Kopfsache

Nach der Kopfkrise komme ich heute zur Kopfsache. Mit dem Ding, was da oberhalb der Schultern thront ist das nunmal so eine Sache. Unter Kopfkrise habe ich ja schon einiges geschrieben. Hier geht es um etwas anderes.

Gelegentlich kommt es vor, dass ich auf den letzten Kilometern eines Laufens einwenig die Lockerheit verliere. Es sind nur noch zwei, drei oder vier Kilometer und das kuschelige Zuhause und die warme Dusche locken. Der bis dahin lockere Genusslauf gewinnt an Tempo und an Anstrengung, die ich garnicht wollte.

Da hilft mir dann meistens Trick 17. Ich denke mir einfach, dass ich nicht auf den letzten Kilometern bin, sondern noch weitere 15 oder 20 Kilometer laufe müsse/wolle. Ruckzuck läßt die selbst verursachte innere Anspannung nach, ich werde wieder locker, der Schritt wird wieder flockig und entweder sinkt das Tempo oder ich laufe das gleiche mit weniger Anstrengung. Schließlich sagt mir mein Köpfchen, das diese vielen Kilometer nur so zu schaffen sind. Somit schlage ich mein zartes Haupt mit seinen eigenen Waffen.

So war es z. B. beim heutigen Lauf. Zum Ende hin, es wurde wieder mächtig dunkel, kam in mir der Drang auf nur noch nach Hause zu wollen. Dann habe ich obige Denke eingeschaltet und schon lief es wieder wie gewünscht 😀

Mal gucken ob ich in eineinhalb Wochen mit irgendwelchen Gedankenspiele meine Psyche auch austricksen kann…

Ansonsten habe ich seit heute ein neues Mittel um über den Arbeitstag die Vorfreude aufs Laufen zu steigern. Seit Mitte Juni residiere ich nun schon in meinem neuen Büro, dass an kahler Nüchternheit nicht zu überbieten war. Einzig und allein eine Pflanze hatte ich mir bis dato zugelegt um etwas Grün in die Tristesse zu bringen.

Heute morgen habe ich Bilder von meinem Laufrevier an die Wände genagelt. Dazu habe ich Fotos, die ich während meiner Läufe gemacht habe, auf Leinwand ziehen lassen. So kann mein Blick, wenn er denn mal müde ist, von all den Zahlen, auf die Bilder fallen und meine Gedanken zum Laufen abschweifen.

Das orangene Bild, das den Oldenburger Himmel, der in dem Moment wirklich diese Farbe hatte, zeigt, ist als einziges nicht während  meiner Läufe entstanden. Also, wenn das jetzt nicht den Büroalltag versüßt, dann weiß ich es auch nicht 😀

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16 Kommentare zu “Kopfsache

  1. Einen großzügigen Arbeitsplatz hast du – viel größer als meiner, wenn ich das mal anmerken darf! 😉 Und durch die Bilder aus deinem Laufrevier hat er noch einmal sehr gewonnen!

    Das mit dem Schnellerwerden auf den letzten km kenne ich auch. Wie ein Pferd, das losgaloppieren will, wenn das Zuhause naht. 😆 Deinen Psychotrick kannte ich dagegen noch nicht. Werde ich ausprobieren – vielen Dank dafür! 🙂

    Liebe Grüße
    Anne

    • Ich habe mich aber auch in die äußerste Ecke vom Büro gequetscht um das Gesamtbild aufzunehmen. Das ist mehr so ein Schlauch, aber ich bin zufrieden, Hauptsache Einzelbüro 🙂

      Genau, man wittert das Zuhause 😉 Bin gespannt, ob es bei Dir funktioniert 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Ich hatte mir ja schon ein wenig Sorgen gemacht, weil Dein Blog ruhte. Scheint aber alles in Ordnung.
    In Sachen Psychotricks habe ich auch etwas zu bieten.
    1. Nach 21 km liegt nicht die gleiche Strecke vor Dir, sondern die Hälfte ist geschafft.
    2. Nach 30 km folgt nur noch ein ganz normaler Trainingslauf. Ein Klacks! Das hilft zumindest bis km 40. Und dann ist es eh nicht mehr weit 😉

    Bleib locker, das wird schon!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Ich habe gerade mal nachgeschaut. Mein Blog ruhte einen Tag länger als üblich. Schön, dass das schon auffällt 🙂 Soweit ist aber alles ok, lieber Rainer.

      Trick 1 habe ich auch schon angewendet

      Trick 2 weiß ich nicht mehr, ab KM 30 kann ich nicht mehr klar denken 😉

      Jo ich bleib locker. Im Moment habe ich so garkeine Lust auf Marathon. Ich glaube ich setze mich in Frankfurt in eine Kneipe und betrinke mich mit Äppelwoi 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Den Trick von Rainer wende ich auch immer an…klappt wunderbar.
    Vor allem muss ich selbst immer lachen, wenn dann im Kopf der Satz entsteht: „Es ist „nur“ noch ein Halbmarathon.“

    Gut aufgeräumtes und strukturiertes Büro.

