Schiebung

Schiebung, Bedeutung laut Duden u. a.  ungerechtfertigte Bevorzugung und Begünstigung.

Der vorgestrige Tag verwöhnte mit schönstem Maiwetter. Nach morgendlichen Regen wurde es viel schöner als vorhergesagt und ich runzelte diesbezüglich schon die Stirn, hatte ich mir doch nach Feierabend das dritte Tempotraining seit November letzten Jahres vorgenommen 😛 Schließlich ist schon die Kombination Volker + Tempo sehr exotisch und die Kombination Volker + Tempo + Wärme wäre es noch viel mehr geworden 😆

Doch es sollte anders kommen. Bis ich nach Feierabend und Teatime bei Muttern inklusive zweier Stücke Marmorkuchen und etwas Schokolade endlich soweit war, hatte das Wetter umgeschlagen. Der Wind hatte mächtig zugelegt, auf Nord gedreht und die Temperatur binnen kürzester Zeit um 9° gesenkt. Da war ich schon einmal froh, noch spontan meinen Windbreaker übers Laufleibchen gezogen zu haben.

Auf meinem Eintrabkilometer durch die inzwischen sattgrünen statt wasserglitzernden Bornhorster Wiesen schob mich der kräftig kühle Nordwind ordentlich von hinten. Als ich an der Hunte das erste Mal anfing Gas zugeben hatte ich den nahezu schon stürmischen Wind von schräg hinten. Nach einem Kilometer bin ich dann umgedreht und gegen den Wind locker zurückgetrabt, nach dem nächsten Kilometer wieder umgedreht und tempomäßig aufgedreht usw. und sofort. Schon den zweiten Tempokilometer piepste Garmin mit einem deutlichen, neuen Rekord ab, den ich auf dem dritten Tempokilometer nochmals unterbieten konnte 😯 Allerdings muß ich mir diesbezüglich den oben erläuterten Vorwurf der -im wahrsten Sinne des Wortes- Schiebung gefallen lassen. Wenn auch nur schräg von hinten bzw. seitlich hat der Wind mit Geschwindigkeiten von bis zu 7 m pro Sekunde schon etwas mitgeholfen. Cool bzw. sogar g..l war es aber trotzdem 😆

Nach dem vierten schnellen und insgesamt acht Kilometern wollte ich dann nur noch locker zwei Kilometer austraben, wozu ich die V-Runs in die Hand nahm. Schlußendlich trug ich die Schuhe aber insgesamt sechs Kilometer mit mir rum, weil ich die herrliche Kühle, den Wind und die wunderbar klare Luft einfach noch etwas ausgiebiger genießen mußte 🙂

14,1 km, zwei schnellste Kilometer ever, sechs Kilometer barfuß, mächtig Spaß, Herz was will ich mehr 🙂

Gestern lief auch der Utkiek-Lauf unerwartet flott. Lediglich Uli und ich waren dort anfangs unterwegs, was irgendwie automatisch zu einem schnellerm Tempo führte. Später stieß noch Antje zu uns, was aber das Tempo keineswegs minderte 🙂 Durch meine sehr zeitige Ankunft am Utkiek war ich darüber hinaus auch schon eine erste Runde alleine gelaufen, so dass der Utkiek-Lauf nicht nur verhältnismäßig schnell sondern mit elf Kilometern auch verhältnismäßig lang war.

An diesem Donnerstag fehlte unser zuverlässigster Utkiek-Läufer und allseits geschätzter Lauforganisator Ralf. Ralf hat sich am Christi Himmelfahrtswochenende beim Laufen den Fuß gebrochen und wird deshalb noch ein paar Wochen ausfallen. Ralf, auch an dieser Stelle noch einmal gute Besserung und schnelle Heilung. Du fehlst!

16 Kommentare zu “Schiebung

  1. Lieber Volker,
    Rekorde über Rekorde! Gratuliere zum Geschwindigkeitsrekord!! 😀 Wenn der Wind schon so nett ist und dich anschiebt, warum solltest du dich dann nicht von ihm unterstützen lassen? Ein andermal kommt er dir wieder entgegen, dann musst du ja auch mit ihm leben.
    Die Schafe in Reih und Glied sind ja spitze! Sowas von ordentlich die Tierchen. 😉
    Aber wer sind die „neuen“ Läufer? Bist du ihnen noch nähergekommen? Wer war da in deinem Laufrevier? Fragen über Fragen… 😀

    • Liebe Doris,

      gegen den Wind wären definitiv keine neue Rekorde drin gewesen 😆

      So ordentlich sind die Schafe nun auch wieder nicht, sonst würden sie nicht immer massenhaft auf den Weg ködeln 😛

      Ein Laufgruppe ist mir in all den Jahren in meinem Revier noch nie begegnet. Aber mehr Kommunikation als ein Gruß im Vorbeilaufen kam nicht zustande. Von daher weiß ich leider nicht, was das für eine Truppe war 😦

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Moin Volker,
    boah, mit Kuchen und Schokolade im Leib kannst Du so rennen?
    Die Schiebung ist doch einfach nur der Ausgleich für die oft aus der Gegenrichtung kommende Bremse, also völlig legal, würde ich mal sagen. Und überhaupt, „Ein bißchen Spaß muss sein“!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      ich brauche ja irgendwelchen Feststoff, den ich beim Tempotraining verbrennen kann :mrgreen:

      Gegen den Wind hätte ich gar nicht erst versucht auf Tempo zu laufen. Das wäre bei der Stärke von vornherein zum scheitern verurteilt gewesen 🙂 Ansonsten: Roberto Blanco hat schon recht 😆

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Moin Volker, danke für die Genesungswünsche! Schön, das ich über deinen Blog dabei sein kann. Und Glückwunsch zu deinem neuen Rekord!
    Grüße, Ralf

    • Moin Ralf,

      schön Dich zu lesen. Freut mich, dass Du über meinen Blog dabei bist. Ich hoffe es tut Dir nicht zu weh, wenn wir da ohne Dich rumwetzen. Aber die Zeit vergeht schnell!

