Höhere Mathematik

Meine findige Leserschaft hat es sicher schon mitbekommen: Ich befinde mich auf einer kleinen Jahresendrallye um mein Jahreskilometerziel, das ich mir offensichtlich in einer Silvestersektlaune in den Kopf gesetzt habe, noch zu erreichen.

Da ich bekanntermaßen meine Komfortzone nicht soooo gerne verlasse, war das Ziel aber überschaubar und halbwegs realistisch. Allerdings waren die Monate Februar, Mai und September ziemlich maue Kilometermonate, so dass ich jetzt im Dezember ausbaden darf, was ich in diesen Monaten verschlönzt habe.

Nun habe einmal wilde mathematische Berechnungen angestellt, um zu ermitteln welchen Kilometermehraufwand ich im besinnlichen Weihnachtsmonat betreiben muß.

Das Ganze ist ja ganz einfach. Man summiere die Monatsergebnisse Januar bis November, teile dieses Ergebnis durch Elf und ziehe das Resultat von dem gesteckten Jahresziel ab und mache angesichts der absoluten Zahl dicke Backen. Fette 64 km mehr als der Jahresmonatsdurchschnitt müßte ich mir in diesem Dezember noch erarbeiten. Das ist viel, also für mich zumindestens!

Aber es gibt ja das Sprichwort „Glaube keiner Statistik, die Du nicht selber gefälscht hast“ und danach handelnd habe ich meine bisherige Jahresstatistik um die drei schlechtesten Laufmonate bereinigt. Also Februar, Mai und September raus, die sich nun ergebende Summe statt durch Elf durch Acht geteilt und siehe da, der Mehraufwand für den Dezember reduziert sich auf nur 48,2 km. Pah, dass ist doch nun wirklich nur noch ein Klacks.

Aber letzten Endes ist diese Rechnerei sowieso völlig für den Popo, weil die Kilometer, die ich diesem Monat laufen „muß“ eh gleich bleiben. Und da sieht es bis dato noch ganz gut aus. Auch wenn diese Woche mit nur einem Lauf am Montag und dem heutigen Utkiek-Lauf bislang nicht so der Burner gewesen ist.

Apropos Utkiek. Da hatten wir heute eine neue Läuferin, die Lisa, dabei und zum zweiten Mal lief dort Manfred mit. Manfred ist ein cooler Typ, der schon den Marathon de sables, das ist der Etappen-Ultralauf durch die Sahara, gelaufen ist und sich gerade auf das Spine Race Mitte Januar in Großbritannien vorbereitet. Da gilt es in einer Woche ca. 420 km mit über 13.000 HM zu laufen. Wahnsinn!!

Was ich an Manfred nach den beiden Utkiek-Läufen schon sehr schätze, ist dass er völlig natürlich, lässig und entspannt mit uns die Runden dreht, ohne auch nur ansatzweise raushängen zu lassen, was er für ein Crack ist. Das nenne ich wahre (Lauf-)Größe! Wer richtig was auf den dem Kasten hat, hat es halt nicht nötig die Nase hoch zu tragen.

Aber nun muß ich mich meine Zahlen noch einmal durchrechnen. Nicht das da noch ein Fehler drin ist und ich schlußendlich am 01.01. feststellen muß, dass da noch 100 m gefehlt haben. Das würde mir das Herz brechen 🙂

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20 Kommentare zu “Höhere Mathematik

  1. Ach guck mal da, der Deichläufer hat auch was übrig für Zahlenspiele! 😉

    Lieber Volker,
    das kommt mir gerade so vor, als liefe ich da sinnierend durch die Vorstadtsiedlung.
    An einem Winterabend habe ich mir keine erschöpfende Einheit vorgenommen und plötzlich schießt mir durch den Kopf, dass ich ja ein bestimmtes Jahres“soll“ zu erfüllen habe. 😳

    In vielen Jahren habe ich genau diese Rechenspiele immer und immer wieder durchgeführt. Nur sind diese Jahresziele bei mir nicht irgend einer Silvestersektlaune entsprungen. Ich bin so verrückt gestrickt, dass ich diese Rechenspiele fast jedes Jahr in fast jedem Monat durchgeführt habe. Oft habe ich meine Ziele erreicht, aber ich habe nicht darunter gelitten, wenn es mal nicht geklappt hat. Jetzt lerne ich gerade von solchen Zielen Abstand zu nehmen, da ich ja 2015 und 2016 nur herzlich wenig laufen konnte.
    Ich wünsche dir, dass du dein Ziel erreichst und trotzdem bei bester Gesundheit bleibst!
    LG (ein anderer) Manfred
    P.S.: ich hab gepennt: wie lautet denn das Kilometerschrubbenjahresendlichziel?

