Masochist

Man muß kein Masochist sein, aber es erleichtert die Sache schon sehr, wenn man seine eigene Marathonteilnahme wegen gesundheitlicher Probleme absagt und sich dann drei Tage später als Helfer an die Strecke des Oldenburg-Marathons stellt und hunderten Anderen beim Laufen zusieht.

Aber dazu gemeldet ist dazu gemeldet. Genauer gesagt habe ich ja auch an der Strecke der 10 und 5 km-Läufer als Streckenposten gestanden. Die Marathonstrecke war allerdings auf Sichtweite.

Wenn man so an der Strecke rumsteht hat man aber auch mal die Möglichkeit die führenden Läufer zu sehen. Das bleibt mir als aktiver Läufer ja in der Regel verwehrt 😉

Wesentlich interessanter ist aber das „normale“ Läuferfeld. Mit Athleten, schnellen Hirschen, flinken Gazellen, normal sportlichen Alltagsläufern, mit Dicken, mit Prustetenden, Keuchenden, Hechelnden und solchen, die schon nach drei Kilometern eine Gehpause benötigen. Die verschiedensten Laufstile runden das Bild ab. Das ist wirklich spannend anzuschauen.

Beeindruckt hat mich die Teilnahme eines teilweise spastisch gelähmten jungen Mannes, der über die 10 km gelaufen ist.

Zwischendurch konnte ich immer wieder mal einen Blick auf die Marathonis und Halbmarathonis werfen.

Aufgrund des nicht allzugroßen Marathon-Teilnehmerfeldes konnten wir die Straßensperren schon nach fünf Stunden aufheben.

Danach galt es noch im Start-/Zielbereich hunderte Meter Absperrgitter abzubauen und im Verpflegungszelt massenhaft Bierzeltgarnituren zusammenzuklappen und zu verladen.

Gegen 18 Uhr war dann Ende Gelände und ich platt. Spaß gemacht hat es trotzdem. Als Läufer für Läufer dazusein hat auch etwas Befriedigendes. Neue, nette Bekanntschaften zu schließen ebenso. Schließlich werde ich irgendwann auch wieder von so einer Organisation mit vielen Helfern profitieren 🙂

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18 Kommentare zu “Masochist

  1. Na das ist mal ein Alternativprogramm! Bei diesem Wetter macht auch das bestimmt Spaß. Und im kommenden Jahr läufst Du dann selbst mit, oder?

    Einen guten Start in die neue Woche!

    Rainer 😎

    • Das war jetzt das zweite Mal, dass ich als Helfer so ein Glück mit dem Wetter hatte. In diesem Jahr zwar warm aber ohne den strahlenden Sonnenschein vom letzten Jahr.

      Eigentlich habe ich meine Hilfe fürs kommende Jahr schon wieder zugesagt.
      Mal sehen …

      Danke Dir auch einen guten Wochenstart, aber Du durfest ja eh schon gestern arbeiten.

      Liebe Grüße
      Volker

    • Hallo Heimo,

      eigentlich habe ich meine Hilfe fürs kommende Jahr schon wieder zugesagt. Aber da ist natürlich noch nichts fest.

      Du willst mit mir zusammen laufen? Kannst Du Dich denn überhaupt so zügeln? Ich besitze ja schließlich keine Timekiller-Rakete 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker,
    fürwahr, Masochismus pur, meine Hochachtung 😎
    Es ist schön, dass es sie gibt, die vielen Helferlein, die bei solchen Laufevents im Hintergrund, bescheiden, ihren Dienst tun, damit alles klappt. Du hast meinen Respekt verdient. Und ich finde auch Deine Einstellung wunderbar in einer solchen persönlichen Situation da zu stehen und zu helfen – auch wenn Du Dir das schön redest 😉
    Gute Besserung nochmals und

    Salut
    Christian

    • Lieber Chrisitan,

      mußt Du mich auch noch wieder darauf hinweisen, dass ich mir das schön rede? Jetzt ist meine fragile Fassade des Drüberhinwegseins wieder eingestürzt 😦

      Trotzdem ein freundliches
      Moin Moin 😉

      Volker

  3. Klasse, lieber Volker – du nennst es Masochismus, ich nenne es innere Größe, dass du dich aufgerappelt und deine Helferzusage eingehalten hast. Nächstes Jahr bist du dann wieder dran mit dem Helfen-Lassen, da rennst du bei deinem Heimspiel mit … oder anderswo! 😎

    Liebe Grüße
    Anne

    • Eigentlich wollte ich ja im kommenden Jahr wieder helfen. Aber der Zeitentöter läßt mich mit seiner Frage schon wieder wankelmütig werden. Mal sehen. Das Jahr bis dahin ist noch lang 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  4. So schlimm – wie du es im Titel andeutest – war es ja wohl doch nicht – Helfer bei Läufen zu sein, macht Spaß, auch in Ruhe an der Peripherie zu stehen und nur zuzusehen.

