Sport und Homosexualität

Was für ein Rauschen in der Medienwelt: Thomas Hitzlsperger hat sich als schwul geoutet ❗ Unglaublich, was für eine Aufmerksamkeit das Outing eines, seit kurzem, ehemaligen Fußballprofis erzielt. Teilweise auf Platz Eins in den Hauptnachrichtensendungen hat es diese Meldung gebracht. In Politik und ShowBiss hingegen ist das Thema schon lange durch. Nach Wowereit, Westerwelle, van Beust, Biolek und Co. ist Homosexualität dort kaum noch der Erwähnung wert.

In der testosterongeschwängerten Fußballwelt kommt dieses Outing jedoch einem Erdbeben gleich. Woran liegt es? An der körperlichen Nähe, wenn sich nach einem Tor jubelnde Fußballer in den Armen liegen oder sich vor Begeisterung im Knäuel am Boden raufen? Oder wenn Siege spärlich bekleidet im Pool reichlich begossen werden? Herrscht da eine Angst, dass ein homosexueller Spieler diese Nähe „zu seinen Gunsten“ ausnutzen könnte? Oder sind es die Fußballfans, die wirklich so dumpf sind, ihrem Idol in diesem Fall die Anerkennung zu verweigern oder ihn gar verbal oder körperlich zu attackieren? Fällt es wirklich leichter einem Hoeneß seine millionenschwere Steuerhinterziehung mit Begeisterungsstürmen nachzusehen, als bei einem aktiven Fußballspieler die Homosexualität zu akzeptieren?

Wie auch immer, der Schritt von Thomas Hitzlsperger verdient großen Respekt. Auch wenn er diesen Schritt erst unmittelbar nach dem Ende seiner aktiven Zeit getan hat, hat er doch die angeblich letzte heterosexuelle Bastion ins Wanken gebracht. Auch wenn ich jetzt nicht damit rechne, dass sich sofort der erste aktive Profifußballer outen wird, so ist es doch nur noch eine Frage der Zeit, bis er sich traut und von der Vorlage von Thomas Hitzlsperger provitiert.

11.01.14 Fußball ist alles, auch schwul

Ein anderes Thema und weiteres Positivum ist es in meinen Augen, dass die homophobe Gesetzgebung Russlands zu Absagen von Besuchen der olympischen Spiele durch hochrangige Staatsmänner und Politikerinnen und Politker geführt hat. Vor wenigen Jahren hätte dieses Thema auf dieser Ebene niemals einen so hohen Stellenwert gehabt. Das stärkt sowohl lesbischen und schwulen Sportlern als Teilnehmern der olympischen Spiele den Rücken, als auch in erster Linie den Schwulen und Lesben in Russland und den anderen Staaten des ehemaligen Ostblocks, die dort teilweise unglaublichen Repressalien bis hin zu körperliche Gewalt und Mord ausgesetzt sind.

Ich selber habe das große Glück zur rechten Zeit im richtigen Land zu leben. Auch wenn für mich seinerzeit das Erkennen und das Outing nicht einfach war, lebe ich nun schon seit 13 Jahren offen schwul und kann sagen, dass ich in der überwiegenden Mehrheit nur positive Erfahrungen und Reaktionen erlebt habe. Von daher wünsche ich mir, dass dies in Zukunft nun auch Fußballspieler und alle anderen Sportler so erleben können.

Beim Laufen ist Homosexualität allein schon aufgrund der Tatsache, dass es kein Mannschaftssport ist, kein Thema. Auch wenn ich schon ein paar Mal über Rainers Erlebnisse in einem (zu) kleinem Duschzelt zum Ende eines Laufes schmunzeln mußte, dass er immer als Darkroom bezeichnet (Verzeihung, lieber Rainer, aber das mußte jetzt sein 😀 ).  Scherz beiseite. Ich wünsche mir, und sicher nicht nur ich, dass es beim Sport, egal welcher Couleur, in erster Linie um den Sport und die erzielten Leistungen der Sportler geht und nicht um deren sexuellen Präferenzen. Aber bitte ohne das sich jemand verstecken oder verbiegen muß. Durch das mutige Bekenntnis von Thomas Hitzlsperger sind wir da wieder einen Schritt weiter.

