Sehnsucht und Trugschluß

Jeder Sommerliebhaber und Urlauber bekommt so langsam die Krise: Regen, Regen, Regen. Ich hingegen saß in meinem Büro und schaute sehnsuchtsvoll nach draußen. Laufwetter! Allerdings blieben die angekündigten Starkregen aus und auch der immer wieder währende Blick auf das Regenradar ließ erahnen, dass es zum Feierabend mit der reinen Regenlauffreude wohl schon wieder vorbei sein wird.

Als ich dann um 17:00 Uhr startklar vor der Tür stand nieselte es lediglich noch. Der Nieselregen begleitete mich zwar über den ganzen Lauf, meistens war er aber nur schwach. Ab und zu war er auch mal nicht so stark 😉

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Mein intensives Berglauftraining war schon unglaubliche sechs Tage her. Seit dem bin ich nicht mehr zum Laufen gekommen. Dementsprechend fühlte ich mich als könnte ich Bäume ausreißen. Das Gefühl hätte mich stutzig machen müssen, war ich die vergangenden Tage doch nur gestresst und müde. Die coole Geburtstagsparty am Samstag diente dabei auch nicht gerade der Erholung 😉

Wie auch immer, ich hatte einfach Lust auf einen für Feierabendverhältnisse etwas längeren Lauf. Mit dem Wind im Rücken und den sanften Streicheleinheiten des seichten Nieselregens trabte ich locker dahin.

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Erst am Wendepunkt meiner Strecke merkte ich, dass der Wind gar nicht so ohne war und recht schattig daher kam. Außerdem wird auf meiner Lieblingslaufstrecke mal wieder gebaut. Ich bin mal gespannt wieviele Monate das nun wieder dauert 😦

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Aber noch konnte ich mich allen Verbotsschildern zum Trotz durch die Baustelle mogeln. Mal sehen, wie lange das noch klappt.

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Nach der Baustelle war dann aber so langsam Schluß mit Lustig. Die Lockerheit ging flöten und das Tempo näherte sich dem der Nacktschnecken an, die zu Hauf die Laufstrecke bevölkerten. Außerdem quälte mich Luft im Bauch, die einfach nicht entweichen wollte 😦 Die Waden fingen leicht an zu mauern und die Treppe der Huntetreppe bin ich seit langer Zeit mal wieder gegangen. Als ich oben die Restkräfte für die finalen 3 km sammelte und dabei sicher ein Bild des Jammers abgegeben habe, lief eine junge Läuferin im bauchfreien Singlet locker und flockig die Treppe hinauf und ohne stehenzubleiben und ohne mich eines Blickes zu würdigen weiter. Pöh, arrogante Ziege Angeberin :mrgreen:

Als ich mich wieder in Bewegung gesetzt hatte, widerstand ich auf der Reststrecke dem flehenden, inneren Wunsch stehenzubleiben oder Gehpausen einzulegen. Zumindestens das gelingt mir inzwischen. Ein Erfolg! 😀 Aber das anfängliche „Bäumeausreiß“-Gefühl war ein Trugschluß, ein regelrechter Rohrkrepierer.

Letztendlich habe ich die 18 km aber noch mit Anstand zu Ende gebracht, dass ist auch schon mal was 🙂

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18 Kommentare zu “Sehnsucht und Trugschluß

  1. Lieber Volker,

    die Läuferin hatte sicher nicht vor 6 Tagen ein hartes Bergtraining hinter sich, und sie war sicher auch nicht schon 15 Km gelaufen!!

    Übrigens, das harte Bergtraining hat mich natürlich sehr interessiert… „wer in Oldenburg Müllberge erklimmt, den können die Alpen sicher nicht mehr schocken“ – ein interessanter Spruch, dann einfach weiter fleißig Müllberge erklimmen und dann nichts wie ab in den Alpen :mrgrenn:

    Liebe Grüße Anna 😉

    Sehr schöne Bilder übrigens!!

    • Liebe Anna,

      danke für die tröstenden Worte 😉

      Ein interessanter Spruch, aber ob er so viel Wahrheit enthält? 😯
      Außerdem sind die Alpen ja so verdammt weit weg 😦

      Danke und liebe Grüße
      Volker

  2. Hallo Volker,

    da war bestimmt eine Profi-Läuferin und außerdem erst 2km unterwegs. Bestimmt sogar. 🙂 Vielleicht hat das Wetter diese Woche ja noch mal nen schönen Regenschauer für Dich übrig. Hier regnets gerade wieder mächtig. Ich fands unglaublich, wie viel Leute gestern über das Wetter gemeckert haben. Meine Güte… das muss doch auch mal regnen und dem kann man wirklich auch was Schönes abgewinnen.

    Gute Regeneration
    Anja

    • Nä, also für ne Profi-Läuferin war die viel zu langsam unterwegs, so wie die die Treppe hochgeschlichen ist :mrgreen:

      Bislang habe ich hier noch gar nicht so viel Gemecker übers Wetter gehört. Aber wer hier jetzt schon an der Küste im Urlaub ist, den könnte ich schon verstehen.

