Kindliche Ungeduld

Nachwuchs im Minimalschuhstall des Hauses Deichläufer! Auch wenn sich aus der ganzen Schuhschar inzwischen die FiveFingers als absolule Favoriten herauskristallisiert haben, wird es Zeit die nächste Evolutionsstufe zwischen FiveFingers und Barfuß zu zünden. Zwischen Wenig und Nichts paßt noch Sehr wenig und das sind in diesem speziellen Fall Lauf-Sandalen.  Bislang fand ich es völlig abwegig in diesen minimalen Sandalen laufen zu können. Mit diesem Flipflop-Steg zwischen den Zehen verband mein geistiges Auge ein Kreissägenblatt, dass sich zwischen dem großen Zeh und seinem Nachbarn in den Fuß fräst. Ob aber so ein Fußmassaker stattfindet oder nicht, läßt sich nur durch Versuch herausfinden.

Die passende Schlappe für diesen Versuch zu finden gestaltete sich dabei als gar nicht so einfach. Die recht bekannten Lunas in Deutschland bzw. Europa in meiner Größe zu finden, ist mir leider nicht gelungen. Drum fiel meine Wahl auf die in Deutschland in Handarbeit hergestellten Chalas. Das Laufmodell hört dabei auf den sperrigen Namen Chala Evo 4.O XRD. Dieser Name könnte auch für einen SUV eines Premium-Automobilherstellers stehen und der Preis von knapp 100 € hat auch Ähnlichkeit damit 😯 Viel Geld für eine Sohle mit ein paar Strapseln dran, …

29.01.19 00

… aber wir Läufer sind ja dafür bekannt, dass bei Goodies für unseren Sport der rationale Verstand gerne mal aussetzt 😆 Und schließlich sind sie ja auch Handarbeit 🙂

Und verwandelt sich der Steg nun in eine Kreissäge? Nein, tut er nicht. Wobei der Steg auch nur ein Bändsel ist. Heute bin ich gut 10 km mit den Dingern gelaufen und gestern schon einmal 5,5 km bei Nässe (siehe unten). Am linken Fuß lief alles zu 100 % problemlos, am rechten machte sich besagtes Bändsel aber schon bemerkbar und zum Ende der heutigen 10 km war die Haut ganz leicht angekratzt. Da muß ich in Bezug auf lockeren aber auch festen Sitz noch etwas experimentieren. Ansonsten laufen sich die Dinger sehr unauffällig. Näher an barfuß ist dann wirklich nur noch barfuß.

Der Schutz der Fußsohle ist mit den Laufsandalen aber sehr effektiv. Der Vorteil der Laufsandalen wird für mich in erster Linie sein, dass ich sie bei einem Barfußlauf problemlos mitführen und bei Bedarf ruckzuck anziehen kann.

Apropos Anziehen: Gestern kamen die Chalas an und ich war so heiß darauf die gleich einmal auszuprobieren, dass ich in kindlicher Ungeduld schnell noch nach Feierabend eine Runde mit ihnen gelaufen bin. Dabei hatte ich stumpfdumm ignoriert, dass just zum Laufstart ein Schneeregen-/Schneeschauer aufzog. Einhergehend mit ekelig kaltem Nordwind sank die Temperatur rasend schnell gen Null und die kurzen Tight zusammen mit barfuß in Sandalen wurden dann doch eine arg erfrischende Herausforderung. Aber so konnten die Chalas gleich unter Beweis stellen, dass sie auch dem nassen Fuß als solchem und auch auf rutschigen Untergrund sehr guten Halt bieten.

Aber nicht nur der Kälte wegen waren die ersten 5,5 km in den neuen Laufsandalen genug. Nässe, barfuß und noch nie getragene Sandalen hätten auf längerer Strecke sicher die Haut geschreddert. So aber war alles gut gegangen und nur die Beine zeigten, dass man nicht nur von Sonnenbrand knallrote Haut bekommen kann 😆

34 Kommentare zu “Kindliche Ungeduld

  1. Lieber Volker,
    Laufsandalen sind wirklich auf kurzen Strecken eine Alternative, ich hatte ebenfalls die Chalas, wobei mir der Bändel zwischen dem ersten und zweiten Zeh enorme Probleme bereitet hat, und auch am Fußrücken habe ich keine passende Einstellung gefunden. Mit den Luna Sandalen hingegen komm ich gut klar, allerdings war bislang die weiteste Strecke elf Kilometer. Zum wandern hingegen trag ich die Luna Sandalen unheimlich gerne.
    Ich wünsch Dir viel Spass mit den neuen „Schuhen“, den größten Vorteil bieten die Sandalen im Hochsommer – also ab April 🤣- wegen dem Schutz vor dem heißen Asphalt

