Wetten?

Nachdem mein letzter Lauf am Montag nicht gerade der Brüller gewesen war, hatte Margitta darauf wetten wollen, dass ich heute wieder mit einem Erfolgsbericht aufwarten werde. Nun, darauf mochte ich ehrlich gesagt nicht wetten, ging ich doch selber davon aus, dass heute wieder alles seinen gewohnten Gang läuft. Das war auch gut so, ich hätte die Wette verloren.

Ich hätte diesen Post aber auch „wet wet wet“ nennen können. Wurde ich doch schon auf der Fahrradfahrt zur Arbeit nass und auf der Rückfahrt ebenfalls. Auch meinen Lauf startete ich bei Regen. Da dieser nur 5° warm war, habe ich erstmals seitdem ich meine gelbgrüne Jacke habe, die Kapuze drangefrickelt um die Schaltzentrale vor Auskühlung zu schützen.

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Ich wollte nach einer bislang nervigen Arbeitswoche unbedingt meine Ruhe haben und so zog es mich mal wieder auf meine Lieblingsstrecke an die Hunte. Zur Abwechselung mal andersherum gelaufen. Deshalb ging es diesmal die Treppe der Huntebrücke hinunter …

08.01.14 02stairway to darkness

 

… und nach drei Kilometern tauchte ich in Dunkelheit und Einsamkeit ein. Irgendwann war auch der Klangteppich der Autobahn nicht mehr zu hören. Herrlich! Das nasse Asphaltband des Weges entlang der Hunte ließ sich auch ohne künstliches Licht gut erkennen. Die nächsten sechs Kilometer gehörten mir ganz alleine. Allerdings wurde irgendwann die Stille durch das Gekreische und Geschnatter der Graugänse abgelöst, die nun wieder zu Tausenden die überfluteten Huntewiesen bevölkern.

Ich war kurz nach dem Abendhochwasser unterwegs und konnte gut erkennen, dass die Hunte vielleicht eine halbe oder dreiviertel Stunde zuvor noch über den Weg gelaufen war. Wenig später wäre ich in Gedanken beinahe voll vor ein Gatter gesemmelt. Warum dieses zur schaffreien Zeit geschlossen war, erschließt sich mir allerdings nicht.

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Aber mein ABS funktionierte noch und so konnte ich einen Zusammenstoß noch verhindern. Dann habe ich aus reinem Schandudel noch einmal kräftig die Tierwelt aufgeschreckt. Ich schaltete ein paar mal meine Stirn-(Bauch)funzel kurz ein und aus, worauf die Massen von Graugänse unter infernalischen Gekreische und mit lautem Rauschen aufflogen. Wer nach Alfred Hitchcocks „Die Vögel“ schon nicht schlafen kann, sollte das nicht nachmachen 😀 Leider ließ sich dieses unglaubliche Spektakel nicht im Bild festhalten.

Der Regen hatte in der Zwischenzeit schon längst aufgehört, aber auf den letzten Kilometern gegen den nasskalten Wind leistete die Kapuze trotzdem noch treue Dienste.

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14 zum Runterkommen perfekte Feierabendkilometer. Danach noch eine heiße Kurz-vor-dem-Verbrennen-Dusche. Herz, was willst du mehr? 😎

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30 Kommentare zu “Wetten?

  1. Lieber Volker,

    herrlicher Lauf, Regen, Dunkelheit etwas Hitchcock-Atmosphäre, da war ja alles dabei, was man braucht um Entspannung und Erholung zu finden. Freu mich für Dich, dass es so gut funktioniert hat. Ich werde heute nacht auch wieder unterwegs sein, mal sehen ob der Nachtlauf heute wie geplant stattfinden kann 😉
    Ich wünsche Dir ein laufintensives und entspanntes Wochenende

    Salut
    Christian

    • Lieber Christian,

      heute steht der Nachtlauf auf dem Plan? Hier müßte er ausfallen, wir erwarten heftigen Sturm und Orkanböen. Das ist heute morgen schon deutlich zu merken. Ich drück die Daumen, dass es bei Euch da unten nicht so heftig wird.

      Laufintensiv wird mein Wochenende leider nicht werden. Die finale Renovierung unseres Wohnzimmers steht an.

