Horizonte verschieben sich

„Ich geh laufen“, diese Verabschiedung beim Liebsten zur Ausübung des Liebsten ist in der Regel der Startschuss zu einer meiner Standardrunden. Diese liegen nach Lust und Laune bei 10 bis 17 km. In den letzten Wochen verschoben sich die Dimensonen und der Ruf „Ich  geh laufen“ läutete einmal die Woche eine Laufabwesenheit von drei Stunden plus ein. War es die ersten Male noch etwas besonderes, dass es wie einen Berg zu erklimmen galt, merkte ich letzten Sonntag und diesen Samstag, dass die längeren Distanzen so etwas wie „normal“ werden. Heute also auch nochmal. Um die geplanten 30 km zusammenzukratzen reihte ich einige meiner Standardrunden aneinander.

Die Strecke ging über den alten Bahndamm, nach sehr langer Zeit (weil eigentlich zu hundelastig) mal wieder um den Kleinen Bornhorster, hinter dem Großen Bornhorster See Richtung Ipweger Moor, durch das kleine Naturschutzgebiet Gellener Torfmöörte, über die Landstraße in die Wesermarsch hinweg an die Hunte, auf dem Huntedeich dann wieder gen Oldenburg und schlußendlich wieder zurück zum trauten Heim.

Am Rande sei noch erwähnt, dass die neuen Windkraftanlagen am Rande des Kleinen Bornhorster Sees mit 156 m die höchsten „Gebäude“ Oldenburgs werden. Nicht am Rande erwähnt sei, dass es während des Laufes von 13° auf 19° richtig warm wurde, dazu fehlte der Wind. Sehr ungewohnt für mich und ein guter Test über eine längere Distanz mit etwas höheren Temperaturen zurechtzukommen. Das klappte auch ganz gut, in schöner Natur und mit Musik auf den Ohren verflogen Kilometer um Kilometer. Allerdings wurden die Beine diesmal ab 22 oder 23 km schon schwerer und dann machten mit Vollendung des 26. Kilometers die Waden dicht.  Sie krampften leicht, genauso wie die A….backen. Letzteres hatte ich noch nie. So streute ich auf den Kilometern 27,28 und 29 erstmals seit langer Zeit ein paar Gehetappen ein. Den finalen Kilometer konnte ich aber wieder gut durchlaufen.

Woran lag`s? Ich kann da nur Vermutungen anstellen, vielleicht die ungewohnte Wärme oder auch die vielen Kilometer der letzten Wochen. Ich seh das nicht so tragisch. In der kommenden Woche stehen eh nur noch zwei kürzere Läufe auf dem Programm. In der Woche darauf werden dann die Füße hochlegt. Dann rücken sich die Horizonte wieder zurecht 😉

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26 Kommentare zu “Horizonte verschieben sich

  1. Lieber Volker,

    als erstes möchte ich Deine wunderschönen Photos loben, sehr satte Farben, hast Du jetzt schon eine neue Kamera? Denn Geisterbilder erkenn ich gar nicht mehr?
    Ansonsten ist es bestimmt die Distanz, die Deinen Beinen momentan zu schaffen macht, die längere Erholung und Regeneration ist sicher notwendig, damit der Lauf zur Nordsee ohne Qual verläuft, ich drück Dir alle Daumen und verdrück immer noch ein Tränken 😦
    Erhol Dich gut und genieß das Wochenende!

    Salut
    Christian

    • Lieber Chrisitan,

      danke für das Lob. Die Bilder sind mit der Medion-Cam gemacht. Die Bildqualität ist wirklich gut. Allerdings nervt mich die Menüführung, so werde ich mir nochmal eine neue suchen.

      Ja, die langen Läufe der letzten Zeit werden ihren Anteil daran haben, einwenig auch die Wärme. In den nächsten eineinhalb Wochen kann ich nun eh nichts mehr erzwingen. Außedem sind die letzten Wochen wirklich optimal gelaufen. Von daher steht jetzt die Erholung und Regenartion im Vordergrund.

