Verschätzt

… hatte ich mich heute bei der Einschätzung des Windchill. Der Wetterdatencheck zum Laufstart besagte folgendes: 1,6° real und gefühlt, Wind 1,8 m/sec. Alles unter 2 m pro Sekunde ist eh kein Wind hier im Norden und wenn die gefühlte Temperatur nicht unter der realen liegt, spricht das für ein lauschiges Läufchen. Aber irgendetwas hatte ich bei der umfangreichen Wetteranalyse vergessen, was sich mit dem Wort „nasskalt“ abschließend beschreiben ließ.

Wie üblich bei der hier vorherrschenden Windrichtung trabte ich mit Rückenwind los. Geplant hatte ich den Weg an der Hunte in seiner gesamten Länge zu laufen. Bin ich aber nicht. Nach Ankunft an meinem Fluß der Flüsse merkte ich, dass der Wind für mein heutiges Empfinden kalt war, zu kalt. Da fehlte mir irgendwie eine Lage Stoff zum Warmbleiben. Deshalb verließ ich nach nur einem Kilometer den exponierten Weg. Ich leitete eine 2,5 km lange Wendeschleife ein. Deichläufer haben halt einen großen Wendekreis 🙂

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Nach Abschluß des Wendemanövers schnurte ich ein Stück den gleichen Weg, den ich gekommen war, wieder zurück. Der bleierne Himmel hing so tief, dass er mir auf den Kopf zu fallen schien. Trotzdem umkurvte ich noch den Großen Bornhorster See um etwas Meter zu machen. So kam ich auf die 18 km, die ich auch auf der anderen Route geplant hatte.

Etwas bäh war der Lauf schon und das hing diesmal nicht mit meiner Stimmung zusammen. Heute behagte mir das Wetter einfach nicht. Obwohl trocken und trotz nur schwachen Winds. Die rein technischen Daten des Laufs sind aber gar nicht mal so schlecht. Gut unter 6er-Schnitt, inklusive einiger flotter Einzelkilometer 😎

Da läßt sich doch der Abend ruhigen Gewissens auf dem Sofa verbringen 😀

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32 Kommentare zu “Verschätzt

  1. 18 km sind ganz schön viel, finde ich. Bei mir war die Einschätzung heute früh genau anders herum. Ich dachte, es wäre kalt, fand es aber doch recht warm und hab ordentlich geschwitzt.
    Lieben Gruß
    Kornelia

    • So unterschiedlich kann es gehen, Du hast geschwitzt und ich gefroren. Die Gemeinsamkeit liegt dann wieder darin, dass wir beide unseren Lauf sauber durchgezogen haben 😎

      Liebe Grüße
      Volker

  2. So trist wie es aussieht und so fröstelig wie es sich anfühlte, halte ich 18 km für eine tolle Sache. Insofern ist Sofa genehmigt – bei Chips und Schoki bin ich mir nicht sicher! 😉

    Liebe Grüße, gute Erholung,
    Anne

    • Chips? Schoki? Ich doch nicht!

      Es war eher sowas weingummiartiges :mrgreen:

      Danke und liebe Grüße
      Volker

  3. Haha, großer Wendekreis; den muss ich mir merken! Genial!
    Wind mag ich auch nicht. Besonders wenn er plötzlich aufkommt und man auf einmal tierisch anfängt zu frieren. Ekelhaftes Gefühl!

    • Tja, so ist das, wenn sich der Radius des Wendekreises nach dem Verlauf des Deiches richtet 😎

      Wind ist ja eigentlich mein täglich Brot, aber gestern war der irgendwie so ganz anders als erwartet … :-/

      LG Volker

  4. ich habe es heute nur zum schwimmen geschafft. und zur belohnung gab es ein mittagsschläfchen. so wie es aussieht werde ich eine ernstzunehmende konkurrentin 😀 😀 😀

    • Ja sischer dat, allerdings die 3/4. Das war auch nicht das Problem.

      Arme und Brust wurden kalt. Vor allem wegen letzterer wollte ich keine Bronchitis riskieren…

      LG Volker

  5. Lieber Volker,
    das kenn ich und nicht nur einmal ist es mir schon passiert falsch angezogen zu sein. Umso mehr zolle ich Dir Respekt, dass Du es dennoch, wenn auch modifiziert, durchgezogen hast. Bleib gesund.

    Salut
    Christian

    • Lieber Christian,

      in der Regel neige ich eher dazu mich zu warm anzuziehen, damit kann ich auch besser umgehen. Schwitzen tue ich ja eh immer.

      Gute 5 km gegen dieses Wind mochte ich mir nicht antun. Schon gar nicht, wenn sich noch ein Alternativstrecke bietet.

