Man gau, man gau

Zu hochdeutsch: Man schnell schnell. Und wenn ick mi gau na de Arbeit auf den Laufweg mache, kann ich die Lauflampe jetzt schon zuhause lassen. Für mich immer das erste Indiz, dass der Winter sich so ganz langsam dem Ende zuneigt, auch wenn es gerade erst heute in den frühen Morgenstunden nochmal einen Hauch neuen Schnee gegeben hat.

Die Landwirte sind auf jeden Fall auch schon wieder aktiv, die Güllefässer rollen wieder. Es stinkt im wahrsten Sinne des Wortes zum Himmel. Auch die Holzfäller waren weiter fleißig, die gelagerte Holzmenge hat sich noch einmal verdoppelt. Verrückt, und es stehen immer noch überall Bäume 🙄

Leichter Frost mit schneidig kaltem Ostwind ließ mich mal wieder zur Langtight greifen. Dafür habe ich mir eine andere Verrücktheit in den Kopf gesetzt. Ich möchte jetzt immer mal wieder ein kurzes Stück barfuß laufen und am besten fängt man damit an, indem man damit anfängt. Was ich damit bezwecken will, weiß ich selber nicht. Aber ich habe da einfach mal Bock drauf, nachdem ich seit September zuhause nur noch barfuß oder sockfuß unterwegs bin und auch auf Sylt nicht nur am Strand längere Strecken barfuß zurückgelegt habe.

Kalte Füße bekam ich für die paar Minuten wenigstens nicht. Nur mit dem Tageslicht wurde es zum Schluß doch noch knapp. Aber zum Sehen reichte es noch vollens und zum Gesehen werden hatte ich ja meine quietschgelbe Jacke.

08-02-17-08

Zuhause angekommen bekam ich dann von meiner besseren Hälfte den freundlichen Hinweis, meine Laufklamotten bitte umgehend in die Waschmaschine zu schmeißen, so sehr hatten sie sich der „frischen Landluft“ angenommen 😦

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24 Kommentare zu “Man gau, man gau

  1. Lieber Volker,
    zuhause laufe ich seit Ewigkeiten schon auf Socken rum, aber draußen hatte ich irgendwie noch nie Bock drauf! – Aber wenn du Bock drauf hast, brauchst du keinen weiteren Grund! 🙂
    Ich verstehe Jens sehr gut, denn „echte“ Landluft ist okay, aber Gülle, naja … 🙄
    Viel Spaß beim nächsten Lauf mit frischen Klamotten! 😉
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      ich weiß auch nicht warum ich zuhause bislang immer in Latschen unterwegs war. Es ist ein tolles Gefühl bar- oder sockfuß rumzurennen. Und da ich meistens so warme Füße habe, dass ich manchmal das Gefühl habe, dass sie die Schuhe sprengen, ziehe ich sie inzwischen so oft aus, wie es irgendwie möglich ist. Also warum nicht auch (noch) mal beim Laufen probieren.

      Das die Klamotten so gestunken habe, ist schon krass. Wenn man bedenkt, dass man sich diese leckere Luft beim Laufen auch so richtig schön auf Lunge zieht 😯

      LG Volker

  2. Lieber Volker,
    es freut mich, dass Du schon wieder im Tageslicht unterwegs sein kannst, auch wenn Du Dich dafür beeilen musst 😉 Auch das mit dem barfuß laufen ist sehr löblich, aber lass Dir ruhig Zeit, pro Woche ein paar Minuten mehr, Deine Fußsohle und die Waden- und Fußmuskulatur wird es Dir danken.
    Das mit dem Holzeinschlag scheint momentan ein bundesweites Phänomen, trotz der Eiseskälte Anfang Januar wurden meine Trails im Wald sehr gelichtet durch österreichische Baummördertruppen mit riesigen Erntemaschinen…ein Graus

    Salut

    • Lieber Christian,

      die Eile kann ich ja jede Woche etwas zurückschrauben, dass ist auch gut so, ich bin ja kein Freund der Hetze 😉

      Mit dem Barfußlaufen verfolge ich kein Ziel, so dass ich es ganz entspannt angehen lasse. Ich möchte auf gar keinen Fall ein Verletzungsrisiko eingehen. Deswegen binde ich erstmal eine kurze Barfußetappe in einen normalen Lauf mit ein. Das senkt das Risiko es zu übertreiben.

