Nervensägen

Nein, Nervensägehnen ist der richtige Begriff. Irgendwie zwickt beim gemeinen Läufervolk ja gerne mal die ein oder andere Sehne.

Auch wenn ich jetzt schon wieder was zu jammern habe: In Sachen Sehnen hebe ich mich deutlich vom gemeinen Läufervolk ab. Im negativen Sinne natürlich. Das mal die linke mal die rechte Achillessehne muckt, kennt jeder. Ich auch. Aber die berühmteste aller Sehnen, die uns Läufer gerne regelmäßig auf sich aufmerksam macht, war noch nie ein ernsthaftes Problem. Vermehrtes Dehnen, Kühlen und eventuell mal etwas Salbe und die Gute gibt wieder Ruhe.

Eine ganz andere Sehne hat mich im letzten Jahr monatelang ins Aus geschossen. Eine Sehne über dem linken Fußspann trieb mich nahezu zur Verzweifelung, weil sie nicht heilen wollte und mich dann nach ihrer Gesundung  zurück ins Anfängerprogramm zwang.

Im September auf Sylt nöhlte dann ein Sehne unterm rechten Fuß. Ich schob es auf das ungewohnte Wandern im Sand am Strand. Seitdem gibt das Ding nicht so richtig Ruhe. Mal wurde es besser mal etwas schlechter. Das Kilometerschrubben in der Marathon- vorbereitung schien sie nicht sonderlich gestört zu haben.

Aber mein bronchialbedingtes Schonprogramm hat die Sehne nun genutzt um gänzlich abzudrehen. Schmerzen unter der Fußsohle beinahe bei jedem Schritt. Beim Laufen wird es nach den ersten paar hundert Metern besser.

*Seufz* so kühle ich wieder, dehne soweit möglich. Diesmal scheint auch definitiv nicht das Laufen Schuld zu sein. Also werde ich auch weiter meine Runden drehen. Nicht zu exessiv, aber regelmäßig.

So auch heute. Nach Feierabend versuchte ich noch die Helligkeit auszunutzen. Was für ca. 2/3 der Strecke auch geklappt hat.

Start am trauten Heim

Die gleiche Runde wie am Freitag, zu den Bornhorster Seen, über die A 29 hinweg, einen Kilometer Bahndamm und wieder nach Hause.

Von der Mördersteigung zur Brücke über die A 29 hatte ich schon am Freitag geschrieben.

Aussicht vom K 2 Oldenburgs, heißt hier A 29

Blick vom Bahndamm

Einige Hundert unbefestigte Meter waren auch dabei. Aber die Wege sind trotz Regens in den letzten Tagen noch gut laufbar, so reichte es nur für einen einsamen Schlammpritzer an der Wade.

Das sieht nicht gerade nach Heldentaten aus 😉 Trotzdem hat der Lauf über 12 km sehr viel Spaß gemacht und lief wirklich gut. Wenn da das Aua in der rechten Fußsohle nicht wäre… Sehnen sind immer so ein langwierige Sache 😦

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16 Kommentare zu “Nervensägen

    • Diese Diagnose habe ich mir auch schon gestellt. Danke für den Link. Ich wußte bislang noch nicht, dass es sich NICHT um eine Entzündung handelt. Auch das Weiterlaufen empfohlen wird, habe ich bislang nicht gekannt.

      Mal sehen, wie lange es diesmal dauert.

  1. Ein ganz anderer Ansatz (aus eigener Erfahrung):

    Kann es sein, dass Du Dir den Fuß verkühlt hast? Ich habe diesen Effekt oft im Winter (dünne Sohlen bei Krawattenkasperleschuhen, kalte Fliesen oder Granitböden, usw…).

    Abhilfe: Konsequent zwei Paar Socken übereinander und Wärme (statt Kälte). Also 100% Warmduschermodus 🙂

    Gute Besserung &
    Viele Grüße!

    Lars

    • Puh, auf die Idee wäre ich nicht gekommen.

      Wie lange hast Du denn dann damit zu tun? Ich kasper ja jetzt schon seit September damit rum.

      Danke und LG
      Volker

  2. Menno, Dir bleibt in diesem Herbst aber auch nichts erspart. Mit der Fußsohle hatte ich bislang noch keine Probleme (klopf auf Holz). Aber zum Glück hast Du ja kompetente Laufblogger. Das wird schon wieder. Hoffentlich!!!!!

    Gute Besserung!