    • Ich sage mir nicht „nur noch einen Halbmarathon“, sondern „ab jetzt geht es bergab“ 🙂

      Danke, im Büro bin ich echt ein Pedant, ein typischer Beamter.

      Aber bitte schau Dich nicht bei mir zu Hause um 😉

  4. Schönes Büro mit noch schöneren Fotos – ja, man sollte sich das Leben so schön machen, wie es geht, vor allem dort auch, wo man die meiste Zeit verbringt !!

    Was deinen Kopf angeht, da kann man sicherlich einiges machen, ich wende solche Tricks nicht an, aber erinnere mich in solchen Fällen selbst daran, dass ICH das ja laufen wollte, dass ICH die Kilometer brauche, um bei dem von MIR geplanten Projekt meine Frau zu stehen.

    Die Kopfarbeit ist oft sehr viel entscheidender als die der Beine – davon kann ich ein Lied singen, kein Marathon – kein Ultra ohne Kopf !!! ;

    • Danke, ich freue mich über die Bilder 😀

      Margitta braucht solche Tricks nicht, hätte mich auch gewundert 😉 Aber auch ich brauche sie nur ganz selten.

      Die Kopfarbeit wird beim Marathon für mich wahrscheinlich wieder die größte Herausforderung.

  5. Die Bilder sind richtig klasse! So ein hübschen Einzelbüro „besitze“ ich zum Glück auch und dürfte es mir auch gemütlich mit eigenen Bildern einrichten. Meines ist sehr grün, da meine Büropflanzen wuchern wie im Urwald.
    Und das mit dem „Stallgeruch“, wie die Reiter sagen, kenne ich auch nur zu gut. Blöderweise merken bei mir auch öfters zwei Körperorgane die heimische Toilettennähe und dann hilft die ganze Kopfsache nichts. 😀 Aber sonst werde ich Deinen Tipp auch gerne mal ausprobieren!
    Liebe Grüße Elke

    • Danke, liebe Elke. Grünpflanzen sind nicht ganz so mein Ding. Die eine Pflanze, die ich hier im Büro habe, habe ich gekauft, hingestellt und sie fing sofort an Blätter zu verlieren 😦

      Da haben wir Männer es besser, wenn die zwei Körperorgane zu fleißig sind.
      Irgendwo findet sich immer ein Gebüsch oder Baum 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Also wirklich jetzt…. wenn man sich das letzte Bild anschaut dann muss man einfach los laufen. Genial! So ein ähnliches Bild habe ich vor ein paar Tagen bei uns auch geknipst und bei Facebook veröffentlicht weil ich es absolut gigantisch fand.

    • Ist schon wahnsinn, was einem die Natur manchmal für Anblicke bietet. Nicht umsonst schrieb ich, dass mir die Bilder Lust aufs Laufen machen. Ich freue mich auf den Feierabend. Dann gehts wieder los. Soll ja auch schön warm sein.

      Auf Dein Bild muß ich dann leider verzichten 😦 Ich habs nicht mit Facebook.

  7. Lustig, wie unterschiedlich man doch ticken kann…
    Bei mir ist es genau umgekehrt. Wenn ich weiß, ich hab nicht mehr weit, werde ich immer müde und faul und überlege mir, ob ich wirklich noch bis ganz heim laufen soll, oder ein bißchen „ausgehen“!

    Aber deine Bürogestaltung ist schon motivierend!

    • Ausgehen mache ich immer aber der gleichen Stelle, am Beginn unserer Strasse. Sonst ist mir das noch nie in den Sinn gekommen 😉

      Die Bilder haben einen persönlichen Bezug, dass finde ich halt sehr schön 😀

      LG Volker

  8. Hallo Volker,

    also Deinen Trick kapiere ich nicht? Weshalb möchtest Du zum Abschluss absichtlich langsam laufen? Ich denke für den Trainingseffekt ist eine Endbeschleunigung doch ganz gut. Ich für meinen Teil versuche immer den letzten Kilometer am schnellsten zu laufen. Außer, ich mache mal einen Regenerationslauf, dann nicht. Ansonsten motiviere ich mich wie Rainer. Wobei ich mich eher auf den ersten Kilometern motivieren muss als hintenraus. Bsp. zu Beginn eines 30gers und man hat noch 27km vor einem liegen, das ist manchmal schon hart.

    Grüße -timekiller-

    • Mein lieber Heimo, Du hast ja auch Spaß am tempobolzen. Ich finde das speziell bei Läufen nach Feierabend zu anstrengend.

      Dafür hab ich mir bei einem 30iger noch nie nach den ersten Kilometern Gedanken gemacht, wie ich noch muß. So tickt jeder anders 😉

      LG nach München
      Volker

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