Sonderkonjunktur

Alle Jahre wieder zur Weihnachtszeit erlebt mein Blog eine kleine Sonderkonjunktur. Jedes Jahr zur festlichen Zeit kämpfen die Menschen offensichtlich mit den guten Tagen und besinnen sich dann googelnder Weise des Goethe zugeschreibenen Zitats „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen“ und landen auf einem Blogbeitrag von mir vom 01.01.2012. Somit ist dieser Blogbeitrag tatsächlich der mit den meisten Klicks ever und wird es wohl auch bleiben, weil wie gesagt: Alle Jahre wieder … Witzig 😀

Damit für mich die Reihe von guten Tagen leichter zu ertragen ist, bin ich am Heiligabend noch eine ausführliche Runde gelaufen. Und zwar ohne Begleitung, mit einer Beleidigung und einem netten Gespräch. Ohne Begleitung, weil mein traditioneller Weihnachtslaufpartner Heimo erkältungsbedingt absagen mußte. Mit einer Beleidung, weil mich eine entgegenkommende Fahrradfahrerin aufgrund meiner Barfußigkeit als bescheuert bezeichnete. Ich rief ihr daraufhin Frohe Weihnachten hinterher, allerdings ergänzt um eine unflätige Bemerkungen. Es hat mich schon geärgert mich beleidigen lassen zu müssen, aber im weiteren Laufverlauf tat mir die Frau fast schon wieder leid. Wie armselig muß man sein, am Heiligabend Leute zu beleidigen, nur weil sie irgendwie anders sind.

Dafür war wenig später ein Gespräch mit einem Liegeradfahrer umso netter. So fand er z. B. meine Tattoos toll und mußte mir auch unbedingt seine zeigen, wozu er die Hosenbeine hochzog und auf der linken Wade u. a. ein „Links“ und auf der rechten Wade u. a. eine „Rechts“ zum Vorschein kam. Damit war die Welt dann für mich auch wieder in Ordnung und …

…. 17 nicht komplett barfüße Kilometer später war ich wieder zuhause und bereit fürs Fest 🙂

Heute holte ich mir den Appetit für das letzte dicke Weihnachtsessen bei einem Vormittagslauf. Zeitlich bedingt zwar nur knapp acht Kilometer, aber immerhin. Dabei begleitete mich auf dem kurzen Trip zum Großen Bornhorster See und zurück eine ruhige, nebelige Wetterlage .

Mit diesen beiden Läufen waren und sind die Weihnachtstage für mich gut zu ertragen. Ich hoffe, dass es Euch ähnlich geht und wenn nicht landet er eventuell über den Umweg Goethe auch auf meinem Blog 😆

20 Kommentare zu “Sonderkonjunktur

  1. Lieber Volker,
    dass sich die Dame die Augen reiben musste, angesichts deiner nicht vorhandenen Fußbekleidung, kann ich mir vorstellen, zumal das noch von kurzen Hosen unterstrichen wurde. 😉

    Ich bin übrigens auch 24. Dezember gelaufen. Mit Schuhen, versteht sich. Aber dafür wurde ich auch nicht beschimpft …

    Dir einen guten Appetit und Wohlsein bei der Verdauung. Ich habe heute gearbeitet und mache jetzt Schluss.

    Liebe Grüße
    Rainer 😎

    • Lieber Rainer,

      gegen Augenreiben hätte ich nichts, aber ausfallend muß niemand werden. Naja, ein gewisses Echo mußte sie dann ja allerdings auch ertragen.

      Wer hätte gedacht, welch ungeahnten Vorteil Schuhe haben können, man wird nicht beschimpft 😉

      Ich hoffe Du hast Deinen Feierabend genossen 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker,
    na, da habe ich mir doch auch mal deinen Beitrag vom 01.01.2012 zu Gemüte geführt. Ich kannte ihn ja noch nicht! 😳 Aber ich bin nicht der Meinung des allseits geschätzten Johann Wolfgang! Ich kann solch eine Zeit super gut ertragen und ich brauche auch keine schlechten Tage, um die guten wieder oder noch besser zu schätzen!!! In diesem Sinne genieße ich momentan auch die unterrichtsfreie Zeit!
    Und … heute mache ich es umgekehrt. Mittags war schlemmen aushäusig angesagt, nachmittags bei Schwiegermuttern auf nen Cappuccino vorbei geschaut, weil der Schwager aufgeschlagen ist! So dass ich jetzt erst die Laufschuhe schnüre!
    Mal sehen, ob ich beleidigt werde, Tattoos kann ich nämlich nicht vorweisen! 😉
    Musst du arbeiten, oder darfste schwänzen? 😆
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      der Beitrag ist eigentlich nichts spektakuläres, nur die Überschrift hat ihn quasi „berühmt“ gemacht 🙂

      Etwas kann ich Goethes Worte schon nachvollziehen. Deswegen arbeite ich eigentlich auch gerne zwischen den Jahren. Dieses Jahr habe ich aber frei.

