Laufen verbindet

Vor einigen Wochen, genauer gesagt am 15.04.2013, wurde der Boston-Marathon Ziel eines terroristischen Anschlags.

Der Terror ist in manchen Regionen der Welt, wie dem Irak oder Afghanistan, kaum noch einer Schlagzeile wert. Er erschüttert uns aber immer noch dann besonders, wenn er den eigenen Kulturkreis, das eigene Land oder  in diesem besonderen Fall „unseren“ Sport betrifft.

Mittlerweile sind die Täter ermittelt, gefasst, getötet. Ich möchte nicht näher darauf eingehen. Die Nachrichtenwelt ist längst mit anderern Katastrophen beschäftigt und auch das Rauschen in der Bloggerwelt ist verklungen. Der Abstand hat sich eingestellt, der Alltag hat uns schon lange wieder. Das ist auch gut so. Das (Läufer-)Leben muß weitergehen, soll weitergehen und geht weiter.

Unter dem Eindruck des Attentats schrieb ich zwei Tage danach, wie ich mich verhalten hätte, wenn ich bei dem exakt eine Woche später stattfindenden Hamburg-Marathon gemeldet gewesen wäre.  Das läßt sich bei Interesse hier noch einmal nachlesen.

Seinerzeit kommentierte auch Onno bei mir. Er war für Hamburg gemeldet, ist dort gestartet und hat dort in einer tollen Zeit gefinisht. Er durfte erleben, wie ein großartiges Sportevent im großartigen Gedenken an Boston durchgeführt wurde. Neben u. a. einer Schweigeminute zum Start des HH-Marathon konnten die Läufer mit einem ” run for Boston Marathon 2013″-Armband laufen.

Zwei solcher Armbänder hat Onno als Reaktion auf meinen Artikel aus Hamburg mitgebracht und mir nun in einem Brief zugeschickt. Eines für Jens und eines für mich.

09.06.13 Bostun Run Armband

Mein allerherzlichstes Dankeschön dafür, lieber Onno.

Das besondere hieran ist, dass Onno und ich uns (noch) gar nicht kennen. Wir haben bis zu meinem o. g. Artikel nie miteinander kommuniziert. Das wird sich ändern. Sobald mein Nacken mich wieder in Ruhe läßt, werden wir uns zu einem gemeinsamen Lauf treffen. Wir wohnen keine 30 km auseinander.

So werden Menschen aufeinandertreffen, die sich unter normalen Umständen nie kennengelernt hätten. Wie schrieb ich schon im April?: Laufen verbindet. Das kann kein Fanatismus, keine Verblendheit und kein alltäglicher Irrsinn jemals verhindern.

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18 Kommentare zu “Laufen verbindet

  1. Das hast du wirklich toll geschrieben und von Onno ist das auch eine schöne Geste! Ich denke das du dich auf den gemeinsamen Lauf wahrlich freuen kannst!
    Einen schönen Sonntag wünsche ich dir!
    Frank

    • Ich freue mich schon auf den gemeinsamen Lauf und dabei Onno kennenzulernen. Auch wenn Onno auch schon wieder so ein schneller Roadrunner ist 🙂

      Danke und auch Dir noch einen schönen Sonntag.

      LG Volker

  2. YES – eine schöne Geschichte, von Ähnlichem kann ich über die viele Jahre hinweg auch berichten, Laufen verbindet – und wie – Freundschaften fürs Leben entstehen – und wie – Laufen hat so viele Facetten – wir wissen das schon lange, ich noch länger !! In diesem Sinne: lasst uns weiter gemeinsam laufen, und dann wirklich gemeinsam !! 😉

    • Ich wiederhole mich da gerne: Das Laufen hat mir schon unglaublich intensive Kontakte und echte Freundschaften gebracht. Neben dem eigentlichen Aspekt des Laufens als Sport als solcher, ist das für mich, der sich mit Freundschaften schon etwas schwer tut, sehr, sehr bereichernd.

      Gemeinsam laufen, ja, liebe Margitta. Zwei 30iger auf dem Darß und im kommenden Jahr zur Nordsee. Das sind doch schon mal Aussichten, oder? 😀

  3. Sehr, sehr schön geschrieben, lieber Volker! Ein trauriger Anlass, der wieder einmal zwei Läufer ganz besonders verbindet. Ich bin jetzt schon gespannt, was du über eure(n) gemeinsamen Lauf/Läufe berichten wirst. 😎

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Danke, liebe Anne.

      Ich bin auch schon sehr gespannt. Die realen Laufkontakte sind doch wirklich das Salz in der Bloggersuppe 😎 Natüüüürlich werde ich zur gegebenen Zeit berichten 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker,
    von wegen, du hast nichts zu posten 😉 – ich freu mich schon auf den Bericht über euren gemeinsamen Lauf.
    Lieben Gruß, Doris

    • Schon witzig, wie einem die Themen denn doch mal so zufallen.

