Härtetest

Ich habe heute mal in meinem Blog zurückgescrollt um zu schauen wie lange ich schon über den ätzenden Nordostwind ätze. Unglaublich, bis in das letzte Februar-Drittel  gehen meine Bemerkungen zurück. Mal mit Sonne, mal mit Schnee, mal mit grauem Himmel, mal mit Sturmstärke. So hat mich mein Gefühl nicht getrogen: Der eisige Nordostwind tyrannisiert uns nun schon seit über sechs Wochen 😦

So auch heute. Gepaart mit grauem Himmel und schattigen 4 ° trieb mich der Wind wieder mal in den Schutz von Baumgewuchs. Deshalb steuerte ich erneut das Gellener Moor an. Der dortige Untergrund  ist darüber hinaus auch perfekt für einen zweiten Lauf in meinen neuen Minimaltretern.

05.04.13 Moorsee

05.04.13 Moor

05.04.13 Pfad

Der graue Himmel und noch nicht ein einziger grüner Grashalm sorgen erneut für freudloses Ambiente. Aber das Laufen macht trotzdem Spaß. Das neue Minimal-Laufgefühl lenkt erfolgreich vom graubraunen Grusel ab.

Allerdings habe ich mich in meinem Punkt erheblich verrechnet. Hoffte ich doch, dass die das Moor umgebenden Feldwege flauschigweichen Laufgenuss ermöglichen würden, wurde ich bitter enttäuscht.  Sie präsentierten sich knochentrocken und fest wie Beton. Von den insgesamt elf Kilometern lief ich knapp fünf Kilometer auf den weichen Moorwegen. Die weiteren sechs Kilometer waren Asphalt, Betonstr. und eben die betonharten Feldwege.

05.04.13 FeldwegWie Beton…

Zwar gefällt mir das neue Laufgefühl auch auf hartem Untergrund , aber es sollte doch noch nicht gleich so weit sein. So horchte ich in meine Laufgeräte und meinte auch ein leichtes Murren der rechten Achillessehne zu spüren. Kein lautstarker Protest, aber sicher ein Hinweis auf hartem Untergrund die Umfänge nur sehr vorsichtig  zu steigern. Auf Waldwegen, Grasnabe u. ä. sehe ich hingegen kaum noch Einschränkungen das geniale Laufgefühl zu geniessen.

05.04.13 me2

So betrachte ich diesen unverhofften Härtetest als bestanden, die Warnanzeigen funktionieren und werden beachtet. Sonntag werde ich erstmal wieder in meine normalen Laufschuhen steigen.

Eben hatte ich einen davon in der Hand und in der anderen den Minimalschuh. Das sind aber Gewichtsunterschiede, hola die Waldfee…

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20 Kommentare zu “Härtetest

  1. Wind finde ich einfach nur ätzend – dann doch lieber Berge.
    Schuhmäßig stehe ich seit Jahren eher auf flache Treter, ohne dass ich die Extreme mitmache.

    Grüße
    Jörg

    • Moin Jörg,

      dann wohnst Du in der richtigen Gegend. Wir haben hier eigentlich immer Wind. Aber dieser über Wochen beständige eisige Ostwind ist schon außergewöhnlich. Normalerweise haben wir immer Westwind, der ist auch nicht so kalt.

      Diese Schuhe sind für mich ja Neuland, ob`s der Stein der Weisen ist, wird sich zeigen.

      LG Volker

  2. Lieber Volker,

    wir hatten/haben den Ostwind hier auch genießen dürfen, durch ihn war alles viel kälter und unangenehmer, aber wahrscheinlich ist er im flachen Land doch etwas dreister. Ich wünsche Dir, dass er sich bald verkrümelt 😉 oder Du mußt mehr essen 😛
    Gibt es denn keine anständigen Pfade quer durch das Moor? Zu dieser Jahreszeit sieht man sie noch am besten, da kein Laub an den Bäumen hängt, denn dann hättest Du auch mal den weichen Untergrund unter den Füßen, was sehr angenehm ist.
    Schönes Wochenende wünsch ich Dir und hoffentlich keinen feuchten Westwind 😎

    Salut
    Christian

    • Noch mehr essen? Das wird langsam zu teuer :mrgreen:

      Das Moor ist leider nur sehr klein und in knapp 1,5 km durchquert. Die kurzen, abzweigenden Wege sind leider keine Rundwege.

      Feuchter Westwind wäre mal eine Abwechselung. Und so sehr wir uns auch nach dem Frühling sehnen, hier bei uns braucht es mehr als dringend Regen. Es ist durch den ewigen Nordostwind knochentrocken. Da hat der Schnee nichts dran geändert.

