Das besondere Gefühl

Nach dem gestrigen Artikel geht es auch heute noch mal nicht ums Laufen.

Es folgt mein jährlicher Blog-Ausflug zum CSD Nordwest in Oldenburg. Über 10.000 Menschen waren heute wieder unterwegs um für Gleichberechtigung und Toleranz zu demonstrieren. Überall auf der Welt liegt da noch sehr vieles im Argen und endet in manchen Ländern dieser Erde sogar noch mit der Todesstrafe. Unglaublich ❗ Aber auch in Deutschland gibt es noch so einige Baustellen.

Nichtsdestotrotz lassen sich auch schon so manche Erfolge verbuchen. Darüberhinaus ist der CSD ein Tag, der einem das besondere Gefühl gibt, einmal in der Mehrheit zu sein. Aber letztendlich ist es doch das schönste, wenn die sexuelle Orientierung überhaupt keine Rolle mehr spielt und die Besucher des CSD und das Publikum sich einfach mischen.

Der Tag des CSD ist für Oldenburg immer ein guter Tag. Ein Tag, an dem der neue Oberbürgermeister die Tradition seines Vorgängers fort- und die Demonstration anführt. Ein friedlicher, demonstrativer, fröhlicher, politischer und weltoffener Tag. Ein Tag zum Fordern, zum Nachdenken und zum Feiern. Ein Tag für den Menschen.

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42 Kommentare zu “Das besondere Gefühl

  1. Aber letztendlich ist es doch das schönste, wenn die sexuelle Orientierung überhaupt keine Rolle mehr spielt und die Besucher des CSD und das Publikum sich einfach mischen.

    Lieber Volker,

    genau das. Ich liebe den CSD in Köln, hab ihn zwar schon lange nicht mehr besucht aber wenn, die Atmosphäre sehr genossen. Wie sind noch weit weg von Gleichberechtigung, das zeigen ja die aktuellen Diskussionen um die Ehegleichheit. Welchen verbalen Mist da manche Politiker von sich geben, ist kaum auszuhalten. Aber ich bin sicher, das ist nicht aufzuhalten und es wird zumindest schon mal die gesetzliche Gleichberechtigung folgen. In den Köpfen der Menschen dauert es dann noch Generationen, das werden wir nicht miterleben. Aber – ähnlich wie bei der Emanzipation der Frauen – muss man dann auch mal 20-30 Jahre zurück schauen und sehen, was sich schon getan hat und das ist in beiden Fällen ne ganze Menge.

    Aloah …sagt man hier

    Anja

    • Ja, was manche Politiker für einen Mist reden ist wirklich unglaublich. Speziell wenn der Parteien das große C im Namen tragen.

      Du hast recht, bis sich das wirklich in den Köpfen verankert werden noch Jahrzehnte vergehen. Weltweit wird das wahrscheinlich nie gelingen.

      Aber die Fortschritte sind unverkennbar und das macht ja auch Mut weiterzumachen.

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Sexuelle Neigungen, sollten niemals eine große Rolle spielen, solange sie nicht pädophil sind oder sonstwie anderen Menschen schaden. Ist aber doch gut, wie sich die Gesellschaft immer mehr dafür öffnet, oder?
    Lieben Gruß
    Kornelia

    • Natürlich ist das gut, liebe Kornelia. Und in Deutschland sind wir auch schon recht weit. Das es noch weiter geht, zeigt uns aber ausgerechnet das katholische Irland!

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Wie schön, dass wir jetzt und hier leben
    jeder Mensch hat ein Recht so zu leben
    wie er möchte – YES ! 😎
    leben – lieben- lieben – leben………………..

    • Ja, wir können uns glücklich schätzen in der richtigen Zeit und im richtigen Land zu leben. Das können wir gar nicht hochgenug wertschätzen!

