Symphonie in Grau

Irgendwie gelüstete es mich zwischen den Jahren noch nach einem etwas besonderen Lauf. Da ich am 30.12. ausgiebig Zeit hatte, gönnte ich mir deshalb als Rausschmeißer aus 2017 etwas Abwechselung vom Laufalltag und bin an die Nordsee gefahren, um etwas Seeluft zu schnuppern und Schiffe zu gucken. Und was ein echtes Nordlicht ist, der läßt sich dabei auch nicht vom ausgesprochen besch… eidenen Wetter abhalten.

Vom Hooksieler Hafen lief ich Richtung Jade-Weser-Port, Deutschlands einzigem Tiefwasserhafen, wo die dicksten Container-Brummer der Welt anlegen. Unter den gewaltigen Öllöschbrücken hindurch, lief ich gegen den ablandigen Wind, der zum frühen Nachmittag schon recht kräftig war und mir den Regen entgegenpeitschte. Dabei war ich noch vor dem Eintreffen der angekündigten milden Luft unterwegs und die 3° waren alles andere, nur nicht mucklig. Am Jade-Weser-Port angekommen war selbst ein Container-Riese im Regengrau kaum zu erkennen und ich freute mich, dass ich mich die nächsten fünf Kilometer vom Wind zurück nach Hooksiel schieben lassen konnte.  Dabei wurden meine eiskalten Hände in den klitschnassen Handschuhen und auch die Oberschenkel langsam wieder warm, wohl auch weil die Temperatur so langsam anstieg.

Über den Hooksieler Hafen lief ich nun zum kurzen Strand von Hooksiel, beste Gelegenheit noch einmal die V-Runs auszuziehen. Leider war der Strand teilweise sehr muschel- und vorallem extrem hundelastig und es kam noch zu einer unschönen Begegnung mit einem Vierbeiner, dessen Herrchen ihm sogar das Halsband abgenommen hatte und deshalb kaum zu fassen bekam. So bin ich den Strand nur einmal rauf und runter gelaufen und habe es dann nach insgesamt 19 km bewenden lassen.

Auf der Nachhausefahrt drehte der Wind dann so richtig auf und schaukelte mein kleines Gefährt kräftig durch, da gehörten schon beide Hände ans Lenkrad, während das Auto-Thermometer beständig auf bis zum Schluß 10 ° stieg. Ach, wie gemütlich kann es nach so einem rauhen Nordseelauf im Auto sein 😀

Entschädigt für diese Symphonie in Grau hat mein Neujahrslauf. Den halbwegs sonnigen Jahresauftakt konnte ich gerade noch nutzen bevor die gute alte Klara unterging 😀

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8 Kommentare zu “Symphonie in Grau

  1. Lieber Volker,

    willkommen in 2018 😂 Der Kontrast ist wirklich enorm, der Wind-Sturm-Regen-Mix vom 30. Dezember im Vergleich zur Sonne am gestrigen Tag, war hier ähnlich, nur dass wir am 1. Januar einen ungewöhnlich starken Westwind hatten bevor dann am Abend der Regen kam 😊
    Dein letztes Bild gefällt mir sehr und ich wünsche Dir möglichst wenig solche Hundebegegnungen in diesem Jahr.

    Salut

    • Jo, lieber Christian,

      der Kontrast war wirklich enorm. Am 30.12. und an Silvester hat es geregnet und teilweise gestürmt ohne Ende. Da tat es gut die Sonne mal wieder zu sehen 🙂

      Der Hund, ein Retriever, war zwar nicht bösartig, aber ich bin halt ungerne Hundespielzeug und sauber war er durch das Watt auch nicht gerade und ich nach der Begegnung auch nicht mehr :-/

      Moin Moin
      Volker

  2. Steingrau, Mausgrau, Asphaltgrau, Anthrazitgrau, Aschgrau – die Loriotsche Platte der Grautöne können wir wohl alle kaum mehr sehen, lieber Volker! Hoffen wir, dass die Fotos vom Neujahrslauf einen Vorgeschmack auf das Wettr der nächsten Wochen gibt. Allein, mir fehlt der Glaube … 😦

    Liebe Grüße
    Anne

    • Liebe Anne,

      was den Glauben angeht, machen die Wettervorhersagen jede Hoffnung zunichte. Da wird man vor lauter Verzweifelung auch noch im Gesicht ganz grau 😦

      Liebe Grüße
      Volker (der sich aber in diesem Augenblick noch durchs Bürofenster von der Sonne bescheinen läßt)

  3. Lieber Volker,
    nicht verzweifeln, es wäre ein weiter Weg, wenn ich kommen müsste, um dich zu trösten und aufzurichten! 😦 Aber die Bilder vom Neujahrslauf sehen doch schön aus!!!

    Habe mal nach Hooksiel und dem Jade-Weser-Port gesucht. Gerade gestern ging eine Nachricht von der Welt online: Die wundersame Wiederauferstehung des Jade-Weser-Ports!
    Ob es dich interessiert?

    https://www.welt.de/wirtschaft/article172063902/Jade-Weser-Port-Profiteur-des-Gigantismus-auf-den-Weltmeeren.html?wtmc=socialmedia.twitter.shared.web

    Ansonsten wünsche ich dir und uns, dass 2018 insgesamt heller wird, als es zum Jahresende fast überall war! 😉
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      um mich zu trösten und aufzurichten sollte Dir doch wohl kein Weg zu weit sein 😆

      Der Aufschwung des Jade-Weser-Ports ist in Oldenburg durchaus bekannt. Sämtliche Güterzüge von diesem Hafen rollen nämlich durch unsere schöne Stadt. Trotzdem gönne ich Wilhelmshaven den Erfolg, die Stadt hat schwere Zeiten hinter sich.

      Den Artikel habe ich mit Interesse gelesen, alle Details kannte ich auch noch nicht.

      Es wird sicher heller werden, alleine schon weil wir mit Winterbeginn zeitlich wieder auf dem aufsteigenden Ast sind. Alles wird gut 😎

      LG Volker

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