Bleib locker, Junge

Etwas wundert es mich ja schon, dass sich mein Fahrwerk in letzter Zeit häufiger etwas maulig zeigt und mich an längst überwunden geglaubte Zeiten mit immer wiederkehrenden Verletzungen zurückdenken läßt. Dabei laufe ich in den letzten Wochen weder schneller noch weiter als schon das ganze Jahr und auch das bewährte Schuhwerk steht noch in der Blüte seines Lebens.

Für den heutigen Lauf hatte ich mir deshalb in erster Linie eines ganz bewußt vorgenommen: Locker laufen! Locker laufen bringt dann auch ganz von alleine ein ruhiges Tempo mit sich. Und so trabte ich schon sieben Kilometer vor mich hin, bevor sich das erste Mal das rechte Fußgelenk meldete, an dem in letzter Zeit Schmerzen immer mal von der linken auf die rechte Seite und zurück wechselten. Da habe ich die Konzentration nochmal auf den Fuß gelenkt und mein heutiges Laufmantra „Locker“ ganz bewußt auf ihn projeziert und weg war der Schmerz. So ging es noch ein paar Mal, jedesmal wenn ich mich bewußt auf Locker gepolt hatte, tat auch nichts weh.

Es stellt sich mir nun die Frage, warum laufe ich im Alltag offensichtlich so verspannt? Ist es der Streß im Job, dem ich doch eigentlich davonlaufen möchte? Laufe ich mir den Kopf frei und der Körper bleibt im wahrsen Sinne des Wortes auf der Strecke? Auf der anderen Seite ist mir solcher Streß ja auch nicht neu 🙄 Nun, mangels Alternative werde ich mir das Laufmantra „Locker“ erstmal weiter auf die Fahnen schreiben und schauen, ob es eine gewisse Langzeitwirkung hat.

Der heutige Lauf war auf jeden Fall so locker, dass ich an der Hunte im kalten Wind nicht einmal geschwitzt habe und das will bei mir schon was heißen. Der Blick fürs Schöne ist bei so einem Lauf natürlich besonders geschärft, aber die von der untergehenden Sonne geröteten Wolken waren so oder so nicht zu übersehen. Auch nicht der gigantischste Maulwurfshaufen, den ich je gesehen habe. Obwohl 6° „warm“ tüddelte ich mir an der Hunte noch die Kapuze der Jacke über die Mütze, weil der kalte Wind einen ganz anderen Temperatureindruck vermittelte.

Kurz vor der Huntebrücke liegt auf der anderen Hunteseite das ehemalige Kloster Blankenburg nach einigen Jahren Dornröschenschlaf im hellen Licht. Nach vier Jahre Pause sind dort seit diesem Monat wieder Flüchtlinge untergebracht. So werde ich dessen, was mich im Job sehr viel beschäftigt, auch beim Laufen regelmäßig angesichtig. Das viel zu viel an Arbeit wird mich also wohl noch lange in Atem halten. Umso wichtiger ist es, mit dem Laufen nicht nur dem Kopf Entspannung zu bieten ❗

Wenigstens bei meinem Göga deutet sich Entspannung an. Der Vorweihnachtsdekostreß geht in die Endphase und gestern abend hatten wir eben nochmal knapp 30 Adventsgestecke für ein Seniorenheim fertiggestellt.

Uff, auch geschafft. Locker bleiben, Junge 😀

Advertisements

25 Kommentare zu “Bleib locker, Junge

  1. Locker laufen tut tatsächlich gut. Ich verpanne ja gern im Rücken dabei. Bei mir sind es die Gehpausen, die mir helfen. Versuch Du es mal weiter mit Deinem Mantra, vielleicht hilft’s.
    LG Bianca

    • „Rücken“ ist beim Laufen sicher noch um einiges unangenehmer. Zum Glück hatte ich das noch nie.

      Erstmal schaue ich, ob mir mein Mantra weiterhilft. Versuch macht ja bekanntlich kluch 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Na also, das ist doch mal eine schöne Sache gewesen. Tolle Bilder zudem. Und dann auch noch Jens beim Adventsgesteck-Marathon. Ja ist denn schon Weihnachten? 😉

    Alles gut! Immer locker bleiben!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Ne, Weihnachten ist noch nicht, aber Sonntag tatsächlich schon erster Advent! 😯

      Locker bleiben, ich arbeite daran 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Ich hab keine Zweifel, dass sich Unlockerheit im Alltag auch auf das Laufen überträgt – bei Letzterem ist es oft leichter, sich wieder locker zu machen. Ich wünsch dir, dass dein Mantra weiter gut wirkt, lieber Volker! Und wenn dann der Adventsgesteck und das Weihnachtsdeko-Inferno erst einmal überstanden sind … 🙂 Tolle Bilder, vor allem natürlich das vom Abendhimmel!