    • Lieber Manfred,

      elf Jahre lang war ich immun gegen solche Zahlenspiele und kaum trittst Du in mein Bloggerleben geht es damit los :mrgreen:

      Nein, im Ernst, es ist tatsächlich das erste Mal, dass ich das mache. Ende letzten Jahres hatte ich, wie üblich, mein Jahresergebnis einfach zusammengerechnet und bin dabei auf die Idee gekommen, dass sich es doch für 2016 ein schönes Ziel wäre, einmal 2.000 km rund zu machen.

      Aber auch wenn ich da keine Verbissenheit an den Tag gelegt habe, werde ich so ein Jahresziel wohl nicht wiederholen um mich gedanklich einfach von so etwas frei zu machen. Es gibt wichtigeres, womit man sich beschäftigen kann. Und ich kann dann z.B. auch mal entspannt eine Rennradtour machen, statt zu laufen, ohne dass mir die Kilometerfelle davonschwimmen.

      Aber dieses Jahr wird das Ding jetzt knallhart durchgezogen. Irgendwie macht es mir gerade Spaß diesem Kitzel nachzugeben, zumal es jetzt ohne wirklichen Streß noch zu packen ist 🙂

      Danke für die guten Wünsche und liebe Grüße
      Volker

    • Hallo Volker, Danke für die netten Worte in Deinem gestrigen Blog.
      Mir hat es wieder sehr viel Spaß gemacht.
      Demnächst sehen wir uns bestimmt auf dem Deich. 🙂
      Gruß Manfred (jetzt der „Richtige“)

      • Hallo Manfred,

        sehr gerne, ich habe da nur meinen Eindruck wiedergegeben 🙂

        Ich bin gespannt, ob wir uns auf dem Deich einmal über den Weg laufen. Heute habe ich Dich dort nicht gesehen 😉

        Gruß an den „richtigen“ Manfred 🙂
        Volker

  2. Lieber Volker,
    Du bist schon eine Marke, warum machst Du Dir Gedanken und sogar vielleicht Druck um die Jahreskilometer? Ich bin mir nicht sicher, ob das nicht mehr Verdruss macht, als Stolz, aber jeder so wie er mag 😉
    Ich nehme es wie immer so wie es kommt, weniger als das Jahr zuvor, gefühlt auf jeden Fall.
    Ja, die Ultraläufer sind im persönlichen Umgang meist ganz entspannt, obwohl ich auch schon andere kennen lernen durfte….

    Salut und schönes Wochenende

    • Lieber Christian,

      ich tue es auch nie wieder, versprochen! 😀

      Nein, im Ernst, in meinen ganzen Läuferjahren war ich bisher frei von solchen Überlegungen und ich habe es auch dieses Jahr nicht mit Verbissenheit verfolgt. Aber ich gebe zu, dass die Gedanken schon immer mal wieder dabei waren. Und als ich errechnet hatte, dass ich das Ziel mit ein paar Kilometern mehr diesen Monat noch packen kann, kitzelt mich das schon etwas. Habe ich deswegen Druck? 🙄 Vielleicht ein klitzekleines Bisschen. Aber wer ohne große Bauchschmerzen aus einem Marathon aussteigen kann, der quält sich auch diesen Monat nicht wirklich 😉

      DEN Ultraläufer gibt es ja sowieso nicht. Es hängt immer vom Menschen ab und als solcher ist mir der Manfred sehr symphatisch.

      Dir auch ein schönes viertes Adventswochenende.

