Dänemark ist nicht Holland

Es ist vollbracht. Heute habe ich mit meinem Rennrad die 100 km-Marke geknackt. 107,81 km um es ganz genau zu sagen. Die Route, die dankenswerter Weise 2011 schon ein anderer Rennradler bei Gpsies.com gespeichert hatte und der nur 130 m von meinem Ferienhaus entfernt wohnte, führte einmal um den Ringkobing-Fjord. Diesen Fjord darf man jetzt nicht optisch mit den Fjorden Norwegens in Verbindung bringen. Er ist im Prinzip ein großer Binnensee mit Nordseeanschluß in nahezu brettebener Landschaft.

11.09.14 02

Um es vorweg zu nehmen, der Brüller war die Strecke nicht. Gen Norden führt der zweispurige Radweg bis Ringkobing immer an recht stark befahrenen Hauptstraßen entlang. Östlich entfernte sich die Strecke vom Fjord und vom Wasser war größtenteils nichts zu sehen. Radwege gab es hier nicht, sie waren im Bau. Kilometer um Kilometer war die Trasse dafür schon ausgebuddelt. Allerdings könnte man sich die hier aufgrund der sehr geringen Verkehrsdichte auch sparen. Da wäre es schon netter, die südliche Hauptstraße durchgehend mit einem Radweg zu versehen, zumal die Dänen es als müßig empfinden, das Lenkrad ihres Autos auch noch einen Millimeter zu bewegen und überwiegend dicht an einem vorbeirauschen.

Die südliche Landzunge Richtung Hvide Sande hat denn wieder einen Radweg, der idyllisch durch die Dünen führt. Allerdings ist er ein grober Schotterweg. Also blieb mir auf den letzten 20 km auch nichts anderes übrig als die Hauptstraße zu benutzen. Dabei hatte ich auch noch Gegenwind und war deshalb auf diesen 20 km not really amused.

Überhaupt der Wind, der blies heute zwar insgesamt nur mäßig, aber sowas von stetig und gefühlt hatte ich auf den 108 km ungefähr 200 km Gegenwind :mrgreen: Naja, so um die 50 km werden es wohl wirklich gewesen sein. So war ich nach gut 4:20 Stunden Fahrzeit zurück an meinem Häuschen fix und fertig mit der Welt.

Zwischendurch mußte ich immer neidvoll an Holland denken, wo fast jeder Feldweg einen gut ausgebauten Radweg hat. Überhaupt mußte ich auch immer mal wieder ein kurzes Päuschen machen um mich etwas zu erholen. Speziell auf den Hauptstraßen streßte mich das Fahren auf einem vielleicht 30 cm breiten Randstreifen. Mein A… äh, pardon, mein Gesäß ist auch im höchsten Maße beleidigt.

Den Gedanken an Triathleten, die nebenbei noch viel weiter radeln, vorher schwimmen und danach noch einen Marathon laufen, mußte ich verdrängen um mich nicht gänzlich zu demoralisieren 😉

Fazit: Auch wenn man relativ weit laufen kann, fällt einem das Rennradeln nicht in den Schoß. Gut finde ich aber, dass ich beim Rennradeln die Oberschenkelmuskulatur trainieren kann, die bei meiner Lauferei mangels Höhenmeter ja kaum gefordert wird. Hauptstraßen zu radeln ist sch…, äh, nicht schön. Ein Rennradler hat mich überholt und war ruckzuck verschwunden. Aber Tourenbiker überholt man als würden die stehen, dass ist gut fürs Ego 😎 Und wenn der Wind mal nicht von vorne bläst, macht das Biken wirklich Spaß, von Temporausch will ich bei meinen Geschwindigkeiten aber noch nicht reden 😉 Aber es war ja auch erst meine fünfte Ausfahrt mir dem neuen guten Stück … 🙂

Und nach einer ausgiebigen Dusche und dem mittlerweile zweiten Weizen, genossen im Wintergarten meines Domizils, ist die Welt auch schon wieder restlos in Ordnung. Nur mein A…., äh, pardon, mein Gesäß ist noch etwas anderer Meinung 😀