      Dir auch ein schönes Wochenende.

      Moin Moin
      Volker

    • Jepp, habe ich getan und heute ist alles gut, Kein Zwicken, kein Zwacken kein Schmerz 🙂

      Noch sind meine Erfahrungen mit diesen Tretern recht bescheiden. Aber sie haben einen enormen Spaßfaktor und nach aktuellem Stand kann ich sie nur empfehlen 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Norddeutsche Spätwinter-Melancholie strahlen die Fotos aus, lieber Volker, „Grusel“ erzeugen sie nur, wenn ich daran denke, dass wir April haben.

    Schön, dass dir die neuen Schuhe solchen Spaß machen. Dabei die Warnzeichen zu beachten ist gut. Ich hoffe, sie machen sich bemerkbar, bevor die Sehne ernsthaft beleidigt ist. 🙂

    Schönes Wochenende und liebe Grüße,
    Anne

    • Nichts gegen Winter-Melancholie, aber wie Du schon schreibst, im April kann man das nicht mehr ertragen.

      Auf harten Untergründen werde ich so schnell noch nicht wieder so weit laufen. Gestern habe ich nach dem Lauf besonders gründlich gedehnt und heute ist auch alles gut. Keinerlei Anzeichen von Sehne, dass sie einen mitbekommen hat.

      Dir auch ein schönes Wochenende und liebe Grüße aus dem heute wieder sonnigen Oldenburg
      Volker

  4. Nee, vom Wetter spreche ich nicht mehr, ich bin konsequent, im Gegensatz zu anderen !!!!!

    Was die Schuhe angeht, da sage ich mal gar nichts – von wegen Beton, Achillessehne und so… wenn man nicht auf anderer Leute Erfahrungen hört, muss man unbedingt seine eigenen machen, finde ich, und dann lernt man daraus, spätestens, wenn es wehtut.

    Darum lass‘ dir alles Gute wünschen von einer langsam aus der Horizontalen ins Vertikale Zurückkehrenden – langsam – sagte ich !! 😎

    • Wetter: Margitta ist nicht nachtragend, sie vergisst nur nie 😉

      Um seine eigenen Erfahrungen kommt man nicht drumrum. Auf die Erfahrungen anderer höre ich trotzdem und bin vorsichtig. Die Signale der Achillessehne habe ich vernommen und darauf gehört.
      Nach einem ausführlichen Dehnprogramm sind am heutigen Tag keinerlei Nachwehen zu spüren.

      Bei den nächsten Läufen mit den Minimalen werde ich den Anteil fester Wegstrecke sehr kurz halten.

      Die Zähne müssen Dich ja ganz schön umgehauen haben. Umso mehr freut es mich, wenn Du langsam wieder in die Aufrechte zurückkehrst 😀

      Liebe Grüße

  5. Also – ICH NICHT NACHTRAGEND
    ICH NUR WARNEN
    WEIL SCHON EINIGE VOR DIR ÄHNLICHE ERFAHRUNGEN MACHTEN
    UND DANN FÜR LÄNGERE ZEIT AUSSER GEFECHT GESETZT WORDEN SIND
    UND DAS WOLLEN W I R JA NICHT !!

    Ja, die Zähne, oweia, das Schlimmste, was ich je in dieser Richtung erlebt habe, dabei gehe ich so sorgsam mit ihnen um, aber manches liegt in den Genen – Gutes und weniger Gutes !!

    Von Sonne zu Sonne !! 😉

    • Das Nachtragend bezog ich auch auf das Reden übers Wetter, liebe Margitta :mrgreen:

      Auf weichen Naturwegen ist das Laufen mit diesen Schuhen ein uneingeschränkter Genuss, der mir auch gut bekommt. Längere oder reine Asphaltläufe werde ich so schnell noch nicht mit damit unternehmen. Weil, nichts fürchte ich mehr als einen erneuten längeren Ausfall. Ich weiß, um was es Dir mit Deinen Warnungen geht und schätze es auch. Ich setze bestimmt keine Besserwisserei dagegen, mit der ich mir ins eigene Knie schiesse. Nur manchmal ist ein einzelner Lauf in all seinen Details schwer vorauszuberechnen.

      Nicht alles dankt einem gute Pflege. Da hilft dann, wie in Deinem Fall, halt nur noch ein guter Zahnarzt.

