Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust

Ich war wieder einmal für ein langes Wochenende in meiner Lieblingsstadt Berlin um mir erstmalig den weihnachtlichen Lichterglanz einer Metropole anzuschauen, wozu sich u. a. auch eine Fahrt mit dem Doppeldeckerlinienbus anbietet. Das hat schon Spaß gemacht, auch wenn Berlin-Mitte sonst nicht unbedingt so meins ist 🙂

Am Freitagnachmittag war ich auf dem Weihnachtsmarkt unter der Gedächtniskirche, wo es für diese Zeit erstaunlich beschaulich zuging. Statt Gedränge viel Platz zum Bummeln und Schauen. Und bei all der kulinarischen Angebotsvielfalt konnte ich doch bei einer Sache nicht wiederstehen, wenn auch „Knacker“ statt Kochwurst und Pinkel ein echter Kulturfrevel sind 🙂

Auch über das Lichterschauen hinaus war mein Programm dicht gefüllt. Nachbarn und Freunde besuchen, ins Nachtleben abtauchen, in der Schöneberger Apostel-Paulus-Kirche dem Weihnachtsoratorium lauschen und noch einiges mehr, da blieb das Laufen tatsächlich mal auf der Strecke.

Schweren Herzens bin ich gestern abend wieder aus Berlin abgereist und habe heute erst einmal das Laufen nachgeholt. Hinein in die Weiten der Bornhorster Huntewiesen, den Blick auf Unendlich stellen, den Graugänsen zusehen und zuhören, Ruhe genießen.

Welch ein Kontrastprogramm. Ich mag beides und möchte beides nicht missen. In Berlin lebe ich immer richtig auf und genieße es mich durch diese große Stadt treiben zu lassen, in der ich mich mehr und mehr zuhause fühle. Oldenburg hingegen ist die Konstante, mit der Rückhalt gebenden Partnerschaft und Familie, dem Job, dem problemlosen Laufen in der Natur und mit dem weiten, norddeutschen Umland, das ich so sehr liebe.

So gesehen wohnen zwei Seelen in meiner Brust und sie können dort auch in friedlicher Eintracht nachbarschaftlich neben einander leben, denn kann ich beides haben. Was für ein Glück und so bleibt der Titel auch das einzige, was mich mit Goethes Faust verbindet 🙂

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28 Kommentare zu “Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust

  1. Lieber Volker,
    wie, kein Grünkohl mit Pinkel? Das ist ja wirklich frevelhaft … die Berliner halt. Mein Bremer Kumpel hat da immer von geschwärmt.
    Vielen Dank für die vielen Eindrücke von Berlin. Wenn auch diese überdimensionalen Beleuchtungen Energieverschwendungen ohne Ende sind, so steckt in vielem doch ungeheure kreative Schaffenskraft drin. – Dadurch sehe ich das Sony-Center mal mit weihnachtlicher Beleuchtung von innen! 😆
    Schön auch, wenn deine beiden Seelen in deiner Brust so friedlich nebeneinander wohnen und leben können. Meine tun es auch, im Gegenteil sie profitieren voneinander! 😛
    … und der erste Lauf zurück in heimatlichen Gefilden tut dann auch so supergut, wenn ich auch mehr das profilierte Gelände vorziehen würde. Aber wir können ja nicht in allen Belangen gleich ticken … wär ja langweilig! 😉
    Genieß die letzten Tage der Adventszeit … Weihnachten kommt immer so plötzlich! 😛
    LG Manfred

    • Typisch Berlin, lieber Manfred, dass sieht man alles nicht so verbissen 🙂

      Ich denke durch die LED-Technik hat sich die Stromverschwendung wohl schon etwas reduziert, aber bezahlen möchte ich die Rechnung trotzdem nicht 😆

      Die Weihnachtsbeleuchtung im Sony-Center, naja, ich kann mit Blau als Weihnachtsbeleuchtungsfarbe nichts anfangen. Für mich ist blau immer einfach nur kalt. Die Straße Unter den Linden ist auch blau beleuchtet, schrecklich!

