Rückschläge

Meine Umstellung auf Minimal und auch barfuß ist über die letzten zweieinhalb Jahre insgesamt sehr erfolgreich und auch nahezu problemlos verlaufen. Bis zum heutigen Tag mag ich angesichts dieser Tatsachen dem Braten eigentlich immer noch nicht so trauen. Da dürfte es mir ja eigentlich ganz gelegen kommen, dass es in jüngster Zeit auch kleine Rückschläge gibt. Zum großen Glück handelt sich dabei nicht um Verletzungen, als solche gehen Überreizungen, wie ich sie z. b. vor 14 Tagen erlebt hatte. nun wirklich nicht durch. Vor zwei Wochen war nach 14 km aus mit Barfuß. Die Sohlen mochten einfach nicht mehr und darum zog ich die mitgeführten Sandalen an und weiter ging es.

Bei meinem Lauf zu Schwiegermuttern am vergangenen Sonntag hingegen, lief ich zu meiner eigenen Überraschung erheblich mehr Kilometer als geplant barfuß, obwohl die Sohlen teilweise mit altem Beton und mittelprächtigen Radweg fertig werden mußten. Nachem ich den gemeinsam mit Manfred gelaufenen „Berglauf“ komplett in FiveFingers gelaufen war, dachte ich mir, dass ich am Donnerstag mal wieder 15 Barfußkilometer an der Hunte traben könnte. In meiner Arroganz nahm ich erst gar keine Sandalen mit, was sich bitter rächen sollte. Schon nach fünf, sechs Kilometer meldeten die Fußsohlen die ersten Reizsignale, aber die habe ich einfach geflissentlich überhort und bin weitergelaufen. Nach gut 10km war dann Schluß mit Lustig, die Fußsohlen gingen in den Streik und ich deshalb in den Gehmodus. Zwischendurch trabte ich noch etwas über die gemähten Deichflächen, das ging, aber die letzten zwei Kilometer stand das Gras zu hoch und ich wanderte komplett zurück zum Start.

Warum die Fußsohlen mal so und mal so reagieren erschließt sich mir augenblicklich überhaupt nicht. Grundsätzlich ist das ja auch kein Beinbruch, aber richtig planbar wird meine Barfußlauferei dadurch nicht. Angesichts eines bis dato genialen Laufjahres 2019 ist das Wort „Rückschläge“ aber vielleicht doch etwas zu hoch gegriffen, vielleicht wäre der Begriff „Rückschritte“ doch passender. Der Ehrlichkeit halber möchte ich aber bei dieser Gelegenheit einfach mal erwähnen, dass bei meiner Barfußlauferei nicht alles nur Eitelsonnenschein ist. Das gilt allerdings nicht für die Minimallauferei oder das Natureal Running, wie auch immer man das Kind nennen mag, als solcher, die verläuft einfach nur genial, Braten hin oder her.

Bei meiner heutigen kleinen, knapp 12 km langen Laufrunde blieben die Pies Sucios komplett an den Füßen, von einem kurzen Fußbad im Kleinen Bornhorster See mal abgesehen, was mir einen prächtigen und bezüglich des Untergrundes nahezu gedankenlosen Lauf bescherte.

Am Barfußthema bleibe ich natürlich trotzdem dran. Mit Geduld und Spucke wird da schon noch mehr gehen, da lachen ja die Hühner! 😀

24 Kommentare zu “Rückschläge

  1. Lieber Volker,
    also zuerst mal – lass den armen Storch leben! Der schmeckt weder gebraten, noch geschmort und ändert auch gar nichts daran, dass deine Fußsohlen mal ein wenig „mimimi“ waren. 😉
    Allerdings ist es wirklich erstaunlich, wie unterschiedlich die Füsse reagieren. Ich hatte auch beim Barfußgehen schon öfter das Gefühl, dass es mehr an der Tagesverfassung, als an der Gewöhnung liegt, wie leicht ich Untergründe toleriere.
    Jedenfalls wünsche ich dir, dass dir nie was schlimmeres passiert, als mal ein paar Kilomter nach Hause gehen zu müssen und die Füsse weiterhin heil bleiben! 😀

    • Liebe Doris,

      woher weißt Du denn das Störche gebraten nicht schmecken? Hast Du schon mal einen probiert? 😆

      In der Fußsohle sollen sich ja um 70.000 Nervenenden befinden. Ich glaube das aufs Wort und diese Nervenenden sind halt wie unsere sonstigen Nerven auch tagesformabhängig. Wenigstens hatte ich am Donnerstag jede einzelne davon gespürt 😀 Manchmal scheint also den Füßen der Untergrund gehörig auf die Nerven zu gehen. Ich bin gespannt, ob sich das jemals halbwegs verläßlich wegtrainieren läßt. Ansonsten müssen, zumindestens bei längeren Läufen, die Sandalen immer am Mann bleiben 🙂

      So lange aber nichts schlimmeres passiert nehme ich diese Launen der Füße aber gerne hin 🙂

