Applaus

Der erste Sturm dieser Herbst/Wintersaison fegte heute über den Norden. Während für die 60 km entfernte Nordseeküste eine Unwetterwarnung vor Orkanböen herausgegeben wurde, war es in Oldenburg nicht ganz so schlimm. Aber es blies trotzdem noch ganz heftig. Mein Wetter!

Auf gings gen Hunte, dem Wind mußte ich mich stellen. Aber erstmal den Weg dorthin überstehen. Am Großen Bornhorster See begegnete mir ein Hund, Rasse Ridgeback oder so was ähnliches, der seinen Besitzern ungefähr 50 m vorauseilte. Als ich auf Höhe der Halter war, rief mir einer von ihnen zu: „einfach weiterlaufen“. Danke, Jung, nichts anderes hatte gemacht. bisschen spät der Tip.  Milde schien dafür der Mond über der Szenerie.

Die nächste Hundebesitzerin ist mir schon öfters begegnet. Sie und ihre Pfiffis sind harmlos. Was heute trotzdem der Erwähnung wert ist, ist das Parktalent der Dame. Mitten in der Pampa, parkt die Gute mitten auf dem Weg als wäre sie alleine auf der Welt. Das mußte im Foto festgehalten werden.Ach ja, kurz vorher wollte ich noch aufnehmen, wie der Sturm die Blätter durch die Gegend wirbelt. Hmmm, die Blätter waren schon weg, dafür lief mir stattdessen ein Läufer ins Bild.

Nachdem ich die Kamera eingesteckt hatte, lief ich weiter und hatte ihn gerade eingeholt, als er abbog. Schade, aber trotzdem ein gutes Gefühl, mal wieder einen anderen Läufer einzuholen.

Kurz vor der Hunte erstmal ein Blick über die Bornhorster Wiesen. Sonnenuntergangs- stimmung.

Bis hierher hat mich der Wind immer wieder von hinten angestubst. Frei nach dem Motto „lauf schneller“. Nun, nach sieben Kilometern, drehte ich an der Hunte in den Wind.

Boh, Hammer, der Wind ging heftig, die stürmischen Böen brachten mich fast zum Stillstand und zerrten an meinem kläglichen Resthaar. Motto des Windes: „bis hierhin wolltest du nicht schneller laufen, jetzt geb ich dir kontra“. Kurz bereute ich die Entscheidung es mir windtechnisch so richtig zu geben. Aber ich wollte es so, also gab es auch kein Gejammer. Die Belohnung kam dann auch prompt. Ein alter Mann in dicker Jacke mit Kapuze und Handschuhen kam mir entgegen und applaudierte mir zu meinem Geaste gegen den Wind. Ho, das ist mir ja noch nie passiert. Wenn das keine Motivation war 😉

So beflügelt brachte ich den weiteren Weg an der Hunte hinter mich und freute mich über jeden Moment, wo der Wind mich mal kurz losliess. Das ist als wenn man plötzlich einen Anhänger abgekoppelt hat.

Oben auf der Rampe der Huntebrücke versuchte ich noch den Windsack an der Autobahn aufs Bild zu bahnen, was nur leidlich gelungen ist.

Währenddessen lief ein Päärchen an mir vorbei. Auch dieses holte ich anschließend ein. Ein kurzes Gespräch über das Wetter und von deren Seite Bewunderung für mein Laufen gegen den Wind. Ich wurde immer größer 😀 ,wünschte noch einen schönen Sonntag und setze mich von ihnen ab.

Drei Kilometer später war ich zuhause. Angesichts der stürmischen Eskapaden wunderte ich mich über das Tempo von 6:10 über die gesamte Distanz. So soll ein Sonntaglauf sein 😀

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22 Kommentare zu “Applaus

  1. Organböen?! 🙄 Ich hoffe, es war nur der Wind, der dir um die Ohren pfiff – und nicht Lebern, Herzen und Nieren! 😉

    Das war ja ein erlebnisreicher und noch dazu fixer Lauf, den du in schönen Bildern festgehalten hast. Den wohlverdienten Applaus hast du ja schon bekommen! Von mir gibt’s auch noch einen – und ein „Da capo!“ dazu! 😎

    Liebe Grüße
    Anne

    • Uuuupss, das muß ich schnell mal korrigieren 😀

      Danke, liebe Anne.

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Die einen haben die Berge, die anderen den Wind. Immer wieder schön. Und wenn’s dafür Applaus gibt, na gut, das nehmen wir gerne mit 😉

    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Ja, nur der Wind läßt sich nicht planen und kann kilometerlang anhalten 😀

      Jo, der Opi find das ziemlich verrückt, Außerhalb von offiziellen Läufen hatte ich noch nie Applaus 😀

      Danke, den wünsche ich Dir auch!

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Schöne Bilder Volker. Erstmal entschuldigung: Habe momentan wenig Zeit auf anderen Blogs zu kommentieren. Bin aber immer da.

    Ich kann bezüglich deiner Vorposts absolut mit dir fühlen. Bei mir ist momentan der Wurm drin. Laufen hat auch schon mehr Spaß gemacht. Dunkelheit und Hochnebel haben die Stimmung zusätzlich getrübt.

