Das Thema dieser Tage

… war und ist Xaver. Auch ich komme nicht umhin, mich ihm zu widmen. Der Wind war hier in Nordseenähe gar nicht so das Thema, viel mehr die duch Xavar verursachten Sturmfluten. Hamburg hat die zweithöchste Sturmflut aller Zeiten erlebt. Meine Lieblingsinsel und zweite Heimat Sylt sowie auch die ostfriesischen Inseln haben erhebliche Dünenverluste erlitten. Die Halligen vermeldeten das übliche Land unter, blieben aber von Schlimmeren verschont.

Die Milliarden, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten in den Hochwasserschutz investiert wurden, haben sich bezahlt gemacht. Deiche, Schotten, Fluttore- und wehre sowie Sperrwerke haben ganze Dienste geleistet. Immerhin ist diese durch Xavar verursachte Sturmflut erheblich höher aufgelaufen als die verheerende Sturmflut von 1962, die alleine in Hamburg über 300 Menschenleben gekostet hatte.

Auch die Tore des Huntesperrwerks wurden geschlossen und bewahrten Oldenburg vor Schlimmeren.

Hier zwei Bilder des Sperrwerks, die ich mal bei einer Fahrradtour im Sommer 2011 aufgenommen habe:

Huntesperrwerk

Huntesperrwerk

Die Klappbrücke über das Huntesperrwerk schließt zu jeder vollen Stunde ein paar Minuten für Frußgänger und Radfahrer

Die Klappbrücke über das Huntesperrwerk schließt zu jeder vollen Stunde ein paar Minuten für Frußgänger und Radfahrer

Wie wichtig das Thema Küstenschutz auch für das Hinterland ist, macht z. B. deutlich, dass auch das ca. 60 km von der offenen Nordsee entfernte Oldenburg teilweise nur auf einer Höhe von 2 Meter über Normal Null liegt.

Genau auf dieser Höhe liegen auch die Bornhorster Wiesen, denen ich auf meiner heutigen Standardrunde einen Besuch abstatte, um zu schauen, ob Spuren von Xavar zu sehen sind. In der Nacht hatte es noch geschneit, aber am frühen Nachmittag ist davon kaum noch etwas zu sehen.

07.12.13 Schneereste

3°, Regen, Schneeregen, Nieselregen und gar kein Regen begleiten mich auf meinem Lauf. Die Hunte und die Bornhorster Wiesen präsentieren sich unverändert. Nichts deutet auf eine Veränderung durch Xavar hin. Minimal mehr Wasser befindet sich auf den Polderflächen, zum Teil noch mit hauchdünnen Eisfeldern überzogen.

07.12.13 Eis

Auch die Graugänse wurden nicht vom Winde verweht.

07.12.13 Graugänse

Trotz des Schietwetters komme ich immer besser in den Lauf, entschließe mich bei Kilometer 12 die geplanten 14 oder 15 km zu verlängern.

07.12.13 me1

07.12.13 me2

Ich umrunde noch den Großen Bornhorster See und laufe über den alten Bahndamm, freue mich dort über mehrere Hundebesitzer, die mir Platz machen und den Hund Sitz machen lassen, grüße und bedanke mich. Schlußendlich trudel ich nach 20,7 km wieder zuhause ein. Nach drei ruhigen Läufen heute mal wieder etwas flotter im 5:48iger Schnitt. Um 14 Uhr bin ich gestartet und trotzdem endet der Lauf schon nahezu im Dunkeln und ich wundere mich mal wieder warum eigentlich immer nur meine linke Wade Dreckspritzer abbekommt 🙄

07.12.13 Waden

Ein schöner Lauf war es, entspannt, mit dem Gefühl in mir selber zu ruhen. Apropos schön: An der Hunte lief ich an einem Paar vorbei, das dort im Regen ganz für sich allein und ohne Musik einen klassischen Paartanz auf den Asphalt legten. Das habe ich auch noch nie gesehen. War es ein Freudentanz, dass Xaver uns verschont hat? 😀

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22 Kommentare zu “Das Thema dieser Tage

  1. Lieber Volker,

    tanzen im Freien? Das kenn ich nur zu gut :mrgreen:

