Schulsport

Heute ist mal essig mit Laufen. Ich habe mir wohl Zug geholt und deswegen kellt mi dat Krüüz. Deshalb gönne ich mir zwei oder drei Tage Laufpause und kann aus diesem Grunde meine geneigte Leserschaft mal nicht mit meinen aufregenden Laufberichten in Atem halten. Andererseits habe ich so mal die Gelegenheit ein Thema aufzugreifen, dem ich mich schon seit längerer Zeit mal widmen wollte.

Ich lese es in Kommentaren zu diversen Blogbeiträgen immer wieder: Viele, die sich heute gerne sportlich betätigen, haben in ihrer Kindheit den Schulsport gehasst. Wie kommt das? Warum legt offensichtlich ausgerechnet der Schulsport häufig den Grundstein für eine teilweise lebenslange Unsportlichkeit bzw. Sportabstinenz?

Kann Sport nach Lehrplan mit entsprechender Benotung überhaupt funktionieren? Ist es beim Schulsport im Vergleich zu anderen Fächern nicht im besonderen Maße wichtig, den Einzelnen mit seinen individuellen Vorlieben und Talenten wahrzunehmen, zu unterstützen, zu fordern oder auch zu schützen?

Wie war das bei mir damals, warum habe ich den Schulsport gehasst wie die Pest?:

Was heute keiner mehr glaubt, als Kind war ich recht schüchtern und ängstlich. Darüberhinaus war ich dürre wie eine Bohnenstange und man konnte mir, wie es bei uns heißt, das „Vaterunser durch die Rippen blasen“ . Der Schulsport war schon alleine deshalb ein Albtraum für mich, weil ich damals mit sportlichen und kräftig gebauten Mitschülern, vornehmlich Jungs, nicht annähern mithalten konnte. Die Sportlehrer hatten  deshalb auch nur ein Auge für eben diese Schüler.

Was bei mir erschwerend hinzu kam war die Angst. Ich mochte als Kind nicht auf Bäume klettern, ich hätte ja runterfallen können, ich mochte nicht Rollschuhlaufen (für die junge Generation: Das sind so etwas wie Inlineskater bei denen die Räder wie bei einem Auto verteilt sind, 2 vorne, zwei hinten, allerdings hat man sich die Räder an einem Gestell unter die normalen Straßenschuhe geschnallt ), ich hätte ja hinfallen können.

So traute ich mich damals weder am Seil hochzuklettern, noch die Sprossenwand zu erklimmen. Beim Anlauf um über einen Kasten zu springen habe ich vor dem Kasten gebremst, aus Angst diesen nicht zu treffen und auf die Nase zu fallen. Ich war steif wie ein Brett und meine motorischen Fähigkeiten waren und sind mit dem Wort Grobmotoriker nur unzureichend beschrieben. Erkannt hat meine Angst in all den vielen Jahren Schulsport nur ein einziger Sportlehrer, den meine Klasse damals nur mal vertretungsweise hatte.

Alle andere waren auf dem Auge blind oder wollten es nicht sehen. Das ganze endete über die Jahre für mich in Bockigkeit, Unwillen und Verweigerungshaltung gegenüber dem Schulsport im besonderen und dem Sport im allgemeinen. Mangelndes Talent meets mangelndes Selbstvertrauen. Bei der Auswahl von Mannschaften blieb ich fast immer bis zum Schluß über. Bekam ich in einem Schulhalbjahr der Gnaden halber noch eine 3 im Sport, war diese im Halbjahr mit den Bundesjugendspielen nicht mehr zu halten und ich bekam eine 4.

So waren knapp zehn Jahre nach Ende der Schule für mich in Sachen Sport zehn verlorene Jahre.

Erst mit Mitte Zwanzig endeckte ich dann zunächst das Fitnessstudio für mich. Kein Verein, kein Vorturner, kein Gruppenzwang, kein Leistungsdruck. Ich konnte Sport machen, wie MIR es gefiel und fand Gefallen daran. Ein paar Jahre später kam dann, wie erst im vorletzten Post geschrieben, das Laufen in mein Leben. Über Jahre erarbeitete ich mir das Laufen zu dem was es heute für mich bedeutet. Wieder konnte ich laufen wie MIR es gefiel. Und ich hatte und habe Erfolge, die ich mir nie zugetraut hätte. Nein, keine Siege, keine Plätze auf den Treppchen, keine Temporekorde. Aber ich bin z. B. die berühmten 42,195 km gelaufen und sogar schon weiter.

