Außerhalb der Norm

Seit einem Vierteljahr sind bei mir zwei Blutwerte nicht in Ordnung, die auf eine Entzündung eines nicht gerade unwichtigen Organes schließen lassen. Erst wurde das ganze nur beobachtet und schlußendlich landete ich gestern beim Facharzt. Dieser hat dann zum Glück Entwarnung gegeben. Dieses und auch alle anderen Organe sind kerngesund. Was die erhöhten Entzündungswerte angeht, sagte der Facharzt, dass sie nur leicht über den Grenzwerten liegen würden und eine geringe Prozentzahl von Menschen sich nicht im Rahmen dieser Grenzwerte bewegen würde. So gehöre ich wohl zu den wenigen, die „außerhalb der Norm“ liegen. Damit kann ich gut leben, Hauptsache es ist alles in Ordnung.

Ebenfalls gestern erhielten wir einen Anruf der Autowerkstatt, mit der wir arg im Klinsch liegen. Sie zahlen uns einen ungerechtfertigt von uns kassierten Rechnungsbetrag zurück.

Ebenfalls gestern entdeckte Jens eine feuchte Stelle an der Zimmerdecke im Schlafzimmer. Heute habe ich deshalb beim Dachdecker angerufen, der hatte gleich Zeit, konnte den Schaden an der Dachfensterverkleidung mit zwei Handgriffen beheben und stellt dies nicht einmal in Rechnung.

Das sind gleich drei Dinge die sich innerhalb von nicht mal 24 Stunden zum Positiven entwickelt haben. Wobei das erste natürlich das wichtigste ist.

So konnte ich heute ganz entspannt zu meinem Lauf aufbrechen.

Dieser entwickelte sich allerdings zu einem Hindernislauf. Nach 500 m war der Schnürsenkel vom linken Schuh aufgegangen. Stop. Nach zwei Kilometern mußte ich mal. Stop. Nach fünf Kilometern drückte die Stirnlampe. Stop. Nach fünfeinhalb Kilometern verrutschte sie. Stop. Nach acht Kilometern mußte ich schon wieder (wie praktisch die Finsternis doch sein kann) Stop….  Gut, dass auf Grund der Dunkelheit nicht noch Fotostopps dazu kamen 😉

Genial war der Lauf trotzdem.

Ich spürte beim Einatmen, dass die Luft endlich wieder bis in die letzten Winkel der Lunge strömt. Kein Druck, kein Schmerz mehr. Ich wußte garnicht, dass auch Atmen Spaß machen kann 🙂

Ich pflügte im Dunkeln durch die Pfützen, liess den Schlamm und Dreck spritzen. Ich gab auf den letzten paar Hundert Metern mal wieder Gas, liess die Beine fliegen, blieb auf der der Gesamtdistanz von 10,7 Kilometern aber trotzdem deutlich über 6:00 Min/km.

Überhaupt das Laufen im Dunkeln. Für mich geht die „Dunkel“-Saison schon langsam wieder zu Ende. Zwei bis drei Wochen noch, dann kann ich in der Woche direkt nach der Arbeit schon fast wieder durchgehend im Hellen laufen.

Durch meine Kränkelei habe ich mich „erfolgreich“ um allzu viele Läufe in der Dunkelheit drumrum gemogelt. Sei es drum. Das hat mich noch am wenigsten gestört.

Erst kommt das Licht, dann der Frühling 🙂

Aber nun warte ich erstmal ab, was der ab Freitag angekündigte Winter noch so auf Lager hat.

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26 Kommentare zu “Außerhalb der Norm

  1. Lieber Volker, das sind ja mal ausnahmslos positive Zeilen von Dir. Schön! 😀 ein wirklich guter Auftakt für dieses Dein Jahr.

    Und ab sofort geht es wieder regelmäßig auf die Piste, dami Du im Frühjahr auch richtig fit bist 😉

    Ich freue mich heute Abend über diese guten Nachrichten.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Lieber Rainer,

      ich freue mich hier einfach mal wieder was Positives schreiben zu können. Wenn das Indizien für den weiteren Jahresverlauf sein sollten, wäre das toll 😀

      Mein erstes Nahziel: Meine drei Wochenläufe wieder zu „etablieren“. Ich denke, dass sollte sich realisieren lassen 🙂

      Danke, Rainer, ich freue mich immer sehr, dass Du so intensiv Anteil nimmst!

