Back to life

Ich möchte mich als erstes für Eure lieben Reaktionen, Eure Anteilnahme und Eure virtuellen Umarmungen auch im Namen von Jens bedanken und bitte um Verständnis, dass ich dies nicht auf jeden einzelnen Kommentar im vorherigen Post tue.

Nur 15 Monate nach dem Tod meiner Schwägerin Anke nun von Kurt Abschied nehmen zu müssen ist bitter. Was für Jens und auch mich schon sehr schwer ist, ist für meine von mir über alle Maßen geschätzte Schwiegermutter schlichtweg eine Katastrophe. Auch Ein- und Überblick über das Leben eines lieben Menschen, der keine eigene Familie hatte, zu gewinnen, ist keine leiche Aufgabe und wird uns in den kommenden Wochen noch intensiv beschäftigen.

Wovon die Zeit seit dem frühen Mittwochabend bestimmt war, brauche ich sicher niemanden erklären. Trauer und Erschöpfung sowie die fehlende Zeit lähmten bei mir auch jedes Verlangen nach körperlicher Betätigung. Gegen die Lust- und Antriebslosigkeit konnte ich erst heute vormittag  einen Kontrapunkt setzen.

11 km nahm ich unter die Füsse. Frische, Sonnenschein und das erste zarte Grün stimmten versöhnlich und erstaunlich schnell stellte sich ein Laufrythmus ein, der sonst in der Regel immer viel länger auf sich warten läßt.

12.04.15 01

So laufe ich zurück ins normale Leben und in den Alltag, dessen Bedeutung man erst so richtig erkennt, wenn die Welt plötzlich aus den Fugen gerät. Ich versuche mir etwas die Kraft zu erlaufen, für das was in der kommenden Woche und den folgenden Wochen noch alles ansteht.

12.04.15 02

Der heute Lauf war ein guter Anfang, in einer Episode wo man die Zeit noch in ein Davor und Danach einteilt.

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32 Kommentare zu “Back to life

  1. Lieber Volker,

    schön von Dir zu lesen und das es nicht leicht für Dich und Jens ist, kann sich jeder Deiner Leser und virtuellen/realen Freunde vorstellen. Ich wünsche euch weiterhin viel Kraft dafür.
    Ein kleiner Tip von einem ebenfalls bereits Leidgeprüften, das Laufen hilft, es lenkt ab, v.a. im Frühling. Es lässt Dich wieder das Schöne erkennen und vertreibt die düsteren Gedanken. Indirekt hilfst Du damit sowohl Jens als auch Deiner Schwiegermutter…

    Salut und lasst euch nicht unterkriegen

    Christian, der euch hiermit nochmals umarmt und herzlich drückt

    • Vielen Dank, lieber Christian.

      Die heilsame Wirkung des Laufens ist mir wohlbekannt. Aber meine unerschütterliche Lauflust war dann doch kurzzeitig erschüttert. Dies Phase ist vorbei und der Rücken wieder etwas mehr gestärkt für die notwendige und gern gegebene Unterstützung.

      Moin Moin
      Volker

  2. Lieber Volker,

    der Frühling tut gut und mildert ein wenig die dunklen Gedanken. Dennoch ist das Trauern wichtig und gehört zum Abschied nehmen.

    Beim Spaziergang mit Karin über den Petrisberg heute haben wir auch an Dich und Deine Lieben gedacht.

    Wir freuen uns schon sehr auf Eueren Besuch!

    Liebe Grüße
    Rainer

    • Lieber Rainer,

      vielen Dank für Eure Gedanken. Es tut gut zu wissen, dass da Freunde sind, die mitfühlen. Grüße Karin ganz herzlich von Jens und mir.

      Wir freuen uns ebenfalls schon sehr bei Euch zu sein!

      Was macht Deine Erkältung? Ich hoffe Du kannst den Trainingsentspurt anpacken!