Ich habe also noch die Kurve zum Sport und insbesondere zum Laufen gekriegt. Spät, aber nicht zu spät. Ich möchte den Sport, explizit das Laufen, heute nicht mehr missen!

Und wie war das jetzt bei Euch? Seid Ihr schon immer Sportskanone gewesen oder ging es Euch ähnlich wie mir? Wie waren Eure Erfahrungen mit dem Schulsport?

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50 Kommentare zu “Schulsport

  1. Lieber Volker, in der Schule hab ich Sport gehasst – ich war immer eine der Ungeschicktesten und Langsamsten, wurde bei Mannschaftssportarten als eine der Letzten und oft unter Protestgemoser der bisherigen Teammitglieder gewählt und bekam dann meist nicht einmal die Chance, wirklich mitzuspielen. Freude am Sport habe ich erst später gefunden, als es nicht mehr um Leistung und Noten ging. Und dann hab ich mir eine Sportart ausgesucht, die ich von den Sportarten, die ich schlecht kann (also allen mir bekannten Sportarten 😉 ), diejenige ausgesucht, die ich am wenigsten schlecht kann. Und dafür kann ich eigentlich ganz gut laufen. 😉

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Siehst Du, liebe Anne, da bist Du gleich die erste, der es wie mir gegangen ist.

      Ich habe mir das Laufen (wohl eher unbewußt) auch deshalb ausgesucht, weil ich da mein eigenes Ding machen kann. Kein Verein, keine Mannschaft. Bin halt schon irgendwie eigenbrödlerisch.

      Wir können sehr gut laufen. Das sollen uns einige Sportlehrer erstmal nachmachen! 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  2. P.S.: Und gute Besserung für den maladen Rücken natürlich – immer schön warmhalten! 🙂

  3. Schon immer war mir Bewegung ganz wichtig, von klein auf, im Kindergarten, dann in der Schule, ich hatte tolle Sportlehrer, und ich war immer voll dabei, egal, was es war, ob an den Ringen turnen, ob auf dem Boden oder im Sommer draußen – schon immer – bis heute.

    Und nun – ich lese du machst es dir gerade kuschelig, kuriere dich aus, wärme deinen Rücken, Wärmflasche für mich immer das Beste, lass‘ dir Zeit – und bald kannst du wieder die Piste rocken, abgesehen davon, dass “ künstlerische “ Pausen sowieso immer gut sind ! 😉

    • Bei Dir hätte ich mir auch nie etwas anderes vorstellen können, liebe Margitta. Klasse, dass es für Dich immer so gut gelaufen ist 🙂

      Inzwischen sehe ich solche kleinen Zwangspausen recht entspannt. Nur zu lange dürfen sie nicht dauern 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Dieser Text hätte von mir sein können… Wort für Wort. Und ein Teil von mir ist immer noch nicht fertig damit, obwohl ich dieses Jahr mein 20jähriges Abi feiere. Hatte zum Glück einen verständnisvollen Hausarzt, der mir zumindest die letzten zwei Jahre Qual erspart hat.

    • Sich über den Hausarzt dieser Tortur zu entziehen, auf die Idee bin ich nie gekommen. Clever!

  5. Hier auch eine Schulsporthasserin. Nicht begabt, immer als letzte gewählt und nie besser als 4. Ich hatte Sportlehrer, die nur nach den guten Schülern geguckt haben, aber auch einen wundervollen Lehrer in den letzten Jahren, der mich ermutigt hat zu probieren was ich kann und an mir zu arbeiten. Das hat mir ein wenig die Freude am Sport zurückgebracht, aber leider hat man in der Schule ja noch die unsensiblen Mitschüler. Erst alleine konnte ich die Freude am Sport nach der Schule richtig lernen.
    Kurier dich auch!

    • Da hast Du immerhin einen guten Sportlehrer gehabt. Vielleicht wäre es bei mir auch dazu gekommen, wenn wir den einen Sportlehrer nicht nur ein paar Mal als Vertretung gehabt hätten.