      Danke und liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,

    tja, auch diese Läufe gibt es, stark beginnen und dann einbrechen 😉 Häufiger ist das Gegenteil, bei mir auf jeden Fall. Ich hoffe da kündigt sich kein Infekt an.
    Was die arrogante Angeberin anbetrifft, so hat sie bestimmt keine 18 km in den Beinen gehabt und wollte nur ein wenig posen, Schwamm drüber 🙂
    Das Wetter ist im Moment wirklich das Maximum an Traumlaufwetterbedingungen, mehr geht nicht und ich bin meist den ganzen Nachmittag hibbelig, bis ich endlich am Abend den Heimweg antreten darf…gestern ebenfalls im Nieselregen und heute hoffentlich auch 😎

    Salut
    Christian

    • Lieber Christian,

      das Gegenteil ist da leichter zu ertragen 😉 An einen aufziehenden Infekt mußte ich denken. Noch merke ich nichts davon, aber wenn es so ist, dann ist es so, der geht dann auch wieder.

      Die Angeberin wollte sicher nur nicht zeigen, dass sie kurz vorm Erfrieren stand. Bauchfrei bei knapp 15° …

      Hehe, hibbelig war ich gestern auch und sollte es heute zum Feierabend nochmal richtig schön regnen, würde ich mich auch nochmal auf die Socken machen. Aber nur einen kurzen Lauf. Angekündigt ist es für hier aber leider nicht 😦

      Moin Moin
      Volker

  4. Lieber Volker,
    von wegen Rohrkrepierer. Du bist 18km gelaufen und nur, weil der Rückweg nicht mehr so energiegeladen verlief, war doch nicht der ganze Lauf ein Reinfall! Nach 15km ne Treppe raufzugehen ist doch wirklich nicht schlimm. 🙂 Immerhin bist du die restlichen 3km auch noch gelaufen und hast den ISH damit bezwungen. Also alles gut, oder? 😉

  5. Gratulation zum eisernen Willen! Ich hoffe, ich kann mir davon heute eine kleine Scheibe abschneiden, wenn ich zu meiner geplanten Strecke aufbreche… 😉

    • Naja, eiserner Wille läßt sich auf drei Kilometern natürlich besser durchhalten als auf 30 km 😉

      Planst Du was besonderes?

  6. Ich sag´s ja immer wieder. Wir sind schon ein bisschen bekloppt. Wir freuen uns, im Regen laufen zu gehen ;-). Super durchgehelten. Die arrogante Läuferin ist bestimmt gerade erst zu ihrem Lauf gestartet, war zu schnell für ihre Verhältnisse und hatte somit schon keine Puste mehr zum Grüßen.
    Liebe Grüße
    Karina

    • Da sind wir doch gerne bekloppt, in unserer zivilisierten Welt weiß man sowas gutes gar nicht mehr zu schätzen 😀

      Was auch immer zu der Grüßignoranz geführt hat, sie ist da ja wahrlich nicht die einzige.

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,

    das Phänomen kenne ich auch: Eigentlich ist man nach mehreren lauffreien Tagen ausgeruht – aber es läuft plötzlich so zäh, als hätte man sich total übernommen. Dagegen gibt es nur ein Rezept: Keine mehrtägigen Laufpausen! 😉

    Ansonsten sind wir Läuferinnen ja bekanntermaßen pervers – wenigstens aus Sicht von Nichtläufern. Aber wir wissen eben was gut ist: Regenwetter! 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Liebe Anne,

      keine mehrtägigen Laufpausen,dass ist ja gar nicht so einfach. Heute wäre ich gerne nochmal im Regen gelaufen, aber der ging mit stundenlangen Gewittern einher. Morgen soll es mächtig schwüle 29° werden, da spare ich mir das Laufen auch 😦 Aber vielleicht kann ich mich zum Biken aufraffen …

      So lange es nur Regenläufe sind, die pervers sind, bin ich gerne pervers :mrgreen:

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Alles über Deichhöhe ist übrflüssig … Ist der Spruch neu? Na ja, ich betrachte das mal als Herausforderung 😉

    Und was soll ich angesichts dieses Postulats zum Schwächeln an den Treppen sagen? Vielleicht trägst Du beim nächsten Mal auch bauchfrei. Das könnte helfen :mrgreen:

    Aber ich denke eher, Du hättest einw Stärkung mitnehmen sollen. Ich hatte vergangene Woche bei einem Feierabendlauf ja ähnliche Gefühle und unglaublich schwere Beine. Aber das schreckt uns nicht. Der nächste Berg wartet schon. 😉

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Och, so drei, vier Monate habe ich den Spruch bestimmt schon auf meinem Blog. Aber nicht auf jedem Bild, deshalb mag er Dir noch nicht aufgefallen sein.

      Auf so „kurze“ Strecken nehme ich nie etwas zur Stärkung mit. Du hast aber recht, ich hatte tatsächlich Hunger auf den letzten Kilometern.

      Ach was, als wenn uns solche Einbrüche schrecken könnten. Der Berg ruft! 😎

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Manchmal brauch der Körper eben noch etwas mehr Ruhe. Aber da kennst du dich ja aus und wirst dich sicher nicht übernehmen bevor es wieder rund geht!

    • Ja, doch, manchmal weiß ich das einzuschätzen 😉 Heute war aber schon alles wieder gut.

      Ein kürzerer Lauf bei knalliger Wärme mit kurzem Bad hat die Stimmung wieder deutlich gehoben 😀

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