11.09.14 01

 Und gleich geht es nochmal an den Strand, Sonnenuntergang gucken 😀

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36 Kommentare zu “Dänemark ist nicht Holland

  1. wow! du siehst mich beeindruckt – 100km bin ich noch nie gefahren 😦 😦 😦
    allerdings klingt die strecke tatsächlich wenig reizvoll. aber ich denke, allgemein ist radfahren in dänemark eher „langweilig“, oder? wobei, im landesinneren gibt es vermutlich auch ganz schöne strecken…
    hattest auch ein ganz schönes tempo für die anzahl an kilometern – respekt!
    liebe grüße 😀
    sandra

    • Ne, so dolle war die Strecke nicht, aber egal. Ich wollte das in dieser Woche machen und das war gut so. Sonst wäre ich sicher irgendwie etwas unzufrieden wieder abgefahren. Und das geht ja gar nicht 😉

      Die Zeit ist die reine Fahrzeit, Im Schnitt 24,4 km/h. Allerdings auch inklusive der Irrfahrt auf Kopfsteinpflaster durch Ringkobing. Ich denke ich darf zufrieden sein 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

      • haha – auch DAS wäre dir durchaus zuzutrauen 😀
        ich hoffe, du hattest einen richtig schönen letzten tag in dänemark.
        und wünsche dir für morgen eine gute und vor allem freie fahrt nach OL
        fahr vorsichtig 🙂

      • Hälst Du mich wirklich für so verwegen? 🙂

        Mein letzter Tag in Dänemark war nochmal wunderbar. Ich habe ihn allerdings schon zum Abend hin beendet und die Heimreise angetreten. Ein perfekte Entscheidung, so wurde es eine staufreie Heimfahrt auf herrlich leeren Autobahnen in die Nacht. Das hätte morgen wohl etwas anders ausgesehen. Verpaßt habe ich nur noch einen Abend vor dem Fernseher und eine wahrscheinlich schlecht geschlafene Nacht 😉

        Liebe Grüße aus OL
        Volker

      • oh super – die idee hätte von mir kommen können 😀
        schön zu wissen, daß Du gut in good old OL gelandet bist.
        ein schönes (rest-)wochenende für dich und deinen liebsten 🙂

  2. Über 100 km mit dem Rad zu fahren, ist schon ne ganze Menge. Respekt ! Aber die Bedingungen waren wohl nicht so toll. Aber immerhin hast Du durchgehalten. 😉
    Nun erhole Dich gut von dieser Tour und genieße Deinen Urlaub.
    Lieben Gruß
    Kornelia

    • Durchgehalten ja, aber ab KM 50 war es auch egal. Ich mußte so oder so um den Fjord drumherum 😀

      Morgen ist schon der letzte Tag. Noch ein kurzer Lauf und den Rest des Tages nochmal die Seele baumeln lassen…

      Danke und liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,

    Respekt, und das ganze mit einer sogenannten – man verzeihe mir den Ausdruck – Eierfeile :mrgreen:
    Ich kann die Strecke nachempfinden, bin mit dem Liegerad schonmal 140 km am Stück gefahren, mein Gesäß war hinterher genauso geschmeidig wie vorher 😛
    Ich merke schon, da wächst ein Ehrgeiz in Dir, bin gespannt wohin das noch führt. Aber ganz im Ernst ein Ausgleich zum Laufen ist manchmal gar nicht schlecht, viel Spass weiterhin.

    Salut
    Christian

    • Lieber Christian,

      keine Zurückhaltung, wir sind ja unter uns :mrgreen: Ich kannte den Begriff zwar nicht, aber er ist wohl nicht ganz unzutreffend. Ist eigentlich schon mal untersucht worden, ob Profi-Rennradler in der Regel kinderlos bleiben? 😀

      Schläft man auf dem Liegerad nicht ein? 😛

      Naja, Ehrgeiz und ich, dass paßt ja in der Regel nicht so zusammen. Jetzt wird erstmal wieder etwas tiefer gestapelt. Das Biken wird auch nur ein Ausgleich zum Laufen bleiben. Ich freue mich morgen hier nochmal eine Laufrunde zu drehen 🙂