      Liebe Grüße nach Trier
      Volker

  2. Hallo Volker,
    wow, drei mal „passt ja doch“ und dann noch der 3.Lauf in Serie über 10km, der dir leicht fällt! Dasistjasuperweitersobittedafühlichmichbeimlesenjaschonalsobderfrühlingschonwiederdawäre!!! Uups, da ist die Freude doch ein wenig mit mir durchgegangen… 😉 (und den letzten Satz ignoriere ich jetzt einfach mal).
    Lieben Gruß, Doris

    • Danke liebe Doris 🙂

      Es rührt mich, dass die Freude mit Dir so durchgeht. Du hast sie rausgelassen, klasse! 😀

      Ich freue mich einfach, dass ich mal ein paar positive Nachrichten zu vermelden habe.

      Und den letzten Satz: Warten wir es einfach mal ab. Ist halt erst Januar…

      Ganz lieben Gruss nach Österreich!

      Volker

  3. Hallo Volker,

    na schau – man darf zur Abwechslung ja auch mal Glück haben! 🙂 Schön, daß sich all diese Dinge, vor allem der erste Punkt, so gut entwickelt haben!

    Liebe Grüsse aus dem Süden,
    Wolfgang

    • Lieber Wolfgang,

      das wurde auch mal Zeit. Der Nächste bist Du. Wir haben es verdient !!

      Nochmal liebe Grüße nach Österreich!
      Volker

    • So darf das neue Jahr auch gerne weitergehen.

      Manchmal traue ich mich gar nicht mehr mich so richtig zu freuen. Es muß deshalb gar nicht steil nach oben gehen, Hauptsache es geht nach oben. Ich will da gerne bescheiden bleiben 😉

  4. Wenns läuft dann läufts!! Und das in jeder Hinsicht! Der Volker ist Pumperlgesund, kassiert seine Kohle zurück und der Dachdeckergenie will keine. Könnte nicht besser sein!
    Freut mich wahnsinnig für dich! 🙂

    • Es sticht einem so richtig ins Auge, wenn plötzlich und unerwartet mehrere Dinge nahezu gleichzeitig gut laufen. Ist man gar nicht mehr gewohnt.. 🙂

      Danke, lieber Frank

      Grüße in den Spessart
      Volker

  5. Lieber Volker,
    dieses Gefühl kenn ich gut, wenn sich geballte Probleme fast wie von selbst lösen ist das etwas sehr angenehmes und eine Last fällt von einem ab 🙂
    Schön zu lesen das gesundheitlich der Lauferei nichts mehr im Wege steht, obwohl auf 10 km 2 Pinkelpausen? Vielleicht doch ein Blasen Malheur? :mrgreen:
    Technikprobleme beim Laufen sind etwas höchst unerfreuliches und unnötiges, da halt ich lieber zum Photographieren an. Mal sehen vielleicht am Sonntag wieder….

    Salut
    Christian

    • Lieber Christian,

      ein sehr schönes Gefühl, allerdings auch ein wenig gepaart mit dem Gedanken „dem Braten nicht so recht zu trauen“.

      Zwei Pinkelpausen, ein hausgemachtes Malheuer, wenn man bis eine halbe Stunde vor dem Lauf bei Muttern eine Tasse Tee nach der anderen schlürft 😉

      Ich mache auch lieber Fotos als mir die Schuhe zuzubinden oder die Funzel zurechtzurücken. Aber mich fragt ja keiner 😦

      Ich drücke Dir für Sonntag die Daumen!