      Moin Moin
      Volker

  3. Man nehme die Garmin gehe auf Garmin Connect wähle Bericht und schaue sich den Fortschritt für das laufende Jahr an. Von dem Ziel ziehst du die jetztige Kilometerzahl ab, diffidierst diese durch 14 und weißt was du pro Tag noch laufen musst um am 31.12. die entsprechende Kilometer exakt vollgemacht zu haben. Ergibt bei mir noch 7,2km pro Tag 😉

  4. Moin Volker,
    das scheint mir wirklich hohe Oldenburger Mathematik, einfach mal die schlechtesten Monate rausnehmen… Aber das ist echt sympathisch, Du legst uns hier diese rechnerische Rückwärtsrolle allen offen, im Gegensatz zu manchem Politiker oder Gewerbetreibenden.
    Dafür bekommst Du 100 Blogger-Kilometerpunkte gutgeschrieben!
    Und ich bin sicher, Dein derzeitiger Elan bringt Dich noch schönen Adventslaufspaß, auch wenn die Zahl vielleicht nicht geknackt wird.
    Zahlen sind überbewertet, Inhalte zählen!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Moin Elke,

      ich finde, dass die schlechten Monate das Bild tatsächlich verzerren. Also finde ich die Orientierung an den „normalen“ Laufmonaten schon passend 🙂

      Im Gegensatz zu Politikern und Gewerbetreibenden habe ich ja auch nichts zu verkaufen und keine bitteren Wahrheiten schmackhaft zu machen, da kann man schon mal schnell Sympathiepunkte sammeln 😉

      Wie, die Zahl vielleicht nicht knacken? Das steht überhaupt nicht zur Diskussion, ich bin da vom Ehrgeiz zerfressen! 😯

      Von daher: Es lebe das Jahresziel! :mrgreen:

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Lieber Volker,
    soso. Laufkilometer dividiert durch Anzahl der gelaufenen Monate multipliziert mit Abriebmillimeter der Laufschuhe und daraus die Wurzel gezogen ergibt exakt die Anzahl an Keksen, die du am Sonntag essen wirst! 😀 Das ist ja toll, dass heute schon alles be- und errechnet werden kann! 😉

    Egal wie viele Kekse oder Kuchenstücke, egal wie viele Kilometer, ich hoffe, sie „schmecken“ dir gut! 😀

    • Oh shit, ich habe vergessen die Abriebmillimeter der Laufschuhe zu berücksichtigen! 😯

      Ich bin weg, muß nochmal neu rechnen! 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Go, Volker, go!

    Ich muss allerdings gestehen, dass ich – trotz der ironischen Distanz in deinen Zeilen – mit diesen Zahlenspielen nicht mehr das Geringste anfangen kann. Eine lange Verletzungsauszeit relativiert so manches. Natürlich schau ich weiter auf die Uhr und freu mich über Distanzen und Geschwindigkeiten. Aber allein deshalb mehr zu laufen und womöglich eine Überlastung zu riskieren, weil ich ein Jahresziel erreichen will? Nee!

    Klar, ich weiß, du passt auf dich auf. Ich wünsch dir, dass du das erfolgreich tust. ☺

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Liebe Anne,

      ich führe ja meine wunderbar altmodische Laufkladde, die macht es leicht, mal so eben ein paar Zahlenspielereien zu machen. Glaube mir, dass ist nichts, womit ich mich tagtäglich beschäftige und beschäftigen möchte.

      Wobei geht man das Risiko einer Überlastung ein? Bei einem Training auf ein bestimmtes Zeitziel für einen 10er z. B. oder auch beim Training auf einen Marathon oder einen Ultra? Wofür macht man das? Nur für sich. Im Prinzip interessiert das niemand anderes. Und ich habe in diesem Jahr einfach mal Bock, dass wirklich locker gefasste Jahresziel noch zu erreichen, Das Ganze lief bis dato mit Spaß und beschwerdefrei.

      Nichts ist ohne Risiko, aber so lange man es gering und überschaubar hält, sehe ich zumindestens nichts unvernünftiges darin 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Zahlenspiele sind doch sehr schön und machen gerade am Ende des Jahres Spass…Ein Blick auf die Statistik sagt mir, das ich die mauen Monate nicht mehr heraushauen werde bis Silvester. Also kann ich es jetzt gemütlich angehen ;).
    Die beeindruckenden Ultras, die mir so begegnet sind, sind auch so wenig prahlerisch und sehr symphatisch. Scheint ein Trend zu sein…

    • Liebe Roni,

      so ein paar Wochen zum Jahresende kann ich mich mit solchen Zahlenspielen anfreunden, aber das ganze Jahr sollten sie nicht bestimmen. Das macht nur Streß.

      Ich denke, dass es immer vom Menschen abhängt, ob er es nötig aht zu prahlen oder nicht. Ob sich deshalb ein Trend erkennen läßt? Wer zum Prahlen neigt, dürfte es kaum schaffen so einem Trend zu folgen 😉

      Liebe Grüße
      Volker

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