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Genau, never stop! Ich hab‘ ja auch die Hoffnung, dass irgendwann jeder einfach so leben darf, wie er möchte.
    Ich muss ja gestehen, dass es selbst bei mir oft noch im Kopf hakt – oft spreche ich z.B. von meinem Freund Martin als „meinen schwulen Freund Martin“ und ärgere mich jedes Mal, wenn es mir auffällt. Eigentlich isses doch bloss MARTIN. Bei meinen Hetero-Freunden erwähne ich das doch auch nicht explizit.
    Oder letztens…habe ich bei einem Fotografen Fotos von Liebespaaren gesehen, und es waren auch 2 schwule und 1 lesbisches Paar dabei und ich dachte „Huh…mutig!“ Blöde. Was soll daran mutig sein..oder warum muss das extra betont werden. Das waren Fotos von Liebenden. Punkt.
    Ich würde mich freuen, wenn sowohl ich wie auch die Gesellschaft irgendwann so weit sind, dass es keiner einzigen Bemerkung, keinem Stutzen und keiner Erwähnung mehr bedarf, ob jemand homo oder hetero ist. Ich arbeite dran 😉

    • Ach, liebe Daniela, Du mußt gar nicht versuchen krampfhaft Begrifflichkeiten zu vermeiden. Die eigentliche Denke und der Umgang zählt. Die verbale Anpassung geschieht dann schon noch von ganz alleine.

      Ja, und es ist immer noch teilweise mutig sich öffentlich zu zeigen, bzw. beim Fotografen solche Bilder ausstellen zu lassen. Und eben deshalb bleibt es auch in Deutschland wichtig, weiter Flagge zu zeigen und somit die Normalität herbeizuführen.

      Hast Du schon mal einen CSD besucht? Das würde Dir bestimmt gefallen.

      Liebe Grüße
      Volker

      • Na aber klaro – ich wohnte doch ganz nah an Köln 😉 ich war schon öfter mit meinen schwulen Kumpels 😉 beim CSD und fands immer super – Superstimmung, tolle Kostüme, ein fröhliches Miteinander – und viele wunderschöne halbnackte Männer zum Tanzen, die nicht aufdringlich werden 😉 Ein Träumchen.

      • Halbnackte Männer die beim Tanzen nicht aufdringlich werden wären für mich ein Albträumchen :mrgreen:

  5. Ein Tag für den Menschen und dann noch so schön bunt! Tatsächlich hat sich schon viel getan, doch für die Zukunft bleibt noch Spielraum nach oben. Ich bin sicher, da wird sich noch einiges ändern. In den Köpfen und auch ganz offiziel in den Gesetzen. Gut Ding will Weile haben!

    • Es ist viel erreicht, aber es bleibt in der Tat noch Spielraum noch oben. Es wird sich weiter einiges ändern. In Deutschland leben wir in einem guten Land. Weltweit sehe ich da schon schwärzer, aber das ist ja nicht nur in Bezug auf Homosexualität so.

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker,
    Fordern, Nachdenken und Feiern – was für eine schöne Mischung. 🙂
    Dein Bericht klingt sehr positiv – das freut mich. Dass noch vieles im Argen liegt, was Menschenrechte betrifft, wissen wir alle. Trotzdem sollte man auch das, was bisher erreicht wurde feiern und schätzen!

    • Liebe Doris,

      genau diese Mischung macht den CSD auch aus! Das Positive zu sehen und anzuerkennen gehört genauso dazu und darf gefeiert werden. Das eine schließt das andere nicht aus!

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Das wäre wirklich schön, wenn das Schubladendenken mit damit verbundenen Diskriminierungen und Abgrenzungen verschwinden würde. Offen gesagt bin ich, wenn ich die Entwicklungen dazu in der Welt sehe (nicht nur, was die sexuelle Orientierung angeht und die diesbezügliche Freiheit) und auch das Auf und Ab in der Weltgeschichte rückblickend, nicht ganz so optimistisch wie die meisten anderen hier es scheinbar sind.
    Schließe mich daher dem: gut, dass wir in einer momentan einigermaßen freien Ecke gelandet sind und tun wir alles dazu, das weiter zu fördern und auszubauen (wobei ich persönlich das mit der „Ehe“ insgesamt in der jetzigen Form abschaffen würde. Für alle!)