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,

    gut von dir zu lesen! Es ist so schwer, einen geliebten Menschen zu verlieren, und ich wünsch euch allen – vor allem deiner Schwiegermama – sehr viel Kraft dabei. Ich bin sicher, dass Jens und du ihr helfen werdet, wo es nur geht, aber der Schmerz bleibt natürlich.

    Laufen hilft, wie Christian schon schrieb und wie du selbst erfahren durftest. Es ist einfach gut investierte Zeit, die dich auftanken lässt und Energie für das gibt, was es noch zu bewältigen gibt, im emotionalen wie im praktischen Sinne.

    Liebe Grüße und eine feste virtuelle Umarmung,
    Anne

    • Liebe Anne,

      Jens und ich helfen wo wir können und sind soviel da wie wir können. Für meine Schwiegermama ist es jetzt schon das dritte von sieben Kindern, dass verstorben ist. Auch zwei Enkelkinder und ein Bruder (als junger Mensch) sind schon verstorben. Wie grausam kann das Schicksal eigentlich sein?

      Laufen hilft, ich weiß es, und es wurde Zeit, dass ich wieder auf die Piste kam.

      Lieben Dank und ebenso liebe Grüße
      Volker

  4. Schön von Dir zu lesen. Ist sicher keine einfache Zeit für Dich und Deine Familie. Aber Laufen hilft wie in so vielen Lebenslagen ein wenig und tut gut.
    Ich wünsche Dir alles Gute !
    Lieben Gruß
    Kornelia

    • Es wurde Zeit wieder zu laufen, liebe Kornelia. Ich weiß ja um die segensreiche Wirkung. Danke für Deine lieben Wünsche.

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Lieber Volker,

    ich freue mich, dass Du Dich wieder zu Wort meldest. Laufen ist ein wirklich gutes Mittel, in Lebenskrisen sich Kraft zu er“arbeiten“. Die werdet Ihr sicherlich benötigen, um zum einen Euch gegenseitig Trost zu spenden aber auch um zum anderen, um die Aufgaben, die noch folgen, zu lösen.

    Versuche Dir immer die Zeit fürs Laufen zu nehmen, es ändert die Situation nicht aber wird sie ein ganz wenig leichter machen.
    Gruß
    Anja

    • Liebe Anja,

      das Bloggen hilft, genau wie das Laufen an sich wieder auf andere Gedanken zu kommen.

      Jetzt, nach dem das Akuteste geregelt ist und sich der allererste zeitliche Abstand einstellt, findet sich auch wieder die Zeit fürs Laufen. Es hat gestern gut getan.

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Zurück zum Normalstand; nein, so einfach wird es nicht gehen und vielleicht auch nie wieder wie es zuvor war. Wenn jemand fehlt ….
    Aber der Sport ist eine gute Möglichkeit abzuschalten und zu entspannen und mit seinen Gedanken und sich ins reine zu kommen.

    • Gut beschrieben, lieber Markus. Genauso ist es, im ersten wie im zweiten Punkt.

      Danke und viele Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,das Leben für die trauernden Zurückgebliebenen geht weiter, es tut mir aufrichtig leid für Jens und auch besonders für seine leidgeprüfte Mutter, ich weiß, wie schwer man an solchen Tagen/Wochen/Monaten/Jahren zu knabbern hat, ganz viel Kraft für die ganze Familie.

    Im übrigen habe ich dir eine Mail geschickt – angekommen ?

    • Liebe Margitta,

      das Leben geht weiter, der Aussetzer geht zu Ende. Wir hoffen, dass die kommenden Wochen einen einigermaßen guten Verlauf nehmen.

      Die Mail ist angekommen, ganz lieben Dank dafür. Entschuldige, aber ich bin noch nicht dazu gekommen die lieben Mails aufzuarbeiten, die ich in den vergangenen Tage erhalten habe.

      Liebe Grüße
      Volker

  8. von Albert Schweitzer

    Das schönste Denkmal,
    das ein Mensch bekommen kann,
    steht in den Herzen
    der Mitmenschen.