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Liebe Anne,

      danke Dir, wäre schon schade um die lange problemlose Phase. Schaun wir mal, ob`s hilft.

      Ja, vorallem zuhause wäre ich froh, wenn das Inferno ein Ende finden würde. Unser Wohnzimmer ist schon fast vier Wochen keines mehr 😯 Aber morgen wird die Welt schon wieder etwas anders aussehen.

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker,
    also den Riesenmaulwürfen müsste ich aber auch nicht im Dunklen begegnen! 😉

    Woher deine unlockere Phase kommt weiß ich nicht. Nur was mir beim Lesen aufgefallen ist: du läufst jetzt das ganze Jahr verletzungsfrei und daher auch ohne Pause. Vielleicht fehlt deinem Körper auch einfach mal eine Regenerationsphase?
    Aber schon alleine, dass dir der bewußt lockere Lauf gutgetan hat, ist doch schon toll. Dann weißt du ja, was du machen kannst, wenn Fuß, Ferse oder sonstwas aufmucken! 🙂

    • Liebe Doris,

      ohne Pause kann ich nicht sagen, im Frühjahr hatte ich meine fast vier Wochen lange OP-Pause, vor dem Marathon meine neuntägige Erkältungspause und jetzt erst meine siebentägige Keinezeitpause. Das müßte den Beinen doch eigentlich genügen, oder? 🙄

      PS. Schade, dass Du nicht helfen konntest :mrgreen:

      Liebe Grüße
      Volker

      • Ja stimmt, die Frühlingspause hatte ich vergessen. (Die anderen beiden zählen nicht, wegen krank und kurz 😉 ).
        Tja, das stelle ich mir lieber nicht vor, was passiert, wenn ich inmitten von Weihnachtsdeko sitze! 😆

      • Also ich finde neun und siebe Tage lange Pausen zählen schon, so kurz sind sie wirklich nicht. Und krank waren ja nicht die Beine, die konnten sich in der Zeit wunderbar erholen 🙂

        Aber ich würde mir das gerne vorstellen, was passiert, wenn Du inmitten der Weihnachtsdeko sitzt. Was denn? 😀

  5. Hallo Volker,

    ich denke auch, dass sich Alltagsstress auf die Laufpiste auswirken kann. Entspannen ist da wohl ganz das richtige. Und die Blackroll/stretching etc. nicht vergessen. Da hapert es bei mir, wenn die Zeit eng wird.
    Und bist du sicher, dass das ein Maulwurfshügel war? Wer weiss was für Monster sich bei euch in der Tiefebene verstecken…

    Herzlichen Gruß!

    • Moin Roni,

      Blackroll kommt bei mir schon immer zu kurz, da muß ich noch an mir arbeiten. Auch da haben wir offensichtlich etwas gemeinsam 😉

      Erzähl mir nichts von Monstern, sonst traue ich mich da gar nicht mehr lang 😯

      😉

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Solange die Schrauben nicht locker sind, ist bestimmt noch alles einigermaßen im Lot 😉

    Anders ausgedrückt: wollte nur ein kleines HALLO reinrufen aber mir fiel partout kein schlauer oder sonstwie hilfreicher Kommentar ein *s*

    Hallo Volker :o)

    • Was die Schrauben angeht, da gibt es über mich verschiedene Meinungen! :mrgreen:

      Ein einfaches Hallo ist doch auch mal ganz nett!

      Hallo Lizzy!

      😀

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Hallo Volker,

    locker bleiben ist ein gutes Mantra. Ich denke schon, dass der Körper bei dem Stress stark nicht nur an den Nerven sondern auch an den Muskeln zieht. Und Dein Göga hat da wohl auch ordentlich zu tun. Macht bloss, dass die Nadeln bis zum Januar aus der Küche sind. 😉

    Aber der schöne Abendhimmel sollte doch etwas versöhnen. Auf dass die Füße und auch sonstige Gräten still bleiben.

    Gruß
    Anja

    • Moin Anja,

      die Küche ist schon wieder sauber! Solltest Du im Januar noch Tannennadeln finden, verkaufen wir Dir die als Rosmarin :mrgreen:

      Der Abendhimmel war klasse und solch schöne Momente helfen definitiv in dem ganzen Wuhling.