    • Was die weltweiten Entwicklungen angeht, da bin ich ganz bei Dir, liebe Lizzy. Da muß man sich ja nur das Thema Glauben anschauen. Beim Nordirlandkonflikt zeigt sich seit Jahrzehnten wie selbst marginale Unterschiede zwischen Katholich und Prostetantisch dazu reichen sich die Köppe einzuschlagen. Von der islamistischen Verbohrtheit mal ganz abgesehen.

      Da leben wir in Deutschland und Westeuropa auf den Inseln der Glückseeligkeit. Das wird nur allzu oft vergessen.

      Liebe Grüße
      Volker (der die Ehe auch nicht unbedingt für ein Heiligtum hält)

      • was die „islamistische Verbortheit“ anbetrifft bzw. diesen Begriff … ich zucke ja spontan zusammen beim Lesen und ein scharfes Zischen entweicht mir beim Luftholen … daran könnte man jetzt eine schöne Diskussion aufhängen über die Schubladen, die ja nun jeder irgendwo hat, gell *s*
        Die Verbortheit trägt alle (auch weltreligiösen) Vornamen in gleichem Maße. Bzw. bekommt sie diese Attribute gerne angepappt von denen, die sich damit tarnen und Macht und Geld im Blick haben. Aber ich glaube, ein Blog taugt dafür nicht, für Ausführlichkeit solcher Betrachtungen.

      • Ich will den Islamismus auch nicht über anderen religösen Fanatismus stellen. Aber zumindestens werden anderswo zur Zeit keine Kulturdenkmäler zerstört und (Völker-)Morde begangen. Aber Du hast recht, ein Laufblog stößt in dieser Diskussion an seine Grenzen.

      • vielleicht ist anderswo im Moment nur nicht so presseaktuell weil die Westmächte nicht so tief mit Geld, Macht, Waffen … whatever … involviert sind. Und es ist einfach so total weit weg.

  8. Liebe Volker,
    ich finde es einfach schön, wenn sich beim CSD alles mischt und alle ihren Spaß haben, das wäre doch vor einigen Jahren auch noch nicht so möglich gewesen. Ein Schritt auf dem Weg zum normalen Miteinander 🙂
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      dass stimmt, vor einigen Jahren wäre vieles noch nicht möglich gewesen. Das bestärkt uns auch darin weiterzumachen auf dem Weg zum normalen Miteinander!

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Lieber Volker,

    so wie es heute auf der Welt zugeht sind die Themen Gleichberechtigung und Toleranz eher am untergehen, das ist sehr erschreckend und sehr traurig!! Egal ob Religion, sexuelle Orientierung oder sonst etwas – niemand hat das Recht einen anderen Menschen vorzuschreiben an was er glauben soll oder was er fühlen soll!!

    So erfreut mich Dein letzter Satz umso mehr: „Ein friedlicher, demonstrativer, fröhlicher, politischer und weltoffener Tag. Ein Tag zum Fordern, zum Nachdenken und zum Feiern. Ein Tag für den Menschen.“ Solche Tage sollte es einfach mehr geben – und zwar Weltweit!!

    Ganz liebe Grüße Anna 🙂

    • Liebe Anna,

      Du hast recht, weltweit sehen ich die Menschheit diesbezüglich auch eher im Rückschritt. Speziell was den Glauben angeht. Aber das eine zieht das andere nach sich.

      Ja, solche Tage sollte es mehr geben, aber für können uns freuen, dass es sie überhaupt gibt, zumindestens in unseren Breiten. Weltweit sehe ich da erstmal schwarz.

      Um so mehr gehört bei uns auch das Erreichte gewürdigt.

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Phasenweise hatte ich ja die Hoffnung, dass der größte homophobe Mist aus „deutschen Köpfen“ verschwunden ist – die Diskussion um die Homo-Ehe hat mich leider eines Besseren belehrt. 😦 Immerhin kann in Deutschland bunt, fröhlich und selbstbewusst gefeiert werden. In anderen Ländern wird man davon wohl noch lange träumen müssen.