      In Sachen Profiliert kann ich mir das hier ja leider nicht aussuchen. Ich kann aber gut damit leben 😛

      Danke ,Dir auch noch ein paar schöne letzte Vorweihnachtstage 🙂

      LG Volker

      • Hast ja Recht, lieber Volker,
        da hätte ich wohl schreiben sollen: da sehe ich das Sony-Center mal in der vorweihnachtlichen Zeit beleuchtet von innen. Blau ist wirklich eher eine kalte Farbe, da kann man ruhig in der kalten Jahreszeit mal was dagegen setzen! 😉
        LG Manfred

      • Och. wir wollen uns mal nicht in irgendwelchen Verklausulierungen verstricken, lieber Manfred 🙂 So hast Du das Sony-Center „in dieser Zeit“ einmal von innen gesehen, fertisch 😀 😆

        Blaues Licht ist neben kalt halt einfach nicht weihnachtlich romantisch 😦

        LG Volker

  2. Lieber Volker,
    ist schon interessant, dass Du zwei so unterschiedliche „Umwelten“ gleichzeitig magst…ich kenne Berlin nach dem Mauerfall zu wenig, um mir ein Urteil erlauben zu können, aber mehr als fasziniert war ich von Berlin in den 00er Jahren nicht, ähnlich wie es mir in New York erging, zwar schön und faszinierend, aber leben wollte ich da nicht 😊
    Deine Herkunft kannst Du aber auch nirgends verleugnen, wenn Du auf dem Berliner Weihnachtsmarkt Grünkohl mit „Was auch immer“ isst…tststs…🤣

    Erhol Dich gut in der Einsamkeit der norddeutschen Tiefebene und genieß die freien Tage über Weihnachten

    Salut

    • Lieber Christian,

      ich hätte auch nie gedacht, dass ich mich für das Großstadtleben derart erwärmen kann. So staune ich auch immer noch mal wieder über mich selbst 🙂

      Im Gegensatz zu Dir habe ich Berlin nie vor dem Mauerfall gesehen. Bedauerlich, aber nicht mehr zu ändern. Es wäre sicher interessant da Vergleiche zwischen davor und danach ziehen zu können. In New York war ich noch nie, ich denke gegen die Stadt hat Berlin vielfach noch nahezu eine dörfliche Idylle.

      Nein, meine Herkunft kann ich sicher nicht leugnen. Bestes Beispiel: Auf dem Weihnachtsmarkt wurde ich gefragt, ob ich an einer Umfrage teilnehmen würde. Der Frager stellt gleich selber fest, dass ich deutschsprachig bin, um mich dann, als ich ihm mit „Denn man tau“ signalisierte loszulegen, gleich fragend anzuschauen 😆

      Aber um Deine Fantasien in eine gewisse Richtung zu zügeln: Pinkel ist eine Grützwurst und gehört hier zum Grünkohl einfach dazu. Sehr lecker! 😀

      Danke, dass werde ich tun. Dir ebenfalls schöne Tage zwischen Wald und Weinberg.

      Moin Moin
      Volker

  3. Lieber Volker,
    ich finde es schön, dass du mit beiden Seelen in deiner Brust so gut leben kannst und lebst! Bei Faust wollten die beiden sich doch trennen, wenn ich das noch richtig im Kopf habe. 😉
    So hast du mit deinem Zweitwohnsitz eine Möglichkeit für beide Teile was Gutes zu tun und uns immer wieder mit neuen Ein- und Anblicken der Hauptstadt zu verwöhnen. 🙂
    Und dass dein Programm dort so reich und dicht ist, dass sich nicht mal ein Lauf ausgeht, zeugt doch auch von Qualität. Ich hab da schon an anderer Stelle etwas von einem Treffen gelesen! 😉

    • Liebe Doris,

      ich bin ja nicht so wirklich fit in Sachen Faust, aber die beiden Seelen war schon sehr gegensätzlich. und kaum vereinbar. Da habe ich es wohl wirklich besser, lediglich die Gewichtung beider Seelen wird wohl auf absehbare Zeit nicht so richtig ausgewogen sein.

      Die Ein- und Ausblicke sind so vielfältig, da werde ich wohl noch jahrelang genügend „Stoff“ haben, um Euch den um die Ohren zu hauen 😆

      Quantität ist ja nicht immer gleich Qualität, aber in diesem Fall war das Programm rundherum schön. Dazu hat das Dir schon bekannte Treffen natürlich auch beigetragen! 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Die Kontraste sind wirklich der Wahnsinn. Aber ich würde langfristig auch die Ruhe vorziehen. Wobei die Beleuchtung ja wirklich schon ist, aber wenn ich nur an die Menschen denke…ohje… wobei es mir beim Grünkohl dann noch schlechter wird 😀

    • Moin Markus,

      mich hatte es ja noch nie in der Vorweihnachtszeit in ein Metropole verschlagen, da ist es schon beeindruckend so eine Beleuchtung einmal zu erleben und vieles davon fand ich auch richtig schön.

      Was die Menschen angeht, da hatte ich wirklich mit Schlimmeren gerechnet, speziell auf dem zentralen Weihnachtsmarkt war es nahezu beschaulich. Da ging es in Oldenburg schon manches Mal wesentlich beengter zu.

      Grünkohl: Überhaupt schon einmal probiert?

