Auf der Suche nach Licht

Manche Sportarten haben es gut. Für die Fußballspieler z. B. wird die Nacht zum Tag gemacht.

Auch die Kirche beleuchtet ihre Heimstätten des Glaubens, auf das ihre Schäfchen den Weg auch im Dunkeln zu ihr finden mögen.

Ohmsteder Kirche

Nun kann ich als Läufer nicht erwarten, dass man mir meine Laufstrecken mit Flutlicht ausleuchtet. Auch gelingt es mir nicht meinen Geist so leuchten zu lassen, dass es so hell wird, dass ich meinen Laufweg erkennen kann.

So suchte ich heute nach ausreichend beleuchteten Wegen um meine Runde ohne meinen Stirnflagscheinwerfer laufen zu können und landete ….. im Dunkeln!

Tageslicht ist ja für das normal arbeitende Volk für seine sportliche Lieblingsaktivität kaum noch zu erhaschen. Und wenn schon dunkel beim Laufen, dann kann ich auch gleich später loslaufen. Dann sind Straßen und Wege wenigstens nicht mehr so voll. Nervig bleibt es trotzdem. Autos blenden, deren Fahrer/innen achten nicht auf wild vor sich hinblinkende Läufer.

Den Vogel schoss aber eine ältere Hundebesitzerin ab. Auf einem schmalen und unbefestigten Gehweg nahm die Dame sich und ihren Kö…. äähhh ihren lieben Wuffi im allerletzten Moment zur Seite. Das heißt sie versuchte ich, in dem sie ihren Hund am Halsband zerrte. Während ich im Vorbeilaufen versuchte dem quer auf dem Weg stehenden, schäferhund großen Hund nicht auf den Schwanz zu treten, erwartete die Dame mit dem Ausruf „Vielen Dank, dass Sie Platz für mich gemacht haben“ tiefe Dankbarkeit für ihr selbstloses Tun. Kurz überlegte ich Kehrt zu machen, mich auf den Boden zu schmeißen und ihr die Füße zu küssen und dem Hund meine Wade für einen herzhaften Biss zur Verfügung zu stellen, aber ich entschied mich dann doch einfach kommentarlos weiterzulaufen.

Etwas später merkte ich dann, dass ich auf den beleuchteten Wegen nicht auf meine Kilometer kam. So bog ich doch auf unbeleuchtete Pfade ab, kramte meine Stirnlampe aus der Tasche und freute mich auf den letzten Kilometern über die menschenleere Strecke.

Puh, ich will einfach meine Ruhe! Da binde ich mir doch lieber mein Licht vor die Stirn und gut ist.

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22 Kommentare zu “Auf der Suche nach Licht

  1. Lieber Volker,

    warum nicht gleich so! Wer braucht schon Licht, eine sogenannte „Hirrabirra“ (=Hirnbirne) oder wie wir Schwaben sagen „Meggelfonzel“ leistet gute Dienste und man entgeht den Gassigehern, die meist rechts gehen und der Hund an der Leine auf der gegenüberliegenden Wegseite (!), und hat auch keine unachtsamen und egoistischen Dosentreiber (=Autofahrer) zu fürchten.
    Einen Kontext versteh ich jedoch nicht so ganz, Der Kirchgang zählt bei euch da oben als Sport? :mrgreen:

    Salut und viel Spass im Dunkeln

    Christian

    • Lieber Christian,

      Du hat ja Recht und ich werde künftig reumütig gleich den Weg in die Pampa einschlagen 😳

      Dosentreiber, kannt ich noch nicht. Ein interessanter Ausdruck 🙂

      Nun ja, Kirche ist hier oben nicht unbedingt Sport. Aber zumindest kann mancher Marathon kurzweiliger sein als ein Gottesdienst 😉

      Moin Moin
      Volker

  2. Was dein heller Kopf genügt nicht, die Laufstrecke zum Leuchten zu bringen, hast du es wirklich schon ernsthaft ausprobiert ?

    Was die Dame und den Hund angeht, da lacht das Herz, zu gerne hätte ich gesehen, wie du die Damen geküsst und dem Hund deine schlanken Waden zum Anknabbern gereicht hättest, ich bin sicher, er hätte dich nur sanft abgeschleckt, wer so nett zum Frauchen ist…….. 😉

    Und die Moral von der Geschicht’………… genau !!