    Ihr habt wirklich Glück gehabt, dass Vorkehrungen in den letzten Jahrzehnten getroffen wurden um eine Wiederholung der katastrophalen Sturmfluten zu verhindern. Auch aus den Hochwasserkatastrophen an den großen Flüssen hat man gelernt und wird hier hoffentlich auch noch nachbessern 😉
    Was das Laufen angeht, scheint mir, dass Du Dich konstant bei den Zeiten unter 6 Minuten pro Kilometer einpendelst, vielleicht solltest Du mal länger und langsamer bzw. kürzer und schneller dazwischen schieben, damit sich wieder etwas tut, immerhin hast Du Großes vor im Frühsommer 🙂

    Salut und ein schönes Restwochenende

    Christian

    • Lieber Christian,

      Dein Tanz hatte aber wohl andere Gründe, glaube ich 😉

      Ich habe ja die letzten Läufe mal wieder langsamer eingeschoben. Kürzer und schneller, mal schauen. Ich scheue das höhere Verletzungsrisiko bei höherem Tempo.

      Den ein oder anderen Lauf zwischen 30 und 40 km möchte ich in den kommenden Wochen aber schon gerne mal einbauen, um mich so ganz langsam auf den Frühsommer vorzubereiten 😀

      Moin Moin und einen schönen Sonntag

      Volker

  2. Ja, fürwahr
    ihr hattet wirklich Glück
    zum Glück !!
    Vielleicht hat deswegen das Paar getanzt
    aus Dankbarkeit
    dazu eine Portion Liebe
    ein trefflicher Grund
    eine Tanzrunde im Freien zu drehen
    das hätte ich auch drauf !!

    Es schneit – schönen Sonntag, lieber Volker !! :coool:

    Den einen oder anderen Lauf zwischen 30 und 40 km
    lass‘ dir Zeit
    steigere langsam
    sonst wird es wieder nichts
    nicht gleich voll Pulle
    weißt du
    wie oft ich 40 km in meinem Läuerleben zur Vorbereitung gelaufen bin
    auf 60 km nie ! 🙄

    • Einwenig Dankbarkeit ist schon angebracht, dass wir von Xaver verschont geblieben sind. Es hätte auch ganz anders kommen können…

      Du bist in der Vorbereitung auf einen 60iger im Vorfeld nie 40 km gelaufen?

      Darf ich Dich an die Zeilen aus einer E-Mail von Dir erinnern? Ende Mai hattest Du geschrieben:

      „Aber – auch wenn man 55 Kilometer langsam und in aller Ruhe laufen möchte, muss man aus meiner Sicht schon gut trainiert sein, d.h. mindestens ein Marathon im Vorfeld und natürlich ein gesundes Fundament, das wir uns alle über Jahre hinweg geschaffen haben.“

      Für mich ist es auch immer eine Kopfsache, wenn ich im Vorfeld schonmal richtig lang gelaufen bin, gibt mir das ein besseres Sicherheitsgefühl mich an eine neue Distanz heranzutrauen.

      Liebe Grüße
      Volker

      • Stimmt – das habe ich geschrieben, damit meinte ich aber nicht einen Marathon im Training, sondern ÜBERHAUPT EINMAL EINEN GELAUFEN ZU SEIN – irgendwann – wenn du verstehst, was ich meine !!

        Ansonsten habe ich es wirklich so durchgezogen, selbst für meinen ersten 100-er bin ich in Vorbereitung NUR 3 30 km gelaufen, natürlich mit der langen Erfahrung des Marathon-Laufens in der Tasche !!

        Alle klar ??? Gut !

      • Danke für die Verdeutlichung, jetzt habe auch ich das verstanden 🙄

        Alles klar! Ei ei, SIR

        Dann bin ich ja von den Voraussetzungen von einem 55iger schon gar nicht soweit weg 🙂

  3. Lieber Volker,

    Hochwasserschutz ist wichtig und wird wahrscheinlich in Zukunft noch wichtiger werden. Auch in Südschweden, bei mir „zu Hause“ haben sie mit Xaver (der in Schweden übrigens Sven heißt) durch den Sturmflut mehr Schäden gehabt, als durch den Wind. Mich wundert es, dass in Malmö in den letzten 10 Jahren so viel in Küstennähe gebaut worden ist – wenn das in Zukunft nicht zum Problem wird… 🙄

    Was hast denn im Frühsommer großes vor, wenn ich fragen darf ❓

    Liebe Grüße Anna 😀

    • Liebe Anna,

      Hochwasserschutz wird wegen des Klimawandels weiterhin eine Herkulesaufgabe bleiben.