    Salut

    • Lieber Christian,

      Du schriebst ja schon von Deinen Problemen mit den Chalas. Die Lunas würde ich auch gerne noch ausprobieren, da die aber ebenfalls einen recht stolzen Preis haben, werde ich erstmal noch ein paar Erfahrungen mit den Chalas sammeln. Wie gesagt, insgesamt hätte ich mit einem etwas aggressiveren Sitz gerechnet. Links gab es ja schon überhaupt keine Probleme, wenn ich das rechts noch angepaßt bekomme, könnten ich mir auch mal etwas längere Strecken mit den Dingern vorstellen. Schaun wir mal, dann sehen wir schon 🙂

      Ich sehe den größten Vorteil der Sandalen auf dem groben, rauen und barfußunfreundlichen Asphalt und auf Schotter 🙂

      Moin Moin
      Volker

  2. So wie dir ging es mir an besagten Tag auch. Nur musste ich leider in der kurzen Hose 17 km nach der Arbeit nach Hause. Da war es dann wirklich schön am Ende im Warmen zu sein.
    Auch wenn ich wohl nicht so schnell mit solch speziellen Laufgeräten laufen werde finde ich es sehr beindruckend wie gut du damit zu recht kommst. Vielleicht probiere ich Richtung Frühling mal wieder das Laufen ohne Schuhe aus.

    • Auf 17 km wäre ich erfroren, obwohl meine Beine ja auch schon Kummer gewohnt sind 😉

      Mach das mal wieder im Frühjahr. Aber Vorsicht, das Barfußlaufen kann süchtig machen! 😀

      VGV

  3. Lieber Volker,
    mit solchen Dingern habe ich auch schon Leute bei Marathons oder Trails gesehen. Unglaublich, ich könnte damit vermutlich keinen KM laufen.
    Was ich aber definitiv nicht könnte: bei dieser Kälte in kurzen Hosen 😯
    Du bist ein Tier. 😆
    Bein rot gefroren, aber Volker läuft und läuft und läuft … 😆
    Liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      ich hatte beim Berlin-Marathon auch jemanden in solchen Sandalen laufen sehen. Da kommt gleich wieder das Kreissägenbild in mir hoch 😆 Obwohl … wenn gleich zu Beginn schon 10 km möglich sind … 🙄

      Zu Deiner Beruhigung: Die kurze Hose war da echt schon grenzwertig und länger als die halbe Stunde hätte der Lauf auch nicht sein müssen 🙂

      Aber mit dem Läuft und läuft und läuft kommt schon hin. Ich bin noch nie einem Januar so viel Kilometer gelaufen 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker,
    ahhh, Chalas sind bei dir eingezogen! Sehr schön. 😀
    Ich trage ja schon seit zwei (oder drei?) Jahren sehr gerne meine Lunas, allerdings größtenteils im Alltag und zum spazieren gehen. Ich finde sie genau da saupraktisch, weil sie so leicht eingesteckt sind.
    Was mir allerdings ein bißchen Sorgen macht, sind deine Geisterfotos. Auf dem Badezimmerfoto siehst du schon wieder so durchscheinend aus… Bist du schon noch ganz in dieser Welt? 😆

    • Liebe Doris,

      ich habe mir auch gleich so klassische Chalas für den Alltag mitbestellt, die man noch sich richtig schnüren muß. Die sind auch cool, die merkt man gar nicht am Fuß 🙂

      Du, wer jetzt anfängt so Jesuslatschen zu tragen, der hat auch so einen esoterischen Zugang zum Jenseits. Das wird auch schon auf den Bildern sichtbar 😆 😆 😆

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Moin Volker,
    die zwei Paar Lunas die ich habe, mussten schon so einige enthusiastischen Laufexperimente durchstehen. Mit dem Ergebnis: das ist nix für mich. So klasse ich Sandalenläufer finde, meine Plattfüße mögen sich nicht daran gewöhnen. Klar, kurze Strecken funktionieren, aber sowas würde ich dann doch eher ganz barfuß laufen. Und auf längeren Strecken (+10km) macht es mir einfach keinen Spaß, fühlt sich erstaunlicherweise unflexibel an. Sogar ein Paar selbstgebaute, maßgefertigte Chalas haben versagt 🙂 Aber nur beim Laufen, so im Alltag finde ich die Schlappen super und trage besonders meine flachen Lunas extrem häufig.
    Vielleicht machst du mal in ein paar Monaten eine Rückbetrachtung, würde mich sehr interessieren was bei dir geh und was nicht geht.
    Liebe Grüße, Oliver