      Moin Moin
      Volker

  6. Na guck, irgendwann in man wieder „obenauf“ und manches wendet sich zum Guten, obwohl man nicht einmal dafür kämpfen musste! Schöööööön, lieber Volker! Und dann auch noch die aussicht, die Stirnlampe bald wieder wegpacken zu können. Da wird dich doch auch das bisschen Winter nicht schrecken, oder? Auf jedenfall freu ich mich mit dir, dass du nun wieder einen „Lauf“ hast … Aber was heißt hier „einen“? Es läuft – in jeglicher Hinsicht … auch wenn vermutlich zwei Pinkelpausen auf wenigen km nicht das waren, was du dir gewünscht hättest. 😉

    Liebe Grüße
    Anne

    • Schon schön, wenn sich ein paar Dinge auch einfach mal wieder so fügen. Und dann gleich mehrere Dinge auf einmal. Irgendwo hatte ich mal aufgeschnappt „Das Leben ist wie eine Ketchupflasche. Erst kommt lange gar nichts und dann alles auf einmal“ Ist wohl was dran 😉

      Die Pinkelpausen habe ich ja nahezu provoziert. Wer kurz vor dem Lauf kübelweise Tee trinkt, darf sich nicht wundern. Aufgehende Schnürsenkel nerven mich da viel mehr 😦

      Gucken wir mal, was da an Winter jetzt so kommt. Wahrscheinlich wieder typisch norddeutsch: Wenig Schnee, viel Glatteis.

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Mensch Voler, als ich anfing zu lesen dachte ich schon es geht wieder alles den Bach runter. Dann die positive Wende. Das ist doch toll.

    Wir sind jetzt nahe dran ein kleines Reihenmittelhaus zu kaufen, da werde ich wohl die Laufschuhe öfter gegen den Hammer tauschen müssen. Wie komm ich da drauf, achso, wegen des Dachfensters, die müssen da nähmlich auch neu 🙂

    • Ja, wer denkt schon, das man einfach nur nicht der Norm entspricht ? 😉

      Ein Reihenmittelhaus, wie schön. Da können wir ja bald den Club der laufenden Reihenmittelhausbesitzer gründen 🙂 Bleibt Ihr in Mering?

  8. Ach ja, alles ist gut (geworden), wer liest nicht lieber Positives hier, nachdem schon einiges weniger Gutes hier zu lesen und mitzuleiden war. Alles gut – und gut wird es auch weitergehen, ich hoffe sehr, dass die Zukunft nur noch diese Art von Nachrichten bringen wird.

    Das mit dem Winter kann ich nicht so recht glauben, erst wenn er wirklich da ist, es windet zumindest und die Temperaturen sinken – Liebe Grüße nach OL !! Und – wie gesagt – nur noch Positives !! 😉

    • Deswegen mußte ich hier auch einfach mal über ein paar in Bezug auf das Laufen nebensächliche Dinge schreiben. Einfach nur, weil es positiv gelaufen ist. Ich würde mich freuen, wenn es noch ein wenig so weitergehen würde 🙂

      Der Winter kommt, das konnte ich schon etwas beim Lauf gestern merken. Der Wind drehte schon auf nördliche Richtung. Es klarte auf (natürlich erst wo es dunkel war) und wurde merklich frischer.

      Bleibt nur die Frage, ob es Schnee und Eis gibt oder einfach nur kalt wird. Ich hoffe auf letzteres 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Das liest sich ja super und ich freu mich für Dich!
    Ich musste ehrlich lachen – Du kuckst vor jeder Pinkel-, Schnür- oder Sonstwaspause auf den Kilometerstand? 😀 Ich halte da nach einer uneinsehbaren Hecke oder ähnlichem Ausschau um mein „Problem“ zu erledigen. Der Rest ist mir in dem Moment wurscht. Aber ich bin ja auch ein Mädel 😉
    Mein Schuhsenkelproblem (manche Schnürsenkel sind auch wirklich rutschig) habe ich gelöst, seit ich eine Schlaufe mache, dann diese doppelt umwickle und die zweite Schlaufe mache. Da geht wirklich nichts mehr auf und man kann die Schnürung trotzdem leicht lösen. *klugscheissmodus aus* 😛
    Ich war gestern auch laufen – knips Licht an – Laterne – knips Licht aus – im minütlichen Wechsel. Aber da ich im Moment so langsam unterwegs bin, ist mir die Dunkelheit ganz recht. 😉
    Liebe Grüße Elke

    • Bei meinen Stopps stoppe ich auch jedesmal die Laufuhr. Dabei fällt mein Blick automatisch auch auf die gerade angezeigten Kilometer. Außerdem weiß ich bei der Strecke, die ich gestern gelaufen bin, eh fast an jeder Stelle wie weit ich da gelaufen bin.