    Aber ich weiß das nach schlechten Zeiten auch wieder gute kommen. Und der frühling 😉

    • Du brauchst Dich nun wirklich nicht entschuldigen. Ich komme auch nicht immer und überall dazu zu kommentieren. Außerdem muß man ja auch was zu sagen haben 😉

      Ja, der Wurm drin, ätzend oder? So langsam dürfte das aber auch mal wieder aufhören und ich finde es wäre mal wieder die guten Zeiten an der Reihe. Bis diese und der Frühling kommen, versuchen wir dem Winter das Beste abzugewinnen 🙂

      • Hab ja meistens meinen mehr oder weniger sinnvollen Senf abzugeben 🙂

        Ich muss mich nur noch in den Weihnachtsurlaub retten, dann wird alles gut 🙂

      • Da haben wir was gemeinsam 😉

        Na, das ist ja absehbar. Gehts in Urlaub?

  4. Traraaaaaaaaaaaaa !
    Motivation pur nur für DICH
    Erst kommt der Wind
    dann der alte Mann
    schließlich noch das Pärchen
    Läuferherz
    was willst du mehr !!
    Freut mich sehr, dich wieder so dynamisch, voller Freude zu erleben.

    Tja, sag‘ ich doch,die Umarmungen haben es in sich !! 😉

    • Jaaaaa, liebe Margitta, wenn das Laufen nicht wäre 😀

      Das wollte ich doch zeigen, dass die Umarmungen wirken 😀

      Liebe Grüße aus Oldenburg, wo sich das Wetter wieder beruhigt hat.
      Volker

  5. Läufer eingeholt… Applaus von einem älteren Mann und auch noch von einem Paar lobende Worte. Das ist Balsam auf die etwas geschundene Läuferseele oder?! Freut mich für dich!! Diesen Tag hattest du dir mehr als verdient.

    • Balsam auf die geschundene Läuferseele… das hast Du gut ausgedrückt 🙂

      Ich danke Dir, lieber Frank 😀

  6. Wind haben wir hier gestern auch mal gehabt – aber so richtig. Das waren schon fast Oldenburger Verhältnisse 😉
    Auf freier Strecke war das dann echt hart, wenn ich gegen den Wind an mußte. War irgendwie ganz lustig. Auch, wenn ich das nicht jeden Tag bräuchte.

    • Ich mag das durchaus mal gegen den Wind so richtig anzukämpfen. Gestern war es aber schon hart. Spaß hat es trotzdem gemacht 🙂

      Jeden Tag bräuchte ich das trotzdem nicht…

      Gruß ins Westfalen-Land

  7. Lieber Volker,

    bei starkem Wind zu laufen ist immer wieder ein tolles Erlebnis und Du hattest da wohl eine richtig steife Brise erwischt. Irgendwie scheint die Fremd-Motivation bei Dir eine gewisse Euphorie ausgelöst zu haben, die sich in Deinem Bericht fortsetzt, das gefällt mir richtig gut und es scheint Dich auch etwas abgelenkt zu haben. Die Sonnenuntergangsstimmung find ich richtig toll getroffen, ach, ich muss jetzt glaub gleich laufen gehen…

    Salut
    Christian

    • Lieber Christian,

      ich müsste so einen starken Wind nicht unbedingt täglich haben, aber es ist schon eine Herausforderung kilometerlang gegen ihn anzukämpfen, die auch Spaß macht.

      Wer erhält nicht gerne Anerkennung für sein Tun. War das Wetter schon Motivation genug, hat der Applaudierer noch einen oben draufgesetzt 😀

      Du mußt JETZT laufen gehen? Bist Du nicht am arbeiten? 😉

      Moin Moin
      Volker

  8. Bei uns windet es ja zum Glück selten, denn wirklich anfreunden kann ich mich nicht mit ihm. Außer er kommt von hinten! 😀 Wir hatten gestern beim Radeln auch mächtig Wind und Dein Vergleich mit dem Anhänger trifft es auf den Punkt. Ich hatte das Gefühl auf der Stelle zu treten.

    Aber so toller Zuspruch von anderen Spaziergänger tut doch wirklich gut! Ist mir auch schon passiert und dann läuft es sich doch gleich viel leichter. Streicheleinheiten fürs Ego. 🙂

    Bei Euch ist es noch richtig schön herbstlich, bei uns soll diese Woche schon der Winter kommen. Hm, mal sehen. So scharf bin ich noch gar nicht auf Schnee.

    Liebe Grüße Elke

    • Beim Radfahren ist Wind viel schlimmer als beim Laufen. Ich mag den Wind, aber er gehört hier auch zu meiner Heimat, wie bei Euch der Schnee. Den Du nicht willst und ich erst recht nicht 😀

      Der Herbst hat aber gestern hier auch Abschied genommen, dadurch das der Wind die ganzen Blätter von den Bäumen gewirbelt hat. Jetzt wird es noch eine Ecke trister.

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Schöne Bilder, vor allem der Sonnenuntergang…..das sind die Momente, die auch mir Kraft geben…

    Bei uns am Stadtrand von Wien weht es auch bisweilen ziemlich stark, aber sicher nicht so doll wie bei Euch 🙂

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

    • Ja, der Sonnenuntergang hatte schon was. Das sind wirklich die schönen Momente, die man ohne Laufen garnicht so oft wahrnehmen würde.

      Der Wind ist quasi eine norddeutsche „Sehenswürdigkeit“ 😉

      Liebe Grüße
      Volker

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