      Unsensible Mitschüler waren eigentlich nicht so das Problem. Wenn ich mich recht entsinne wurde ich nie irgendwie aufgezogen. Da hatte ich Glück oder gute Mitschüler oder beides 🙂

      Ja, ich konnte auch erst alleine die Freude am Sport lernen, aber vielleicht paßt das auch irgendwie zu mir.

      Auskurieren! Wird gemacht! 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Gehasst habe ich den Schulsport nicht, habe mich immer gerne bewegt. Aber ich war nie was Großes, war immer ungeschickt, hatte manchmal wie Du Angst und auch aus meiner Sicht ungerechte Lehrer. Als Mädchen habe ich gerne Fußball mit den Jungs gespielt, was aber im Sportunterricht für Mädchen gar nicht gemacht wurde… Ich fand auch die Benotung ungerecht… Heute liebe ich es wie Du, tun und machen zu können, was ich will und wie es mir gefällt. Ist wie in vielen Dingen auch, man fühlt sich einfach frei und das macht Spaß. Ist echt schade, was das Benotungssystem der Schule alles so kaputt macht nicht nur im Sport auch bei Musik und Kunst .
    Dir wünsche ich noch vor allem gute Besserung.
    Lieben Gruß
    Kornelia

    • Da hast Du Dich ja sportunterrichtsmäßig noch so halbwegs im Mittelfeld bewegt. Ungerechte Lehrer und Benotungen wird es wohl immer und überall geben. Stimmt, Musik und Kunst sind eigentlich auch so Fächer, die sich in gar keine Benotung pressen lassen. Was wohl Picasso, van Gogh, Mozart und Beethoven früher in diesen Fächern für Noten bekommen hätten. Ob die Lehrer deren Talent wohl schon erkannt hätten? 😉

      Ich finde es einfach nur mehr als schade das viele Kinder und Jugendliche diesbezüglich demoralisiret werden.

      Zum Glück können wir heute laufen, biken und alles andere so wie wir es wollen. Deswegen bin ich auch kein Vereinsmensch.

      Danke und liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,

    ich war schon immer ein Bewegungsfanatiker, Schulsport hat mich eher unterfordert, egal ob Turnen, Leichtathletik oder im besonderen Schwimmen. Dafür waren die Ballspiele und Mannschaftssportarten nicht so meins, aber ich schwamm in der Masse mit. Die logische Folge war, dass ich für mich einen Sport finden musste, wenn auch erst mit Mitte 30 😉
    Ich seh es aber bei meinen Kindern, wie sinnier Schulsport sein kann, mein Sohn hatte immer schlechte Noten im Schulsport, ist aber in seiner Sportart einer der Besten und hat schon mehr erreicht in den letzten 9 Jahren, als manch ein Erwachsener. Da sieht man wieder, dass nur der Lehrplan zählt und nicht die individuellen Stärken 😀

    Wir sollten zufrieden und auch stolz sein mit unserem Sport, so wie Du es schreibst

    Salut
    Christian

    • Lieber Christian,

      grundsätzlich haben sich die Herren der Schöpfung ja viel mehr mit dem Schulsport anfreunden können. Ballspiele und Mannschaftssport waren für mich noch eine Steigerung des Horrors. Aber mitgeschwommen bin ich auch immer, irgendwie … 😉

      Am Beispiel Deines Sohnes kann man sehen, dass sich an dem Benotungsschwachsinn über die ganzen Jahrzehnte nichts geändert hat. Ein starrer Lehrplan in Sport ist doch schon absoluter Mumpitz.

      Ich denke, dass die meisten, die sich heute regel,äßig, freiwillig und mit Spaß bewegen, auch zufrieden und vielleicht auch stolz sind.

      Moin Moin
      Volker

  8. Ich habe zwar mein leben lang Handball gespielt. Aber ganz sicher nicht talentiert oder gut. Aber bewegt. Aber laufen im Wald zur Vorbereitung oder Schulsport waren meistens schrecklich. Außer wir spielten Hockey, Volleyball oder Fußball 😀 Das hat immer irgendwie geklappt…

    Erst nach einem fast komplett sportfreien Jahr, mehren Kilos mehr begann ich zu laufen. Und hörte nie mehr auf 😉

    • Mannschafts- und Ballsport war für mich das Grauen schlechthin. Mal einen Bodycheck zu bekommen oder von einem stramm geschossenen oder geworfenen Ball getroffen zu werden, war für mich Mimose damals der Albtraum.

