Vom Dollart zum Jadebusen II

Etappe 2: Von Timmel nach Wiesede

Anfang Dezember starteten wir den dreiteiligen Lauf vom Dollart zum Jadebusen am Emdener Hafen. Wer seinerzeit diese erste Etappe laufend und lesend verpaßt hat, kann letzteres hier noch nachholen 🙂

Nun folgte gestern der zweite Streich, beginnend am Dezember-Ziel Timmeler Meer. Teilnehmer waren diesmal Marion, Sylke, Tomma, Ralf, Stephan und meiner einer.

15-01-17-05

Schon die Anfahrt verhieß uns, wie schon bei der ersten Etappe, absolutes Bilderbuchwetter, diesmal allerdings sogar noch garniert mit einem Hauch von Schnee.

Nach einer kurzen Durchquerung von Timmel …

… begaben wir uns auf Teile der Deutschen Fehnroute. Das diese durchaus wörtlich zu nehmen ist, läßt sich schon an den Namen der durchquerten Orte ablesen. Westgroßefehn, Mittelgroßefehn, Ostgroßefehn, Spetzerfehn und Wilhelmsfehn sind nur die Orte unter einer Viezahl von „Fehns“ in dieser Region, die wir durchlaufen haben.

 

Dieser Landstrich mit seinen vielen Kanälen und Zugbrücken, den langgezogen und idyllischen  Ortschaften mit ihren schönen, typisch geduckt gebauten Häusern und Höfen, im Einklang mit dem flachen Land und dem hohen Himmel, ist von bestechender Schönheit. Und selbst für mich sind die langen Geraden entlang der Kanäle in ihrer schieren Unendlichkeit schon etwas besonderes.

Das Laufen auf den schneebedeckten, aber trotzdem größtenteils griffigen Wegen in der klaren, sonnigen Winterluft war ein Traum.

Dann begegnete uns inmitten der weiten Landschaft dieser „Berg“, den wir als Utkiek-Truppe natürlich sofort stürmen mußten.

Erstaunlich wie wenig Meter in die Höhe schon genügen um einen faszinierenden Blick über die Weite der Landschaft zu gewinnen. Aufgeschüttet ist dieser Hügel übrigens aus der Erde vom Kanalbau.

Danach ging es weiter und weiter immer an Kanälen entlang, nur kurz unterbrochen von etwas Moor. Erst kurz vor unserer Ankunft in Wiesede am Rande von Friedeburg trübten ein paar dunklere Wolken den strahlenden Schein der nun schon tiefstehenden Sonne und in der Ferne ging ein Schneeschauer nieder.

Ein paar Schneeflocken rieselten dann auch, als wir uns nach 26 km in einem Café die verbrauchten Kalorien wieder anfutterten.

15-01-17-49

Tomma ist irgendwie nicht mit aufs Bild gekommen 😯

Es war wieder ein genialer Lauf in einer im Vergleich zur ersten Etappe schon ganz anderen Landschaft. Wieder eine tolle Truppe, wieder viel Spaß. Besser konnte es nicht sein!

Advertisements

26 Kommentare zu “Vom Dollart zum Jadebusen II

  1. Lieber Volker,

    nicht nur ein Lauf im Schnee, sondern auch in einer grandiosen Landschaft, das gefällt mir sehr und es scheint Du hattest reichlich Spass und Zeit sowie Muse um Photos zu schießen. Dein Etappenbericht macht Lust auf die nächste Tour.
    Aber mal ehrlich, habt ihr da oben wirklich noch eine Monarchie? 😜
    Zum „Berg“ sag ich nix 😂

    Salut

    • Lieber Christian,

      wir hier oben sagen uns, dass eine Monarchie noch allemal besser ist als diese grauenhafte, aktuelle Populistenmode :mrgreen:

      Das Tempo war insgesamt sehr kommod, da konnte ich in aller Ruhe reichlich Bilder machen und dann locker wieder aufschließen 🙂

      Also ich finde die Form des Berges ist nahezu klassisch! 😆

      Moin Moin
      Volker

  2. Lieber Volker,
    auch die 2.Etappe hat wieder viel Freude gebracht. Es schaut einfach herrlich aus. Schööön!
    Liebe Grüße
    Bianca

    • Liebe Bianca,

      schaut herrlich aus, war herrlich, hat viel Spaß gemacht. So ein lockerer Gesellschaftslauf unter solchen Bedingungen ist für mich schon einmal eine willkommene Abwechselung 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,
    eine „verblichene“ Monarchie, hoffentlich ein Vorzeichen dafür, dass auch die Populistenmode verbleichen wird.
    Wo Berg? – Meintest du die Auffaltung? 👿 Nein, man muss es in Relation sehen, wenn solch ein Berg eine tolle Aussicht gewährt, dann ist es auch ein Berg! ❗
    Die Bilder vom Lauf sind toll! – Das Wetter war ja wohl auch toll! – Die Stimmung war toll! – … nur die Gläser sind alle leer. Gab es da nix mehr in diesem Café? 😛
    Im Februar kommt dann die dritte Etappe? – Ich wünsche euch, dass ihr auch wieder solch tolle Bedingungen erwischt! … und bis dahin gesund und verletzungsfrei bleiben!
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      der verblichenen, preußischen Monarchie haben wir manche Errungenschaft zu verdanken, von denen wir heute noch profitieren. Ich glaube kaum, dass wir das von den Populisten jemals sagen können. Nichtsdestotrotz finde ich die Demokratie gar nicht schlecht 😉

      Echte Berge sind in der Regel ja nichts anderes als Auffaltungen, dieser Berg ist von Menschenhand geschaffen, dass macht ihn ganz besonders 😛

      Das Schlußselfie hätten wir fast vergessen, geht gar nicht. Aber leider waren da die Gläser und vorallem die Kuchenteller schon leer 😉

      Danke für die guten Wünsche, die ich gerne zurückgebe!