      Wisch das Tränchen weg, lieber Chrisitan, Mailand statt Oldenburg ist auch nicht zu verachten 😉
      Ich hoffe sehr, dass wir bald die Gelegenheit haben gemeinsam zu laufen. Müssen ja nicht gleich über 50 km sein 😉

      Moin Moin
      Volker

  2. Woran des liegen mag
    das ist schwer zu ergründen
    kann schon sein
    dass dein erhöhtes Pensum in der letzten Zeit
    naturgemäß in ungewollten Malaisen enden
    vielleicht auch ein Signal
    “ jetztreichtsliebervolkersonstgehtesindiehosenoderso “
    erhole dich gut
    alles wird gut ! 😎

    • Liebe Margitta,

      die letzten Wochen sind wirklich optimal gelaufen, also kann ich jetzt sicher den Ball flachhalten. Und mit frischen, ausgeruhten Beinen kann ich dann hoffentlich demnächst ins neue Laufabenteuer starten 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,

    sehr schöne Bilder hast du von deinem Lauf mitgebracht!! Es sieht fast nach Sommer aus! 🙂

    Deine Pläne mit nur noch zwei kürzere Läufe und dann die Füße etwas hochlegen vor dem großen Ereignis ist sicher eine gute Idee!! Ich drücke dir natürlich alle Daumen, dass das hilft damit du die lange Kante danach auch ohne Probleme genießen kannst!!

    Liebe Grüße Anna

    • Es war auch schon fast wie Sommer, liebe Anna. Nur der, allerdings sehr schwache, Nordwind war noch kalt.

      Der gestrige Lauf war tatsächlich als letzter langer Lauf geplant. Jetzt möchte ich es in den nächsten Tagen bei den zwei kurzen Läufen belassen und auch nochmal aufs Fahrrad steigen.

      Dann schaun wir mal, was die lange Kante bringt 🙂

      Liebe Grüße
      volker

  4. Tolle Fotos! Neue Kamera?
    Erhol dich gut und fütter deine Muskeln mit Magnesium oder was dir sonst noch so gut tut. Vielleicht kannst du dir ja auch eine Massage gönnen.

    Viele Grüße, Christiane

    • Die Fotos sind mit der Aldi-Cam gemacht. Qualitätiv sind die gut, aber die Kamera gefällt mir von ihrer Funktionalität nicht. Ich werde mich also noch nach einer neuen Umschauen.

      Meine Muskeln bekommen schon seit langen ihre tägliche Magnesiumpille. Eine Massage wäre mal eine Überlegung wert 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Horizonte verschieben – das erlebt wohl jeder, der läuft/mit dem Laufen anfängt. Sind beim Start 10km unerreichbar, sind sie irgendwann das Minimum. Distanzen verschieben sich in ihrer Relation. „Ich hab ein anderes Verhältnis zu Distanzen“ hab ich mal ner Freundin gesagt, als die sich darüber beklagte, dass ich zu weit weg geparkt habe.

    Deine Bilder spiegeln eine satte Natur wieder – grün über grün, wie ich beim letzten mal ja schon schrieb. Das sieht irre aus. Hast Du auch mal bewohnte Gebiete/Weiler o.ä. zwischendurch?

    • Du hast recht, speziell in der Anfangszeit verschieben sich die Horizonte sehr stark und oft. Bei mir waren sie aber schon ziemlich eingefahren 😉

      Hehe, die Antwort an Deine Freundin war gut, die muß ich mir merken 🙂

      Sobald ich erstmal Oldenburg hinter mir gelassen habe, komme ich durch keine Dörfer mehr. Gelegentlich mal ein paar einsame Einzelhäuser und ein einziges Mal eine Ansammlung von fünf, sechs Häusern.

      Den Begriff Weiler kennen wir hier oben übrigens überhaupt nicht 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker,
    ein wunderschöner Beitrag! 😀
    Schöne Fotos, aber noch schönerer Inhalt! Auch ich kenne das verschieben der Grenzen durch die Lauferei. Waren vor meinem ersten Halbmarathon 10km noch ein langer Lauf, entwickelten sie sich zur Standarddistanz. Nach meiner Laufpause heuer im Winter waren sie plötzlich wieder viel „länger“, als noch im Herbst. Welche Grenzen wir wie weit verschieben können, ist schon faszinierend! 🙂
    Dein Lauf klingt toll – die Krämpfe weniger. Woher sie kommen, weiß ich nicht, würde aber auf ungewohnte Wärme und doch stark erhöhte Wochenkm tippen. Auf dem letzten Bild siehst du doch ein wenig müde aus.
    Erhol dich gut! 🙂

    • Liebe Doris,

      danke für das Kompliment 🙂

      Ja, ist doch klasse wie wir immer wieder die Horizonte neu setzen. Wie schön ist es z. B. auch nach einer Verletzung wieder 5 und später wieder 10 km laufen zu können. Und dann in Zeiten wo es gut läuft, die Grenzen immer weiter nach oben verschieben, herrlich 😀

      Zum Glück waren die Krämpfe nur schwach und von kurzer Dauer. Heute muß meine arme, rechte Wade auch noch drei Mückenstiche ertragen 😉

      Hehe, da WAR ich auch ein wenig müde. Schließlich war ich für den Lauf sogar extra früher aufgestanden ❗

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Krämpfe im Hintern? Das ist tatsächlich etwas Neues. 😉

    Ich empfehle bei so hohen Temperaturen Salztablette. Zwei Stück mit etwas Wasser vor dem Lauf einwerfen, das hilft gegen Krämpfe. Nach leidvollen Erfahrungen habe ich das selbst ausprobiert und kann sagen, dass es funktioniert. Das erinnert mich daran, dass ich keine von den kleinen Salzpillen mehr habe. Muss ich noch besorgen vor unserem Abenteuer, bei dem bestimmt tollstes Wetter sein wird.