      Sport außerhalb der Sporthalle gab es bei uns so gut wie nie.

      Im Laufen hast Du ja auch absolutes Talent. Das solltest Du beibehalten, nicht nur der Kilos wegen 😉

      LG Volker

      • Glaube mit bitte, aber Talent habe ich nicht. Nur willen. Eisenharten Willen. Und davon manchmal zuviel. Lieber zurückschrauben und relaxen wäre gesünder wie wir wissen und ich gebe mir Mühe.

      • Nur mit eisernen Willen läuft man nicht so schnell, da gehört auch Talent dazu! Lass Dir das von einem alten Mann gesagt sein 😀

  9. Hallo Volker,

    bei mir war das zweigeteilt. Es gab den Unterschied zwischen Leichtathletik und alles was mit Hallensport zu tun hatte (Reck/Barren etc.). Ich konnte die Übungen an Reck und Barren oder auch im Bodenturnen super absolvieren und es gab bei den Winterjugendspielen auch entsprechende Ehrenurkunden. Aber alles, was mit Leichtathletik zu tun hatte, ging bei mir gar nicht. Sommerbundesjugendspiele waren für mich ein Graus. Dass gerade das Laufen dann zu meinem Sport geworden ist, ist wirklich erstaunlich.

    Gruß
    Anja

    • Liebe Anja,

      da gab es für Dich ja immerhin auch positive Seiten am Schulsport. Reck und Barren gingen bei mir gar nicht, weil ich einfach Angst hatte, mich auf die Fr…e zu packen.

      Bodenturnen habe ich immer als entspannend gesehen. Nicht, dass ich es konnte, aber es passierte in der Zeit wenigstens nichts anderes, was ich noch viel weniger mochte 🙂 Außerdem war ich dabei ja schon am Boden, da konnte ich mich ja nicht mehr auf die Nase legen 😉

      Der große Reiz des Laufens liegt einfach auch in seiner Unkompliziertheit. Es bedarf keiner Sportstätte, keines Vereins, keiner Mannschaft.

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Lieber Volker,
    ich habe Schulsport zwar nicht gehasst, aber einfach über mich ergehen lassen. Je älter ich wurde, desto fauler wurde ich und erfand immer mehr Ausreden oder Ausflüchte, um mich zu drücken! Für meine Kreativität in dieser Hinsicht war der Schulsport also recht förderlich! 😉 Nach der Schule hielt ich mich von jeglicher körperlicher Betätigung fern, bis ich über lange Spaziergänge und den sog. „Indianerlauf“ zum laufen kam. 🙂
    Und jetzt laufe ich regelmässig, habe (und benutze) 2 Räder, gehe in den Schwimmkurs und wälze mich mindestens einmal wöchentlich auf der Gymnastikmatte, getarnt als Yoga oder Rumpfstabi! 😀
    Hätte ich nie geglaubt, wenn mir das jemand früher so prognostiziert hätte! 😉

    • Ah, liebe Doris, Deine grenzenlose Kreativität hat also ihre Wurzeln im Schulsport. Was für ein unerwarteter Erfolg dieses Unterrichts 😀

      Indianerlauf sagt mir jetzt so gar nichts …

      Laufen, radeln, Du hast mir immer noch die wöchentliche Nutzung der Gym-Matte voraus 😉

      Hehe, hätte mir vor gut zehn Jahren jemand gesagt, dass ich mal Marathon und sogar darüberhinaus laufe, hätte ich den Menschen für hoffnungslos verrückt erklärt 😀

      Liebe Grüße
      Volker

      • Indianerlauf haben wir genannt, wenn man 100 Schritte geht, 100 Schritte läuft. Immer abwechselnd. Damit kommt man selbst als völlig Untrainierte(r) ziemlich weit! 🙂

  11. Lieber Volker,
    tja, was soll ich sagen: ich habe es geliebt. Schulsport war toll für mich. Ich war auch zusätzlich noch in der Leichtathletik AG und im Reitverein und Tennis habe ich auch gespielt (Für Tennis allerdings fehlte mir total das Talent 😆 )
    Ich habe mit 6 Jahren die ersten Leichtathletikwettkämpfe bestritten. Vorwiegend Lauf und Weitsprung.
    Bei mir kam der Bruch mit dem regelmäßigem Sport mit den Kindern. Aber jetzt habe ich zum Glück wieder zum Sport zurück gefunden 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      so erlebt es jeder komplett anders. Wer Talent hat, hat auch Spaß und ist letztendlich auch bei den Lehrern wohlgesonnen.

