Mystischer Marsch

28.12.15 33

Meine kleine, bescheidene Erkältung legte sich in den letzten zwei Tagen zunehmend auf die Stimmbänder. Aus diesem Grunde entschied ich mich heute gegen einen Lauf, obwohl mein Körper unterhalb vom Hals nach Bewegung nur so lechzte. Deshalb habe ich mich für einen Marsch durch die Marsch entschieden. Automobil legte ich den Weg zurück, den ich sonst immer laufe, um durch die Bornhorster Wiesen zu spazieren. Leichter Nebel lag über dem Land und beschränkte die Sicht auf deutlich unterhalb des Horizonts.

Ich mag es, wenn das Grau des Wassers in das Grau des Nebels und das Grau des Nebels in das Grau des Himmels übergeht. Teilweise verlor sich das Auge in den einheitlichen Grautönen. An der Hunte ließen die Schwemmränder erkennen, dass das Wasser in den vergangenen Tagen recht hoch am vor Kurzem erhöhten Deich gestanden und den Weg komplett überflutet hatte.

Jüngst konnte ich in der Zeitung lesen, dass sich in den Bornhorster Wiesen zur Zeit ca. 1 Million Kubikmeter Wasser befinden. Klingt viel, ist es aber nicht, können diese Polderflächen doch bis zu 26 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen. Aber zurück zum Gang durch die mystisch anmutende Landschaft, dessen Stimmung erahnen läßt, warum in vergangenen Zeiten Fabel- und Sagengestalten entstanden sind 🙂 Ein die Hunte gen Oldenburg fahrendes Schiff, offensichtlich russischer Herkunft, verstärkte heute diese leucht schaurige Stimmung. Dieser rostige Kahn paßte bestens in das Nebelgrau.

Kann das jemand übersetzen? 🙂

Die wunderbare Stimmung wollte natürlich eingefangen werden und so ein Marsch läßt dazu natürlich erheblich mehr Zeit als ein Lauf. Da muß meine geneigte Leserschaft nun durch  🙂

Der Marsch durch mein liebstes Laufrevier hat Spaß gemacht und darüberhinaus gezeigt, dass mir außer etwas Stimme eigentlich nichts fehlt. So steht noch ein oder zwei Jahresendläufen im Prinzip nichts im Wege 🙂

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26 Kommentare zu “Mystischer Marsch

  1. Lieber Volker,

    ich wünsche Dir ganz schnell wieder viel Stimme, damit es auch wieder läuft 😉
    Die Bilder drücken v.a. Melancholie aus und wirken traurig, ausser natürlich Dein Selfie. Hier waren die letzten Tage voll mit Sonnenschein und am Nachmittag zweistellige Temperaturen…furchtbar…die Wege zum Wald waren überflutet mit Spaziergängern :mrgreen:

    Salut

    • Lieber Christian,

      ich freue mich sehr Dich zu lesen!

      Melancholie liegt im Winter schon oft auf unserer flachen Landschaft. Ich mag das, solange man sich nicht grundsätzlich davon gefangennehmen läßt. Schön, dass mein Selfie zum Ausdruck bringen konnte, dass ich mich das eben nicht haben nehmen lassen 😀

      Sonne hatten wir über Weihnachten, aber gestern und heute war es nur grau. Dafür hatte ich auf meinem Weg heute nahezu meine Ruhe :mrgreen:

      Moin Moin
      Volker

    • Die Mystik macht der Nebel, das viele Wasser ist hier im Winter normal. Das kann noch eine ganze Menge mehr werden, dann wird es wirklich beeindruckend 🙂

      LG Volker

  2. wunderschoene bilder, mein lieber volker
    dafuer hat sich der marsch auf jeden fall gelohnt 😉
    und dass nun auch noch ein, zwei laeufe folgen werden – das ist das tuepfelchen auf dem i. quasi 🙂
    liebe gruesse,
    nein nein… nicht aus dem hohen norden 😆
    sandra

    • Moin liebe Sandra,

      freut mich, wenn die Bilder gefallen 🙂

      Ich hoffe, dass bei den Läufen das Tüpfelchen auf dem I nicht fehlen wird 🙂

      Liebe Grüße in den ein Fünkchen höheren Norden 😉
      Volker

  3. Du hast nach einer Übersetzung gefragt. Tante Google meint dazu, daß „Letniy bereg“ auf Deutsch „Sommerstrand“ heißt. Hmm, für ein Schiff aus Archangelsk eine merkwürdig anmutende Benennung.

    • Moin Karsten, willkommen auf meinem Blog und danke für die Übersetzung. Ich wüßte schon gar nicht, wie man die Schrift bei Google eingeben kann.

      Vielleicht ist der „Sommerstrand“ einfach nur ein Wunschgedanke? 🙂 Die Lage des Heimathafens mutet in der Tat nicht allzu sommerlich an.

      Viele Grüße
      Volker

      • Ich bin gar nicht neu hier, ich lese schon seit 1 1/2 Jahren hier (und habe auch schon mal was kommentiert). 🙂
        Dem Google-Übersetzer habe ich einfach den Text in lateinischer Schrift auf der Backbord-Seite vorgeworfen. Der hat dann sogar selber erkannt, daß es wirklich russisch ist. 😉

      • Ja, inzwischen habe ich Dich erkannt, sorry!