    • Moin Oliver,

      das Lauffeeling fand ich vom ersten Eindruck her gar nicht schlecht. Vom etwas platschenden Laufgeräusch vielleicht einmal abgesehen. Bei mir wird der Erfolg und damit der Einsatz davon abhängen, ob sie auf Strecke dauerhaft hautverträglich sind. Sollten sich immer mal wieder Scheuerstellen einstellen, würden wir sicher keine Freunde werden. Aber als „Notschuh“ für miserable Untergründe, wenn ich eigentlich barfuß laufen will, sind sie wohl besser als die FiveFingers, weil nochmals schlanker im Gepäck und müheloser überzustreifen.

      Für den Alltag könnte ich mir schon vorstellen, dass sie zu richtig genialen Begleitern werden. Dafür habe ich mir auch ein ganz klassisches Modell mit Ledersohle und ursprünglicher Bindung mitbestellt. Die sind wirklich ein Hauch von Nichts am Fuß.

      Die Chalas werden sicher noch das ein oder andre Mal einer näheren und intensiveren Betrachtung hier im Blog unterzogen. Es bleibt spannend!

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Moin Volker,
    das finde ich ja verrückt! Ich hätte auch den von Dir so treffend beschriebenen „Kreissägeneffekt“ vermutet, ja geradezu erwartet… Aber umso besser, wenn Deine Erfahrungen positiv sind. Gilt das nur für ebenen Untergrund? Und wie ist das im Gelände?
    Haha, rote Beine durch Kälte statt Sonne – noch eine Erfahrung! Du bist aber auch ein harter Knochen, echt mal…!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Moin Elke,

      die Sandalen sollen sich auch im Gelände laufen lassen. Das kann ich mir sogar gut vorstellen. der Sitz ist wirklich nicht schlecht und die Sohle hat sehr guten Grip. Ob das wirklich klappt hängt aber definitiv davon haben, ob da dauerhaft nichts scheuert. Nicht nur vom Bändsel zwischen den Zehen her sondern auch von den anderen Riemen.

      Harter Knochen oder vielleicht nur etwas durchgeknallt? 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,
    auch ich habe schon mit solchen Sandalen geliebäugelt, aber noch sind keine in meinem Besitz. Vielleicht im Sommer mal, denn hier bei uns im tiefen Schnee kann ich sie mir nicht unbedingt vorstellen… 🙄

    Wie Christian aber schreibt, im Hochsommer zum Wandern wären sie sicher eine super alternative!

    Es ist doch schön, wenn man so kindlich sein kann, dass man im Schneeregen quasi Barfuß mit kurzen Hosen aus dem Haus geht. Mannomann hätte Mama da geschumpfen… 😂

    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      bei Eurem tiefen Schnee könntest Du denn auch gleich barfuß darin herumstapfen 😀 Bis zum Sommer damit zu warten ist deshalb nicht die schlechteste Idee 🙂

      Meine Mutter hat fast nie geschimpft, allerdings war ich auch (man glaubt es kaum) ein schüchternes, zurückhaltendes Kind und wäre auf solche Ideen nie gekommen 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

    • Moin Martin, ich habe auch vierzehn Laufjahre gebraucht um auf diese Idee zu kommen. Allerdings habe ich ja auch einiges an Vorarbeit geleistet um dieses „Wagnis“ anzugehen.

      Dir auch noch einen schönen (Rest-)Abend.

      Viele Grüße
      Volker

  8. Lieber Volker, da ich schon keine Flipflops trage, weil ich den Zehen-Steg nicht mag, wären die Chalas gar nichts für mich. Ich bin gespannt, wie oft du sie zum Einsatz bringen wirst. „Next level“ wären dann wohl selbstgebastelte Minimalschuhe aus einem dünnen Leder-Schnürbändel und einem passend zugeschnittenen Stück Autoreifen. Ökologisch, nachhaltig, usw. usf. 😉

    Liebe Grüße
    Anne

    • Liebe Anne,

      Flipflips trage ich schon ganz gerne mal. Aber da kommt es auch immer auf den Steg an. Einige kann ich nicht lange tragen, andere hingegen ewig.