  9. Lieber Volker,
    aus Deinen Worten spricht sehr spürbar die Zerrissenheit der Situation. Man muss den Verlust eines nahen Angehörigen verkraften, es gibt vieles zu tun, bei einer solch unerwarteten Situation sicher noch mehr, und dann auch die Sorge um die Schwiegermutter. Sie hat ja dann schon wirklich sehr viel Leid erfahren müssen… Andererseits: Man sieht vieles in neuem Licht, manche Prioritäten ändern sich, man nimmt vielleicht auch Kleinigkeiten wieder anders wahr. Viel Kraft für die nächste Zeit und ganz ganz liebe mitfühlende Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      ja, es sind genau diese drei Bereiche, die im Moment sehr fordernd sind. Erstaunlicher Weise wecken solche Situationen immer viel Energie in mir die Dinge anzupacken. Ich bin da auch sehr entscheidungsfreudig, was insbesondere Jens sehr hilft, da wir beide es sind, die die Dinge regeln die geregelt werden müssen.

      Die Prioritäten ändern sich, oh ja. Meine Arbeitssituation z B. rutscht mir gerade ziemlich denBuckel runter. Es wäre schön, wenn ich mir DAS als Lernerfolg bewahren könnte.

      Lieben, herzlichen Dank
      Volker

      • Ja, ich denke, da einfach vieles geregelt werden MUSS, funktioniert man erstmal. Aber irgendwann kommen dann auch andere Momente, des Trauerns, Nachdenkens, Fragens…
        Ich wünsche Dir, dass sich der Lernerfolg veränderten Prioritäten nachhaltig einstellt. Hatte ich mal in jungen Jahren. Die Ungeduld, im Leben gleich alles haben zu wollen. Und dann starb jeden Winter einer aus dem näheren Umfeld. Das hat bei mir vieles und auch dauerhaft bewirkt…
        Nochmals mein Mitgefühl an Euch!
        Liebe Grüße
        Elke

      • Die anderen Momente sind immer zwischendurch da. Sie greifen mal mehr mal weniger Raum. Zeitlicher Abstand hilft und der stellt sich von ganz alleine ein.

        Ist die von Dir beschriebene Ungeduld nicht typisch für junge Menschen? Ich war genauso. Heute kann vieles warten oder ich brauche es sogar gar nicht mehr.

        Nachhaltig ist das Stichwort, bislang bin ich noch immer wieder in alte Verhaltensmuster zurückgefallen. Aber vielleicht klappt es ja diesmal.

        Danke nochmal und liebe Grüße
        Volker

  10. In einer ähnlichen, aber dennoch komplett anderen Situation habe ich mal dieses Bild hier gemacht:
    http://danielamohr.com/mohrblog/2014/09/18/damals-ist-ein-fernes-land/

    Und ich finde, das ist eigentlich das Einzige, was man tun kann. Weiteratmen. Weitermachen. Und wenn sich die erste Flut zurückgezogen hat, kann man schauen, was noch übrig ist vom alten Leben und sich daraus ein neues zurechtzimmern.
    Lass‘ dir Zeit und hab‘ Geduld mit dir 😉

    • Weiteratmen, weitermachen, sich an dem Beständigen festhalten, nicht in Lethargie verfallen, nur so kann es funktionieren. Stillstand und Lähmung machen es nur noch schlimmer.

      Am Leben zu zimmern ist sowieso eine Lebensaufgabe. Was das anbelangt bin ich aber eigentlich recht geduldig!

      Liebe Grüße
      Volker

  11. Lieber Volker,
    schön wieder von dir zu lesen. 🙂
    Du schreibst es ja selbst. Es gibt Momente, da denkt man nicht mal ans Laufen – und andere, da tut es wieder so unglaublich gut, weil es einem die kurze Möglichkeit gibt, sich auszuklinken und dann gestärkt wieder zurück zu gehen.