Advertisements

39 Kommentare zu “Sport und Homosexualität

  1. Lieber Volker,

    es gibt Themen, und dazu gehört nunmal die Homosexualität bei Sportlern in Mannschaftssportarten, die m.E. nicht unbedingt besonders spannend sind, sondern von unserer Medienwelt genau dazu gemacht werden. Im Vorfeld wird schon seit Jahren die Spannung von der Presse geschürt, wann sich der erste Fußball-Profi outet. Ich denke, dass hat eher zu einer Zunahme der Homophobie bei dem Publikum geführt, denn auf einmal könnte die Vorbildfunktion des Idols für den heterosexuellen Macho ins Wanken kommen, es wird bei jedem Siegesjubel etwas in die Umarmung mit anderen Spielern hinein interpretiert. Ein Problem stellt dies für die meisten Mitspieler wahrscheinlich nicht dar, wenn sie wissen der XY ist schwul, es wird so sein, wie in der Bevölkerung, die Einen interessiert es gar nicht und die Meisten werden es tolerieren. So wie es bei den Profifußballern auch Machos gibt, die frauenfeindliche Sprüche ablassen, gibt es sicher auch ein paar Homophobe, na und?

    Was die Absagen bei den olympischen Spielen angeht, glaube ich nur in Ausnahmefällen an eine echte „Protestaktion“, es gehört wohl eher zum guten Ton, sich tolerant zu zeigen und reaktionäre und homophobe Haltungen anderer Regierungen abzustrafen. Ich bin gespannt, wie das 2022 bei der Fußball-WM in Katar gehalten wird, denn dort sind es doch die Frauenrechte, die „etwas“ mit Füßen getreten werden 😉

    Mir selbst ist es immer ziemlich egal, ob jemand diese oder jene Sexualität pflegt, Hauptsache er/sie lässt mir die Meinige, dann muss es auch keine Ängste geben, egal bei welcher Ausrichtung 🙂

    Schönen Sonntag noch

    Salut

    Christian

    • Lieber Christian,

      ich gebe Dir in all Deinen Beschreibungen recht. Es wird immer ein paar Homophobe geben, na und. So sehe ich das auch.

      Auch das die Politiker nicht aus reiner, selbstloser Solidarität zu den Homosexuellen handeln, ist mir klar. Aber solange sie so handeln und es somit der Sache dienlich ist, soll es mir recht sein.

      Dir auch noch ein paar schöne Restsonntagsstunden.

      Moin Moin
      Volker

  2. Dass so ein Outing in der heutigen Zeit noch solche Wellen schlägt, finde ich doch sehr schade. Es liegt sicher daran, dass es sich um einen Fußballer handelt. Ansonsten ist das Thema in der Gesellschaft doch gut angekommen. Oder doch nicht?
    Mir ist es auf jeden Fall wurscht. Ob so oder so oder wie auch immer!
    Liebe Grüße, Bianca

    • Tja, der Fußball als des Deutschen Heiligtum ist da doch wohl noch was besonderes.

      Das Thema ist sicherlich, zumindestens in Deutschland zum Großteil durch, Was noch fehlt, wird auch so schnell nicht mehr kommen, aber damit kann man leben.

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Ein Fressen für die Presse, sie stürzt sich mit Freude auf solche Nachrichten, morgen wird es ein anderes Thema sein. Hitzlsperger hat ein Zeichen gesetzt, sich geoutet. Ob schwul, lesbisch, heterosexuell, grün, gelb, rosa oder sonst etwas, mir kommt es auf den Menschen an, das zählt, egal, wie er ist, was er ist.

    Eine Freundin hat sich vor Jahren mit ängstlichen Worten geäußert: “ Ich muss dir was sagen, ich bin lesbisch „, was ich bereits geahnt hatte, sie fürchtete um meine Antwort – musste sie nicht, wir sind seit über 10 Jahren gute Freunde.

    Toleranz heißt das Zauberwort
    das viele nicht kennen
    auch in der heutigen Zeit
    leider
    und nicht nur diesbezüglich

    • Ich kann Deine Freundin nur zu gut verstehen, genauso ging es mir seinerzeit auch. Das meine Ängste und Sorgen fast vollständig unbegründet waren, konnte ich, genau wie Deine Freundin, ja im Vorfeld nicht wissen.

      Toleranz heißt das Zauberwort, aber gegen eine Handvoll ewig Gestriger ist kein Kraut gewachsen. Zum Glück sind diese auf ihre Art auch eine Minderheit.