      Danke Dir und liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker,
    ich kann Dir nicht sagen, ob es normal ist, dass die Fußsohlen teilweise nicht so richtig wollen, allerdings habe ich von vielen die Barfußlaufen gehört, dass die Umstellung und Einstellung sehr individuell verschieden ist. Bei mir hat die Empfindlichkeit sehr stark mit dem Zustand der Muskulatur im Fußgewölbe zu tun. Wenn ich am Abend nach der Arbeit barfuß nach Hause laufe, sind die Fußsohlen häufig sehr empfindlich – ausser am vergangenen Dienstag, da war es höchst angenehm, aber auch eine Wasserschlacht 🤣👣👣.
    Also gräm Dich nicht und v.a. sieh es nicht als Rückschritt bzw. Rückschlag, Du hast noch Zeit und ich finde Du hast in der kurzen Zeit, in der Du jetzt barfuß läufst, schon sehr viel erreicht…Respekt!

    Salut

    • Lieber Christian,

      ich werde das über die Zeit weiter beobachten, wenn sich auf Dauer kein berechenbarer Gewöhnungeffekt einstellen sollte, dann ist das so. Mit den Sandalen bin ich ja sehr nah dran am Barfußfeeling und kürzere Strecken kann ich dann immer noch verlässlich unter die Fußsohlen nehmen. Aber noch wird die Flinte lange nicht ins Korn geworfen 😎

      Barfuß von der Arbeit nachhause? Das sind doch schon ein paar Kilometer wenn ich mich richtig entsinne, oder?

      Der Post sollte auch kein Grämen zum Ausdruck bringen, sondern einfach auch mal darstellen, dass auch das (Umstellen auf) Barfußlaufen seine Schattenseiten hat 🙂

      Danke Dir und Moin Moin
      Volker

      • Auf dem Nachhauseweg laufe ich die ersten 4 Kilometer durch die Stadt auf Asphalt mit den Lunas oder VFFs und dann die restlichen 11-12 Kilometer auf Feldwegen barfuß…die sind mit einer bearfußfreundlichen Grasnarbe in der Mitte immer für eine Überraschung gut 😊🤪

      • Damit kommst Du ja auf ein stattliches Barfußpensum. Grasnarbe ist in der Regel ganz nett, sofern sie nicht allzu viel Überraschungen bereithält 😉

  3. die Hühner lachen auf dem Foto aber gar nicht, finde ich. Das in der Mitte guckt grimmig-kritisch (vermutlich Vertreterin der Gedämpftlauf-Fraktion – jedenfalls, was die Menschen betrifft, denen das Huhn eher wenig zutraut schon wegen der viel zu vielen Zehen), die anderen interessiert-neugierig. Die würden dir vielleicht erklären können, wie es gänzlich ohne Rückschläge funktioniert: auf nur drei Zehenspitzen laufen?

    • Liebe Lizzy,

      die Hühner lachen mehr so nach innen hinein, die können das einfach nicht so zeigen 😀

      Als ich am Zaun stehenblieb kamen so einige Hühner angeflitzt, die können schon ganz schön wetzen und unelegant sieht es auch nicht aus. Deswegen werde ich mir jetzt aber keine Zehen amputieren 😆

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker,
    ich kenne keine lachenden Hühner! Die haben dich verkohlt, denn auf dem Bild sehe ich es nicht, so wie Lizzy! 😛
    Ansonsten glaube ich, dass es so ist, wie Christian es schreibt. Eigene Erfahrung hab ich ja zumindest lauftechnisch mit ohne Schuhe nicht! 😉 Oder deine Füße haben den Lauf mit mir vermisst! 🙂
    … und denn, lass die armen Störche am Leben! Sonst haben wir in Deutschland bald noch weniger Nachwuchs, oder glaubst nicht daran? 😦
    Ansonsten bleib geduldig, du gehst doch einen guten Weg!
    LG Manfred

    • Lieber Manfred!

      Klar haben meine Füße den Lauf mit Dir vermisst, aber mit Überreizung zu reagieren bringt so einen Lauf ja auch nicht zurück 🙂

      Ach ja, der Storch bringt ja auch die Babys, ich vergaß. Ok, warte mal eben … ich hol mal schnell den Storch aus der Pfanne und laß ihn wieder frei… Erledigt! 🙂

      Ich werde mich weiterhin in Geduld üben und auf meinem Weg bleiben!