      Ich hoffe Du konntest beleidigungsfrei unterwegs sein 😉

      LG Volker

  3. Lieber Volker,

    sag ich doch…Liegeradler sind einfach cool und besonders nett 😊
    Ich hör da gar nicht mehr hin, wenn mich einer beleidigt, egal ob in den VFFs oder barfuß oder im Velomobil, manche Menschen können mit ihrer Intoleranz einfach nicht anders umgehen. Die Erweiterung des eigenen Horizonts ist für manche Kreaturen sehr schwierig, Mitleid ist da aber fehl am Platz, eher Kinderstube

    Laufen war zum Glück ab Heiligabend wieder möglich nach dem leichten Infekt, auch am 1. und am 2. Weihnachtstag…nur der Ultra musste verschoben werden 😉

    Ich wünsche Dir noch ein paar nette Kilometer ohne Beleidigung zwischen den Jahren

    Salut

    • Lieber Christian,

      an dem Liegerad war sogar noch ein Anhänger mit Hund drauf hintendran 😀

      Ich hatte ja erst kürzlich über die Reaktionen der Leute bezüglich der Barfußlauferei geschrieben, aber eine Beleidigung war bis dato noch nie dabei. Aber Du hast recht, manche geistige Tiefflieger kommen mit ihrer Intoleranz einfach nur bis zu ihrem eigenen, doch sehr beschränkten Horizont.

      Ich esel mich auch schon seit zwei Wochen mit einem hartnäckigen Husten rum, bin deshalb im Dezember auch etwas mit gebremsten Schaum gelaufen. Jetzt verschwindet er aber langsam und ich hoffe auf noch ein paar unbeschwerte Läufe zwischen den Jahren.

      Mit dem Ultra ist es aber echt schwierig bei Dir. Aber der Winter ist ja noch lang, ich wünsche Dir, dass Du ihn noch hinbekommst. Und bis dahin tuns ja auch ein paar „normale“ Läufe 🙂

      Danke Dir und Moin Moin
      Volker

  4. Lieber Volker,
    ach menno – so eine doofe Kuh! Dir einfach so die schöne Laufstimmung zu versauen. 😦 Gut, dass da nachher gleich noch ein netter Mensch vorbeikam.
    Der helle Streif am Horizont sieht super aus! 🙂

    Das ist ja witzig, dass du so einen Dauerbrenner auf deinem Blog hast. 😀 Also ich hab bisher noch nicht nach dem Zitat gesucht – ich halte die Tage gerade noch so aus! 😉

    • Ne, liebe Doris, doofe Kuh, habe ich ihr nicht hinterher gerufen, sondern dusselige Kuh, aber das ist ja seit Ekel-Alfred eigentlich auch schon Kult 😛 Das nächste Schimpfwort was ihr noch hinterherflog wiederhole ich hier aber nicht 😳

      Du machst ja über die Tage auch Dein eigenes Ding, da kann ich nur hoffen, dass Du das dann auch aushältst 😆

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Lieber Volker,
    also den alten Beitrag kannte ich noch nicht. Aber ich bin auch anderer Meinung als Goethe. Muss ich auch gerade, ich hab mir eine Erkältung eingefangen, und habe also so völlig ohne Sport gelebt. Und das mit dem ganzen Essen 😯
    😆
    Was die Radfahrerin so von sich gibt, ist echt beschämend. Warum kann man die Leute nicht das machen lassen, was sie wollen. Zumindest solange sie keinem anderen schaden. Und das tust du nun wirklich nicht. Aber manchem kann man einfach nicht helfen.
    Sag mal, und der andere Radfahrer hatte wirklich rechts und links auf seine Waden tätoviert? Also ich hatte auf Grund meiner Rechts/Links Schwäche (ja, ich hab die wirklich, ich weiß es wirklich nicht, wo was ist, ich muss mir immer ein bestimmtes Bild aus meiner Kindheit aufrufen, um Rechts zu finden und das heißt, wenn ich reagieren muss, bin ich meistens falsch 😆 ) schon oft die Idee, mir links und rechts auf die Hand zu schreiben. Oder auf den Radlenker.
    Karina hat sich da schon voll angepasst. Wenn wir zusammen fahren, sagt sie nicht mehr links oder rechts, sondern, mit Uhr (dann geht es nach links, weil dort trage ich meine Uhr), ohne Uhr (rechts). Das klappt total gut 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      also ich kann da Goethes Worten schon etwas nachvollziehen, deswegen arbeite ich eigentlich auch gerne zwischen den Jahren 🙂 Dieses Jahr ist diesbezüglich aber eine Ausnahme von der Regel und ich habe frei.

      Beschämend mußt Du das nicht finden, solche Menschen sind doch mit sich selbst genug gestraft. Die müssen es den ganzen Tag aushalten in ihrem engen Kopfgefängnis.