    Die Fotos machen jedenfalls viel Lust auf einen schönen langen Lauf. Du taperst nun also… Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich machen soll. Mein Marathon war irgendwie eine Woche zu früh. Aber ein wirklich langer Lauf macht nun auch keinen Sinn mehr. Ich werde die kommenden knapp zwei Wochen wohl auch ruhig angehen lassen.

    Gute Erholung. Sei nicht beunruhigt, wenn die Gelenke und Knochen in den nächsten Tagen etwas murren. Das ist ganz normal in der Erholungszeit.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Tja, lieber Rainer, erstaunlich wo überall etwas krampfen kann, gelle? 😉

      Salztabletten habe ich noch nie genommen. Das wäre mal einen Versuch wert. Was für welche nimmst Du da?

      Ja, ich leite nun die Tapering-Phase ein 🙂 Ich denke, Du brauchst auch keine Bäume mehr auszureißen. Ein paar lockere Läufe über Woche vielleicht noch … Einen richtig langen Kracher mit Deinem Lauftreff am kommenden Wochenende würde ich mir aber sparen 😉

      Ich bin mal gespannt mit welchen „Phantombeschwerden“ mein Körper noch versuchen wird mich von meinem Vorhaben abzubringen 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Hallo Volker,
    ja so verschieben sich die Dimensionen, die Horizonte, die Trainingsumfänge. Mir scheint, nun spurtest Du auf Dein Event zu…? Volker, the „Unstopable“!
    Erfolgreiche Ultravorbereitung weiterhin!
    Liebe Grüße
    Elke

    • The Unstopable … schaun wir mal, in nicht allzulanger Zeit weiß ich mehr 😉

      Auf jeden Fall geht die Vorbereitung schon mal auf Rest 🙂

      Danke und liebe Grüße
      Volker

  9. Die Bilder sind fantastisch…..schade, daß die Menüführung der Kamera offenbar schlecht ist! Zum Thema Waden kann ich nur beitragen, daß meine nach fast jedem lauf „ziehen“. Mein Arzt hat mir Magnesium empfohlen, aber das nehme ich über Mineralwasser, Nüsse etc ohnehin auf.

    Toll, daß Du Deine Distanzen so steigern konntest!

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

    • Danke für das Kompliment. Ich denke, dass wird eine neue Kamera mit vernünftiger Bedienung auch hinbekommen 🙂

      Ich gönne mir täglich eine Magnesium-Tablette. Die gibts hier bei Hofer, wie Aldi bei Euch ja heißt 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Das klingt doch super und die neuen Bilder sehen genauso super aus.

    Evtl. hast du zu wenig getrunken oder Magnesium- / Salzmangel war die Ursache.
    Beim nächsten Mal einfach mehr trinken und auf der Hälfte vielleicht eine Magnesium-Tablette einwerfen.

    • Danke, Steve.

      Die Waden waren auf meinen langen Kanten und den Marathon schon immer meine sensible Seite. Eine Magnesium-Tablette gab es noch vor dem Start. Ich werde es beim nächsten Langen noch mit Salz probieren.

      LG Volker

  11. Richtig ordentliche Distanzen sind das ja wirklich schon wieder. Also ich sehe da garkeine Probleme, dass du deinen geplanten Lauf in den Norden nicht packen solltest!

    • Moin Markus,

      also sagen wir mal so, ich mache mir um den Lauf an die Nordsee nicht mehr Sorgen als vorher 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  12. Danke für die tollen Bilder, Volker!
    Horzionte verschieben – toll, wenn das geht. Und erstaunlich zugleich, wie auf einmal Distanzen zur Normalität werden, von denen man davor gedacht hat, sie wären sooo lang.
    Nun ruh‘ Dich schön aus für Dein baldiges Vorhaben!!!
    Liebe Grüße, Bianca

    • Ausruhen ist auch eine schöne Disziplin, liebe Bianca.

      Ich glaube darin bin ich sogar richtig gut :mrgreen:

      Liebe Grüße
      Volker

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