Tank leer

Spät bin ich heute zum Laufen gekommen. Nach der Arbeit hatte ich noch einen Termin, so bin ich erst um 20:15 Uhr losgelaufen. So spät wie noch nie. Trotzdem lief ich locker flockig auf den ersten fünf Kilometern im 5:40iger Bereich. Bis KM 8 änderte sich nicht viel. Dann aber überkam mich der Hungerast und mir fiel schlagartig ein, dass das letzte was ich gegessen hatte, zwei Scheiben Schwarzbrot zur Mittagszeit gewesen sind. Mir wurde flau im Magen und das Tempo sank pö a pö. Die geplante Strecke kürzte ich von 17 km auf 14 km ab. Ab KM 10 hätte ich am liebsten aufgehört. Aber ich mußte ja eh nach Hause, also lief ich auch die letzten vier Kilometer. Als ich dann kurz vor der Haustür den Garmin stoppte, sprang in dem Moment das Durchschnittstempo von 6:00 auf 6:01 um.  Nä, wat fies.  Aber dafür, dass ich nur um Haaresbreite dem Hungertod entkommen bin, war das Tempo noch ganz ok 🙂

Logischer Weise war es dunkel beim heutigen Lauf und ich konnte erstmalig meine neue Stirnlampe testen. Ich hatte auf Empfehlung von Christian und dem First Look von Daniel eigentlich die Petzl Nao im Auge. Der Preis ist für einen armen Beamten atemberaubend, dafür sind die technischen Möglichkeiten für eine Lampe extrem vielfältig. Und genau das war dann doch für mich das Totschlagargument. Ich will eine Stirnlampe nicht erst am Computer für meine Bedürfnisse konfigurieren. Mir reicht es, auf einen Knopf zu drücken und das Licht ist an.

So entschied ich mich für die Lenser H7, von der ich im letzten Jahr schon viel Gutes gehört habe. Positiver Nebeneffekt: Die Lenser ist über das Jahr extrem günstiger geworden und kostet kaum noch mehr als die trübe Funzel, die ich mir letztes Jahr gekauft hatte.

Mit der Lichtausbeute der Lenser H7 bin ich vollkommen zufrieden. Auch wenn sie nur halb soviel Lumen auf die Bahn wirft, wie die Nao. Aber ich kann alles sehen und mich sicher bewegen. Da ich im Dunkeln eh nicht abseits befestigter Pfade und im Gehölz laufe, reicht das Licht mehr als aus.

Weit übers Land leuchtet im Moment auch das Riesenrad vom Kramermarkt, Oldenburgs fünfter Jahreszeit.

Ich bin ja nicht so ein Volksfestfan, so schaue ich mir das Ganze lieber aus sicherer Entfernung von meiner Laufstrecke aus an. Da konnte ich zum Glück auch die vielen Leckereien nicht riechen, die es dort gibt. Das hätte mir heute den Rest gegeben 😉

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14 Kommentare zu “Tank leer

  1. Tja, manchmal geht gar nichts mehr, wenn – wie du sagst – der Tank leer ist, aber damit müsste ein Läufer EIGENTLICH rechnen, wenn er sich mit leerem Magen am späten Abend auf die Piste begibt, zum Glück konntest du sehen, wohin du läufst, auch wenn der Magen Hilfe schrie.

    Und was sagt uns das ❓

    Das muss man alles mal mitgemacht haben, Fehler tragen ungemein dazu bei, in Zukunft zumindest diese nicht mehr zu machen, sagt ultraistgut, denn sie weiß, wovon sie spricht !! 😉

    • Ja, liebe Margitta, ich war mir der Tatsache, solange nichts gegessen zu haben garnicht bewußt. Das einzige, was ich vorher überlegt hatte, war, dass ich mir DANACH Essen machen wollte.

      So passieren einem auch nach über sieben Jahren noch Fehler, mit denen man auch einfach nicht gerechnet hat.