      Eine Wettkampfmentalität habe ich nie gehabt und habe sie auch heute nicht. Das letzte aus mir rauszukitzeln war nie meins. Übrigens nicht nur im Sport. Ich gehe im Leben nur sehr ungern in den roten Drehzahlbereich 😉

      Bei Deiner Vorgeschichte war eine Rückkehr zum Sport ja quasi zwangsläufig. Das es für Dich nicht ohne geht, merkt man ja sehr deutlich daran, dass es auch nie genug sein kann 😎

      Liebe Grüße
      Volker

  12. Bei mir war es eine klassische Teenager-Trotzreaktion: alles, was ich machen sollte, wollte ich nicht. Und alles was verboten war, musste ich ausprobieren (Rauchen ab 12). Spocht mache ich erst seit überschreiten der 40-Lenze-Grenze. Freiwillig. Weil der Trotz gewichen ist und der Altersstarrsinn hoffentlich noch in weiter Ferne… 🙂

    • Trotz spielte ab einem gewissen Punkt sicher auch bei mir eine Rolle 😉 Allerdings hatte ich auch so immer meinen eigenen Kopf. So habe ich in meinem ganzen Leben noch nie an einer Zigarette gezogen. Von den Raucherecken auf dem Schulhof habe ich mich immer ferngehalten.

      Warte es ab, der Altersstarrsinn wird bei Dir irgendwann nur dazu führen, dass Du noch läufst, wenn Du eigentlich schon einen Rollstuhl brauchen würdest 😉

      Liebe Grüße auf die Nachbarschaft
      Volker

  13. Hallo Volker,
    super. Ein viel diskutiertes Thema auch bei uns. Also ich habe Schulsportstunden geliebt. Lag aber daran, dass ich halt schon immer irgendwie Sport gemacht habe und es mir leicht fiel. Als Eltern sieht man dann vieles anders. Ich es finde es inziwschen etwas ungerecht, Noten im Sportunterricht zu vergeben.So ist z.B. unsere Tochter mit gerade 12 Jahren 1,71m groß. Ihre Freundin ist 1,50m. Wie bitte schön sollen beide gleiche Leistungen bringen, denn Noten werden ja auch an Weiten, Höhen etc. festgemacht. Ich finde, es sollte beurteilt werden, on sich jemand anstrengt oder nicht. Schade das daruch vielen der Sport verleidet wird.
    Liebe Grüße
    Karina

    • Moin Karina,

      das ist ein gutes Beispiel mit Deiner Tochter und ihrer Freundin. Für mich war es ja damals ähnlich, ich brauchte mich mit den stämmigen und muskulösen Jungs gar nicht messen. Motorische Defizite und mangelnde Traute kamen dann ja noch dazu. Im Gegensatz zu Mathe und Deutsch kann man da auch mit Nachhilfe nicht viel ausgleichen. Das hat die Lehrer aber auch alles nicht interessiert und das scheint sich bis heute nicht geändert zu haben.

      Somit wird weiterhin vielen der Spaß am Sport verleidet und nicht jeder kriegt dann im Erwachsenenalter doch noch die Kurve.

      Ich finde es gibt kaum ein anderes Unterrichtsfach, dass so bestimmend auch für den weiteren Lebensweg sein kann wie den Sport. Schließlich hängt da ja auch noch die Gesundheit dran.

      Es wird heute alles und jedes schulische diskutiert. Aber darüber wird anscheinend nicht nachgedacht.