      Ja, der Radfahrer hatte das wirklich auf den Waden tätowiert und er erzählte mir sogar von einer Frau, die sich das tatsächlich ganz klein auf die Hände hat tätowieren lassen, da sie unter einer ausgeprägten Rechts/Links Schwäche leidet. Aber mit und ohne Uhr geht ja auch gut! 🙂

      Darf man mal fragen, was das für ein Bild aus Deiner Kindheit ist?

      Liebe Grüße
      Volker

      • Ich war die größte in der Klasse und beim Sportunterricht mussten wir uns immer der Größe nach aufstellen. Ich stand also ganz am Anfang der Reihe und das war rechts. Also wenn man mir sagt, ich muss nach rechts, dann stehe ich in der Sporthalle und dort, wo keiner neben mir steht, ist rechts. 😆
        Nur es dauert halt immer eine gewisse Zeit bis dieses Bild aufgebaut ist. Es gibt auch leider keinen Lern-Effekt, so nach dem Motto: irgendwann muss man das doch mal wissen. Nein, ich weiß es ohne das Bild einfach nicht 🙄
        Das heißt, wenn mir während der Autofahrt oder Radfahrt einer zuruft: Da links rum! … dann bin ich aufgeschmissen. So schnell bekomme ich das einfach nicht raus 😆
        Sachen gibt es, die gibt es gar nicht.
        Liebe Grüße
        Helge

  6. Lieber Volker,
    habe Deinem 2012’er Post auch noch meinen Klick hinzugefügt, damals wusste ich ja noch gar nichts aus der Bloggerwelt. Ha, so ändern sich die Zeiten – und ich kann es gut ertragen 😉
    Bei Deiner Begegnung ist für mich klar, wer der, oder besser die Bescheuerte ist. Mit so jemand kann ich auch kein Mitleid empfinden. Da durfte Dein Kommentar gern auch saftig ausfallen. Es gibt sicherlich Verhaltensweisen, die so etwas verdienen, aber sicher nicht barfußlaufen.
    Aber sicher lässt Du Dir nicht die Freude nehmen und läufst munter weiter und hast ansonsten mehr so fröhliche Begegnungen wie mit dem Liegeradfahrer.
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      so ändern sich die Zeiten und was wäre die Laufbloggerwelt heute ohne Dich ❗ 🙂

      Schon krass, was manche Menschen für ein Benehmen an den Tag legen. Aber die Freude lasse ich mir dadurch natürlich nicht nehmen. Zumal die positiven Begegnungen wirklich überwiegen.

      Liebe Grüße in die Berge
      Volker

  7. Lieber Volker,

    Leute gibt’s … ich schließe aus deiner Entrüstung, dass die Dame das mit dem „bescheuert“ nicht augenzwinkernd, sondern in vollem Ernst von sich gegeben hat. Arm. Sehr arm. Immerhin ist sie nicht umgekehrt ob deiner Zurück-Beschimpfungen … 😉 So hattest du die Gelegenheit, auch noch nettere Mitmenschen kennenzulernen, die ihre Rechts-Links-Schwäche vortrefflich kompensieren. Und sehr böse dahinfantasiert: Wenn dem Mann mal beide Beine abfallen, gibt es wenigstens beim Wieder-Annähen keine Verwechslungsprobleme. 😆

    Liebe Grüße und einen guten Rutsch
    Anne

    • Liebe Anne,

      da war nichts mit Augenzwinkern und umgekehrt wäre sie am besten auch nicht. Sie kann froh sein, dass ich ihr nicht hinterher gelaufen bin 😉

      Der Radler selber hatte wohl keine Rechts-Links-Schwäche, er fand es einfach nur originell: Mögen ihm seine Beine auf immer erhalten bleiben 😉

      Dir auch einen guten Rutsch und liebe Grüße
      Volker

  8. Hi,Volker !
    Ich beneide Dich um die 17km, auch wenn nicht völlig barfuss. Soviel machen meine Achillessehenen doch nicht mit (lol) .
    Die von Dir erwähnte Radfahrerin kann ich mir bildlich vorstellen. Hätte sie den kommentar auch gewagt, wenn nicht auf dem Rad ? Wohl kaum. Zack – ist man weg und hat keine weiteren Konsequenzen/Diskussionen zu befürchten. Feige. Wie ja auch diese anonymen Pöbeleien im Internet.
    Nicht mehr aufregen ! Intelligenz tritt leider nicht in Massen auf !
    Lieben Gruss vom
    Michael.

    • Hey Michael,

      schön Dich auch hier zu sehen 🙂

      Mein Barfußstreckrekord liegt bei mir bei 21 km auf Asphalt. Da bin ich mega stolz drauf 🙂

      Zu Fuß hätte die Trulla sich das nie getraut. Ich hätte sie aber auch laufend hetzen können, da hätte sie schon ganz schön pedden müssen. Aber das war mir die Sache nicht wert. Aufgeregt habe ich mich trotzdem kurzzeitig. aber wie gesagt, eigentlich sind solch Menschen zu bedauern.

      Liebe Grüße
      Volker

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