      VGV

      • Klar, probieren kann man’s. Aber mehr bitte nicht.
        Und dass es auf dem Weihnachtsmarkt relativ leer ist kann ja auch damit zusammen hängen dass sie dort jetzt Eintritt verlangen, oder?

      • Du weißt nicht was Dir entgeht. Aber wie sagt man hier im Norden: Wat de Buer nich kennt, dat frett he nich 😛

        Nein, für den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz muß man keinen Eintritt bezahlen.

  5. Lieber Volker,
    in dieser einen Hinsicht sind wir ja so ganz unterschiedlich. Du liebst Berlin, ich versuche es zu meiden 😆
    Aber es ist doch toll, das zwei Seelen bei dir gemeinsam leben können. Und du beides liebst.
    Wir müssen uns unbedingt mal in Berlin treffen, vielleicht hilft es mir ja, diese Stadt mal mit deinen Augen zu sehen 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    • Das freut mich aber, liebe Helge, dass Du mir die Chance dazu geben möchtest, Dir die Stadt aus meiner Sicht näher zu bringen! Müssen wir mal gucken, wann und wie wir das hinkriegen. Wenn Du Deine Firma dort mal wieder beehrst, gib mir doch vorher Bescheid! 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Moin Volker, Du kennst ja mittlerweile meine dezente Abneigung gegenüber Berlin. Ich darf mich dort ja auch ab und zu beruflich (kurz) aufhalten und bin immer froh wieder dort weg zu kommen. Deine Bilder aus der nordeutschen Tiefebene gefallen mir auch wirklich viel besser 🙂
    Aber für Dich passen die Kontraste, so sollte es auch sein. Und als Exil-Niedersache war mir klar dass es hier Grünkohl-Diskussionen geben wird. Auf manche Dinge ist ja echt Verlass 🙂
    Liebe Grüße, Oliver

    • Ich laß davon, lieber Oliver 😉

      Exil-Niedersachse? Hatten wir das Thema schon einmal? 🙄 Noch finde ich die Grünkohl-Diskussionen aber rech verhalten 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

      • Ich komme ehemals aus dem Umfeld von Hannover, hab mich aber vor knappen 20 Jahren aufgemacht um Entwicklungshilfe in anderen Bundesländern zu leisten 😉

      • Ne, dann hatten wir uns darüber noch nicht unterhalten, Umfeld Hannover wäre mir in Erinnerung geblieben. Gut auch, dass Du aus dem Umfeld kommst, weil Hannover ist nämlich eine Stadt, die ich partout nicht mag 🙂

  7. Lieber Volker,
    es hat doch wirklich was, wenn man sich gleich an zwei Stellen wohl fühlen kann ohne sich entscheiden zu müssen 🙂 . Die Berliner Weihnachtsdeko scheint mir zwar auch ziemlich bunt, aber irgendwie passt auch das zu dieser rummeligen Stadt.
    Dein Programm war so dicht, dass laufen entfallen musste? Das will was heißen…
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz und der Potsdamer-Platz waren schon sehr bunt. Ku`damm ging eigentlich und richtig schön war es im Bereich Brandenburger Tor, Reichstag, Bundeskanzleramt und Hauptbahnhof. Da war es recht klassisch beleuchtet.

      Ja, das Programm hatte es wirklich in sich. Kommt halt auch mal vor 🙂

      Ich wünsche Euch eine gute Reise und liebe Grüße
      Volker

  8. Ach Menno,
    wir waren auch an diesem WE in Berlin :-). Allerdings zu einem Bogensportevent, zum Laufen oder Shoppen war leider gar keine Zeit ;-).
    Liebe Grüße und eine schöne Weihnachtszeit
    Karina

    • Das ist ja ein Ding, die halbe Bloggerwelt ist in Berlin und wir sehen uns nicht, schade 😦

      Dir und Deiner Familie auch eine schöne Weihnachtszeit.

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Hallo Volker,
    wir waren auch in der Stadt und haben unseren Sohn besucht. Allerdings nur eine Nacht. Mir hat es sehr gut gefallen. Ich finde Berlin toll, und die weihnachtliche Beleuchtung etc. fand ich toll. Am Brandenburger Tor gefiel es mir am besten.
    Liebe Grüße
    Bianca

    • Liebe Bianca,

      irgendwann werden wir es schaffen, dass wir uns in Berlin über den Weg laufen!

      Freut mich, dass Dir Berlin auch gefällt, gerade wo Ihr jetzt Euren Sohn in der Stadt habt. Ich finde es gehört für eine Metropole schon dazu, dass man es in Sachen Weihnachtsbeleuchtung auch krachen läßt.Wobei mir die klassische Beleuchtung am Brandenburger Tor, Reichstag, Bundekanzleramt und Hauptbahnhof schon am besten gefallen hat.

      Liebe Grüße
      Volker

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