      Ich habe mir sogar eine „Alltagssandale“ mitbestellt, wo ich mir die Sohle tatsächlich selber zugeschnitten habe. Allerdings sind die Bänder aus Schnürsenkelmaterial und die Sohle von oben aus Leder. Also immer noch nicht perfekt ökologogisch, nachhaltig 🙂

      Liebe Grüße aus Neukölln
      Volker

  9. Lieber Volker,

    das ist ja toll, dass das Laufen in den Dingern so gut geklappt hat. Ich trage meine XeroSandalen ja auch total gerne und überall, aber das Laufen gelingt mir nicht so recht. Da gibt es immer so übele Platschgeräusche und Sohlen schlabbern. Ich fürchte das liegt an meiner bescheidenen Lauftechnik. Nach 1-2 km muss ich die Dinger echt ausziehen zum Laufen.
    Zum Wetter und der Kleidung und kalt – gut um zu wissen dass du dann doch wohl irdisch bist, obwohl das Foto und der Aussttausch mit Doris – ich schmeiss mich weg.
    Liebe Grüße!

    • Liebe Roni,

      das Laufgeräusch klingt wirklich schon etwas nach Flipflops 🙂 Deswegen sei beruhigt, das hat wohl mit der Lauftechnik nichts zu tun 😉

      Irgendwie stecke ich wohl noch irgendwo zwischen diesseits und jenseits :mrgreen: Ich hoffe aber, dass es tendenziell beim Diesseits bleibt, weil eigentlich fühle ich mich ganz wohl hier 😆

      Liebe Grüße
      Volker

      • Also wenn ich mich wirklich aufs Leise Laufen konzentriere in den Sandalen – nicht zu lange Schritte, Vorfuß, Boden streicheln etc., kann ich das Flappergeräusch ausschalten, aber eben nicht für lange. In dem Sinne trainieren sie bei mir Lauftechnik besser als barfuss. Kannst ja mal probieren ob du in den Chalas auch leise laufen kannst. Und über das Diesseits bin ich beruhigt :).

      • Bei mir hing das Laufgeräusch von der Qualtiät des Untergrundes ab, je schlechter der Untergrund umso leiser das Laufgeräusch 😀

        Aber ich werde beim nächsten Mal auch versuchen das Laufgeräusch über den Laufstil zu steuern 🙂

        Ganz liebe Grüße aus dem Diesseits!
        Volker

  10. Lieber Volker,
    ich hoffe, dass du nicht ungeduldig warst, ob eines ausbleibenden Kommentares von meiner Seite. 😳
    Bin wieder im Lande! – Wo ich war? … demnächst auf meinem Blog! 😎
    Was Neues muss (!) doch gleich ausprobiert werden. Meine neue lange Tight musste heute auch gleich „dran glauben“. – Die war aber im Verhältnis mit 62 € günstiger als deine Sandalen … finde ich. Du kannst mir aber gerne nachsagen, dass ich diesbezüglich ja gar keine Ahnung habe.
    Und dass du noch im Diesseits bist, freut mich sehr, dann kann ich mich auf eine Begegnung am Dümmer freuen! 😆 Die Doris sollten wir gleich dazu einladen, dann kann sie ihre Fähigkeit, auf dem Wasser zu laufen, gleich mal unter Beweis stellen … oder sollen wir ihr den Nimbus auch so gönnen? 😉
    Guten Start in die neue Woche!
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      ich hoffe, Du bist nicht zu enttäuscht, dass ich den ausbleibenen Kommentar noch gar nicht bemerkt hatte. Die letzten Tage waren etwas trubelig bei mir. Nichtsdestotrotz bin ich natürlich gespannt, wo Du Dich rumgetrieben hast 🙂

      Wieso sollte ich Dir nachsagen, dass Du keine Ahnung hast? Jeder hat so seine Themen und es gibt erheblich mehr Dinge von denen ich keine Ahnung habe als umgekehrt.

      Einladen können wir die Doris ja mal, auch auf die Gefahr hin, dass Ihr Nimbus doch ins Wasser fällt. Aber das wäre ja auch nicht schlimm, Doris schwimmt ja gerne 😀

      Dir auch eine gute Woche und liebe Grüße aus Neukölln
      Volker

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