      Viel Spaß bei Nachtlauf!

      Moin Moin
      Volker

  2. Volker der Gänseschreck…und schon wieder diese kurzen Hosen.
    Am Wochenende soll es bei uns aber auch bis zu 17 Grad warm werden…schaun mer mal! 😉

    • Bei uns sollen es „nur“ 12° werden, das ist aber auch heftig. Da kann man doch nur zu kurzen Hosen greifen 😉

      Bei 17° will ich aber auch bei Dir welche sehen! 😎

      LG aus dem stürmischen Oldenburg
      Volker

  3. Ich hab ja auch festgestellt, dass man mit Stirn-/Bauchlampe die Hindernisse oder Pfützen oder sonstige Unebenheiten sehr spät sieht. Ein Glück, dass Dein ABS funktioniert

    ICH schlafe nach solchen Filmen wie „die Vögel“ nicht… das wäre dann wohl nicht mein Ding. Die Frage ist allerdings, ob sich die Tiere nicht mehr gefürchtet haben.

    • Öhmm, die Lampe hatte ich gar nicht an 😯 Der Weg als solcher ließ sich ganz gut erkennen, aber das Gatter hat sich nicht von der Umgebung abgehoben.

      Echt? Du kannst nach solchen Filmen nicht schlafen? Ohje.

      Die Graugänse fliegen eigentlich wegen allem und jedem gleich auf. Ich denke jetzt nicht, dass sie sich soooo sehr gefürchtet haben.

      Liebe Grüße
      Volker

      • Ähm ja… ich traue mich zwar morgens um 5 im Dunkeln alleine zu Joggen – aber einen nur annähernd „verängstigenden“ Film kann ich mir nicht anschauen. Hmm ja… rational wohl nicht zu erklären.

  4. Gruselig, gruselig, das wäre nichts für mich
    aber – schade, dass wir nicht gewettet haben
    hätte ich vielleicht ein Wochenende in OL gewonnen ? 😉
    Klitschnass ?
    Wen stört das denn ❓

    • Die Dunkelheit war ja noch so „hell“, dass ich die Gänse sehen konnte. Ich bin da auch schon mal gelaufen, da war es so finster, dass sie zu Tausenden aufgeflogen sind und ich konnte sie nicht sehen. Das war gruselig!

      Ein Wochenende in OL brauchst Du nicht zu gewinnen. Ihr seid immer willkommen!

      Klitschnass? Stören? Nicht wirklich 😎

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Lieber Volker,

    ich stelle mir Dein Lauf herrlich vor, in die Stille und die Dunkelheit eintauchen und danach 6 Kilometer einfach in sich selbst versinken, das Laufen geht von alleine – magisch!
    So schnell kann das gehen, der eine Lauf mühsam und anstrengend, der nächste leicht und einfach nur schön – herrlich!! 🙂

    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      es war herrlich, die Stille und Einsamkeit hätte ich gerne noch über mehr Kilometer geniessen können.

      Zum Glück sind die schlechten Lauftage selten und auch schnell wieder durch die schöne Läufe verdrängt 🙂

      Liebe Grüße aus dem sehr stürmischen Oldenburg
      Volker

  6. Ich hab neulich auch eine Horde Wildgänse aufgeschreckt. Das ist schon ein beeindruckendes Schauspiel, wenn die gleichzeitig losfliegen. Im Dunkeln konnest du das ja wahrscheinlich nur erahnen, oder?

    LG
    Carsten

    • Moin Carsten,

      gestern konnte ich noch relativ viel erkennen und deshalb auch sehen, wie die Gänse aufgeflogen sind. Das hatte ich aber auch schon anders, da war es stockfinster. Da ist dann das Gekreische und Rauschen in der Luft schon etwas gruselig 🙂

      LG Volker

  7. Herrlich so ein Lauf durch die Nacht mit Gruselmomenten. Das sorgt bei mir immer dafür, dass ich schnell wie geplant unterwegs bin 😉

    • Mag bei Dir funktionieren. Ich bin froh, dass ich nicht schneller war, sonst wäre ich vielleicht doch noch vor das Gatter gebrettert 😉