  6. Genau so ist es und genau deswegen schreib ich in den letzten Tagen gar nichts mehr darüber was ich trainiere. Ich war zwar auch kurz krank aber das Training bei diesem Wetter ist einfach total ätzend und nicht schreibreif! So ist es! 🙂

    • “Total ätzend und nicht schreibenswert” Du hast absolut recht. Aber zum einen sorgen die neuen Minimalschuhe gerade für eine neue Spannung, einen neuen Kick bei mir, zu anderen kann ich einfach meine Klappe nicht halten 🙂

      Außerdem gönne ich dem Wetter den Triumph nicht, auch noch meinen Blog zum Schweigen zu bringen :mrgreen:

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Ein Zwacken in der Sehne … Das hat ja wohl Konjunktur derzeit. Aber Du bist ja sensibilisiert. Lass es ruhig angehen, so wie Du es mmer wieder versicherst.

    Lass Dich von Frank nicht beeindrucken. Ich lese Deine meinungsstarken Berichte gerne. 🙂

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Zum Glück war von der Sehne gleich nach dem Lauf nichts mehr zu spüren. Auch gestern und heute bei einem ausführlichen Spaziergang habe ich nichts gemerkt.

      Das Murren war sicher eine direkte Reaktion auf die ungewohnte Belastung. Deshalb werde ich auf Asphalt mit den Minimalschuhen nur sehr vorsichtig agieren.

      Ich denke, so hat der Frank das auch gar nicht gemeint 😉

      Danke für das Kompliment .-D

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Nö, übers Wetter reden wir nicht mehr – es ist ja eh seit Wochen dasselbe 😀

    Die Schuhe sehen schick aus. Mit welchen läufst Du lieber? Diesen oder den Zehenschuhen? Ich habe von Brooks diese „Recyclingschuhe“. Bin mit diesen gern gelaufen, traue mich aber seit meinen Knieproblemen nicht mehr. Obwohl ja dieser Dr. Marquard behauptet, dass Knieprobleme durch die Dämpfungsschuhe und das daraus resultierende Fersenlaufen kommen. Läufst Du eigentlich mit den Minimalschuhen weniger über die Ferse?

    Und was macht Dein Bergtraining? 😀 Irre ich mich, oder hast Du Ende diesen Monats noch einen grösseren Traillauf vor? 😉

    Eben höre ich im Radio, dass heute Marathonlauf in Freiburg ist. Hoho, das wird für die Läufer aber frisch und nein, ich rede nicht übers Wetter 😉

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag!
    Elke

    • Ich kann das garnicht sagen, ob ich mit dem einen oder anderen lieber laufe. Beide habe ihre ganz speziefischen Reize. Der Zehenschuhen bietet noch ein kleines Quantum mehr direkten Bodenkontakt.

      Brooks Recyclingschuhe? Kenne ich gar nicht, muß ich mal googeln. Der Dr. Marquardt mag recht haben. Aber es ist wirklich nicht einfach zu wissen, ob man das richtige tut. Leider muß man vielfach über Versuch und Ausschluß rausbekommen. Sehr mühselig und im schlimmsten Fall auch schmerzhaft 😦

      Mein Bergtraining ist in den letzten Wochen im eisigen Ostwind erfroren 😦

      Grösserer Traillauf? Ja, in der Tat, woher weißt Du das denn schon wieder? 😉

      War das Wetter in Freiburg heute so schlecht? Wir hatten heute Bilderbuchwetter OHNE Ostwind 😀

      Liebe Grüße (der Sonntag war schön :cool:) und einen guten Wochenstart
      Volker

  9. Also jetzt muss auch ich zugeben, dass diese Fotos nicht unbedingt vor Farben strotzen 😀
    Die Wege durch das Wenger Moor, das ich so gerne durchlaufe sind übrigens auch keine flauschig-weichen Waldpfade (nur mal ganz kurz ein Stückchen), sondern größtenteils ganz normale Schotter- oder sogar asphaltierte Wege.
    Aber solche Dinge, weiß man eben immer erst, wenn mal sie mal ausprobiert hat – trotzdem schöner Lauf!
    Lieben Gruß, Doris

    • Gelle, sieht doch gruselig aus, oder? Gestern und heute war es aber schon wieder schön sonnig. Heute sogar OHNE Ostwind, hurra 😀

      Die Wege kannten ich schon, es sind wirklich großteils reine Sandwege. Das der Sand aber so fest war, damit habe ich einfach nicht gerechnet.

      Spaß hat der Lauf trotzdem gemacht 🙂

      Liebe Grüße und einen guten Wochenstart
      Volker

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