      Das Onno ohne mich persönlich zu kennen, mir diesen Brief geschrieben hat, ist für mich schon wirklich was besonderes. Auf das Kennenlernen bei einem gemeinsamen Lauf bin ich daher sehr gespannt.

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Sehr schön geschrieben – und so treffend! Es bleibt nur zu sagen: wie wahr!
    Eine schöne Geste, die zeigt, wie sehr Laufen wirklich verbinden kann…

    Viele Grüße,
    Thomas

    • Hallo Thomas,

      danke und willkommen auf meinem Blog. Solche Erlebnisse sind zwar auch beim Laufen nicht alltäglich, aber schon klasse wenn so etwas dabei rauskommt. Auch wenn es das angestellte Elend bei weitem nicht ausgleichen kann.

      LG Volker

  6. Da wird mir ganz warm ums Herz. Eine schöne Geste. Das sind die Geschichten, die das Leben schön machen. Ich bin gespannt, wie Euer gemeinsamer Lauf wird.

    Deinem Nacken geht es hoffentlich inzwischen wieder besser und Du kommst bald zurück auf die Piste. Ich hatte heute einen erste Testlauf. Ging ganz gut, auch wenn Anne vor zu frühem Optimismus warnt.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Ein tolle und besondere Geschichte, finde ich.

      In Sachen Nacken hatte ich heute eine erste Akupressur-Behandlung und bilde mir, dass sie schon was gebracht hat. Gleich geht es ins Bett und wenn ich nach über einer Woche endlich mal wieder einigermaßen ohne starke Schmerzen schlafen könnte, wäre ich schon sehr glücklich.

      Ich glaube die liebe Anne ist in Bezug auf das Thema Plantarsehne schon etwas traumatisiert,(ich hoffe ich darf das mal so formulieren, liebe Anne), was ich bei ihrer Leidensgeschichte auch sehr gut nachvollziehen kann. Ihre Warnung ist deshalb auch nicht unberechtigt.

      Meine Plantarsehne im rechten Fuß hatte mich auch monatelang beschäftigt. Durch das Weglassen der Einlegesohle hat sie sich dann aber bin recht kurzer Zeit wieder vollkommen erholt. Von daher bestimmt Hoffnung, dass es bei Dir auch nicht so lange dauert. Ich drück Dir auf jeden Fall die Daumen!

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Etwas kenne ich dich ja schon über deinen Blog und deine netten Kommentatoren. So kam es auch zu der spontanen Aktion mit den Bändern. Bei manchen Themen da schwillt einem schon mal der Kamm.
    Um bei den Bändern zu bleiben, S93.40 GR, S93.2 GR steht als Diagnose nach dem Umknicken beim letzten Freitagslauf. Ich glaube ich habe aber noch Glück gehabt und es nichts gerissen. Kurieren wir erstmal unsere Blessuren aus, dann freue ich mich auf einen gemeinsamen Lauf.
    Laufen verbindet, da hast du wirklich recht.

    Liebe Grüße
    Onno

    • Ohje, die Diagnosen klingen schmerzhaft 😦 Aber wenigstens ist nichts ernsthaft kaputt gegangen. Was denkst Du, wie lange Du schachmatt gesetzt bist?

      Mein Nacken raubt mir inzwischen den letzten Nerv und leider auch immer noch den Schlaf. Das schlaucht mich mehr, als es eine poppelige Verspannung vermuten läßt 😦

      Das Laufen läuft uns nicht weg und wir bleiben in Kontakt. Was bei mir los ist, kannst Du ja sowieso hier lesen 😎

      Gute Besserung für Dich und liebe Grüße!
      Volker

      • Sport verbindet, das sind die Worte, die Emin nach dieser wahnsinns Enttäuschung an der Türkischen Grenze findet. Link:https://www.facebook.com/photo.php?v=671065026253258&set=vb.100000493015099&type=2&theater
        Nach 63 Marathon hintereinander, kurz vor seinem Ziel diese Worte zu finden zeigt schon Größe!
        Eddy wir bestimmt in seinem Blog näher darauf eingehen.
        Zwei Wochen wird meine Genesung wohl dauern, Schmerzen habe ich zum Glück keine. Wie gesagt, freue mich schon auf unseren Lauf.
        Gruß
        Onno

      • Sag mal was ist denn das für ein Scheiß? Ich schreib das Wort einfach mal aus. Warum verhindert die Türkei so ein tolles Projekt? Die Türkei ist doch nicht irgendein Zulukafferstaat, die wollen schließlich in die EU.

        Wie bitter für Emin. Da kann man ihm nur oder gerade deshalb Respekt für diese grandiose Leistung zollen.

        Keine Schmerzen ist ja schon mal gut. Da muß man nur aufpassen, nicht zu früh loszulegen.

        Ich sag einfach mal salopp bis die Tage

        Nochmals LG
        Volker

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