guilty or not guilty?

Vor dreieinhalb Wochen habe ich hier reumütig meine Schandtat gestanden, bei der ich mir meinen linken Fuß ramoniert habe.

Nun bin ich es ja gewohnt irgendwelche Wehwehchen an meinen Laufwerkzeugen, hier speziell die irgendwelcher Sehnen, in stoischer Ungeduld ausheilen zu lassen. Es dauert nun mal so lange wie es dauert.

Aber mit meiner Laufverletztung von vor dreieinhalb Wochen verhielt sich das ausnahmsweise etwas anders. Schließlich fand genau zwei Wochen später das Bloggertreffen in Trier mit zumindestens einem gemeinsamen Lauf statt. Und wenn sich Laufblogger aus allen Ecken der Republik und sogar Österreich treffen, möchte man natürlich auch gerne mit diesen zusammen LAUFEN.

Darüber hinaus wollte ich im Anschluss an das Bloggertreffen noch einige Tage den Rheinsteig wandern.

Nun war meine Verletzung ja ein selbstgemachtes Leiden und ich hätte es auch ohne zu jammern hinnehmen müssen, wenn das denn alles so nicht geklappt hätte.

Aber es hat geklappt, sehr gut sogar. Warum? Das ist hier die Frage. Die Folge meiner Laufverletzung in Form überdehnter Sehnen, Bänder, Kapseln war, dass ich nur unter Schmerzen humpelnd gehen konnte. Neben in erster Linie maximaler Schonung, über kühlen und salben habe ich versucht, die Heilung mit der Einnahme von Wobenzym zu beschleunigen.

Von Wobenzym hatte ich überhaupt erst kurze Zeit vorher bei Rainer gelesen, der damit eine Reizung seiner Achillessehne kurieren wollte.

Zwar fand ich im allwissenden Internet schnell heraus, dass die Meinung zu der Behandlung mit Wobenzym sehr weit auseinander gehen. Aber Versuch macht bekanntlich kluch. Deshalb habe ich mir die Pillen fix für teuer Geld in der Apotheke gekauft (im Internet sind die viel günstiger, aber ich hatte ja keine Zeit auf die Lieferung zu warten).

Ziemlich genau eine Woche nach Beginn der Einnahme konnte ich von einem Tag auf den anderen wieder normal und nahezu schmerzfrei gehen.  Auch der Tag drauf war super. Der nächste Tag war den schon der Tag X in Trier und mit einem gewissen Herzklopfen traute ich mich an dem gemeinsamen Lauf mit den Bloggerfreunden teilzunehmen. Auch das hat funktioniert.  Genauso wie die zwei Tage später beginnende Rheinsteigwanderung mit vier Tagesetappen über insgesamt ca. 60 km.

Hat das Wobenzym nun an dieser nahezu Spontanheilung seinen Anteil? Ja oder nein? Ist es im positiven Sinne schuldig oder unschuldig? Letztendlich kann ich es nicht mit Sicherheit beantworten. Zum einem ist die Heilung sehr schnell eingetreten, was ich so nicht kenne und nicht erwartet hätte, zum anderen kann ich mir auch nicht vorstellen, dass die Enzyme über Nacht quasi Wunder verbringen können.

Welche Konsequenz ziehe ich nun daraus? Allllllsssssoooo, in erster Linie möchte ich mich natürlich gar nicht erst wieder verletzten. Wenn es denn aber doch passiert, halte ich ein sauberes Auskurieren in aller Un-)Ruhe doch noch für den besten Weg. Ob ich das nochmal mit Wobenzym unterstützen würde, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Grundsätzlich möchte ich mir nicht mehr Pillen einwerfen als unbedingt nötig. Eine Geldfrage ist es außerdem.

Nur bei einer richtig langwierigen Verletzung könnte ich es mir nochmal vorstellen, die Behandlung um die Einnahme von Wobenyzm zu ergänzen. Ich hoffe, dass es nicht dazu kommt.

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10 Kommentare zu “guilty or not guilty?