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Schon erstaunlich, welche medialen Wellen das Outing von Hitzlsperger geschlagen hat und noch schlägt. Ich frage mich, welche von den Barrieren, die als Argumente gegen das Outing eines aktiven Sportlers angeführt werden, überhaupt noch Bestand haben. Sind es wirklich „die dumpfen Fans“, vor denen sich ein Aktiver fürchten musste? Oder die abspringenden Sponsoren? Oder Mitspieler, die damit nicht umgehen können? Oder werden die Probleme aufgebauscht – Reaktionen wie die von Arjen Robben legen das nahe. 😉

    Natürlich: Feindselig-ablehnende Reaktionen gibt es leider immer noch, wie das Beispiel der Petition zeigt, die ein baden-württembergischer Lehrer initiiert hat, weil die Vielfalt von Lebensformen in schulischen Lehrplänen verankert werden soll – mit einer unendlich dämlichen Argumentation. Ich glaube (und wünsche mir!) aber, dass sie in unserer Gesellschaft inzwischen nicht mehr widerspruchslos toleriert werden. In totalitären oder manchen sehr religiösen Gesellschaften schlug das Pendel leider zuletzt in die andere Richtung – aber Gottseidank wenden sich immer mehr Politiker, Sportler, Organisationen … offen dagegen!

    Was dennoch viel stärker ausgeprägt bleibt, sind unterschwellige Unsicherheit, Ablehnung und Angst vor dem Anders-Sein – und die über Jahrzehnte geprägten Assoziationen von „schwul“ mit „weiblich“, „weich“ oder „promisk“, die sich dann in Sprüchen wie „schwuler Pass“ oder der Verbindung „dunkles Duschzelt = Darkroom“ äußert. Es wird sicher noch lange dauern, bis diese Assoziationen raus aus der Sprache und damit auch den Köpfen sind.

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Die Reaktion von Arjen Robben habe ich gerade mal gegoogelt, so soll es sein 🙂

      Von der Petition dieses Lehrers habe ich auch schon gehört. Geht ja auch nicht, wenn wir Homosexuelle doch u. a. so suizidgefährdet sind *kopfschüttel*

      Mit den unterschwelligen Unsicherheiten und Ängsten hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen. Diese Denken zu ändern ist die wirkliche Herkulesaufgabe!

      Liebe Grüße
      Volkr

    • Hilfe! Ich werde nie mehr das Wort Darkroom in den Mund nehmen,m geschweige denn schreiben. Na gut, jetzt weiß ich zumindest, dass tief in mir ein homophobes Ich schlummert …

      Nein, sorry, ich halte Homosexualität durchaus für eine normale Sache. Probleme habe ich damit überhaupt keine, wirklich nicht. Ich gehe auch weiterhin in Langsur duschen … (ich hoffe, Ihr versteht diese Ironie) 😉

      Im Übrigen verfolge ich mit Interesse die Diskussionen um das Outing von Herrn Hitzelsperger. Auch wenn das viel zu viel Aufmerksamkeit bekommt.

      Leben und leben lassen. Es wäre so schön!

      Liebe Grüße
      Rainer 😎

      • Lieber Rainer,

        ich hoffe, Du weißt wie ich das gemeint habe 😉 Ganz so ausgeprägt kann Deine Homophobie nicht sein, wenn ich daran denke, dass Du Deine ganze Familie in einem schwulen Haushalt mitgebracht und einen schwulen Läufer sogar bei Euch übernachten lassen hast 😀

        Löblich und tapfer von Dir, dass Du Dich auch weiterhin in das dunkle Duschzelt trauen wirst 😉

        Ich verfolge die Diskussion auch mit Interesse. Der nächste wird es schon leichter haben.

        Liebe Grüße
        Volker

  5. Klar, Hitzlsperger hat einen weiteren Damm gebrochen. Ich finde dabei lediglich wichtig, dass endlich auch das stereotype Bild des Profifußballers (maskulin, verheiratet) Risse bekommt. Für Jugendliche, die schwul sind und gerne Fußball spielen, ist es ein wichtiges Signal. Bleib auf deinem Weg, Schwule und Fußball passen durchaus zusammen. Beim Laufsport war die sexuelle Orientierung nie ein Thema, aber der ist in den Medien und im fußballverrückten Deutschland nicht so präsent. Ich habe als Läufer noch nie irgendwelche Beleidigungen erfahren müssen.

    • Hallo Hendrik,

      willkommen auf meinem Blog.