    Liebe Grüße,
    Anne

    • So sehe ich das auch, liebe Anne. Bedrückend sind dabei die Argumente, die dabei vorgebracht werden. Allesamt sind das keine Sachargumente, sondern Gefühle, difuse Ängste und christliches Geschwafel. Als wenn wir noch gar keine Fortschritte in der Homosexuellen-Bewegung erzielt hätten.

      Im Vergleich zu anderen Ländern ist das jammern auf hohem Niveau, aber berechtigtes Jammern.

      Liebe Grüße
      Volker

  11. Ein schöne und wichtige Veranstaltung! Trotzdem: Es wäre schön, wenn eine Zeit kommt, in der solche Veranstaltungen nicht mehr nötig sind (um unseren „Mr Life Ball Gery Keszler zu zitieren…)

    • Ich arbeite gerne an der Auflösung dieser Veranstaltung. Aber ich denke, dass wird so schnell nicht passieren. Von daher dürft Ihr erstmal weiter einmal jährlich meinen CSD-Bericht lesen 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  12. huhuuuu volker
    ach was… schon wieder CSD in oldenburg? das war doch grad erst 😉
    ich freue mich, daß ihr einen rundherum richtig schönen tag hattet. das wetter hat ja wenigstens insofern mitgespielt, als dass es (offenbar?) nicht geregnet hat. man wird ja schon genügsam (zumindest wettertechnisch, nicht wahr? 🙂 ) ich habe grad mal geschaut – in hamburg dauert es noch ein bisschen. vielleicht haben wir bis dahin ja einen richtigen „sommer“? 😆
    eine gute nacht (zum montag) für dich!
    liebe grüße,
    von hier nach da 🙂
    sandra

    • Moin Sandra,

      schon wieder vorbei! :-/

      Es war trocken, dass hatten wir schon jahrelang nicht mehr. Die Temperaturen waren sicher noch ausbaufähig, aber wie Du sagst, man wird ja genügsam 😉

      Für Hamburg wünsche ich schon mal alles vom Feinsten, nicht nur das Wetter! 🙂

      Dir auch eine gute Nacht und einen guten Wochenstart.

      Liebe Grüße von OL nach HH
      Volker

  13. Hallo Volker,

    Ja es wäre schön wenn der CSD politisch nicht mehr nötig wäre und nur noch ein Anlass zum Feiern wäre (wenn auch mit unschönem historischen Hintergrund.) Bis dahin denke ich gibt es viel zu tun auf allen möglichen Toleranzebenen, aber es geht lokal in die richtige Richtung. Gut dass du uns jährlich davon berichtest!

    • Moin Roni,

      ja, leider wird sich an dem Anlaß für den CSD so schnell nichts ändern. In den USA gibt es ja auch noch so einige erzkonservative Staaten.

      Mein jährlicher Bericht ist hier auf diesem Blog schon sehr oberflächlich gehalten, das reicht für einen Laufblog auch. Aber mir ist es wichtig, das Thema zumindestens einmal jährlich anszuschneiden.

      Liebe Grüße
      Volker

  14. Was ändert sich für all die heterosexuellen Menschen wenn homosexuelle Partnerschaften absolut gleichgestellt sind? Nichts, oder gar nichts? Eben!

  15. Ok, für den CSD GEHT man halt mal einen Tag anstatt zu laufen ;). Du hast sehr recht, es gibt noch viel zu tun. Ich war am Wochenende auf dem Europride in Riga, die haben da angesichts der 5.000 Teilnehmer abgefeiert.

    • 5.000 in Riga ist ja schon etwas. Als Mitglied der EU dürfte sich die Lage in Lettland auch bald etwas bessern. In Russland, Weißrussland und den anderen Ex-Sowjetunion-Staaten ist es ja noch viel dusterer.

      LG Volker

    • Lieber Rainer,

      nein, den aktuellen Spiegel habe ich nicht gelesen. Aber in der Weimarer Zeit ist es schon mal recht hoch hergegangen. Dagegen sind wir heute ja noch… sagen wir es mal zurückhaltend 😉

      Liebe Grüße
      Volker

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