      Moin Moin
      Volker

      • Schlafen auf dem Liegerad? Nie und nimmer, dafür macht es viel zu viel Spass 😎
        Und ja, es gibt Untersuchungen über neurogene Störungen bei Rennradlern, ich sage nur Errektionsstörung :mrgreen:

      • Oh ha, noch ein Grund in erster Linie dem Laufen treu zu bleiben :mrgreen:

  4. Woohaa…krasse Sache!
    Der erstes 100er auf dem Rad flashed schon gewaltig und schnell will man mehr. 😉

    • Hehe, ich will erstmal wieder weniger. Das war schon eine harte Nummer heute. Die nächsten Male selten erstmal irgendwas zwischen 50 und 70 km genügen 😉

      Aber krass war es schon. Soviel Kilometer und man braucht noch nichtmal den ganzen Tag dafür 😎

      LG Volker

  5. Autsch, Deine Urlaubsbräune hat mich am Ende doch etwas geblendet. 😉 Aber 100 + X auf der „Eierfeile“ ist schon eine Sache. Da tut mir nicht nur der A… bzw. das Gesäß weh … 😦

    Aber wieder ein neuer Rekord in Deinem sportlichen Lebenstagebuch. Das ist doch auch etwas. 🙂

    Viel Spaß beim Erholen und den restlichen Tagen. Und im Norden zwei Weißbier, das ist auch eine Kostbarkeit. Die gab’s bestimmt nicht um die Ecke …

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Dabei habe ich soviel Farbe wie schon lange nicht mehr, naja, zumindestens an Armen und Beinen … 😉

      Auf dem Weg in den Harz bin ich auch schon mal knapp über 100 km geradelt. Allerdings weiß ich nicht mehr genau wie weit. Deshalb weiß ich nicht, ob es heute wirklich ein neuer Rekord war. Aber auf jeden Fall war ich schneller 😀

      Das Weizen habe ich mitgebracht, das gute alte Erdinger 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Guten Morgen, lieber Volker, was man in Urlauben alles so erreichen kann – Rekorde, andere liegen von morgens bis abends am Strand, essen daraufhin mehr denn je, kommen rund und wohlgenährt nach Hause, ein neuer Rekord auf der Waage, bei dir sind es sportliche Rekorde, was ist nun besser ?

    Ja, die Radwege in Holland – das isses, aber MANN kann nicht alles haben ! Genieße deine letzten Stunden…… ciaooooooooooooo

    • Von morgens bis abends am Strand liegen konnte ich noch nie. Da bekomme ich zu schnell Langweile und einen Hitzekoller …

      Bewegung muß schon sein. Auch mal über 100 km auf dem Rad, aber es muß nicht immer so viel sein 😎

      Liebe Grüße aus dem sonnig-warmen Dänemark
      Volker

  7. Hallo Volker,
    nicht dass Du nachher noch dem Laufen untreu wirst… 100 km auf’m Rad, tolle Leistung! Da hast Du Dir den schönen Tagesausklang auf alle Fälle verdient! Lass es Dir noch gutgehen, bevor Du schon wieder zurück musst!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Hallo liebe Elke,

      ganz gewiss nicht, keine Sorge. Alleine schon, weil Laufen nicht so wetterabhängig ist. Da stören weder Wind und Regen noch Schnee und Eis. Laufen ist und bleibt meine Passion.

