Von Flaute und „Bergen“

Auf Sylt habe ich natürlich auch noch ein paar Laufkilometer als Vorbereitung auf den Marathon gesammelt. Aber so sehr ich Sylt auch schätze, wenn man den Urlaub in Hörnum, also ganz im Süden verbringt, hat man für längere Läufe nur eine Richtung, nach Norden. Westen und Osten fallen ebenfalls aus, da die Insel zwischen Hörnum und Rantum stellenweise  nicht breiter als einen Kilometer ist.

Mein erster Lauf führte dann auch wieder auf dem alten Weg der ehemaligen Inselbahn. Einmal rauf bis zur ach so berühmten Sansibar (es gibt wohl weltweit keine Bretterbude, die mehr Geld verdient) und wieder runter. 17 km.

Den gleichen Weg schlug ich somit auch für den zweiten Lauf ein. Nur ging es diesmal an der Sansibar vorbei bis nach Rantum und dort noch ein Stück auf den Damm des Rantumbeckens. Dieses kann man auch umrunden, allerdings hätte das selbst den Kilometerrahmen dieses langen Laufs gesprengt. Außerdem finde ich das Rantumbecken abseits der Seeseite nicht so attraktiv.

Nicht attraktiv war nach meinem Geschmack auch das Wetter auf dieser Tour. Lediglich auf dem Deich des Rantumbeckens war es wegen eines durchziehenden Schauers etwas frisch und windig. Ansonsten herrschte auf meinem Lauf Flaute, sprich teilweise komplette Windstille. Und das auf Sylt, wo es eigentlich immer windig ist ❗ Obwohl es nicht allzu warm war, garte ich deshalb im eigenen Saft. Aus difusen Wolken tröpfelte es unmotiviert vor sich hin. Kühlung brachte das nicht. Und so hatte ich schon nach um die 23 km eigentlich nicht mehr die große Lust. Aber abkürzen ging auf der One-way-Strecke nicht, also trottete ich weiter. Dabei lief es den ganzen Lauf gar nicht schlecht und nach einem Schlenker zum Bäcker und ingesamt 32 km war ich mit der Brötchentüte in der Hand wieder an der FeWo und alles war gut 🙂

Der letzte Lauf zwei Tage später stand dann unter dem Motto Bergtraining. Sylt hat zwar keine Berge aber reichlich Dünen und diese erreichen teilweise stattliche Höhen. Und so geht es auch in Hörnum teilweise beachtlich bergauf und bergab. Die Ferienhäuser der Kersigsiedlung z. B. stehen auf sehr unterschiedlichen Höhen und auch die Dünen nördlich des Hafens sind so hoch, dass man von ihnen von weit oben auf die Nordsee herunterschauen kann.

Allerdings ist das gesamte Areal so klein, dass ich es zweimal durchlaufen habe und anschließend noch ein Stück gen den flacheren Norden gelaufen bin, um auf 12 km zu kommen.

Auf jeden Fall kann man in Hörnum erheblich mehr, einfacher und vorallem idyllischer Höhenmeter sammeln als in Oldenburg auf dem Utkiek 🙂

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22 Kommentare zu “Von Flaute und „Bergen“

  1. Lieber Volker,

    da hast du dich ja ebenfalls gut durch die Schwüle geschlagen und warst dann noch so schnell, dass du vorm Frühstück zurück warst mit den Brötchen!
    Die Dünen sind tatsächlich hübsch, da macht es vielleicht nicht so viel wenn du zweimal durchmusstest oder?
    Liebe Grüße!

    • Liebe Roni,

      es war sicher nicht so schwül wie bei Dir, aber auf Sylt erwartet man im September doch irgendwie anderes Wetter.

      Ich war nicht so schnell, das Frühstück war so spät 😎

      Doch, den Weg konnte ich gut zweimal laufen, da gibt es viel zu gucken 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker,

    Dein Bericht lässt mich schon etwas schmunzeln…die Deiche und Dünen fürs Höhenmeter sammeln, vielleicht solltest Du das vermarkten? 😉

    Salut

  3. Interessant, welche läuferischen Herausforderungen die Insel zu bieten hat. Richtung Norden, und dann immer geradeaus… Sehr begeistert schreibst du davon auch nicht. Aber das Dünengerenne scheint mehr Spaß zu machen 😉

    Wie auch immer. Diese Erfahrungen nimmt Dir niemand mehr. Und mit der Vorbereitung für den Marathon bist Du im Soll.

