Longjog zum vorläufigen Frühlingsende

Als ich mich heute zum Laufen umgezogen habe, stand mir der Sinn nach einem längeren Lauf. Den letzten drei schwerfälligen Läufen zum Trotz wollte ich das Bilderbuchwetter einfach nochmal geniessen, bevor ab morgen erstmal wieder Schluß sein soll mit Sonne und Wärme. 18 ° und nachwievor Nordwind erwarteten mich.

Ich kramte meinen „Patronengürtel“ aus der Schublade, um sicherheitshalber etwas zu trinken dabei zu haben. Zwei der vier Flaschen sollten für heute reichen. Um mir die Sache weiter zu erleichtern wählte ich eine von mir noch nicht so oft gelaufene Strecke. Darüberhinaus habe ich mir zum ersten Mal in sieben Läuferjahren Musik gegönnt. Da ich weder I-Pod und Co. besitze noch mich bis dato um MP3-Dateien gekümmert habe, griff ich einfach auf die Radio-Funktion meines Handys zurück. Auch auf dessen einfachen Kopfhörer.

Margittas Worte im Kopf, die schlechten Läufe nicht weiter zu hinterfragen, bin ich los gelaufen.

Kurzer Fotostopp auf der Huntebrücke mit Blick auf die überragende Skyline von Oldenburg

Dann ging es weiter über ein paar unbekannte Pfade durch den Stadtwald, die schon fast Trailqualität besassen.

Vom Stadtwald führte der Weg zum Tweelbäker See. Den schönsten der Oldenburger Seen umrundete ich, begegnete einigen Läufern und fand mich plötzlich in einer ganzen Fußballmannschaft wieder, die just in dem Moment wo ich sie erreichte zu einer Laufrunde um den See aufbrach. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich schon ca. 14 km in den Beinen und sowieso keine Lust auf Tempo. So liess ich die Jungs allesamt überholen. Stramme Waden und hübsche Rücken können ja bekanntlich auch entzücken 😉

Dann wollte ich mir eine kurze Pause am alten Holzsteg gönnen. Leider wurde dieser zwischenzeitlich abgerissen. Statt auf trockenen Holzbohlen setzte ich mich kurz in Gras um nach zwei, drei Minuten festzustellen, dass der Boden doch noch arg feucht ist.

Zudem kamen mir die Worte meiner Schwiegermutter in den Sinn, dass man sich in Monaten, die ein „R“ enthalten nicht auf den blanken Boden setzt.

Also machte ich mich auf den Rückweg, vorbei am Blankenburger See wieder über die Huntebrücke. Am Geländer welken Rosen vor sich hin, in Erinnerung an irgendjemanden der die Brücke mal wieder dazu genutzt hat, seinem Leben ein Ende zu setzen. Tragisch 😦

Wie nah Freud und Leid doch beieinander liegen, zeigte ein Blick über das Geländer, wo ein junges Pärchen den Frühling genoss.

Die letzten drei Kilometer wurden die Beine nun  doch etwas schwer, aber das zählte nicht mehr, als ich nach 22 km im ruhigen 6:19er-Schnitt wieder zuhause war. Dieser Lauf hat die drei letzten vergessen gemacht 😀 Na also, es geht doch!

Das Laufen mit dem Radiosender im Ohr hat mir ganz gut gefallen, auch wenn der rechte Ohrstöpsel immer mal wieder nicht halten wollte. Da muß ich mir dann mal was anderes besorgen. Bislang hatte ich Musik beim Laufen für mich immer kategorisch ausgeschlossen. Jetzt kann ich mir schon vorstellen, mir das ab und zumal zu gönnen.

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22 Kommentare zu “Longjog zum vorläufigen Frühlingsende

  1. Ein langer, schöner Lauf. Super! Ich hatte heute Laufpause, darf aber morgne in aller Frühe wieder ran. Da steht dann ein flotter 16er an, vermutlich wieder an der Mosel.

    Irgendwann werde ich auch mal wieder mit Knopf im Ohr auf der Piste sein. Derzeit habe ich allerdings dazu gar keine Lust. Ist vor allem gut, um sich treiben zu lassen.

    Interessant, dass es in Oldenburg doch so schöne Waldwege gibt. Das ist meine Kragenweite.

    Lass es Dir gut gehen!

    Rainer 🙂

    • Flott ist im Moment noch garnicht meine Welt. Seit ein paar Tagen murrt auch mein Fuß wieder etwas mehr. Sinnigerweise nicht vom Laufen, sondern vom vermehrten Fahrradfahren.

      Wie gesagt waren die Knöpfe im Ohr heute Premiere. In der Regel werde ich auch weiterhin ohne laufen. Aber Du hast gut geschrieben, um sich treiben zu lassen, ist das ganz gut.