      Aber wie Du so schön sagst, diesen Fehler macht man nicht noch einmal. Ich kann mir vorstellen, dass ultraistgut da in weit über 30 Jahren ihre Erfahrungen gemacht hat 🙂

  2. Ach du Armer, mit Müh und Not dem Hungertod entronnen! 🙄 Sieh’s mal positiv: Im Marathon soll der Körper doch auch in der Lage sein, seine Energie aus den (bei dir nur spärlich vorhandenen, aber durchaus existenten) Fettdepots zu gewinnen. 😉 Das hätte er gestern üben können, wenn du nicht losgerannt wärst wie die Feuerwehr. Ich glaube, während der zweiten Hälfte des Laufs hatte er doch noch Gelegenheit dazu. 😎

    Die H7 ist fein und auch für meine Bedürfnisse vollkommen ausreichend! Wenn ich im Dunkeln Trails laufen würde, wäre es vielleicht was anderes. Aber ich laufe nachts nur auf halbwegs befestigten Wegen und überlasse den Wald den Tieren – die brauchen schließlich auch mal ein Stück Lebensraum für sich allein!

    Liebe Grüße
    Anne

    • Ja, liebe Anne, ganz knapp, das Leben ist voller Risiken 😉 Aber es ist ja nochmal gutgegangen und ich bin der Intensivstation noch mal so eben entronnen.

      Wie Du es sagst, für unsere Laufzwecke ist die H7 vollkommen ausreichend.. Ich gebe zu, dass ich Trailstrecken im Dunkeln nicht der Ruhe der Tiere wegen meide. Sondern weil ich im schlimmsten Fall mit beschlagenen oder regennassen Brillengläsern selbst mit keiner Lampe der Welt gut genug sehen würde, um mir nicht schlimmstenfalls die Gräten zu brechen…

      Liebe Grüße
      Volker

  3. An deiner Stelle hätte ich aber das Volksfest mitgenommen. Da hättest du deinem Hungerast so richtig einen mitgegeben. Kommt bestimmt richtig gut wenn du in kompletter Laufkleidung inklusive Stirnlampe im Zelt eintriffst und dir z.B ein halbes Hähnchen zwischen die Kauleiste schiebst! 🙂

    • Da hätte ich auf jeden Fall für Aufsehen gesorgt. Allerdings hätte ich da die neue Stirnlampe gleich dort verpfänden müssen, da ich beim Laufen immer kein Geld dabei habe 😉

  4. Lieber Volker,
    den Hungerast kennt jeder, v.a. wenn man darüber nachdenkt, dann wird es noch viel schlimmer 😉 Habe mir angewöhnt einfach Tempo rauszunehmen, dann geht es meist viel besser und leichter.
    Manchmal ist es leider so, dass wenn man billig kauft, man zweimal kaufen muss. Jedoch gebe ich Dir Recht, es kommt immer ein wenig auf die Laufwege an. Da ich den Nachhauseweg von der Praxis sehr oft variiere und über Feld- und Waldwege unterwegs bin, brauch ich einfach eine entsprechende Funzel. Da stört der Anschaffungspreis nur wenig…ich wünsch Dir mit Deiner Errungenschaft immer sichere Nachtläufe.

    Salut
    Christian

    PS: Die NAO muss nicht am PC programmiert werden, die voreingestellten Modi sind vollkommen okay 😎

    • Lieber Christian,

      ich laufe ja selten abseits meiner ausgetretenen Pfade und wenn, muß das ja nicht gerade im Dunkeln sein. Deshalb bin ich mit der H7 schon ganz gut bedient.

      Die Lichtausbeute der Nao zu erleben, würde mich trotzdem mal reizen.

      Billig war die Silva eigentlich nicht, um so größer die Enttäuschung. Aber egal, ich hätte sie ja rechtzeitig zurückbringen können, also in erster Linie meine eigene Doofheit.

      Der Hungerast hat mich regelrecht überfallen und ging mir dann natürlich auch nicht mehr aus dem Kopf, da war die Temporeduzierung das einzige, was mich überhaupt noch am Laufen gehalten hat.