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Moin Volker,
    das sind ja weder Rückschritte noch Rückschläge, sondern wohl eher Tagesform und immer noch stattfindende Anpassung. Auch wenn ich nicht so viele Barfußkilometer wie Du laufe, aber manches mal frage ich mich auch was denn „nun schon wieder los ist“, wenn schon nach kurzer Zeit barfuß plötzlich alles an der Sohle irgendwie hypersensibel wird. Ich nehm es dann einfach so hin und weiß, es gibt auch bessere Tage 🙂
    Deine Sandalen wiegen ja fast nix, also einfach mitnehmen. Und wenn ich so sehe welche Strecken Du regelmäßig barfuß läufts… das muss man erstmal machen!
    Weiter so! 🙂

    • Moin Oliver,

      ich bin sehr gespannt, ob die Tagesform irgendwann noch an Einfluß verlieren wird. Ich habe allerdings in diesem Jahr meinen Barfußanteil auch schon massiv erhöht, so werde ich voraussichtlich Ende Juni schon ungefähr die Barfußkilometerzahl des gesamten Jahres 2018 erreicht haben. Vielleicht ist das auch etwas zu viel des Guten an Steigerung. Aber Du kennst es ja auch wie schwer es ist sich zu bremen, wenn es soviel Spaß macht 🙂

      Die Sandalen als Notnagel werde ich auf jeden Fall etwas konsequenter dabei haben. Ist ja auch kein Beinbruch, wie Du sagst, die wiegen ja fast nix.

      Ich werde am Ball bleiben 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker,

    warum sollte die Tagesform deiner Fußsohlen nicht ebenso variieren wie die deines Körpers insgesamt? Mal läuft es leicht und locker, mal zäh, mal will gar nichts laufen. Das hinterfragen oder als Rückschritt interpretieren musst du mMn gar nicht. Ich glaube, es reicht, die Ausreißer nach unten als Tagesschwankungen zu interpretieren, den positiven Trend in den Schwankungen zu erkennen und sich dran zu freuen – und ernst zu nehmen, wenn die Fußsohlen mal kritische Signale senden. Für den Fall müssen eben immer die Schühchen mit, damit du gleich wechseln kannst. 🙂

    Liebe Grüße
    Anne

    • Liebe Anne,

      meine Schwankungen in der „sonstigen“ Tagesform äußern sich allerdings in der Regel nicht so drastisch, wie die der Fußsohlen. Vielleicht bin ich deshalb so irritiert? 🙄 Wie auch immer, ich werde das weiter beobachten und so lange werden die Schühchen mitgeschlürt. Besser is das 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Moin Volker,
    ich würde da nicht von Rückschlägen reden, sondern vielleicht einfach von ganz normalen Entwicklungskurve, die eben nicht imemr steil bergan führt, sondern auch mal einen Schlenker macht. Die Stercken, die Du schon barfuß läufst, finde ich auf alle Fälle beachtlich.
    Ich bin gestern aus purem Übermut mal 200-300m in meinen Leguanos gejoggt. Durch die Geherei in denen klappte der Lauf-Bewegungsablauf erstaunlich gut, aber die Belastung der Muskeln ist eine ganz andere. Interessant.
    Liebe Grüße
    Elke

    • Moin Elke,

      zu Deiner Beschreibung paßt der Begriff Rückschritt und ich sehe es auch so wie Du, die Entwicklungskurve verläuft nicht geradlinig, Aber über die Heftigkeit der Schlenker staune ich doch.

      Die Belastung von Muskeln und Sehnen ist in den Leguanos wirklich eine ganz andere. Wie aber haben Dir die 200 – 300 m denn gefallen? 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

      • Ich fand das Laufen mühsam, mag aber inzwischen sehr das Gehen in Leguanos 🙂
        Liebe Grüße
        Elke

      • Mühsam, weil man sich so sehr auf eine ander Fußarbeit konzentrieren muss (als Anfänger) und bei mir die vorderen Wadenmuskeln sehr beansprucht wurden. Aber das ist sicherlich nur, weil es ungewohnt war.

  8. Lieber Volker,
    ich würde es weder als Rückschläge noch Rückschritte bezeichnen… Seit 2 ½ Jahren bist Du nun immer mehr und immer länger barfuß unterwegs. Wie lange davor hast Du denn Deine Fußsohlen in Schuhen verwöhnt. Du bist ja in den 2 ½ Jahren schon erstaunlich weit gekommen und da Deine Sandale so einfach sind zum mitnehmen würde ich sie einfach einstecken. Irgendwann wirst Du dann merken, braucht es sie gar nicht mehr 😉
    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      ob ich meine Füße in den fast 50 Jahren davor mit Schuhen verwöhnt habe sei einmal dahingestellt. Ich habe ja immerhin das Glück, dass meine Füße dadurch keinen Schaden genommen haben.

      Ich übe mich erst einmal in etwas mehr Geduld, meine Barfußbilianz für 2019 ist eigentlich bislang schon recht beachtlich. Da darf es doch schon einmal Aussetzer geben 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

      • Ich denke „verwöhnen“ kann man in diesem Zusammenhang eher als negativ verstehen… daher hast du recht – sind wir froh dass Deine Füße dadurch keinen Schaden genommen haben 👍😊

      • Inzwischen sind mir Schuhe wirklich ein Graus. Ich könnte mir nicht mehr vorstellen sie wieder dauerhaft zu tragen. Ich glaube meine Füße sind glücklich 🙂

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