      Liebe Grüße
      Volker

  14. Hallo Volker,
    interessantes Thema! Bei mir so ähnlich wie bei Dir: Auf Zwang und Druck und Leistung keine Lust. Schwimmen im eiskalten Freibad furchtbar. Duschen nach dem Sport in kalter Dusche und dann kalter Umkleide igitt. Da mir gutes Ballgefühl abgeht, war ich auch immer beim Mannschaftwählen unter den Notgedrungen-Ausgewählten. Ein wenig Spaß machten mir Geräte, aber Zirkeltraining mochte ich auch nicht.
    Ich denke, es steht und fällt mit der Motivation. Wenn etwas Spaß macht, oder mnan für sich einen Sinn macht man es gern. Aber nicht, weil ein Lehrer das so will.
    Aber Gottseidank haben wir ja die Kurve bekommen… 🙂
    Gute BEsserung für den Rücken, kannst ja schöne Musik vom Sofa aus hören, ich kenne da was nettes Norddeutsches…;-)
    Liebe Grüße
    Elke

    • Hallo Elke,

      ohje, das Schwimmen, das war für mich ja noch das Fürchterlichste vom Fürchterlichen 😯

      Sicher kann man den Lehrern nicht die alleine Verantwortung geben, die haben ihre Lehrpläne und jeder Schüler ist auch nicht zu motivieren. Aber auf die individuellen Unterschiede und körperlichen Voraussetzungen wurde so gut wie garnicht eingegangen.

      Wir haben die Kurve gekriegt und darüber bin ich mehr als froh.

      Danke Dir. Du kennst da an was nettes Norddeutsches? Rate mal, was ich mir schon gestern auf dem Sofa angehört habe 😎

      Liebe Grüße
      Volker

  15. nieder mit dem sportunterricht!
    jedes mal wenn ich in den schulsport gegangen bin habe ich mich absolut unsportlich gefühlt. zuhause keine sache: reiten, tanzen, joggen.
    yeah laufen! dann in der schule: warmlaufen oder der coopertest: super langsam. ja und? dafür halte ich 10 km durch. bin halt nur nicht schnell. und das kommt auch noch.
    komisch finde ich allerdings nur, dass egal wohin ich gehe, ich als sportlich abgestempelt werde. ich hätte kraft und gute muskeln.
    beim probetraining im fitnessstudio wird mir gesagt, dass ich sportlich bin. ich solle gut mit den bewegungsabläufen klarkommen und auch schon sehr viel gewicht nehmen.
    und wenn ich dann männer beim bankdrücken abziehe frage ich mich: warum nicht so im unterricht? warum fühle ich mich da immer fehl am platz. anscheinend ist irgendwo ein fünkchen sportlichkeit in mir…

    und was ich erschreckend finde: die leistung die ich im schwimmen für eine 1 zeigen musste, war ein leistungsschwimmabzeichen irgendwas hai. also richtig richtig gut. was erwartet unser bildungssystem von einem normalen gymnasiasten? olympiazeiten?

    du sprichst echt aus der seele

    • Moin Moin und willkommen auf meinem Blog!

      Da bist Du eine noch direkt Betroffene. Du machst ja viel Sport. Da ist es doch auch schon wieder erstaunlich, dass Du Dich im Schulsport nicht wohlfühlst. Ich finde das ist ein Trauerspiel.

      Tja, von Gymnasisasten werde halt in jeder Hinsicht Höchstleistungen erwartet. Da müssen es schon „Oympialeistungen“ im Sport sein. Völlig beknackt! 😦

      Super, dass Du Dir Deinen privaten Sport nicht vom Schulsport vermiesen läßt. Und viel Spaß weiterhin beim Männer abziehen 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  16. Tendenziell habe ich den Sportunterricht eher gemocht. War sicher nicht unbedingt mein Lieblingsfach – aber ok. In der Grundschule haben wir mal außer Konkurrenz an den Bundesjugendspielen teilgenommen. Offiziell waren die erst ab Klasse 5. Ich erinnere mich daran, dass ich schnell war bzw. einige schnelle Jungs nicht glauben mochten, dass die kleine, eher pummelige Liesi schneller war als sie und mich x-mal zu Duellen rausforderten (die ich gewann 😉
    Ich freute mich auf Klasse 5 – aber das Gymnasium, das ich besuchte (tolle Schule ansonsten – eine Insel!) war sporttechnisch sehr mies ausgerüstet und weil unter kirchlicher Trägerschaft, durften sie die Bundesjugendspiele ignorieren – was sie taten.
    Es wurde also ab da kaum noch gelaufen aber wir hatten ein Schulhallenbad. Schwimmen konnte ich schon und mochte ich auch – aber da war das immer so eine Sache: gemeinsam mit den Jungs und die Schamhaftigkeit bzgl. Speckröllchen … es war gespalten. Und meine Noten immer irgendwo im vorderen Mittebereich. Unauffällig nach dem Motto: „Ach, die Kleine haben wir ja das ganze Jahr nicht bemerkt – mal testen, was die kann“ um dann festzustellen, dass das in Anbetracht des eher unsportlichen Äußeren gar nicht so übel war. Also mal eine 2, mal eine 3 verpasst und wieder vergessen. Hand- und Kopfstand konnte ich, war reaktionsschnell und liebte sehr die eher spielerischen Spiele – allen voran Völkerball mit Abwerfen und so :o)
    Als – damals noch nicht so benannte aber unzweifelhafte – ADS-lerin war mir natürlich alles recht, mal eine Weile nicht stillsitzen zu müssen. Insofern Sport eher positiv besetzt.