        Das der Name auf der Backbordseite in lateinischer Schrift stand, habe ich hingegen gar nicht erkannt, peinlich 😯

        Deshalb nochmal danke für die Scnützenhilfe 🙂

  4. Lieber Volker,

    wenn ich da durch „muss“, dann ist „Müssen“ echt ne gute Option. Tolle Stimmung. Wenn der Nebel die Schiffe ausspuckt und irgendwann wieder einschließt, dann find ich das auch immer toll und mystisch und darf das am Rhein ja auch öfters erleben.

    Gute Besserung weiterhin.

    Gruß
    Anja

    • Liebe Anja,

      müssen mußt Du gar nichts, aber können kannst Du dürfen, wenn Du denn willst 😀

      Ob ich Dir allerdings so eine Nebelstimmung bieten kann, kann ich Dir nicht versprechen. Aber auf der anderen Seite würde ich Dir den Weitblick auch lieber in seiner ganzen Pracht präsentieren 🙂

      Danke Dir und liebe Grüße
      Volker

  5. Lieber Volker,
    hübsches Selfie! 😉
    Ich glaube, auf dem Schiff steht: Ich bin ein russisches Spionageboot, wenn du mich fotographierst, werden unsere Agenten dich jagen! 😆

    • Liebe Doris,

      die Agenten standen schon vor meiner Tür, aber nachdem sie nach meinem Selfie mein reales Gesicht gesehen haben, sind sie schreiend davongelaufen 😯 Ich weiß auch nicht wieso 🙄

      Liebe Grüße :mrgreen:
      Volker

  6. Lieber Volker,

    wenn Du den Nebel so magst, dann hättest Du in diesen Tagen in Trier Deine pure Freude. Aber zum Glück gibt es hier einige Erhebungen, die zumindest bei dieser Wetterlage auch ab und zu Lichtblicke ermöglichen.

    Weiterhin gute Besserung!

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Lieber Rainer,

      ich mag den Nebel wohl nur deshalb, weil er hier so selten ist. Ich glaube tagelang wollte ich ihn nicht unbedingt ertragen müssen.

      Kleine Erhebungen? Du meinst doch sicher diese gigantischen Weinberge! 😯

      Danke Dir und liebe Grüße
      Volker

  7. Moin, lieber Volker, düster, düster, düster kann ich da nur sagen – dein Marsch durch die Marsch, wenn deine Stimme in Ordnung gewesen wäre, hättest du den Urschrei in aller Laufstärke dort abgeben können und somit wohl den Nebel verjagt. Volker ohne Stimme – kaum vorstellbar, aber, wie ich auch vernehme wird alles wieder gut, so dass du das Neue Jahr dann auch wieder mit lautem Gesang anklingen lassen kannst !! 😉

    • Ahhh, die liebe Margitta ist wieder da, schön!

      Düster aber trotzdem schön. Den Urschrei mußte ich mir sparen, ich bin ja aber sowieso mehr für die dezenten Töne :mrgreen: Deshalb spare ich mir auch generell den Gesang 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Moin Moin an die Waterkant. Zumindest sieht es bei dir so aus. Das vermisse ich mal garnicht. Genauso wenig wie die Erkältung. Ich wünsche dir, dass deine auch bald abgeklungen ist und du wieder so an der Hunte vorbeiflizen kannst wie gewünscht.

    • Wie, Du vermisst die Waterkant nicht??? Weißt Du überhaupt, was Dir da entgeht?
      Die Waterkant mit einer Erkältung gleichzusetzen ist schon frech 😦

      Aber ich will Dir das nochmal nachsehen, Du bist noch jung und unerfahren :mrgreen:

      LG Volker

  9. Lieber Volker,
    was ist DAS denn für ein Wetter…? Nun gut, mystisch ist es dann wohl, das stimmt und das hast Du schön eingefangen. Aber im Zweifel nehme ich dann doch die Sonne hier in den Bergen…
    Ich hatte sogar mal Russisch als Wahlfach, hätte aber nicht mit Übersetzung dienen können, ist schon lange her. Wohl kann ich ergänzen, dass die für uns lesbaren Buchstaben das gleiche besagen, wie die kyrillischen.
    Gute Besserung!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      DAS ist norddeutsche, mystische Nebelmelancholie 🙂 Aber ich kann Dich beruhigen, heute hat hier auch wieder die Sonne geschienen, was mir grundsätzlich auch schon lieber ist.

      Oh, Du hattest Russisch als Wahlfach? Bestimmt schwer zu lernen, oder?

      Danke Dir und liebe Grüße
      Volker

      • Russisch lernen – nun ja. Erstmal haben die mehr Buchstaben als wir und dann noch 6 statt 4 grammatikalische Fälle. Die Sprache ist dann eigentlich viel weicher, als sie auf uns oft wirkt. Hat Spaß gemacht, leider das meiste vergessen…:-(
        Liebe Grüße
        Elke

      • Ich habe nur mal gehört, dass sich das russische Alphabet so witzig anhören soll, wenn man es aufsagt. Leider habe ich das aber noch nicht gehört.

        Schade, dass uns Fremdsprachen nicht erhalten bleiben, wenn wir sie nicht nutzen 😦

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