    Danke Dir für die Impressionen:)

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Nur eine Richtung bedeutet halt, dass es halt auch immer die gleiche Richtung wieder zurückgeht. Das ist auf Dauer schon nicht gerade abwechselungsreich. Für eine Urlaubswoche geht es aber gerade 😉

      Das Marathontraining hat unter dem Urlaub zumindestens nicht gelitten 😎

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker,
    jetzt jammerste aber auf hohem Niveau… Laufen auf Sylt, und dann noch ohne vom Wind verblasen zu werden – herrrrrlich! Da würde ich sofort mit Dir tauschen wollen. Das ist doch ein Traum, an der frischen Seeluft, in der Dünenlandschaft, beim Schreien der Möwen, boah, da könnte ich mich glatt in einen Sehnsuchtsanfall reinsteigern 😉
    Aber Dein Training scheint ja ansonsten auch gut zu verlaufen, prima!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      allen Ernstes, mir fehlt der Wind wirklich, weil ich ihn auch einfach gewohnt bin. Aber Du hast recht, das war schon ein sehr niveauvolles Jammern 😉

      Schon wieder Sehnsucht? Ich auch! .-)

      Training läuft, hoffentlich bleibt es im Endspurt so.

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Achja, wir Flachlandtiroler sehen die kleinsten Erhebungen und freuen uns darüber, wenn wir Bergtraining brauchen. Kann Dich gut verstehen. Allerdings so eine Flaute auf Sylt ist schon ungewöhnlich. Naja, haste auch überlebt. Deutschland hat viele schöne Ecken. Sylt gehört offensichtlich auch dazu.
    Lieben Gruß
    Kornelia

    • So ist es, liebe Kornelia.

      Ich bin auch froh, dass ich die Flaute überlebt haben. Sylt gehört bei den schönen Ecken Deutschlands nicht nur dazu, sondern steht mit ganz oben in der Liste! :cool.

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker,
    wow – diese Lichtstimmungen von Bild 3 und 5 sind ja der Hammer! So herrlich – da wäre ich nicht mehr gelaufen, sondern wäre gesessen und hätte geschaut!
    Fleißig warst du auf jeden Fall – wer sogar auf Sylt Höhenmeter sammelt, hat am Wolfgangsee leicht lachen! 😀

    • Liebe Doris,

      ich merke schon, Du mußt auch unbedingt mal nach Sylt! 🙂

      Schon wir mal, wer am Wolfgangsee zu letzt lacht 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker

    schön fleißig warst Du in Deinem Urlaub! Aber diesen laaangen flaaachen Geraaaden… nein, das wäre nichts für mich 😉 Hörnum könnte ich mir schon eher vorstellen – dort sieht es wirklich sehr schön und idyllisch aus, solange es nicht zu windig ist könnte es sogar mir gefallen :mrgreen:

    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      ich hörte schon davon, dass Du flach und lang nicht so magst :mrgreen: Das das auch den Wind betrifft, betrübt mich, ich glaube Du wirst mich wohl nie besuchen kommen 😦

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Liebe Volker,

    danke, dass Du mich noch mal mit auf Sylt genommen hast. Und ich wundere mich nicht, dass auf einer Hin- und Zurückstrecke irgendwann die Motivation flöten geht. Da finde ich die Berg- und Talstrecke deutlich attraktiver auch wenn man Zick-Zack laufen muss.

    Schön ist es da.

    Gruß
    Anja

    • Sehr gerne, liebe Anja 🙂

      Hin- und Zurückstrecken werden auch immer unmotivierender je länger sie sind 😉

      Schön ist es da, definitiv! 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Lieber Volker,
    die Bilder sind einfach toll. Danke für’s Mitnehmen. Ich lese, Dein Training wurde im Urlaub nicht vernachlässigt. Sogar Berge wurden gefunden. 😉
    Da kann am Wolfgangsee nichts schiefgehen!
    Liebe Grüße
    Bianca

    • Sehr gerne, liebe Bianca.

      Klar wurde auch ordentlich gelaufen, ich will doch kein schlechtes Gewissen haben und mir erstrecht keine Vorwürfe machen müssen, wenn es am Wolfgangsee vielleicht doch nicht so läuft wie ich mir das vorstelle 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

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