    • Offensichtlich läßt sich mein helles Köpfchen nicht in Lumen messen 😦

      Ja ja, das kann ich mir denken, dass es die liebe Margitta freuen würde, wenn ich den Frauen zu Füssen liege 😉

      Und die Moral von der Geschicht: Fürchte das Dunkele nicht 🙂

  3. Manchmal mag ich auch nicht mit Stirnlampe laufen, denn auch wenn die H7 recht leicht ist, bleibt sie ein Fremdkörper. Aber die Pläne sind schnell Makulatur, denn auf beleuchteten Wegen ist es meist unruhig oder langweilig und im Dunkeln sind mit die Risiken zu groß. Nur noch knapp 6 Wochen, dann werden die Tage wieder länger! 😉

    Liebe Grüße
    Anne

    • Mir war auch einfach nach Umgebungslicht. Aber das konnste echt vergessen. Wäre es noch nass gewesen, wäre es wegen der Blendung durch Autos noch schlimmer gewesen.

      In sechs Wochen haben wir den Knackepunkt erreicht, dann dauert es noch etwas bis man es abends auch merkt. Überhaupt: In sechs Monaten wird es auch schon wieder wärmer 😀

      So lange schleichen wir halt weiter durch Dunkelheit und Kälte 😦

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Du bist auf der Suche nach Licht obwohl du eins dabei hast!? 🙂
    Ich kann noch nicht mal sagen ob ich es richtig mag mit Stirnlampe zu laufen! Das tat ich erst einmal in meinem Läuferleben und gleich bei einem 10Std.Lauf der Abends um 22uhr startete. Zumindest konnte ich dort gewinnen.. Also so schlecht kann es nicht sein 😉

    • Tja, lieber Frank, ich war schon immer anders als andere Kinder 😉 Mir war gestern einfach nach Umgebungslicht. Eigentlich stört mich die Stirnlampe auch nicht sonderlich, wenn sie denn erstmal an der Rübe sitzt. Da stört so manch anderes mehr…

      Aber egal ob mit oder ohne Stirnlampe: An 10 Std-Läufen werde ich garnicht erst teilnehmen und sie deshalb auch nicht gewinnen 😉

  5. Hach wie schön waren doch unsere Läufe in der untergehenden Sonne! Ich bin auch ungern ein Glühwürmchen. Zwar stört mich weniger die leichte Stirnlampe, dafür das Dunkle-vor-sich-hin-tappen mit gerade mal 3-4 Metern Sicht nach vorne. Das hat für mich etwas von Hamsterradlaufen, so habe ich es gestern erlebt. In der Stadt zu laufen bedeutet in Kempten leider erstmal „den Bunkel zur Iller runter“, um ihn später mit (bei mir) schweren Beinen wieder hoch zu traben. Auch nicht so nett 😉 So bleibe ich auch meistens am Ortsrand, kucke neugierig vorbeilaufend in beleuchtete Wohnzimmer (selber Schuld wenn sie keine Vorhänge haben) oder den Bauern bei der Stallarbeit zu. Dabei ist mir aufgefallen, dass ab 20 Uhr überall der Fernseher läuft. Was täten wir nur ohne dieses Gerät? 😀
    Am Wochende war ich sogar freiwillig tagsüber mit Stirnlampe unterwegs. Falls Du so neugierig bist wie ich, google nach: Strada delle 52 gallerie. War richtig klasse!
    Liebe Grüße Elke

    • Mit dem Begriff Hamsterrad hast Du es gut beschrieben. Man sieht nichts und das ist unbefriedigend. Aber, wie ich gestern gemerkt habe, ist das Laufen auf beleuchteten Wegen aus den beschriebenen Gründen auch kein Vergnügen. Da werde ich wohl künftig das Hamsterrad vorziehen. Oder ich laufe nochmal wieder mitten durch die Stadt, da weiß man, dass dort Trubel herrscht.

      Uuaaah, Klettern, das ist nichts für mich. Wozu braucht man da am Tage eine Stirnlampe?

      Liebe Grüße
      Volker

      • :-D, nene da musst Du gar nicht klettern. Man kann ganz normal gehen, der Weg ist nur so spektakulär in die Wand geschlagen. Schwindelfreiheit ist allerdings schon angebracht und eine Stirnlampe braucht man wegen der 52 Tunnel (der Längste ist immerhin fast 400 m lang)
        Wenn mir das Hamsterrad zu blöde wird, nehme ich hin und wieder doch ganz gerne den MP3-Player mit. 🙂

      • Ja, die Tunnel hatte ich inzwischen auf den Fotos gesehen 🙂 Schwindelfrei, hmmm, kommt drauf an…

        Mit Musik laufe ich im Dunkeln nicht, wenn ich schon nichts sehe, will ich wenigstens hören 🙂

  6. Super geschrieben – genau die Gedanken gehen mir auch in den letzten Tagen öfter durch den Kopf 😉 Ich versuch mich dann zu erinnern, wie nervig im Sommer die tausenden Mücken in der Au waren, die ich entweder eingeatmet habe oder die mich als Nahrungsquelle betrachtet haben und ich denk an die warme, dampfige, un-erfrischende Luft, an Sonnenbrand und Hitzeschlag. Das macht die Dunkelheit für mich dann irgendwie erträglicher. Liebe Grüße aus Wien!