      Danke lieber Christian, das wünsche ich Dir natürlich auch.

      Moin Moin
      Volker

      Die

  5. vom H7 lenser hab ich bisher eigentlich nur gutes gehört. gut, sie ist nicht so hell wie die nao, aber für volkers laufwege ist sie, so denke ich – absolut ausreichend. wenn man mal auf groben feld- und waldwegen oder sogar trailsim dunklen aufen möchte braucht man mehr lumen, dann werden aber auch die preise langsam fies.

    lg
    daniel

    • Ja, ich denke, dass siehst Du richtig. Für Trails würde ich auch noch mehr Licht, als sie die H7 bietet, für notwendig halten, da Bodenunebenheiten dann doch noch besser ausgeleuchtet werden sollten.

      Die 150 € für die Nao sind letztendlich noch ok. Aber wenn man doch für gut ein Drittel eine ausreichende Lampe bekommt, habe ich auch nichts dagegen einzuwenden.

      lg zurück
      Volker

  6. Das mit dem Hunger passiert mir auch schon mal, wenn das Mittagessen schon viel zu weit weg liegt…mir helfen ein paar Nüsse vor dem Lauf. Ist aber vielleicht nicht jedermanns Sache! 🙂
    Und zugegebenerweise laufe ich ja auch nur 8-10 km, da ist es ja nicht soooo schlimm…

    Danke für den Tip mit der Stirnlampe…ich wohne am Stadtrand von Wien, wo es auf den Laufwegen im Herbst/Winter am Abend schon stockdunkel ist. Ich habe es bisher vermieden, im Dunkeln zu laufen…es ist mir einfach zu einsam, sollte mir was passieren. Da bin cih ein bisschen ein „Schisser (Angsthase)“, wie man in Wien sagt… In der Hauptallee gibt es dieses Problem nicht, sie ist rund um die Uhr ausgeleuchtet. Aber dort kann ich halt nur einmal die Woche hin…

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

    • Mit dem Hunger kommt bei mir nicht gerade oft vor, dafür esse ich viel zu gerne 😉 Ich kannst sonst aber auch vormittags laufen und habe nur einen Joghurt gegessen, das hat mir noch nie was ausgemacht.

      Den Begriff „Schisser“ kennt man hier genauso. Ganz ehrlich: Ungewohnt ist es schon, durch die menschenleere Landschaft im Dunkeln zu laufen. Ausreichend Licht ist da unbedingt von Nöten.

      Allerdings habe ich immer ein Handy dabei, auch am Tage. Alleine schon dafür, falls einem mal was passiert, wie Umknicken oder ähnliches, und man nicht mehr weiterkommt.

      Liebe Grüsse
      Volker

  7. Tja, da sorgt die kluge Frau vor und trägt immer genügend Energiereserven an den Hüften mit sich herum, auf dass ich wirklich und wahrhaftig noch nie das Problem Hungerast hatte, noch nicht mal, wenn ich morgens nüchtern mal eine längere Runde (von ca. 2h) lief…
    Das Problem mit der richtigen – bzw. für mich passenden „Hirnbirn“ stellt sich mir auch erst in diesem Herbst, da ich bei meinem letzten Job ja mit flexiblen Arbeitszeiten gesegnet war, und so meine Herbst/Winterlaufeinheiten so gut wie immer bei Tageslicht machen konnte!
    LG Doris

    • Erstaunlicher Weise habe ich auch schon einige solcher Morgen- bzw. besser Vormittagsläufe gemacht, ohne jeweils solche Probleme zu haben. Aber da fehlten dann auch die “Anstrengungen des Tages”. Die Uhrzeit war auch unbewohnt, vielleicht hat das auch dazu mitbeigetragen.

      Hirnbirn, netter Ausdruck. Wenn Du weitestgehend auf befestigten Wegen unterwegs bist kann ich die Lenser H7 empfehlen, ansonsten würde ich eher zu noch mehr Lumen raten als weniger.

      Liebe Grüße
      Volker

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