      Der Wald ist recht klein, etwas hin- und hergelaufen kommen gerade so 2 km zusammen. Wald ist hier echt exotisch. Glaube kaum, dass Dich das befriedigen würde 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Bei ganz seltenen Ausnahmeläufen hab ich auch schon den Knopf im Ohr gehabt, um mich zu „pushen“, weil ich beim Loslaufen keine Lust hatte. Meist hab ich das Ding nach 2 km in der Tasche verstaut und höchstens dann noch einmal rausgekramt, wenn ich müde wurde. Aber ansonsten? Nöö, mag ich nicht.
    Dagegen mag ich so schöne ruhige Läufe um so mehr, wie du heute einen erlebt hast, lieber Volker! Ich freue mich für dich, dass es mal wieder richtig lief! Nicht gut klingt das mit dem Fuß. Würden dir Radschuhe mit steifer Sohle gut tun? Ich habe mir solche gekauft, seitdem trägt Radeln nicht mehr zu meinen Plantarproblemen bei.

    Liebe Grüße
    Anne

    • Heute hatte ich die Stöpsel die ganzen 2:15 h in Ohren. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass das auch nerven kann.

      Ja, dieser Fuß, witzigerweise bzw. zum großen Glück muckt er beim Laufen so gut wie garnicht. Ich besitze Radschuhe vom Cyceln her, aber die sind so schmal geschnitten, dass die Einlegesohlen nicht hinein passen. Mal gucken ob ich günstig etwas breitere finde.

      Ich wollte ja eigentlich in der zweiten Maihälfte mal ein mehrtägige Radtour machen, ich sehe das schon wieder schwinden 😦

      Liebe Grüße
      Volker

      • Ich habe MTB-Schuhe von Shimano – die sind deutlich breiter geschnitten als Rennradschuhe, können mit oder ohne Platten für Clickis gefahren werden und sehen aus wie normale Wanderschuhe, nur eben mit brettharter Sohle. Die waren nach meiner Erinnerung gar nicht so teuer. Vielleicht wären solche auch was für dich?! Den Plan der Radtour solltest du jedenfalls nicht zu früh aufgeben!

        Liebe Grüße
        Anne

      • Danke für den Tipp, liebe Anne.

        Da werde ich mal nach googeln.

        Es hat ja noch etwas Zeit mit der Radtour, ich warte das einfach ab.

        Liebe Grüße
        Volker

  3. Geht doch, mein lieber Volker,
    und es freut mich zu lesen, dass Du gleich eine positive Erfahrung machen durftest. Musik beim Laufen ist manchmal ein passender Begleiter, ich nutze sie häufig, wenn ich an Strassen entlang laufen muss um in den Wald zu gelangen, abschalten geht immer und zum Ausblenden der Motorgeräusche von den viel befahrenen Strassen nutzt die Musik allemal 😉
    Es scheint, dass die Fussballmannschaft auch motiviert hat, aber das ist ja legales Doping 😆

    Salut
    Christian

    • Ja, lieber Christian, es geht! 😀

      Stimmt, den Straßenlärm kann man mit Musik ganz gut ausblenden. Ich habe ja auf einigen Kilometern das Begleitgeräusch der Autobahn. Manches muß man doch einfach nur mal ausprobieren 😉

      Ja, es waren nahezu allesamt recht ansehnlich trainierte Männer, eine nette Motivation. Das mit dem legalen Doping hat aber nicht funktioniert, ich sah mich ja nicht in der Lage ihnen zu folgen 😉

      Moin Moin
      Volker

  4. Wenn ich alleine laufe, habe ich eigentlich immer Musik auf den Ohren. Mit herausfallenden Stöpseln hatte ich auch immer Ärger und bin dann auf so welche:
    http://www.amazon.de/Philips-SHS3200-10-In-Ear-Kopfh%C3%B6rer-schwarz/dp/B003A7BBRQ/ref=sr_1_3?s=ce-de&ie=UTF8&qid=1333003420&sr=1-3
    umgestiegen. (Ich hab ein anderes Modell, aber diese „Ohrhalterung“ meine ich halt).
    Seitdem habe ich das Problem nicht mehr.

    Schöner langer Lauf. Ich hab fürs Wochenende auch mal wieder was in Richtung 20km geplant – allerdings dann wahrscheinlich ohne Sonne 😦

    LG
    Carsten

    • Ja, solche Ohrhalter kenne ich von Polizeifunkgeräten. Da hatte ich gestern auch gleich dran gedacht. Mal sehen ob ich da was passendes finde. Wahrscheinlich passen dann wieder die Stecker nicht aufs Handy 😦

      Langer Lauf am Wochenende ohne Sonne? Sehe es positiv, dann mußt Du auch nicht so schwitzen 😉

      LG Volker

      • Ich laufe seit Jahren mit genau diesen Ohrhörern von Philips, die Carsten hier abgebildet hat, weil mir alles andere vom Kopf fällt 😉 Und ich bin super zufrieden, mit der Qualität und mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis!

