Laufen. Dann bei Helligkeit, darauf freue ich mich schon.

    Liebe Grüße
    Rainer 🙂

    • Ob ich doch noch in Hamburg starten soll??? Nee, ist nur Scherz 😉

      Danke, Rainer, es bleibt sicher schwierig, mal schauen wie es weitergeht.

      Ich könnt ja schon wieder laufen, grrrrrrr. Aber morgen hab ich keine Zeit. Mal schauen was Samstag geht. Ist perfektes Laufwetter angesagt: 9° und Regen 😀

      Dir viel Spaß morgen bei Deinem Lauf bei Tageslicht!

      Liebe Grüße
      Volker

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