    Weiterhin viel Kraft!

    • Liebe Doris,

      alles zu seiner Zeit. Wenn ein paar Tage kein Platz und auch kein Lust zum Laufen da ist, dann ist das so. Dadurch verliert das Laufen seine Bedeutung nicht, derer ich aus den von Dir genannten Möglichkeiten jetzt auch wieder gewahr werde.

      Vielen Dank und liebe Grüße
      Volker

  12. Lieber Volker,

    schön von Dir zu lesen! und schön, dass Du wieder ein wenig laufen kannst bzw. magst. Ich hoffe Du kannst Dir ein wenig Ruhe und Kraft aus der Natur holen, und dass das Laufen Dir helfen kann ein wenig zu entspannen und abzuschalten.

    Leider lernt man den „langweiligen“ Alltag oft erst dann zu schätzen, wenn so etwas passiert. Ich wünsche Dir, Jens und Deine Schwiegermutter weiterhin viel Kraft und dass Ihr Euch gegenseitig unterstützen könnt!

    Ganz liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      der langweilige Alltag hat mit seinen Tagesstrukturen ja durchaus seine Berechtigung. Das durfte ich schon in anderen schweren Zeiten erleben. Diese Wichtigkeit des Alltags geht einem im Alltag allerdings nur allzu gerne verloren.

      Vielen liebe Dank und ebenso liebe Grüße
      Volker

  13. Lieber Volker,

    ich freue mich auch wieder von Dir zu lesen und wünsche euch weiterhin viel Kraft im Umgang mit diesem Verlust!
    Trägst du absichtlich eine dunkle Trauerlaufjacke im Bild?

    Liebe Grüsse,
    Roni

    • Hallo liebe Roni,

      nein, die Farbe dieser Jacke ist Zufall. Seitdem mir die gelbe Jacke zu warm geworden ist, greife ich zu diesem dünnen Windbreaker. Trauerlaufbekleidung wäre dann doch etwas übertrieben. Wir tragen sie auch im Alltag nicht. Das wäre nichts für Kurt.

      Liebe Grüße übern Teich
      Volker

  14. Lieber Volker,
    da bist Du ja wieder. Das freut mich! Ich kann mir gut vorstellen, dass Du erstmal wie gelähmt warst. Aber nun, wo die dringlichsten Dinge erledigt sind, tut Dir das Laufen sicher gut. Abstand – Ausgleich – etwas Schönes sehen.
    Ich wünsche Dir, aber auch besonders Jens und seiner Mutter, für die kommende Zeit noch alle Kraft. Da kommt sicher noch einiges auf Euch zu!
    Liebe Grüße
    Bianca

    • Liebe Bianca,

      wie Du gerade bei „Oberschenkel“ gelesen hast klappt es sogar schon wieder etwas mit dem Humor. Auch das hilft in dieser schweren Zeit.

      Du hast recht, da kommt noch einiges auf uns zu. Wir gehen es an, nützt ja nichts, und es geht auch.

      Danke und liebe Grüße
      Volker

  15. Hallo Volker,

    es ist schön, wieder von Dir zu lesen….
    Aus eigener Erfahrung weiss ich, daß Laufen einen auch durch solche Phasen „tragen“ kann…oder zumindest einen Beitrag leisten kann. Im wahrsten Sinne des Wortes Abstand gewinnen, dem Kopf Freiheit gönnen….

    Ich wünsche Euch, daß die Energie, von der Du gesprochen hast, immer da sein wird, und Euch tragen wird.

    Alles Liebe,
    Wolfgang

    • Lieber Wolfgang,

      leider sind wir nicht mehr so jung, dass wir noch nicht solche Erfahrungen machen mußten. Aber so wissen wir auch, was uns zumindestens ein wenig darüber hinweghelfen kann.

      Danke für Deine liebe Worte und Wünsche.

      Liebe Grüße
      Volker

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