  1. Puuuuh – die Titelfrage könnte ich auch nicht beantworten. Vielleicht wirkt das Zeug, vielleicht sind es Placebo-Effekte. Ich würde mich nicht auf den Eintritt eines weiteren Wunders verlassen, sondern – wie du es ja selbst schriebst – auf Verletzungsprophylaxe setzen (keine übertriebenen Schuhexperimente, sag ich nur! 😉 ). Das freut auch den Geldbeutel! 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Och, schade, ich dachte Du wüßtest das 😉

      In Sachen Wunder bin ich schon des öfteren enttäuscht worden. Von daher mag ich nicht drauf verlassen. Prophylaxe ist sicher das Beste, aber auch Du weißt, dass man damit nicht alles verhindern kann. Was das Übertreiben beim Experimentieren anbelangt, habe ich mir Mäßigung auferlegt. Ich hoffe, dass das klappt 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Hallo Volker,
    ich glaub diese Frage wird dir niemand beantworten können.
    Was schlußendlich zu der schnellen Verbesserung verholfen hat, ist im nachhinein kaum mehr festzustellen. Vielleicht solltest du einfach sagen:“im Zweifelsfalle für den Angeklagten“ und dich bei Wobenzym bedanken ;).
    Lieben Gruß, Doris

    • Hallo Doris,

      tragisch, dass immer Fragen offen bleiben müssen 😦

      Aber Du hast Recht, ich bedanke mich einfach mal beim Wobenzym, vielleicht möchte ja irgendwann nochmal sein Wohlwollen in Anspruch nehmen 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,

    meine Meinung zu Wobenzym fällt etwas radikaler aus als die von Anne: eine wissenschaftlich nachgewiesene und in Studien belegte Wirksamkeit gibt es nicht, so dass nur der Placebo Effekt oder im schlimmsten Fall der Nocebo-Effekt übrig bleibt. Obwohl ich schon von Patienten gehört habe, dass es unter der Einnahme initial zu einer Verschlechterung der Symptome gekommen war 😉
    Ich denke, dass die Schonung und die Vernunft Deinerseits den Hauptanteil an der Heilung gehabt haben. Eine Überlastung verhält sich meist so 🙂

    Ich wünsche Dir, dass Du für alle Zeiten von Verletzung verschont bleibst und beim nächsten Mal die lange Runde mitlaufen kannst und ich nicht alleine mit den Rasern unterwegs bin :mrgreen:

    Salut
    Christian

    • Lieber Christian,

      also doch kein Dank an die Pillen? 😦

      Schonung und Vernunft sollen geholfen haben? Auch die Vernunft? Das muß dann doch auch ein Placebo-Effekt gewesen sein :mrgreen:

      Danke für den guten Wunsch, auch wenn er offensichtlich nicht ganz uneigennützig ausgesprochen wurde 😉 Ich werde mir alle Mühe geben.

      Vielleicht muß sich ja auch im September erstmal ein Raser disziplnieren, wenn er mit uns an die Nordsee tuckern will 🙂

      Moin Moin
      Volker

  4. Lieber Volker, ohne mit fundiertem Wissen darüber glänzen zu können, glaube ich auch an das, was Christian sagt, du hattest wohl Glück, dass deine Beschwerden von dannen gezogen sind, wahrscheinlich wären sie es auch ohne dieses teure Mittelchen – der Glaube und so…….

    Und wenn du schön vernünftig bist, auf erfahrene Läufer und deine Schmerzen hörst, dann kann eigentlich nicht viel passieren. 😉

    • Tja, liebe Margitta, wer weiß. Nun könnte ich ja nochmal die gleiche Laufverletzung provozieren und dann ohne die Pillen ausheilen lassen um zu vergleichen, wie lange das denn dauert. Aber irgendwie mag ich das nicht 😉

      So ich werde ich wohl künftig doch lieber auf erfahrene Läufer und mein Inneres hören, als auf die Versprechen der Pharmaindustrie. Aber einen Versuch war es halt mal wert…

  5. Tja, dazu kann ich gar nichts sagen…
    Nur: Ist doch wurscht, hauptsache ist, dass alles wieder gut ist!
    Liebe Grüße, Bianca

    • In der Tat, das Ergebnis zählt. Einen Versuch war es wert und ich war pünktlich zum gewünschten Zeitpunkt wieder fit. Woran es nun auch immer gelegen haben mag.

      Liebe Grüße
      Volker

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