      Ich habe einige Schnürsenkel, da löst sich sogar ein massiver Knoten. Da krieg ich jedemal die Krise. Da entwickeln die Hightech-Laufschuhe mit wer weiss was für Gimmicks und Innovationen und dann gehen bei diesen superschnellen, supertreuen Luxustretern ständig die Schnürsenkel auf.

      Ja, die Dunkelheit, sie kann auch so hilfreich sein, entweder beim Pinkeln oder beim Tempoverschleiern 😉

      Aber bei Euch ist wird es ja jetzt schon morgens eine halbe Stunde früher hell und abends bzw. nachmittags eine Viertelstunde später dunkel als bei uns.

      Liebe Grüße
      Volker

      • 😀 Tempoverschleierin trifft es genau 😀 denn als mir ein paar Läufer (momentan laufen wohl „neujahrsbedingt“ 😉 eh viele) begegnet sind, habe ich natürlich Gas gegeben, um anschließend außer Sicht wieder langsam weiter zu traben. 😎

        Echt, merkt man die paar Kilometer wirklich am Sonnenauf- und abgang? Hätte ich gar nicht vermutet.

        Liebe Grüße Elke

      • So eine bist Du, vor anderen Gas geben 😉 Das Ego braucht sowas 🙂

        Jepp, das merkt man sehr deutlich, im Winter habt Ihr im Süden längere Tage, immer Sommer wir hier im Norden. Zur jeweilen Sonnenwende macht das im Maximum ungefähr eine Stunde aus.

  10. Das sind ja mal gute Nachrichten! Vor allem aus dem Gesundheitsbereich 😀

    Zu den 2 Pinkelpausen schreib ich jetzt mal nichts mehr. Darüber haben sich die anderen ja
    schon ausgelassen. 😉

    Du schreibst, dass du deine 3 Wochenläufe wieder etablieren willst. Da arbeite ich gerade auch dran. Ich hab mir mal meine Zahlen der letzten Monate angesehen und war doch verwundert wie selten da eigentlich 3 Einheiten pro Woche standen. Meistens waren es 2, ab und zu sogar nur eine. Ich will jetzt versuchen, einmal pro Woche morgens vor der Arbeit zu laufen. Um die
    Uhrzeit kann nämlich nicht so viel dazwischen kommen 😉
    Also hab ich mir gestern Abend mal ganz motiviert meinen Wecker „etwas“ vor gestellt und bin vor der Arbeit schonmal eine Runde gelaufen. Das klappte doch überraschend problemlos. Ich war passend zum Familienfrühstück wieder da. Hab sogar noch den Kleenen zum Kindergarten gebracht und war (fast) zur üblichen Zeit im Büro.
    Mal gucken. Für die nächste Woche plane ich das mal wieder ein.

    LG
    Carsten

    • In Sachen Pinkelpausen: Solche Themen finden erstaunlicher Weise ja immer ein sehr großen Anklang 🙂

      Was die drei Wochenläufe angeht, haben mich in den letzten Wochen wirklich ausschließlich die gesundheitlichen Probleme davon abgehalten. Ansonsten schaffe ich die schon problemlos.

      Allerdings habe ich ja auch keine Knirpse, die ihr zeitliches Recht am Papa einfordern. Von dem ganzen familär bedingten organisatorischen Aufwand ganz abgesehen.

      Morgens laufen ist nicht meine Welt. Ich habe es an heißen Sommertagen schonmal ausprobiert. Das wird für mich immer die Ausnahme bleiben.

      Wenn das aber für Dich gut geklappt hat, ist das doch eine tolle Sache. Rainer läuft ja, wie Du sicher weißt, nur morgens. Kommt halt immer daraufan, wie meine seine Tagesplanung bestreitet.

      LG
      Volker

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