      • Das hört sich gut an. Ich werde mir mal die Teile bei Saturn und Co mal anschauen 🙂

  5. Irgendwie ärgert deine Kommentarfunktion: Ich hab was geschrieben und wollte das absenden. Dann mußte ich mich einloggen und danach war der Text weg. Also nochmal getippt – auf absenden geklickt…. ging nicht – keine Reaktion.
    Ok – Text in die Zwischenablage kopiert. Deinen Blog nochmal ganz neu aufgerufen, Text wieder eingefügt, auf „senden“ geklickt…….. „Doppelter Beitrag – diesen Text haben Sie schon mal gesenden“ …. versteh ich nicht

    • Da hat es bislang noch keine Probleme gegeben. Dein Kommentar ist bei mir im E-Mail-Postfach gelandet, dort mußte ich ihn erst genehmigen. Auch das hatte ich noch nie. Vielleicht lag es an dem eingefügten Bild von den Kopfhörern ❓

      • Oh, was für eine schnelle Antwort 🙂 Dann weiß ich das allerdings auch nicht, muß ich mal im Auge behalten. Wüßte auch nicht, dass ich an den Einstellungen was ändern kann 😦

  6. In Oldenburg wird den Baukränen nach ja mächtig gebaut! 🙂

    Das mit Deinem Fuß ist ja ärgerlich, hoffentlich nur eine kleine Episode, weißt Du die Ursache für diese Beschwerden?

    Ich möchte ab Christi Himmelfahrt (ist bei uns ja zum Glück Feiertag 😉 ) auch ein paar Tage zum radeln gehen. Wahrscheinlich wird es der Kocher-Jagst-Radweg. Wo soll es denn bei Dir hingehen (bin ja nie neugierig) und konntest Du auch Deine bessere Hälfte überreden?

    Ich höre unterm Laufen auch gern Radio oder Hörbuch. Gerade wenn das Wetter nicht so schön oder es schon dunkel ist, so dass die Landschaft nichts mehr hergibt ist das ein nette Abwechslung. Als Kopfhörer benutze ich einfache In-Ear-Stöpsel, die sehr günstig waren, aber trotzdem gut in den Ohren halten. Die normal flachen Stöpsel sind mir auch immer rausgerutscht.

    Liebe Grüße Elke

    • Oldenburg boomt seit wenigen Jahren, es wird in der Tat mächtig gebaut.

      Es sind die Sehnen über dem linken Fußspann, die seit fast einem Dreivierteljahr nicht so richtig zur Ruhe kommen.

      Geplant ist es von Oldenburg über den Teuteburger Wald und durch die Senne in die Nähe von Kassel zu radeln. Dort haben wir einen Freund. Ich werde alleine fahren. Meine bessere Hälfte kommt mit dem Auto dorthin, wir bleiben dann noch zwei Tage und er nimmt mich samt Fahrrad wieder mit nachhause.

      Der Kocher-Jagst-Radweg sieht aber auch interessant aus 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Ach ja,lieber Volker, dein langer Lauf,was für den einen kurz ist, ist für den anderen, und was für den anderen lang ist, ist für den anderen kurz, für dich war er lang, schön (habe ich es nicht gesagt), und überall unterwegs Schönes zu sehen, das es sich lohnt, mit nach Hause zu nehmen.

    Nur mit den Stöpseln im Ohr, der Musik freunde ich mich nicht an,auch in Zukunft nicht, dann höre ich das Leben um mich herum nicht mehr – und das ist für mich mit ein schöner Grund – überhaupt zu laufen.

    Straßenlärm habe ich zum Glück so gut wie keinen, wenn ich ihn nicht möchte ! 😉

    Es tat dir gut, das ist die Hauptsache !

    • Tja, liebe Margitta, mit der sich stetig vermehrenden Ultra-Mafia kann ich zur Zeit halt noch nicht mithalten 😉 Schön war es trotzdem, Du hast es gesagt.

      Das Meeresrauschen ist Musik genug, da würde ich auch nicht mit Musik im Ohr laufen 🙂

      Wenn ich auf die andere Seite der Hunte möchte, kann ich Straßenlärm nicht vermeiden. Entweder laufe ich entlang der Autobahn oder durch die Stadt.

      Es hat mir gut getan!

      Liebe Grüße
      Volker

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