      Danke Dir, war schon ein erstaunliches Tempo für mich 🙂

      VG Volker

  4. Hallo Volker,
    Doris hat ja schon meine Fragen gestellt – wer sind die nie gesehenen Läufer und warum sind die Schafe so geordnet? Sonst frage ich mich ja auch wie du bloss mit 3 Tempotrainings in einem halben Jahr so schnell werden konntest auch wenn der Wind ein wenig mitgeholfen hat (wie schnell eigentlich)?
    Herzliche Grüße!

    • Liebe Roni,

      sollte mir die Laufgruppe dort in den nächsten 10 Jahren noch einmal begegnen, werde ich fragen wer sie sind 😀

      Warum die Schafe so geordnet laufen, weiß ich auch nicht. Ich beobachte das immer wieder. Es bilden sich deshalb sogar richtige Trampelpfade. Ich muß mal den Deichschäfer danach fragen.

      Die Temposteigerung hat erkennbar weniger mit der Häufigkeit des Trainings als viel mehr mit der Laufstil und -schuhumstellung zu tun. Schnellere statt größere Schritte ist das gar nicht so unbekannte Geheimnis. Bei dem Wind konnte ich den ersten neuen Rekord mit 4:21 und den zweiten mit 4:19 aufstellen. Finde ich für mich schon mehr als erstaunlich 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Lieber Volker,
    beim Laufen den Fuß gebrochen, wie grausam! 😦
    Den Wind würde ich auch nutzen! Kommt ja bei uns kaum vor, dass wir so frei laufend (von hinten) angegriffen werden. Schiebung gibt es bei uns eher in der Stadt in einer engen Fußgängerzone! 😉
    Wilderer und dann noch nur mit einem Gruß unterwegs … das geht doch gar nicht! 😆
    Bis neulich
    LG Manfred

    • Ja, lieber Manfred, Ralf ist umgeknickt und hat sich den Mittelfuß gebrochen. Da muß schon viel Pech dabei gewesen sein 😦

      Also dann laß ich mich doch lieber vom Wind zu neuen Rekorden schieben als von Menschenmassen durch die Fußgängerzone 😛

      Laß sie ruhig wildern, solange ich nicht in so einem großen Haufen durch mein Lieblingsrevier laufen muß 🙂 Immerhin haben sie gegrüßt 😉

      LG Volker

  6. Tss … das ist ja Schiebung … 😆
    Da lässt sich der Deichläufer einfach vom Wind in neue Rekorde schieben.
    Wenn das mal nicht Bevorzugung ist.
    Wobei, so ganz ungerechtfertigt ist sie ja gar nicht. Kämpfst du doch so oft gegen den Wind. Ich würde hier fast von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen 🙂
    Sag dem Ralf gut Besserung von mir, und viel Geduld 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    • Ach was, liebe Helge 😛

      Mit dem Wind kann ich immer gut leben, egal ob von hinten oder von vorne. Da ich ja nur seltenst Tempoambitionen habe, kann er auch nur selten das Ergebnis derart „verfälschen“ 😆

      Ich richte es Ralf gerne aus, aber vielleicht liest er es sogar selber hier 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,
    die Schiebung ist nur im wahren Wortsinn zu verstehen, denn es war kein Wettbewerb und Schiebung steht auch nicht auf der Dopingliste, also freu Dich an Deinen schnellen Kilometern…ich bin aber neugierig…stand etwa eine 3 vorne?🤪🤪🤪

    Salut

    • Lieber Christian,

      ich freue mich auch sehr über die schnellen Kilometer, sind immer wieder mal ganz neue Erfahrungen. Außerdem muß ich gestehen, dass sie sogar etwas Spaß machen, zumindestens im Nachhinein 😆

      Von der 3 vorne bin ich noch sehr weit weg. Aber eine Steigerung von 4:29 beim Tempotraining davor auf 4:19 finde ich trotzdem nicht schlecht. Für die 3 vorne muß ich aber wohl noch auf einen Orkan warten :mrgreen:

      Moin Moin
      Volker

  8. Lieber Volker,
    da muss der Wind doch nur ein klein wenig stärker sein und nicht schräg, sondern von hinten kommen – dann kannst Du die über die 3er-Grenze „schieben lassen“. Aber aufpassen – nicht, dass Du davon fliegst! 😉
    Die Schafe in der Perlenkette sehen ja lustig aus – wer hat die denn so aufgestellt? 🙄
    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      die 3er-Grenze würde ich schon gerne irgendwann einmal knacken, nur für einen einzigen Kilometer und ganz ohne Schiebung. Aber wer weiß ob mir das jemals gelingen wird 🙄 😉

      Die Schafe sind auf Fußmarsch unterwegs, da machen die das wirklich öfters, dass die so in Reih und Glied laufen. Ich habe wirklich keine Ahnung warum 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

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