      Den Holzeinschlag beobachte ich hier auch überall entlang der Autobahnen. Riesige Erntemaschine sehe ich hier aber nicht, da würde dann in unser kargen Gegend wohl auch kein Baum übrig bleiben 😦

      Moin Moin
      Volker

  3. Ich bin im Winter einmal Barfuß gelaufen, damals sogar durch den Schnee am Sportplatz. Das hat mich so geprägt das ich warten werde bis es wieder wärmer ist und ich das dann erst wieder mache. Soviel Zeit muss sein. Mir fallen da lieber ganz andere verrückte Sachen ein 😀

  4. Lieber Volker,

    Du bist wirklich vorbildlich. Aber auf Barfußläufe muss ist derzeit verzichten. Diese blöde Erkältung erlaubt ja nicht einmal einen Lauf mit dicken Socken … 😉

    Heute früh war ich aber zumindest als Spaziergängre unterwegs. Es ist tatsächlich schon erfreulich hell, auch am Morgen.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Lieber Rainer,

      es ist wirklich ärgerlich, dass Deine Rückkehr in die Laufnormalität nun von so einer fiesen Erkältung gebremst wird. Aber diese geht definitiv schneller vorbei als alles andere und die paar Tage Geduld schaffst Du auch noch ❗

      Das es morgens schon heller wird, merke ich nur bedingt, dafür breche ich einfach noch zu früh zur Arbeit auf. Aber auch das kommt noch.

      Liebe Grüße aus dem frostigen Oldenburg
      Volker

  5. Tja, lieber Volker, Gülle riecht fies – aber für deine zarten Lungen ist sie ungefährlich. Die chemische Düngekeule würdest du u.U. nicht riechen, obwol sie viel schädlicher wäre. 😉

    Barfußlaufen im Winter – na gut! Wäre mir zu kalt. Und ob ich das vorbildlich finden soll? Der Fußmuskulatur tut es sicher gut, daher gehe ich zuhause gern mal auf Socken. Aber für Menschen mit einer Achillessehnenproblematik und erst recht mit Fersensporn ist das Barfuß-Laufen nicht ohne Risiken. Auch ich würde dir daher wie Christian sehr vorsichtige Gewöhnung anraten.

    So ganz konsequent bist du ja auch nicht. Einerseits bist du auf Laufsofas mit hoher Sprengung unterwegs – und das sehr erfolgreich im Sinne von verletzungsfrei – zumindest hab ich so dein Verhältnis zu den Pegasus verstanden. Andererseits versuchst du es nun mit Barfußlaufen, d.h. ohne jede Dämpfung und Sprengung. Insofern frage ich mich schon, was du damit erreichen willst – außer das gute Barfußgefühl zu haben. Das weiß ich auch zu schätzen, nur ist es mir aufgrund meiner Voschäden zu riskant. Bin gespannt, wie es dir damit ergeht! 🙂

    Liebe Grüße,
    Anne

    • Liebe Anne,

      Du kennst meine zarten Lungen nicht 😉 Nein, im Ernst, es ist eher das unangenehme Gefühl, das ich damit verbinde, mir tief atmend die Luft reinzupfeifen, bei der ich mir am liebsten die Nase zu halten würde.

      Du erkennst meine Inkonsequenz durchaus richtig. Die gut gedämpften Schuhe bekommen mir sehr gut und auch wenn sie das über die Ferse abrollen noch unterstützen und zementieren, geht es mir auch gar nicht darum, meinen Laufstil umzukrempeln. Ich möchte einfach nur zwischendrin mal das schöne Gefühl beim Barfußlaufen erleben und dabei auch etwas die Fußmuskulatur trainieren.

      Da man beim Barfußlaufen automatisch auf dem Vorfuß läuft, strapaziere ich zumindestens meine etwas empfindlichen Fersen nicht. Ich habe auch derzeit keine Pläne, das Barfußlaufen im großen Umfang zu praktizieren. Einfach ab und zu mal ein paar hundert Meter locker traben und dann wieder in die Schuhe schlüpfen, dass ist es wo ich gerade einfach Lust darauf habe. Kälte stört mich dabei nicht 🙂

      Ich weiß, dass klingt ziemlich unausgegoren und ist es sicher auch. Mal schauen, ob ich da überhaupt längerfristig Lust zu habe und ob es mir bekommt oder ob ich das ganze in Kürze wieder zu Grabe trage.