    • So so, Du hast schon als Kind die Jungs in sportlichen Duellen besiegt. Ich ahne schon, dass ich mich auch heute am besten nicht mit Dir anlege 😉

      Immerhin konntest Du ADS mit Bewegung und nicht mit Medikamenten begegnen und hast den Schulsport nicht gefürchtet.

      Ach ja, die Schamhaftigkeit. Die gab es auch beim gleichen Geschlecht. Duschen mochte damals von uns Jungs keiner gehen. Das war dann gleich der nächste Streitpunkt mit den Lehrern 😉

      Eine 2 im Sport … Wahnsinn! 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  17. Lieber Volker,

    auch ich habe den Schulsport gehasst. Ich bin zwar immer schon sportlich unterwegs gewesen und im Schulsport war ich auch immer vorne dabei, beim Laufen, beim Ballspiel, beim Klettern… ich tat mir eigentlich nirgendwo schwer. Trotzdem habe ich ihn überhaupt nicht gemocht. Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich von der 3. bis 7. Klasse ziemlich gemobbt war, auch mein Selbstvertrauen war damals irgendwo weit unter dem Boden…
    Außerhalb der Schule war ich aber immer schon mehr oder weniger sportlich unterwegs – eine Sportskanone sozusagen 😉 – Schwimmen, Fußball, Krafttraining, Laufen und ab etwa 16 habe ich mit Aerobic angefangen.

    Sport war eigentlich immer einen Teil meines Lebens 🙂 nur den Schulsport habe ich gehasst! 👿

    Ich wünsche Dir gute und schnelle Besserung!!

    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      die bist in der Schule gemobbt worden? Über soviele Jahre? Da ist ja eine Katastrophe sowas als Kind erleben zu müssen. Kein Wunder, dass Dein Selbstvertrauen am Boden war. Da kannst Du froh sein, wenn da nicht mehr geblieben ist.

      Das Du schon immer sportlich warst, sieht man Dir auch an 😀

      Super, dass Dir der Schulsport den Sport generell aber nie vermiest hat.

      Danke schön und liebe Grüße
      Volker

  18. Hallo,

    wieso kommt mir das so bekannt vor ? Ich hätte den Artikel nicht besser schreiben können… Sport unter Zwang und wenn man muss mochte ich auch noch nie…. Als ich dann im fortgeschrittenen Alter das Laufen entdeckte war es einfach wie gemacht für mich. Laufen wann, wie und wo ich will. Und das beste keine muffige Sporthalle sondern an der frischen Luft.

    Lasst uns laufen gehen 🙂

    Viele Grüße und gute Besserung
    Oliver

    • Moin Oliver,

      willkommen auf meinem Blog!

      Dir also auch? Es ist schon krass, wievielen das mit dem Schulsport so gegangen ist.

      Das Laufen war wie gemacht für mich. Das ist eine Aussage , die ich so unterschreiben kann. Die Unkompliziertheit beim Laufen ist einfach genial.

      Laufen gehe ich aber erst in ein oder zwei Tage wieder, wenn der Rücken nicht mehr muckt. Von daher danke für die gute Besserung!

