Chilliger Lauf und Schotter im Wald

Heimo war seit Pfingsten im Land und er und seine Frau sind bei der Gelegenheit auch gleich am Pfingstsonntag in Oldenburg beim Everstener Brunnenlauf über 10 km gestartet. Ich allerdings habe mich gedrückt und bin stattdessen Feiern gegangen. Pfingstbaumsetzen statt Laufen ist halt auch was feines 😛 Das wiederum hat mir Heimo so übel genommen, dass er sich danach für ein paar Tage auf die Insel Langeoog  verkrümmelt hat :mrgreen:

So gelang es uns erst am gestrigen Samstag gemeinsam laufen zu gehen. Nach frischen Tagen mit reichlich Regen gab es dazu wieder mein „Lieblingswetter“: Schwüle. Trotzdem drehten wir eine wirklich entspannte Runde um Wardenburg herum. Teils entlang der Hunte und vorbei am Tillysee und am Tillyhügel.

Auf der Hunte starteten etliche Kanutouren, nicht die schlechteste Idee bei dem Wetter. Kanugefahren bin ich auf der Hunte noch nie. Das zu ändern haben Heimo und ich für einen seiner kommenden Besuche ins Auge gefaßt. Gestern aber bliebs beim kurzweiligen Lauf, zu dessen Ende sich unsere beiden Garmins, erstmalig seit dem wir zusammen laufen, mal über die Streckenlänge auf den Meter genau einig waren: 15,37 km. Keine drei Stunden später hat Familie Timekiller dann die Heimreise nach München angetreten. Von daher bin ich glücklich, dass es mit diesem einen Lauf noch geklappt hat!

Nahezu exakt die gleiche Strecke, gerade mal 70 m weniger, hatte ich heute bei einer Wanderung an den Ahlhorner Fischteichen zurückgelegt. Ich hatte Jens um 10:00 Uhr zu einem Betriebsausflug gebracht, da bot sich die kurze Weiterfahrt zu den Teichen und dem angrenzenden Wald an. Meinen aktuellen Ambitionen folgend, bin ich barfuß auf diese kleine Wanderung gegangen. Gelaufen bin ich schon dreimal in dem Gebiet und hatte mir dabei schon lange vorgenommen, mir Teiche und Wald mal mit etwas mehr Muse anzuschauen. Da bot sich so eine Tour ohne Schuhe an. Das Gehtempo ist entsprechend gering und zu den visuellen und akustischen Wahrnehmungen gesellen sich noch die sensorischen. Herrlich die Sand- und Waldwege unter den Füßen zu spüren, den Wechsel zwischen trockenen, sonnigen und schattigen, feuchten, teils leicht matschigen Böden. Das man Matsch und Pfützen im Gegensatz zu beschuhten Wanderungen nicht mühsam umkurven muß, ist dabei ein weiterer Vorteil 😀 Im Wald war die 27° warme Schwüle erträglich und eigentlich wären die lästigen Insekten schon das einzige Übel gewesen, wenn da nicht so viele Wege geschottert wären. Schotter und Barfuß ist doof. Allerdings habe ich während meiner Tour den Schotter noch in verschiedene Kategorien eingeteilt. Der grobe Schotter war der böse Schotter, einfach nur ätzend, der feinere Schotter war nur doofer Schotter und der schon einigermaßen eingetretene und halbwegs versunkene Schotter war der gute Schotter. Gekrönt wurden die Schotterabschnitte nur von gut getarnten, kleinen Tannenzapfen, ganz böse, sach ich nur. So war die Wanderung nicht nur ein Vergnügen, aber die angenehmen Abschnitte haben überwogen und außerdem gewöhnten sich die Füße erstaunlich schnell an all das, was ihnen da unter die Sohlen kam. In ein paar Monaten oder in einem Jahr werde ich sicher auch noch unempfindler sein.

Immerhin war ich zeit meines Lebens noch nie so lange und so weit auf nackten Sohlen unterwegs. Eine tolle Erfahrung und sicher nicht die letzte dieser Art 🙂

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26 Kommentare zu “Chilliger Lauf und Schotter im Wald

  1. Lieber Volker,
    das liest sich ja richtig enthusiastisch, also die Sache mit dem Barfußlaufen. Wenn Du so weiter machst, wird das Laufen ohne Schuhe schon bald bei Dir die Regel, freut mich 🙂 Das mit dem Schotter legt sich mit der Zeit, allerdings mag ich den groben Schotter auch nach mehr als 5 Jahren noch nicht…
    Der obligatorische Lauf in süddeutscher Begleitung und Du gehst lieber saufen? Äh, Baum aufstellen :mrgreen: ? Was ist denn da los? Schön, dass es dann aber doch noch geklappt hat…

    Ich wünsch Dir eine angenehme Woche, ich durfte heute zum ersten Mal wieder 2 Kilometer laufen, kann es immer noch nicht so richtig fassen…

    Salut

    • Lieber Christian,

      enthusiastisch ist vielleicht etwas übertrieben, Du hättest mich mal über die schlimmsten Stellen staksen sehen sollen 😆 Die heutige Strecke irgendwann mal laufend unter die Barfüße nehmen zu können, kann ich mir heute noch nicht vorstellen. Ich bin gespannt, wie sich das in Zukunft noch entwickelt ! 🙂 Dass Du den groben Schotter auch immer noch nicht magst, wundert mich nicht, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man sich daran gewöhnen kann.