      LG Volker

  4. Hilfe, ein Berg!
    Macht weiter so und genießt die Tour. Bevor jedoch n Rößleweg stürmst solltest den Berg noch n paar Mal erstürmen 😛

  5. Das war doch mal Kaiserwetter für euren Lauf, lieber Volker! Wunderschön, die Weite der norddeutschen Landschaft, die Kanäle, die kleinen Orte. Nur die Maulwurfshügel sind mancherorts ein bisschen groß geraten, aber das hat für Läufer, die ein bisschen mehr Überblick möchten, ja nur Vorteile! 😉

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Liebe Anne,

      mit diesem „Maulwurfshügel“ aus dem Jahre 1835 haben sich die stolzen Fehntjer ein Denkmal für ihre Leistungen u. a. im Kanalbau gesetzt. Davon kündet eine große Bronzetafel am Fuß des Hügels. Also ein bisschen mehr Respekt bitte! 😀

      Liebe Grüße
      volker

  6. Lieber Volker,
    laufen im Kaiserreich von Fehn zu Fehn. Wunderschöne Eindrücke hast Du eingefangen, nette Truppe, bestes Wetter, malerische Landschaft – da geht wirklich nichts mehr drüber!
    Was heißt denn „Fehn“, hat der Begriff eine Bedeutung?
    Ich freue mich schon auf Teil 3, danke fürs virtuelle Mitnehmen!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      der Begriff „Fehn“ kommt vom dem niederländischen „Veen“ und heißt schlicht „Moor“. Die Fehnorte sind auch durch die Entwässerung, das Abtorfen und Urbarmachen des Moores entstanden. Daher auch die vielen Kanäle, die zum einen das Moor entwässerten und zum anderen die Möglichkeit boten, den Torf zu verschiffen.

      Die deutsche Fehnroute ist es wert mal erkundet zu werden. Da bietet sich dann aber generell das Fahrrad besser an als laufen. Die Wege sind schon weit. Und Gegenwind kann einen dort sicher zur Verzweifelung bringen 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,
    danke für die Erklärung von „Fehn“. Hätte ich auch als erstes gefragt! 😉

    Was für eine tolle Landschaft ihr da durchlaufen habt. Und das Wetter war ja wirklich mehr als ideal. Mir schein, euer Etappenlauf steht unter einem guten Stern. 😀

    • Liebe Doris,

      diese Landschaft bringe ich Dir gerne näher, wenn es Dich zu uns in den Norden verschlägt.

      Was den guten Stern angeht, schaun wir mal. Eine Chance hat das schlechte Wetter ja noch 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Hallo Volker!

    Ich bin über den Blog von Andi (BergundLauf) auf deine Seite gestoßen.
    Deine Gegend ist ja der volle Kontrast zu unserer. Dank deinen Blog kann ich mir ein ziemlich gutes Bild dieser Landschaft machen. Hat was diese Ebenen und Kanäle. Ein ganz eigenes Laufrevier!
    Super Beiträge und gar nicht fad bei dir.
    Ach ja und dein Berg….;-)

    • Moin Herbert,

      willkommen auf meinem Blog!

      mehr Kontrast zur Bergwelt geht glaub ich kaum. Vielen erscheint das flache Küstenhinterland langweilig, ich sehe das überhaupt nicht so. Deshalb beweise ich mit meinem Blog das Gegenteil. Wenn Du es nicht fad bei mir findest, scheint mir das ja einigermaßen zu gelingen 🙂

      Danke für das Feedback!

      VG in die Berge
      Volker

    • Moin Andi,

      ich wüßte nicht, was da noch gefehlt hätte, dass es kein perfekter Lauftag gewesen wäre. War schon einfach nur toll!

      VG Volker

  9. Lieber Volker,
    wäre da nicht ab und an ein Ortschild zu sehen gewesen, hätte ich auch doch des illegalen Grenzübertritts in die Niederlande bezichtigt. Sehr schön und traumhaftes Wetter. Lass sie alle reden, das ist ein Berg!!
    Auf die dritte Etappe bin ich schon gespannt.
    Gruß!

    • Liebe Roni,

      wieso wäre der Grenzübertritt illegal gewesen? Die Holländer sind da gar nicht so. Aber wir waren schon einige Kilometer von der Grenze entfernt 🙂

      Du siehst das auch so: Ein Berg! Was soll es auch sonst sein 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Viel Spaß bei der 3. Etappe! Nehmt ihr Wechselklamotten mit, wenn ihr hinterher noch wo was trinken geht? Wir hatten ja vor 2 Wintern die Aktion Mauerweglauf, wo wir an jedem Sontag eine Teiletappe des Berliner Mauerwegs (160 km) gelaufen sind, immer so 20-24 km, wie es mit den Öffis halt so passte. Da musste ich mich vor’m Nachhausefahren immer obenrum umziehen, sonst hätte ich mich so nassgeschwitzt verkühlt bis zuhause. Und ganz schöne Bilder vom winterlichen Ostfriesland, da assoziiere ich sofort Grünkohl und Pinkel und Boßeln!

    • Moin Ulrike,

      ja, wir nehmen Wechselklamotten mit. Da wir An- und Abreise mit dem Auto bewerkstelligen ist das kein Problem.

      Den Mauerweglauf in Etappen zu laufen ist auch spannend. Das würde mich auch reizen!

      Viele Grüße
      Volker, der gerade vom Grünkohl und Pinkel-Essen kommt, lecker war´s 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s