    • Hallo Katharina, herzlich willkommen auf meinem Blog.

      Es liegt wohl in der Natur des Menschen, immer das zu wollen, was man gerade nicht hat. Bei mir ist die Hitzepein und die stickige, schwüle Sommerluft auch schon wieder vergessen. Auch, dass man sich im Sommer nach dem Herbst gesehnt hat.

      Nu isser da und man vermisst die Wärme und die Helligkeit. Vielleicht sollte ich mir die unangenehmen Eigenschaften des Sommer beim nächsten Lauf auch nochmal in Erinnerung rufen 🙂

      Liebe Grüße zurück nach Wien
      Volker

  7. Uiui, die Dame mit dem Hund hat Dich ja wirklich ganz ordentlich geärgert. Aber vielleicht hat sie sich ja auch erschreckt und einfach falsch reagiert? Wie? Ich glaube zu sehr an das Gute im Menschen? Das habe ich schon häufiger gehört…

    Ich hoffe, dein Zorn lässt nach.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Zorn ist übertrieben, lieber Rainer 😉

      Wir kamen uns entgegen, ich mit meinen Blinkarmbändern. Die Dame hat mich also nicht erst auf dem letzten Drücker gesehen. Ich muß mich ja nicht für etwas selbstverständliches bedanken, dass man einander ausweicht. Sie brauchte ja nicht in die Büsche zu springen 😉

      Ich wünsche dem Gutmenschen einen schönen Abend 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Ich überlege gerade, ob man auch Läufer demnach in lichtscheues und lichtsuchendes Gesxxx einteilen könnte! Wenn ja, zähl ich sicher zur ersten Sorte!
    Mir ist heute auch eine Hundespazierführerin beinahe in den Fluß gesprungen, weil sie durch mein Fahrradklingeln so erschrak :). Allerdings sprang Hundchen (im Dunkeln ohne Sehhilfe kaum sichtbar, weil Briefmarkengröße) in die andere Richtung und dazwischen war: die Laufleine! Gut, dass ich so langsam dran war, sonst hätte es „Rad-umwickelt-mit-Hundematsch“ gegeben!!

    • Hunde und die Gestalten am anderen Ende der Leine sind ein nicht enden wollendes, leidiges Thema 😦

      Eigentlich bin ich nicht lichtscheu, sondern eher trubelscheu, sprich ruhebedürftig. Das findet man allerdings offensichtlich nur im Dunkeln.

      Also erschrecke ich demnächst mal wieder die sibirischen Graugänse, die jetzt wieder zu Tausenden in den Bornhorster Wiesen und umzu überwintern. Dann ist es allerdings mit der Ruhe auch wieder vorbei 😉

  9. Hallo Volker,

    da lobe ich mir ja meinen heiß geliebten Olympiapark. Da kann ich immer hin wenn mir nach Laufen zumute ist. Egal zu welcher Tageszeit. Und die Hundedichte ist da erstaunlicherweise auch nicht so hoch.

    Eine Stirnlampe habe ich überhaupt nicht. Bisher fand ich das immer ziemlich albern. Aber auf dem Lande ist das wohl ein Notwendiges Equipment.

    Grüße -timekiller-

    • Hallo Heimo,

      da hast Du es diesbezüglich wirklich gut. Große Grünlage mit Licht, darum könnte ich Dich beneiden.

      Dann braucht man auch keine „alberne“ Stirnlampe. Aber wir können ja mal über Weihnachten meine Leib- und Magenstrecke im Dunkeln laufen. Dann erkennst Du sehr schnell, dass ohne nichts geht 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Zu meinen Anfangszeiten bin ich auch immer Radwegen gelaufen und hatte die nervige Blederei durch Autoscheinwerfer. Inwzsichen zieh ich lieber die Strinlampe und den stockdunkeln Wald vor. Wobei es schon vorkamm das die Batterien oder Akku leer wurden, dann steht man im Wald saudumm da.

    • Mit den LED-Lampen ist das Riskio jetzt ja zum Glück nicht mehr so groß, dass man plötzlich im Dunkeln steht. Das wäre sonst der GAU. Obwohl es bei mir noch geht, einem asphaltierten Weg kann man immer noch irgendwie folgen.

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