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Moin, moin, lieber Volker – alltäglicher Stress wirkt sich bestimmt – zumindest, wie ich es erfahren habe – in den ersten Kilometern auf den Körper aus, dann aber beruhigt er sich – und das ist auch einer der Gründe, warum Laufen mein Lebenselixier ist, weil es Balsam ist, ich wiederhole mich zum zigsten Male für KÖRPER GEIST UND SEELE. – YES !

    Schmerzen allerdings sehe ich nicht als Folgen des Stresses, das hat wohl andere Ursachen – falsche Haltung, Übertraing, falsche Schuhe, vertreten, verdreht, ver-weiß-ich-was – was auch immer, ich hoffe, du bist es für immer los.

    Armer Jens, grüße ihn ganz ♥-lich von mir, bald kehrt auch für ihn wieder die Ruhe ein, und du wirst ihn auf die beste Art und Weise verwöhnen, gell ❓

    • Liebe Margitta,

      die Schmerzen sind sicher keine Folge von Stress, aber vielleicht die Folge von stressbedingt fürs Laufen zu verspannter Muskelatur. Das versuche ich zu minimieren, in dem ich zusehe, dass ich bewußt locker unterwegs bin.

      Die Grüße habe ich ausgerichtet, liebe Grüße zurück. Und wer wenn wie verwöhnt, da werden wir uns schon einig 😉

      Liebe Grüße auch von mir
      Volker

  9. Lieber Volker,
    mit Sicherheit verhilft das Laufen durch Lockerheit in Stresssituationen, allein durch den Abbau von Stresshormonen. Vielleicht ist das ja auch die Methode des Maulwurfs, höhere Hügelchen aufschütten um seinen Stress loszuwerden.
    Und was die Fließbandproduktion von Besinnlichkeitsartikeln angeht hoffe ich, dass das Euren Freude an der schönsten Zeit des Jahres nicht trübt.
    Das Ziepen am Fuß? Ich hatte neulich schonmal den Gedanken, der Volker, der läuft aber in letzter Zeit ziemlich viel… Vielleicht kommt Dein Fuß da gerade nicht mehr ganz mit…?
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      ich hatte schon bei der Doris geschrieben, dass es dieses Jahr schon ein paar kleine Auszeiten gab und kürzlich habe ich schon mal eine Vorab-Jahreskilometerbilanz gezogen und festgestellt, dass ich sogar etwas unter dem Vorjahresergebnis bleiben werde. Also gehe ich davon aus, dass das nicht unbedingt zu viel des Guten war.

      Die Freude an der schönsten Zeit des Jahres wird sich hoffentlich im Laufe der kommenden Woche wieder einstellen, wenn unser Haus wieder das geworden ist, was es ist, ein Wohnhaus 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Lieber Volker,

    Stress kann alles Mögliche mit uns machen. Da ist es nicht immer so einfach, sich beim Laufen einfach zu entspannen, daher finde ich es super, wenn Du das ganz bewusst machst! Gut auch, wenn es hilft! 🙂

    30 Adventsgestecke… ja da kann ich nur noch zustimmen: „Uff“ – sehr schön sind sie aber geworden, da werde sich die Senioren bestimmt freuen!!

    Liebe Grüße und einen schönen entspannten und lockeren Sonntag wünsche ich Dir und auch Jens natürlich!!
    Anna

    • Liebe Anna,

      ich hoffe, dass es wirklich hilft. Die nächsten Läufe werden die Antwort bringen.

      Das will ich doch hoffen, dass die Senioren sich etwas darüber freuen, nach all der Arbeit 😉

      Danke, so einen Sonntag wünsche ich Dir und Deiner Familie auch!

      Liebe Grüße
      Volker

  11. Wir sind eben keine Maschinen sondern Menschen und wir können nicht immer locker sein. Manchmal stellt sich eine verloren gegangene Lockerheit beim Laufen wieder ein und manchmal eben nicht. Kennen wir doch alle irgendwie. Ich würde mir nicht zu viele Gedanken machen deswegen. Wird schon wieder.
    Lieben Gruß
    Kornelia

    • Liebe Kornelia,

      wenn es zwickt und zwackt ist es manchmal nicht so einfach sich keine Gedanken zu machen, aber grundsätzlich hast Du recht. Heute lief es sich aber schon wieder recht normal.

      Liebe Grüße
      Volker

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s