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker,
    die länger werdenden Tage zu genießen ist doch das tollste am Spätwinter! Mach ich jetzt auch wieder mit Freude! 🙂
    Dass aber die Bauern bei euch schon wieder Gülle ausfahren dürfen wundert mich. Die sollten doch alle „im Holz“ sein. Dafür ist Jänner und Februar eben die Zeit…

    Barfußlaufen mag ich auch gerne. Ich habe es ja auch von meinem Masseur empfohlen bekommen (natürlich mit unterstützenden Übungen auch für daheim), um die Fußmuskulatur zu stärken. Im Winter und auf Asphalt wäre mir zwar zu kalt und hart, aber da bin ich halt Weichei! 😀

    • Liebe Doris,

      die länger werdenden Tage sind die ersten Hoffnungsschimmer auf den Frühling, noch lange bevor wir es an den Temperaturen merken. Damit sind sie ganz wichtig zum Durchhalten ❗

      Ja, die Bauern dürfen schon wieder. Leider auch auf die gefrorenen Böden, wo die Gülle dann nicht einziehen kann und viel länger vor sich hin stinkt 😦

      Ich war (inklusive Fotos machen) vielleicht fünf Minuten barfuß, da haben die Füße nicht mal ansatzweise gefröstelt. Ich habe den Asphalt extra gewählt um definitiv über den Vorfuß zu laufen und das fühlte sich erstaunlich weich an. Nur die Ballen haben schon etwas zu spüren bekommen, dass selbst vermeintlich glatter Asphalt doch recht rau ist 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Moin Volker,
    danke für den Sprachunterricht, bisher dachte ich, das hieße „Nun zu“ oder so ähnlich.
    Ein interessantes Experiment startest Du mit dem Barfußlaufen. Ich habe schon öfter gelesen, dass das als kleine Abwechslung und zur Stärkung der Fußmuskulatur gut sein soll, so lange es nicht zu viel auf einmal ist. Ob auf Asphalt, nun das musst Du selber beurteilen.
    Aber hätte blanke Wade nicht besser zu nackten Füßen gepasst? Da war es dann aber echt kalt bei Dir!
    Schnee habe ich gestern noch reichlich gesehen, zwischen Thüringen und Bayern, war aber froh, dass ich das aus einem warmen Zug heraus tun konnte.
    Liebe Grüße
    Elke

    • Moin Elke,

      „nun zu“ oder „nur zu“ übersetzt man mit „man to“ 🙂

      Als kleine Abwechselung will ich die Barfußeinlagen auch nur sehen. Ich möchte da keine Wissenschaft von machen. Allerdings habe ich den Asphalt ganz bewußt, um quasi „gezwungen“ zu werden über den Vorfuß zu laufen. Das wollte ich gerne erleben und es fühlte sich gut und weich an, wenn auch der raue Asphalt auch schon auf einer kurzen Strecke ganz schön an der Fußsohle schmirgelt 🙂

      Zumindestens blanke Waden hätten mir auch besser gefallen, aber es war selbst mir einfach zu schattig :-/

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Hallo Volker,

    wie schnell musst du denn los, um noch Licht zu erhaschen? Ich befinde mich an der Grenze, aber noch geht’s nicht recht ausser vielleicht mal ein halbes Stündchen.

    Das mit dem Barfußlaufen kann ich gut verstehen. Mir macht es auch Spass und ich habe kein Ziel. Im Moment laufe ich bis zu 5 km Strasse ohne Schuhe. Auf Trails traue ich mir das (noch) nicht zu (der Kiesweg damals in NL war übelst) und Wiese habe ich immer Angst in irgendwas reinzutreten, was sich drin versteckt. Ich glaube ja nicht dass es gefährlich ist, wenn man einfach nach Gefühl so weit läuft wie es sich gut anfühlt. Am Anfang fand ich 200 m schon lang.

    Also viel Spaß dabei!

    • Liebe Roni,

      so kurz nach vier muß los, dann schaffe ich es noch mit der Dämmerung wieder zurück zu sein. Komplett dunkel wird es denn gegen 18 Uhr.

      5 km barfuß auf der Straße sind schon echt viel. Ich bin Mittwoch ca. 400 m auf Asphalt gelaufen und spürte danach meine Fußsohlen schon. Heute waren es 500 m auf Sandweg, dass war angenehm. Kies und sonstige unebene Untergründe werden ich erstmal tunlichst meiden 🙂

      Mit Spaß und ohne Ziel, das ist auf jeden Fall auch meine Absicht. Einfach gucken wie es läuft 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

      • Da habt ihr ja ähliche Lichtverhältnisse wie ich hier. Nur ist mein Arbeitstag später und geht sich gegen vier nicht so recht aus. Und das mit den 400m und Fußsohlen ging mir auch so.

      • Die Gleitzeit macht mir das frühe Laufen möglich. Ich darf schon um Halbsieben anfangen und bin meistens auch schon um den Dreh da. Gepaart mit einem kurzen Arbeitsweg kann ich dann so gegen 16:10 / 16:15 loslaufen 🙂

        Dann bin ich mal gespannt wie lange ich brauche, bis ich 5 km barfuß auf Asphalt laufen kann. Wenn es denn überhaupt so lange Strecken werden. Ich lasse mich überraschen 😀

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