    Ja, ich finde auch, du solltest im kommenden Jahr in deinem Heimathafen selbst laufen – ein Ersatz für deine helfende Hand würde sich bestimmt finden !! 😉

    • War es auch nicht, liebe Margitta. Es hat wirklich schon Spaß gemacht.

      So so, Du hälst mich also auch für ersetzbar 😉

      Also beim Abbau waren wir wirklich nicht zu viele.

      Aber wenn sich schon ein Gast aus München ankündigt, ist es wohl selbstverständlich, dass ich dann mit ihm laufe 😀

  5. Siehst du, nicht nur als Läufer ist man nach einem Marathon platt sondern die Helfer haben auch den ganzen Tag genügend zu tun. Du hast einen großen Beitrag dazu geleistet das die ganzen Straßen so schnell wie möglich wieder frei waren. TOP!

    Ich habe meine Frau damals bei ihrem ersten10km Wettkampf mit dem Babyjogger begleitet und das auch im hinteren Feld deswegen kann ich dir recht geben das es wirklich interessant zu sehen ist was sich dort alles abspielt. Wie locker die Atmosphäre ist. Keiner macht sich Verrückt und es wird geredet und gelacht. So etwas bekomme ich sonst nie mit und hat enormen Spaß gemacht.

    • Wenn kein allzugroßer Ehrgeiz dabei ist, sollte stattdessen schon viel Spaß dabei sein.

      Die Straße, die ich abgeriegelt habe, wäre eine Abkürzung gewesen und so manche haben mir im Scherz etwas dafür geboten, dort lang laufen zu dürfen 🙂

      Es macht nicht nur Spaß, den Läufern zu applaudieren und sie anzufeuern, sondern auch Gegenreaktionen aus dem Läuferfeld zu erhalten.

  6. Mensch, was muß ich denn hier lesen? Ich mein jetzt gar nicht deine lobenswerte Helferaktion, sondern deine letzten 5 Einträge, die ich gerade nach ein paar Tagen Blog-Abwesenheit nachgeholt habe. Zu deiner Frankfurt-Absage haben die Anderen schon viel geschrieben.
    Ich finde das auch richtig. Wenn du dich nicht danach fühlst, dann laß es.
    Es ist ein Marathon und kein Kindergeburtstag. Damit du an dem Lauf Spaß hast, muß einiges stimmen und das tut es zur Zeit halt irgendwie nicht.
    Schade für dich….

    Liebe Grüße
    Carsten

    • Jo, Carsten, so sieht das aus. Ich bin auch in Bezug auf die Entscheidung mit mir völlig im Reinen. Da ich jetzt immer so vor mich hin huste, merke ich, dass da ein Infekt in mir steckt. Da hätte Frankfurt definitiv keinen Zweck gehabt.

      Auf reine Qual und das Riskio meine Gesundheit zu schädigen habe ich keinen Bock. Habe heute Hotel und Bahnfahrkarte gecancelt. Alles ist gut. Wenn der Infekt weg ist, werde ich wieder normal meine Törns laufen und dann schauen wir weiter.

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Ach herrjeh, was hab ich nicht schlimmes befürchtet, bei diesem Titel!
    Ich dachte schon, du konnstest das Zimmer in FF nicht mehr stornieren und fährst DORT als Zuschauer hin, oder andere Grausamkeiten ähnlichen Formats!?!?!?!
    Aber dann ***schnauf*** es war „nur“ die vorher schon zugesagte Hilfe in Oldenburg… Ok – auch nicht einfach, aber so wie es klingt, hat es dir sogar Spass gemacht.
    Und ganz klar, im nächsten Jahr wirst du wieder des öfteren der Nutznießer dieser vielen freiwilligen Helfer sein!

    Lieben Gruß, Doris

    • Es hat Spaß gemacht und auch nur ein klitzekleines Bisschen wehgetan. Nein wirklich, dass war schon absolut in Ordnung.

      Um das nächste Jahr will ich mir aber garnicht so viele Gedanken machen. Du siehst ja, wie schnell was dazwischen kommen kann. Hauptsache ich kann bald wieder vernünftig ohne Atemnot laufen 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

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