      Viele Grüße
      Volker

  19. Ich mochte Schulsport ganz gerne und konnte überall ganz gut mithalten. Nur Fußball und Handball – DAS waren nicht meine Sportarten. Und dem sogenannten Dauerlauf konnte ich nichts abgewinnen – heute mache ich das sooo gerne!
    Abseits der Schule war ich sportlich unterwegs. Habe einiges ausprobiert. Am Ende war Volleyball über 10 Jahre mein Sport.
    Das Bewertungssystem beim Schulsport – ich weiß, dass an der Schule meines Sohnes durchaus das individuelle Bemühen und die eigenen Verbesserungen bewertet werden. Genauso wird das Verhalten im Sportunterricht – wie z. B. Teamgeist, Bereitschaft zur Hilfestellung und Auf- oder Abbau der Sportgeräte, in die Benotung mit eingezogen. Finde ich gut. Ansonsten weiß ich nicht, wie das gehandhabt wird.
    Liebe Grüße
    Bianca

    • Wie?? Du mochtest den Schulsport? Was bist Du denn für eine? :mrgreen:

      Scherz beiseite, schön, dass es bei Dir nicht so war, wie bei mir und vielen anderen. 10 Jahre Volleyball, cool. So erfahre ich ja noch was richtig neues von Dir 😀

      Da gibt es ja beim Schulsport Deines Sohnes ganz gute Ansätze. Das sollte doch im wahrsten Sinne des Wortes Schule machen.

      Liebe Grüße
      Volker

  20. Lieber Volker,
    mit diesem Thema hast du ja ganz offenbar einen Nerv getroffen. Unglaublich, was hier an Betroffenheit, Erinnerungen und Lebenswendungen geschrieben wird.

    Wie mein Schulsport war, willst du wissen? Das ist im Prinzip ganz einfach erklärt. Den Sport im Winter habe ich geliebt. Beim Sport im Sommer wäre ich am liebsten davongelaufen, wenn das nicht so anstrengend gewesen wäre. Alles, was mit Leichtathletik zu tun hatte, stand auf meiner Negativseite. Und als Jugendlicher habe ich quasi für das Skifahren gelebt.

    Das ist nach wie vor der einzige Sport, den ich noch lieber mag als das Laufen. Leider komme ich aber fast gar nicht mehr dazu. Hätte ich in der entsprechenden Umgebung gelebt, wäre ich vermutlich auch ein begeisterter Kletterer geworden.

    Aber mit 39 kam das Laufen. Zu meiner Überraschung und zunehmenden Begeisterung. Aber Laufen ist nicht nur Sport, sondern einen Lebensphilosophie und Form der Meditation.

    Noch etwas? Ach ja, wenn es um Mannschaftssport in der Schule ging, war ich in der Regel auch der Vorletzte, der in ein Team gewählt wurde …

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Lieber Rainer,

      dieser Post wartete schon länger auf seinen Einsatz. Wie geschrieben, war mir aufgefallen, dass der Schulsport immer mal wieder Inhalt von Kommentaren gewesen ist. Und ich konnte erkennen,dass es vielen so ging wie mir.

      Das Du so ein begeisterter Skiläufer bist, habe ich noch gar nicht gewußt. Das Du gerne kletterst war mir durch ein Post von Dir allerdings schon geläufig. Ich merke schon, Du bist ein Kind der Berge und für den Norden wohl verloren 😉

      Das Du bei der Mannschaftswahl auch nicht zur ersten Garde gehört hast, wundert mich allerdings.

      Laufen ist mehr als Sport, auch Lebensphilosophie und Form der Meditation, Rainer, diese Worte gehören vergoldet!

      Liebe Grüße
      Volker .

  21. Also, die ersten 4 Jahre im Gymnasium (von 10-14) waren eher bescheiden…ich war ziemlich unsportlich. Einzig im Volleyball war ich nicht so schlecht, und das bewahrte mich vor miesen Noten im „Turnen“.
    In der Oberstufe (14-18 Jahre) haben wir dann einen neuen Lehrer bekommen, mit dem alles viel leichter wurde. Es gab eine nachvollziehbare Punkteliste für die Noten, wobei man sich aussuchen konnte, mit welchen Übungen man auf die nötigen Punkte kam. Und es wurde viel gespielt….Fussball war eher Nebensache, bei uns war Volleyball und Basketball angesagt. Das hat Spass gemacht. Und in der letzten Klasse bin ich zum erstenmal 800 Meter gelaufen 😉

    Also in Summe gemischte Erinnerungen…..da die letzten Jahre aber die guten waren, in Summe positiv.

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

    • Das klingt in der Tat durchaus nicht schlecht. Vielleicht hat Österreich im Schulsport Deutschland ja etwas voraus. Und Du bist schon im Schulsport gelaufen, wow!

      Liebe Grüße
      Volker

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