      Das mit dem Bauen in Wassernähe kenne ich auch. Wenn ich daran denke, wo alleine auf der Insel Sylt in den letzten Jahren noch überalle Häuser und Hotels gebaut worden sind, kann ich manchmal nur den Kopf schütteln.

      Im Frühsommer möchte ich mit einigen Freunden von Oldenburg an die Nordsee laufen. Das sind ungefähr 55 km. Das ist aus einer verrückten Idee entstanden. Siehe auch hier:

      https://deichlaeufer.wordpress.com/2013/01/03/illusion-oder-machbar/

      Eigentlich wollten wir das schon September diesen Jahres machen. Aber da habe ich das wegen beruflicher Probleme abgesagt 😦

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Alles gut gegangen. Wunderbar. Viele Beobachtungen, surreal teilweise, wie ein ohne Musik tanzendes Paar. Da beginnt das Kopfkino sofort mit eine Vorstellung 😉

    20 flotte und dennoch ruhige Kilometer. Schön!

    Genieße die Ruhe nach dem Sturm!

    Rainer 😎

    • Was spielt denn Dein Kopfkino dabei für eine Vorstellung, lieber Rainer ? 🙄

      Ich genieße die Ruhe nach dem Sturm und Du Deinen Urlaub! 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  5. „Ein schöner Lauf war es, entspannt, mit dem Gefühl in mir selber zu ruhen.“ – herrlich, so tut das gut nach aufgewühlten Tagen. 🙂

    Jetzt bin ich ja mal gespannt, ob das tanzende Paar dich inspieriert hast und du vielleicht demnächst mit Jens … 😉

    Liebe Grüße,
    Anne

    • So tut das gut nach aufgewühlten Tagen, genau das ist es, liebe Anne. Wenn ich mir diese tiefe innere Ruhe doch nur bewahren könnte 🙄

      Was das Tanzen angeht, da melde ich mich ab, wegen anerkannter Talentlosigkeit, ich kann schon überhaupt keinen Takt halten 😦 Zum Leidwesen von Jens, der ein begnadeter Tänzer ist. Ich beneide ihn darum.

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker,

    ich schliesse mich Anne an….der Satz „in mir selbst zu ruhen“ hat auch mir sehr gut gefallen.
    Beim Tanzen musste ich schmunzeln, hier bin ich auch talentlos :-). Dank eines Bänderrisses im ersten Tanzschuljahr war meine Tanzkarriere auch relativ kurz 🙂

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

    • Achja, lieber Wolfgang, ich würde mich freuen, wenn das bei mir immer so wäre.

      Ich habe mein tänzerisches Unvermögen eingesehen, bevor es zu ernsthaften Verletzungen gekommen ist :mrgreen:

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Ja, schon witzig, der eine läuft sich die linke Wade schmutzig, und die anderen tanzen Walzer an/auf/neben der Wiese!
    Danke für Deine Schilderungen bezüglich Xaver und Vorkehrungsmaßnahmen. Dann war das Geld ja wenigstens richtig angelegt. Bei nur 2m über Meereshöhe würde ich mir allerdings schonmal Gedanken machen, ob Ihr noch länger dort wohnen bleibt, wenn die Polkappen weiter schmelzen…
    Liebe Grüße
    Elke

    • Es gibt schon Merkwürdigkeiten im Leben, liebe Elke 😉

      Wir wohnen am nahezu höchsten Punkt von Oldenburg, auf ca. 8 m über N.N. Damit werden wir dann wohl die neuen ostfriesischen Inseln. Aber ich hoffe doch, dass wir hier bis zu unserem Ableben noch trockene Füße behalten werden 🙄

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Die Klappbrücke finde ich genial. Da kann man selbst auf dem flachen Land etliche Höhenmeter schruppen wenn sie geöffnet ist! 😉

    Gut das Xaver nicht die Schäden verursacht hat wie man zuerst vermutete.

    Du solltest dich mal von hinten filmen lassen dann könntest du sehen warum immer nur die linke Wade dreckig wird.

    • Mit Verlaub, aber ich glaube die Brücke wäre im geöffneten Zustand selbst Dir etwas zu steil 😉

      Und wer film mich? 🙄 Kommst Du dafür mal vorbei?

      Liebe Grüße in den Spessart
      Volker

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