    Rainer

    • Ich weiß auch nicht, was ich verbrochen habe. So langsam nervt mich das alles 😦 Zum Glück ist es ja nicht wieder ein totales Pausieren. Immerhin…

      Danke Rainer

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Hallo Volker, erst mal gute Besserung!
    Also diese Sehne „kannte“ ich auch noch nicht, finde es aber schon ein wenig schade, dass ich nicht schon zu Ausbildungszeiten regelmässig gelaufen bin, denn dann hätte ich mir bei der Anatomie-Prüfung um einiges leichter getan ;).
    Lieben Gruß, Doris

    • Ja, mit der Anatomie habe ich auch noch nie soviele Erfahrungen gemacht, wie seitdem ich laufe. So steckt in mir schon fast ein kleiner Orthopäde 😉

      Danke, liebe Doris. Auch das wird schon wieder 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker,

    alles was beim Laufen besser wird ist nicht so schlimm 😉 So ist es auf jeden Fall bei mir, allerdings ist es immer ratsam sich professionellen Rat einzuholen bei Schmerzen an der Fußsohle, denn Fersensporn, Mittelfußfraktur oder Morton-Metatarsalgie sind Beschwerden mit Folgen und manchmal nicht eindeutig in der Symptomatologie, also gönn Deinem Orthopäden etwas 😉

    Salut und weiter fröhliche Runden im Halbdunkel mit knackigen Anstiegen 🙂

    Salut

    • Ach wie gut, dass es das Internet gibt. Weil sonst würden wir uns erstens garnicht kennen und zweitens kann ich gleich die von Dir verwendeten medizinische Fachausdrücke googeln.

      Von der Beschreibung her, werde ich wohl zumindestens Morton-Metatarsalgie ausschließen können.

      Ich habe keinen Bock auf schon wieder Orthopäde. Aber ich denke, Du hast nicht ganz unrecht. Ich werde es wohl mal abklären lassen *seufz*

      Bis dahin drehe ich weiter fröhlich meine zunehmend ins Dunkel fallenden Runden und bezwinke regelmäßig den A29 😉

      Moin Moin
      Volker

  5. Och nööö, lieber Volker, nicht schon wieder! 😦

    Gemäßigt weiterlaufen und beobachten, aber trotzdem nochmal ärztlich abklären lassen – so wie Christian es vorschlägt, würde ich das auch machen. Meine Plantarsehne meldet sich ja auch immer wieder mal, allerdings treten beim Laufen keine Schmerzen mehr auf, sondern nur ein oder zwei Tage danach. Komplett zu pausieren macht die Probleme aber nicht besser, sondern deutlich schlimmer. Es gilt also offenbar das Maß an Trainingsbelastung zu finden, dass der Fuß verträgt, nix/zu wenig ist Mist, zu viel aber natürlich auch!

    Gute Besserung & liebe Grüße
    Anne

    • Ach liebe Anne, so langsam nerven mich meine ganzen Zimperlein aber wirklich.
      ÄTZEND ! Aber zumindestens ist es nicht wieder gleich ein Totalausfall.

      Das richtige Maß zu finden wird jetzt in der Tat erstmal die Herausforderung der nächsten Zeit. Und dann mal sehen, was der Onkel Doktor sagt.

      Danke und liebe Grüße
      Volker

  6. Manchmal kommt es dick, das habe ich auch erfahren müssen, aber ich würde Christians Rat befolgen, er weiß natürlich, wovon er spricht, wenn nicht er, wer dann ? Tut mir leid, lass‘ dich umarmen, vielleicht ist das – wie meist – ein kleiner Trost – hoffe ich ! 😉

    • So langsam reicht es aber auch wirklich. Aber wie gesagt, es ist zumindest kein Totalausfall.

      Ich werde wohl mal wieder zum Doktor tappern und hören was er zu verkünden hat.

      Klar hilft eine Umarmung, die tut immer gut, danke liebe Margitta 😀

  7. ich kann mit dir fühlen, auch ich bin sehr verletzungsanfällig.aktuell habe ich mit den schienbeinen und den Sprunggelenken Probleme. Etwa alle 6 Monate bremst mich wieder was anderes aus.

    • Das ist doch ätzend, oder? So langsam bin ich echt genervt.

      Alle 6 Monate, jo, so ungefähr kommt das bei mir auch wohl hin.

      Ich wünsche Dir für Deine Probleme auch erstmal gute Besserung.

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