      Das das stereotyüe Bild Risse bekommt, dass hast Du gut beschrieben. Über den Profifussbal hinaus, macht es das in der Tat erstrecht für die breite Amateurfußfallermasse leichter, gerade auch im Jugendfußball.

      Beim Laufen habe ich auch noch nie negative Erfahrungen machen müssen. Allerdings weiß es bei einer Laufveranstaltung ja auch niemand, es steht mir ja nicht auf der Stirn geschrieben. Und meinen Lauffreunden ist es eh sowas von Wurscht

      LG Volker

    • Moin Genova,

      willkommen auf meinem Blog.

      Diese extremen Schwulenhasser bereiten mir immer wieder einen Kloß im Hals. Aber es wird die verbohrten, engstirningen Idioten, die keinen sachlichen Argumenten zugänglich sind, immer geben. Das ist nicht nur beim Thema Homosexualität so, damit werden wir uns abfinden müssen.

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Ich glaube, dass dieses Outing deshalb so medienträchtig ist, weil es im Profi-Fußball bisher noch immer tabuisiert wurde/wird. So lange Funktionäre, Trainer und andere einflussreiche Personen die Meinung vertreten, im Fußball gäbe es keine schwulen Männer, haben die „Betroffenen“ logischerweise Angst vor möglichen Konsequenzen. Sehr, sehr schade, so was!

    • Du hast recht, Eddy. Darüber hinaus haben die Medien auch lange auf den ersten, der diese Schritt wagt, gelauert.

      Ich hoffe, dass der Thomas Hitzlsperger die Tür einen Spalt geöffnet hat und die nächsten diese ganz aufstossen. Dann wäre, zumindestens in Deutschland, erstmal Ruhe im Karton.

      Das wäre dann nicht mehr schade sondern schön. Schaun wir mal.

      LG von OL nach HB
      Volker

  7. Die sexuelle Orientierung eines Menschen sagt nichts über den Mensch selbst aus. Da sind ganz andere Sachen wichtig.

    Es gibt nur leider Menschen, die lieber in Schubladen denken, als sich wirklich mal mit jemand anderem durch Gespräche auseinander zu setzen. Schade für sie, da geht einem viel verloren.

    Und ja, unsere Medien stehen auf sowas! Schade nur dass es genug lesen, sonst würden Sie was anderes drucken, oder?

    • Hallo Matthias, lange nicht mehr gesehen.

      Sorry, ich mußte Dich mal wieder erst aus dem Spam-Ordner fischen.

      Sich in Gesprächen mit einer Sache auseinander zu setzen, könnte ja das eigene Weltbild verändern, davor haben wohl einige Angst.

      Die Medien machen immer mehr auf Sensation, ich bin mal gespannt, was denen in 10 bis 20 Jahren überhaupt noch einfällt…

      LG Volker

  8. Ich habe mich einfach nur gewundert über die Resonanz in den Medien und frage mich daher, ob das Outing an sich so eine Sensation ist, oder ob die Medien erst eine Sensation daraus gemacht haben? Auch in den Salzburger Nachrichten fanden sich gestern seitenweise (!) Artikel über Homosexualität im Spitzensport. Vielfach wurde dabei auf den Einfluss der Sponsoren und den „Verkaufswert“ einer Mannschaft hingewiesen. Aber auch den bestimmen doch schlußendlich die Fans, bzw. Konsumenten.
    Aber grundsätzlich finde ich es sehr bewundernswert, wenn einer, der in der Öffentlichkeit steht (und wenn nicht vorher, dann jetzt bestimmt), sich traut, zu seiner Sexualität zu stehen und damit vielleicht wieder ein kleines Schäufelchen an Vorurteilen beseitigen kann!

    • Die Medien haben sicher auf das erste Outing aus der heterosexuellen Festung Fußfall gelauert. Schon im Vorfeld wurde immer mal wieder darüber spekuliert, wann der erste Fußballprofi sich das wohl trauen wird.

      Über den Einfluß eines solchen Outings auf Fans, Sponsoren etc. kann man sicher nur spekulieren. Firmen und Konzerne fürchten heute eher als homophob verschrien zu sein, weil eben diese dem Geschäft abträglich ist.

      Prominente, die ,in ihrer jeweiligen Sparte, den ersten Schritt getan haben gebührt großer Respekt. Thomas Hitzlsperger ist nun der erste im Profifußball, dass ist siche nochmal ein besonderer Schritt. Ich kann ihm nur zu seinem Mut gratulieren.