      Nun, was das „Saufen gehen“ angeht, man hat halt gesellschaftliche Verpflichtungen 😛 Außerdem bin ich im Moment wirklich nicht auf einen schnellen 10er gepolt. Da Heimo zu dem schneller ist als ich, wären wir da eh nicht zusammen gelaufen. Außerdem ist es mir bei dem Lauf auch einfach zu voll. Du siehst, Gründe über Gründe! :mrgreen:

      Zwei Kilometer, wie schrieb ich letztens: Da Glück liegt im Kleinen! Und das meine ich ganz ernst. Der erste zwei Kilometer lange Schritt ist getan. Ich freue mich!

      Moin Moin
      Volker

  2. Hi Volker! 😃 Cool, beim Brunnenlauf bin ich auch die 10 km mitgelaufen. Ich habe mich allerdings zeittechnisch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, etwas über eine Stunde habe ich gebraucht. War nicht mein bester Tag. 😉 Kanutouren auf der Hunte sollen echt klasse sein. Ich allerdings hab nicht so gute Erfahrungen gemacht, bei einem Betriebsausflug vor etlichen Jahren waren wir auf der Hunte im Kanu unterwegs. Allerdings hatten meine Kollegin und ich Verständigungsprobleme was links und rechts angeht und sind 2x gekentert. Lustig war es aber trotzdem irgendwie! 😃 Ich finde deine Barfußlauf Experimente echt interessant. Ich habe im Winter mal versucht auf Mittelfußlauf umzustellen, aber ich wollte wohl zu schnell zuviel. Jetzt laufe ich halt doch wieder mehr über die Ferse. Viele liebe Grüße! Susanne

    • Hiho Susanne,

      dann habe ich ja nicht nur Heimo und Angela verpaßt 😦 Aber ich denke, wir werden uns sicher schon noch über den Weg laufen. Etwas über eine Stunde ist das ein sauberes Ergebnis, kann ja nicht jedes Mal eine neue PB herausspringen, Hauptsache Du warst mit Spaß bei der Sache!

      Von Kentern wäre ich sicher auch nicht sonderlich begeistert. Ich hoffe, dass der Kelch an mir vorbeigeht, wenn ich die Kanutour endlich mal angehe. Aber wenn es so ist, dann ist es so, so lange es nicht zu kalt ist 😉

      Meine Umstellungsversuche haben auch so ihre Tücken, aber ich kann da recht hartnäckig sein, wenn ich von dem Ziel überzeugt bin. Deshalb behalte ich die Richtung erstmal bei 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Moin Volker, find ich richtig gut wie du an das Barfußlaufen rangehst, genau so macht es Spaß und so wirst du langfristig etwas davon haben. Nur nicht übertreiben, die Füße müssen eine Menge neu erlernen und sich stärken. Von der Sohle mal ganz abgesehen … grober Schotter ist wahrlich nicht des Barfußläufers Freund. Dran bleiben und beste Grüße, Oliver

    • Moin Oliver,

      die heutige Wanderung hat mir deutlich gemacht, dass es noch ein langer Weg sein wird, bis ich auf solchen Strecken auch laufend unterwegs sein kann. Aber es macht auch „so“ schon viel Spaß. Allerdings fange ich schon langsam an, mich damit schwerzutun Schuhe zu tragen 😯

      Grober Schotter ist ja zum Glück nicht überall. Ich werde dran bleiben!

      Viele Grüße
      Volker

  4. Ich bin heute barfuß bei Freunden durch den Garten und eine kleine Baustelle gegangen…das reicht mir. 15 Kilometer durch die Landschaft…Respekt!

    • Ich bin ja nun schon seit Februar dabei, dass Barfußlaufen bzw. -gehen peu à peu auszubauen. Da komme ich schon etwas weiter. Aber eine Baustelle kann richtig fies sein, da muß man höllisch aufpassen, da kann alles mögliche rumliegen.

      VGV

  5. Lieber Volker,
    nicht Männer, sondern >Mann allein im Wald<! 😆 Schöne Wanderung!
    Kanu: Auf der Hunte bin ich auch noch nicht Kanu gefahren, aber auf der Lohne.
    Ich hätte übrigens die Insel auch dem Pfingstbaumsetzen vorgezogen! 😛
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      Heimo hat sich erst auf die Insel verdrückt, wo der Pfingstbaum schon längst stand 😉

      Ich bin überhaupt erst einmal Kanu gefahren, Mitte der Neunziger auf der Ardeche in Südfrankreich. Die Erinnerung ist schon reichlich verblaßt 🙂