      Danke, ich werde mir Mühe geben 🙂

      Moin Moin
      Volker

  6. Lieber Volker,
    ja das kenn ich. An manchen Tagen tut das nasskalte Wetter oder der Wind einfach mehr „weh“, wie an anderen! Dafür sind dann aber deine 18km schon sehr tapfer! 😀
    „Im Wendekreis des Deichläufers“ – wär das nicht ein toller Buchtitel für deine Biographie? 😉

    • „Im Wendekreis des Deichläufers“ hätte die gesamte Bevölkerung Oldenburgs Platz:mrgreen:

      Aber als Buchtitel hätte es was. Nur was sollte meine Biographie schon großartig beinhalten? 🙄

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,
    D I R fehlte eine Lage Stoff zum Warmbleiben? Ui, dann war es auch bei Euch unangenehm. Aber dennoch hast Du eine ordentliche Strecke absolviert, ja so ein echter Deichläufer ist doch nicht kleinzukriegen! 🙂
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      „obenrum“ bin ich ein echtes Weichei. Da brauche ich es muckelig warm und wenn der Wind die Brust auskühlt mag ich das überhaupt nicht.

      Aber was so ein echter Deichläufer ist, der beißt sich auf der Alternativroute durch. Gut erkannt! 😎

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Lieber Volker,
    mir wäre IMMER kalt, wenn ich so wie du gekleidet laufen würde.
    Eigentlich müsstest du schon erfroren sein.
    Eine 3/4 Hose trage ich höchstens mal ab 20 Grad aufwärts. Für alles was unter 10 Grad ist, wird schon die dicke Winterhose rausgeholt.
    Und unter 0 Grad wird dann untenrum doppellagig getragen.
    Insofern kann ich verstehen, das dir kalt ist.
    Ich finde es aber sehr bewundernswert, das du dich dann doch 18 Km durchbeißt. Wenn mir kalt ist drehe ich um und gehe heim 😆
    Ich hoffe, du hattest noch einen schönen Abend auf der Couch. Auf jeden Fall verdient 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      ich mache das gerne noch einmal deutlich: Obenrum brauche ich es IMMER warm. Die Beine frieren bei mir so gut wie nie. Z. B. laufe ich im Haus das ganze Jahr in kurzen Hosen rum, aber nicht mit freiem Oberkörper 😉

      Gestern hätte es also gerne das dickere, angeraute Laufshirt sein dürfen. Der Neoprengurt ließ sich ja leider nicht noch höher ziehen 😉

      Umdrehen hätte auch nicht viel gebracht, da wäre ich auch noch auf 15 km gekommen.

      Auf der Couch war es schön, sehr schön sogar 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Lieber Volker,

    beim Laufen zu frieren bzw. überhaupt zu frieren mag ich gar nicht und so neige ich eher dazu ein Lager zu viel anzuziehen – da ich aber immer mit Rucksack unterwegs bin kann ich ja sehr leicht etwas ausziehen und schnell verstauen 🙂

    Da muss man einfach ab und zu flexibel sein und wenn die geplante Runde nicht geht einfach ausweichen. Du warst ja sowieso besonders Tapfer da Du die 18 km durchgezogen hast – da hast Du Dich den gemütlichen Abend auf der Couch auf jeden Fall mehr als verdient!! 😉

    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      das Frieren hat mir auch überhaupt nicht gefallen. Zum Glück passiert mir das doch insgesamt sehr selten. Zu warm kommt schon mal eher vor. Das scheuere ich in der Regel über den Öffnungsgrad der Reißverschlüsse 🙂 Ganz zu warm, dass ich etwas ausziehen muß, hatte ich in der Vergangenheit nur mit meinem Windbreaker und der ist so klein und handlich zusammenknüllbar, dass ich ihn in der Hand tragen kann.

      Ich habe es mir auf dem Sofa auch richtig gut gehen lassen .-)

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Hallo Volker,

    auch bei uns ist es momentan nasskalt, kein schönes Wetter, aber Laufen geht immer 🙂 Ich konnte auf meiner gestrigen Sonntagsrunde sogar noch ein paar Sonnenstrahlen genießen aber wie gesagt auch nur ein paar. Da freut man sich auf die warme Dusche……

    Aber 18km in dem Schnitt kann sich doch sehen lassen 🙂

    Viele Grüße
    Oliver

    • Moin Oliver,

      Laufen geht (fast) immer. Ich lasse mich nur unter recht extremen Bedingungen davon abhalten. Solche „Wetterfühligkeit“ beim Laufen habe ich selten,

      Schlußendlich war ich mit dem Lauf auch sehr zufrieden.

      Aus welcher Ecke der Republik kommst Du denn?

      LG Volker

      • ok fast immer 😉 aber außer Glatteis kann mich eigentlich kein Wetter vom Laufen abhalten. Drehe meine Laufrunden in der Nähe von Frankfurt/Main auch heute wieder nasskalt beim Laufen brrrrrrr

  11. Die Freaks unter uns laufen im Winter ja immer die ersten Hälfte erst gegen den Wind, um dann nicht im 2. Teil vom Polarwind ausgekühlt zu werden 😉

    Viele Grüße aus dem traditionell windarmen Süden der Republik
    Lars

      • Wenn ich von der Haustür aus loslaufe, was ich bei 99% meiner Läufe so mache, sind die geografischen Gegebenheiten leider so, dass ich nur nach Osten aus der Stadt rauslaufen kann. Bei den hierzulande vorherschenden Westwinden bedeutet das immer erst Rückenwind.

        So bleibt mir nichts anderes übrig als mich auf dem zweiten Teil den rauhen Winden zu stellen. Ich bin gewöhnt daran und in der Regel macht mir das auch nichts aus 🙂

        Liebe Grüße aus dem traditionell schneearmen Norden der Republik
        Volker

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