      LG Volker

  8. Das war ziemlich großes Kopfkino bei Lesen Deines Berichts. Ist doch schön, die Strecken im Hellen zu kennen, die Du im Dunkeln beschreibst. 🙂

    Ich merke derzeit immer mehr, dass ich das Laufen im Hellen eindeutig den Dunkelunternehmungen vorziehe. Ich zähle schon die Tage, bis die Nächte wieder ausreichend kurz sind.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Im Dunkeln wirkt Vertrautes ja plötzlich ganz anders. So erlebt man seine Alltagsrunde mal ganz anders als alltäglich 🙂

      Ich laufe natürlich auch lieber im Hellen. Aber ich habe ja noch Glück, dass sich die Anzahl der Dunkelläufe in Grenzen hält.

      Die Zeit arbeitet für uns, noch etwas Geduld. Die Nächte werden ja schon wieder kürzer 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Ganz schön „spooky“, dein Lauf! Aber dir hat er offensichtlich richtig gut getan – super, lieber Volker! Viel Erfolg beim Renovieren!Draußen pustet es vermutlich eh so sehr, dass die Kühe am Fenster vorbeifliegen, wie Ina Müller so schön in diesem „Element of Crime“-Cover singt: https://www.youtube.com/watch?v=IjDKVZ9JOe8 . Und wenn dir Kühe an den Kopf fliegen könnten, sollte sich jeder Gedanke ans Laufen eigentlich erledigt haben. 😉

    Liebe Grüße & ein produktives WE,
    Anne

    • Das Stück von Ina Müller muß ich mir bei Gelegenheit nochmal anschauen, die Soundkarte von meinem Laptop hat sich verabschiedet 😦

      Ich wohne ja in der Stadt, da fliegen bei Sturm in der Regel keine Kühe vorbei 😉 Aber es war schon verdammt windig heute.

      Eine Kuh an den Kopf zu bekommen würde wohl das Ende eines jeden Gedanken bedeuten. Muß nicht sein, dann lieber renovieren 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Jetzt läuft es wieder und dann gleich so gut, dass Du eine ganze Gänseschar damit erschreckst. Ja, den Regen konnte ich gut nachvollziehen. Hatte ich ja selber genug davon. Im Dunkeln aber so ganz alleine in der Einsamkeit zu laufen wäre nichts für mich. Aber Du hast es offensichtlich genossen. Gut so.
    Lieben Gruß
    Kornelia

    • In der Einsamkeit habe ich kein Problem zu laufen. Mitten in der Pampa und bei Regen treiben sich bestimmt keine Spitzbuben rum. So konnte ich den Lauf uneingeschränkt geniessen.

      Liebe Grüße
      Volker

  11. Lieber Volker,
    nervige Arbeitswoche klingt nicht gut,
    der Lauf hingegen umso mehr! 😀 Regen, Dunkelheit, kreischende Graugänse (bist du sicher, dass das keine neuen Groupies sind? 😉 ), das alles mit funktionierendem ABS und Schaltzentralenwärmer… guuuuuut! 🙂

    • Liebe Doris,

      nix schlimmes, Programme, die nicht funktionieren, (zu)viel Arbeit und nervende Kolleginnen.

      Also wenn die Gänse meine neuen Groupies sein sollten, die La Ola beherrschen sie schon fast perfekt 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  12. Hallo Volker,
    Du arbeitest nicht nur an Deiner Form, sondern auch am Titel „Deich- und Dunkelläufer“ 😉
    Ein Glück, dass Du das Gatter rechtzeitig gesehen hast. Das wäre so mein Alptraum: Bei einem solchen Lauf eine Verletzung einhandeln und nicht weiterkönnen. Wo kommt dann Hilfe her…?
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      na ich hoffe doch, dass ich spätestens am März den Titel „Dunkelläufer“ wieder ablegen kann 🙂

      Solange mein Handy keinen Schaden nimmt, kann ich immer Hilfe rufen. Wenn ich von der Familie niemand erreiche, würde ich es auch beim Deichschäfer probieren oder im allerschlimmsten Fall halt auch die 112 wählen.

      Liebe Grüße
      Volker

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