      Der Präsident des Österreichischen Skiverbandes ist übrigens gerade das gegenteilige Negativbeispiel, mit seinen Äußerungen zur Homophobie in Russland im Vorfeld der Olympischen Spiele. Es bleibt also immer noch viel zu tun.

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Schon verrückt wie eine eher harmlose Outing-Nachricht eines Fussballers in den Medien einschlägt.
    Das WARUM erklärst du an den selbst genannten Beispielen ziemlich genau.

    Ein bisschen mehr Toleranz könnte man in der heutigen Zeit schon von der Menschheit erwarten. Schade das es anscheinend noch lange nicht soweit ist.

    • Tja, lieber Frank, offensichtlich war in der großen Fußballwelt dieses Outing noch nicht so harmlos. Zumindestens nach Medienmeinung.

      Toleranz ist immer relativ, so geht es z. B. auch jede Menge intolerante Homosexuelle. Erwarte da einfach nicht zu viel von der Menschheit.

      LG Volker

  10. Danke für Deinen Post! Du hast ja dazu Deine persönliche Perspektive. Mich befremdet immer ein wenig, dass sich Menschen überhaupt „outen“ müssen, um letztendlich ihr Leben nach Ihren Wünschen gestalten zu können. Und das noch in einem sehr privaten Bereich, der andere sowieso nichts angeht. Das hat sowas wie rechtfertigen. Aber wofür denn eigentlich?
    Ich frage mich manchmal, wie Schwule und Lesben noch vor wenigen Jahren ihr Leben gestalten konnten bzw. wie sie das innerhalb der engen Grenzen, die ihnen die Gesellschaft zog, konnten.
    Liebe Grüße
    Elke

    • Da nich für, liebe Elke. Schließlich sehe ich dieses Thema immer noch etwas mit anderen Augen, oder sagen wir mal zumindestens etwas intensiver.

      Also spätestens wenn man in einer Partnerschaft lebt, kommt man an einem Outing nicht vorbei, wenn man zu seinem Partner und seiner Beziehung stehen will. Zum Glück sehe ich mich nicht in der Situation mich zu rechtfertigen. Wie die Leute, die es aus welchen Gründen auch immer, zu wissen bekommen, damit umgehen, ist ihr Problem. Da bin ich inzwischen sehr schmerzfrei.

      Ich kann Dir Geschichten von älteren Schwulen erzählen, wie es ihnen früher ergangen ist. Das sind teilweise wirklich keine schönen Geschichten. Aber wir brauchen gar nicht in die Vergangenheit schauen, sondern nur hier und heute über unsere Landesgrenzen hinweg gen Osten. Da weißt wie brutal und hart das Leben für Schwule und Lesben ist, die sich nicht verstecken.

      Liebe Grüße
      Volker

  11. Hallo Volker,
    dazu fällt mir nur ein: Schade, dass dies immer noch so ein Medienecho auslöst.
    Alles andere wurde oben schon geschrieben.
    Liebe Grüße
    Karina

    • Hallo Karina,

      vielleicht verhallt dieses Medienecho in Fußballkreisen genauso, wie es das schon bei Politikern und Künstlern getan hat.

      Es ist schon viel geschrieben worden, das beeindruckt und freut mich.

      Liebe Grüße
      Volker

  12. Wenn man sich diese Diskussionen in 20 oder 30 Jahren nochmal anschaut wird man unsere Gesellschaft rückblickend als sehr rückständig bewerten. Hier in Bayern ist dass ja noch konservativer. In der Augsburger Allgemeinen war wieder so ein Leserbrief, da kann man nur den Kopf schütteln. Zum Teil würden diese homophonen Spasten ihr Kreuz vermutlich noch bei der NSDAP machen.

    • Wenn das in 20 oder 30 Jahren so wäre, würde es mich freuen.

      Die ewig Gestrigen wird es immer geben, nicht nur in Bayern. Die würden auch noch wieder die KZ aufmachen für Schwule, Juden und Zigeuner. Mit solchen geistigen Tieffliegern werden wir bis an Ende unserer Tage leben müssen.

      LG Volker

  13. Ich weiß nicht wieso, aber so viele Themen, die eigentlich keiner Nachricht Wert sind, werden zu einer wahren Schlacht an News verarbeiten. Für mich werden die Medien immer mehr zum Haar raufen und als ich die erste Info dazu gehört hatte, nahm ich es hin und vergaß es direkt wieder. Arg wundern musste ich mich dann aber am Abend über die gesamte Bandbreite an Medien, egal ob TV, Print, Online.