      Nochmal liebe Grüße von der sonnig-warmen dänischen Nordseeküste.
      Volker

  8. Gratulation 🙂 . Super Leistung. Alleine und bei Gegenwind. Mental ist das dann auch schon eine Herausforderung. Bin mal gespannt, was noch so kommt 🙂 .
    Übrigens kann man auf langen Radtouren super seine Grundausdauer trainieren und die kommt einem dann wieder beim Laufen zugute. Und wie du schon schreibst, werden auch bisher vernachlässigte Muskeln trainiert.
    Übrigens ich empfehle „Ilon protect“. Nach so langen Touren wir der Popo immer weh tun, aber immer ein bisschen weniger 🙂 .
    Liebe Grüße und das mit dem Schwimmen verkneife ich mir jetzt, hihi.
    Karina

    • Danke Karina 🙂

      Ich gebe zu, dass es mental auch ein paar leichte Durchhänger gab 😉 Was noch so kommt, hängt in den kommenden Wochen vom Wetter und der Zeit ab. Mal schauen, aber sicher nicht mehr solche Gewalttouren 😎

      Mein gestriger Trip hat mich auch an Euch denken lassen und mir nochmal die Relationen verdeutlicht, was Ihr Triathleten leistet.

      Die Salbenempfehlung merke ich mir. Ich hab da heute schon zwei Schwielen am Allerwertesten.Ich bin gespannt, inwieweit er sich über die Zeit dran gewöhnen wird 😀

      So, ich geh denn mal schwimmen! ….. War nur Scherz :mrgreen:

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Lieber Volker,
    Glückwunsch! Das ist nicht ohne. Über 100 km und mit gefühlten 100 % Gegenwind (ich kenne das Gefühl, es stimmt! )
    Ich denke dein Allerwertester wird noch ne Weile brauchen zum Erholen :-))) Aber irgendwann hat man sich dran gewöhnt.
    Du hast meinen vollsten Respekt für diese Tour.
    Jetzt fehlt nur noch das Schwimmen 😀
    Liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      dankeschön!

      Rein von den Wetterdaten hatte ich ja nicht auf der ganzen Strecke Gegenwind. Aber es hat sich häufig danach angefühlt. Die ca. 50 realen Kilometer Gegenwind waren ja eigentlich schon mehr als genug.

      Mein Allerwertester läßt sich heute nicht mehr viel anmerken. Auch die Schwielen sind im Vergleich zu gestern schon deutlich kleiner geworden 😎

      Schwimmen? 😯 … ja, da war doch was. Bringst Du mir das Kraulen bei?

      Liebe Grüße
      Volker

    • Witzig, denn kennst Du Dich hier ja aus 😎

      In der Tat, zum Laufen hat mir hier zumindestens die Alternative zwischen Strand und Schotterwegen.

      Die Landschaften kommen mir sehr bekannt vor, gucke ich gerade drauf 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Lieber Volker,

    knapp 108 km mit dem Rennrad – das ist wirklich nicht zu verachten, vor allem da es erst deine fünfte Ausfahrt war – wo das nur enden wird… Ich denke aber, so schnell wird dein Gesäß nicht wieder auf dem Fahrrad hinauf wollen 😉

    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      wo das nur enden soll? Erstmal wieder bei etwas weniger Kilometern! 😎

      Och, ich überlege, ob ich nochmal eine kleine Ausfahrt mache, aber wirklich nur ein Halbe- bis Dreiviertelstunde 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  11. Das hätte mein Hinterteil nicht überlebt. Ich quäle mich ja schon immer wenn ich länger wie 30 Minuten sitzen muss 🙂
    Aber Respekt vor der Leistung. Deine Oberschenkel werden es dir sicherlich danken!

    • Och, sag das nicht, so schnell stirbt sich ein Hinterteil nicht 😉

      Ich merke heute nichts von der Tour. auch nicht an den Oberschenkeln. Ich war auch schon wieder laufen, wenn auch nur 10 km 🙂

      LG Volker

  12. Lieber Volker,
    ich schrieb es ja schon mal – Wow! Du hast dir da wirklich eine richtige Monsterrunde ausgesucht!!! 🙂
    Ich bin beeindruckt und habe meinem Flitzer heute schon von deinem Rekord erzählt. Ich glaube er ist ein wenig blass geworden (oder war ich das???) 😀

    • Liebe Doris,

      Monsterrunde ist wohl der richtige Ausdruck, was Länge und teilweise die Strecke selber angeht 🙂

      Kein Grund zum Blass werden, in Deiner Heimat würde ich wahrscheinlich gleich an der ersten Steigung elendig verhungern 😉

      Liebe Grüße
      Volker

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