      LG Volker

  6. Hi Volker,
    an komplett barfuß mag ich einfach nicht ran. Zu viel Mimimi.
    Schön dass Du mit Heimo doch noch ne Runde hinbekommen hast. Das Wetter ist zwar nicht meins, aber zu zweit bestimmt angenehmer. Wobei kurz vor der Heimfahrt noch ne Runde von 15km drehen, während die Familie packt, hätte für nicht viel Freude bei meiner Familie gesorgt. Entweder hat Heimo da Glück, oder er ist einfach mutiger! 😉

    • Moin Gerd,

      dieses Mimimi versuche ich mir gerade abzugewöhnen 😛

      Familie Timekiller ist da insgesamt sehr entspannt und ich denke, dass das Packen auch nicht so viel Zeit in Anspruch genommen hat. Von daher brauchte Heimo da wohl nicht so viel Mut 😉

      VG Volker

  7. Moin Volker,
    schön, dass es mit dem Besuch aus dem Süden noch zu einem gemeinsamen Lauf geklappt hat, wo Du Dich ja wohl vor dem 10’er unter Vorspiegelung gesellschaftlicher Verpflichtungen gedrückt hast…!
    Und dann 15.3 km barfuß wandern über Stock und Stein und allerlei Schotter? Da habe ich letzteren dann schon lieber im Portmonnaie als unter den Füßen. Allerdings ist es sicherlich ein gutes Training für die Fußmuskulatur, daher: wenn es Dir gefällt und gut tut, weiter so! Auch landschaftlich wars eine schöne Abwechslung.
    Liebe Grüße
    Elke

    • Was heißt hier gedrückt, liebe Elke? Das waren alles gewichtige Gründe! 😛

      Wenn ich soviel Schotter hätte, wie da gestern überall im Wald lag, dann wäre ich im wahrsten Sinne des Wortes steinreich 😆

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Lieber Volker,
    hab dich gestern schon bei Heimo auf fb „entdeckt“ und somit schon von eurem gemeinsamen Lauf gewusst. 😉 Schön, dass der noch geklappt hat und sonst – dein Lieblingswetter, genügend Seen zum schwimmen und Schottervariationen en masse! Da schaut wer auf dich! 😆
    Ich geh‘ im Sommer im Wald ja fast immer barfuss, aber einen Gewöhnungseffekt hab ich noch nicht bemerkt. Bei mir ist das sehr abhängig von der Tagesverfassung, ob ich rumstakse oder normal gehen kann.

    • *Seufz* Offensichtlich verpasse ich auf fb wirklich was, aber ich mag mich da einfach nicht anmelden 😦

      Ein Gewöhnungseffekt ist bei mir definitiv nicht von der Hand zu weisen, anfänglich fand ich jedes Körnchen unangenehm, aber jetzt kann ich schon auf fast jedem Untergrund gut laufen. Allerdings ist es auch bei mir tagesformabhängig. Gut, dass ich gestern offensichtlich einen guten Tag hatte 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Lieber Volker,
    cool das mit dem Barfußlaufen. Ich liebe es ja und mache es viel zu selten. Wir sind da so verweichlicht. Dabei ist es doch das normalste der Welt. Oder hat jemand schon mal ein Baby mit Schuhen auf die Welt kommen sehen? 😆
    Aber das beste ist: es ist total gesund.
    Ich habe mir beim Lesen vorgenommen, das ich es wieder öfter machen will 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      wann willst Du das denn noch machen 😛

      Baby mit Schuhen auf die Welt gekommen? Mir nicht bekannt, genauso wenig wie mit Jeans, Hemden, Blusen usw. :mrgreen:

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Bei euch heißen die Maibäume also Pfingstbäume – nie vorher gehört …

    Eine Kanutour auf der Hunte könnte mich auch reizen!

    • Maibäume gibt es hier auch, aber eben auch Pfingstbäume 🙂

      Wenn Du mit ins Kanu auf der Hunte willst, kommste am besten zu der Gelegenheit mit Heimo mit hier hoch! 😀

      Liebe Grüße
      Volker

      • Im Falle einer Anreise müsste ich aber auch noch einen Mann samt Kanu unterbringen 😉 Hier steht sowas im Hausflur rum …

  11. ab und zu steht der auch im Flur rum, durchaus 😉 Schon deshalb, damit das arme zusammengefaltete Kanu nicht immer so einsam ist.

  12. Ach Gott ist das peinlich, ich bin mal wieder der Letzte, und Du hast in der Zwischenzeit schon 2 weitere Posts geschrieben… ASCHE auf mein Haupt. Unsere Rechnung ist voll aufgegangen. Erst Laufen dann Heimfahren; In nur 6 Stunden sind wir nach München gebraust. Für 15km barfuss durch die Nachbarschaft am nächsten Tag hats dann aber nicht mehr gereicht. Wäre mir dann auch zu pieckselig.

    Grüße -timekiller-

    • Zwei weitere Posts… und dabei hatte meine Taktung sogar schon abgenommen über die lange Zeit Deiner Abwesenheit. Peinlich muß es Dir trotzdem nicht sein. Auch an dieser Stelle noch einmal: Wirklich schön Dich zu lesen!

      Wer in sechs Stunden nach München kachelt, dem sei das Barfußwandern tagsdrauf ausnahmsweise mal erlassen 😉

      VG Volker

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