    Dennoch finde ich es nicht unwichtig, dass so auf die Problematik aufmerksam gemacht wird. Ich kenne aus beiläufiger Erfahrung tatsächlich die Meinung, dass es angeblich keine schwulen Spieler gibt. Solch Kommentare konnte ich immer nur mit Augenrollen kommentieren. Aber mir scheint, dass es tatsächlich leider häufiger noch so ist, als dass Toleranz überwiegt.

    • Das mit den Medien sehe ich genauso wie Du. Die Aufbauscherei erlebt man jedes Mal, wenn es etwas schneit oder stürmt. Dann wird gleich ein Jahrhundertunwetter davon gemacht, nur mal so als weiteres Beispiel.

      Tja, diese Meinung wurde zumindestens eines besseren belehrt 😉 Toleranz ist ein weiter Begriff, ich kenne auch genügend intolerante Homosexuelle. Das Problem ist, für andere Lebenseinstellungen und Werte muß man offen sein, Toleranz läßt sich nicht überstülpen.

      Liebe Grüße
      Volker

  14. Lieber Volker,

    ob weiß, schwarz, gelb, rot, hetero, homo oder bi… ist doch alles egal – wir sind alle Menschen und im Endeffekt sind wir alle gleich! Was wirklich wichtig ist, sind doch die inneren Werte und nicht welche Haarfarbe wir haben oder wen wir lieben!

    Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie schwer die Entscheidung sein muss, sich zu outen, und ich habe großen Respekt, für alle Menschen die den Schritt wagen. Eigentlich sollte es etwas ganz normales sein, hoffentlich sind wir bald da!!

    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      wenn nur alle Menschen so denken würden …

      Zu Anfang ist das Outing schwer, danach befreiend und in der Regel ein sehr positives Erlebnis. Für die meisten wenigstens, leider gibt es bei manchen auch schlechte Erfahrungen mit Familie und Freunden.

      Liebe Grüße
      Volker

  15. Hallo Volker,

    ja, auch in Österreich gab es ein Rauschen im Blätterwald….wobei der Eindruck für mich entsteht, daß die Medien die Sache sehr, sehr dankbar aufgenommen haben. Insofern gefällt mir Robben´s Antwort zu dem Thema ganz gut! 🙂

    Irgendwie muss ich an die legendäre Aussage des österr. Grünen-Politikers Prof Van der Bellen zum Thema Heirat zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern gesagt hat: „Wenn Homosexuelle die gleichen Fehler machen wollen wie Heterosexuelle, dann soll man sie das tun lassen!“ 🙂
    Das war natürlich mit einem Augenzwinkern gemeint (da in Österreich 40-50% der Ehen geschieden werden).

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

    • Hallo Wolfgang,

      Robben`s Antwort strahlt genau den richtigen Umgang mit dem Thema aus.

      Haha, in Deutschland dürfte die Scheidungsrate ähnlich hoch sein. Die ersten Homoehen sind auch schon dabei 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  16. Ja, der Fußball. Des Deutschen liebster Sport. Und bitte nur mit „richtigen“ Männern die ein Model als Frau haben. 😆
    Man man, wer glaubt denen denn das ganze Theater? Wurde Zeit das mal einer die Wahrheit sagt. Wobei es wahrscheinlich für einen aktiven Spieler noch die Hölle werden könnte. Es gibt einfach immer noch zu viele verbohrte, engstirnige Menschen.
    Aber ein Anfang ist gemacht.
    Hoffen wir, das er Wellen schlägt 🙂
    Im positiven Sinne natürlich.
    Liebe Grüße
    Helge

    • Ja, das Thema Fußballerfrauen ist ja ebenfalls sehr kliescheebehaftet 😉

      Wie es wirklich für den ersten aktiven Fußballer sein wird, werden wir erst erfahren, wenn es der erste getan hat. Ich rechne immer noch nicht damit, dass dies sehr schnell geschehen wird. Darauf werden die Medien weiter lauern…

      Engstirnige und verbohrte Menschen wird es zu allen möglichen Thema immer geben. Damit müssen wir uns abfinden. Wenn die große Masse der Menschen sich offen und tolerant zeigt, ist schon viel gewonnen.

      Liebe Grüße
      Volker

  17. Pingback: Sport und Fitnessblogs am Sonntag, 12.01.2014

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s