Verschlimmbessert

Lauftechnisch waren meine acht Tage in Berlin mau. Zuerst der gerissene Riemen an meinen Pies Sucios nach nur vier Kilometern im Grunewald, dann brachte mir der erste Lauf in den als Ersatz gekauften Chala-Sandalen doch eine Scheuerstelle, verursacht durch den Fersenriemen, so dass sich weitere Läufe bis zu meiner Abreise erübrigten.

Zum Glück bietet Berlin ja genügend Alternativen zum Laufen, so lockte z. B.  die große Hitze an den Müggelsee, wo die Straßenbahn mitten durch den Wald fährt um einen bei der Haltestelle „Licht- und Luftbad“ fast direkt am Strand auszuspucken 😀

Zurück in Oldenburg konnte ich Mittwochabend meine Laufrunde drehen. Nach dem Gewitter ist vor dem Lauf und so lief ich einem abziehenden Gewitter quasi direkt hinterher. Bezüglich reißender Pies Sucios- und scheuernde Chala Evo Light-Riemen lief ich meine Standardrunde (beleidigt) erneut barfuß 🙂 Dabei durfte ich feststellen, dass einige der vielen Schadstellen großflächig ausgebessert wurden. Allerdings wurde dafür wirklich der allerletzte und wahrscheinlich billigste Asphalt ever verwendet. Grob und rau überzieht dieser Asphalt die vormals kaputten Stellen. Eine Verschlimmbesserung sondergleichen. Trotzdem waren die Füße überraschend gut drauf. Ich lief sogar noch an den Straßenarbeitern vorbei und einer rief mir zu, ob mir die Schuhe geklaut wurden. Ich blieb daraufhin stehen und fragte, ob sie nicht etwas barfußfreundlicheren Asphalt hätten verwenden können. Da mußten die drei Arbeiter lachen und boten mir an, über den just von ihnen aufgebrachten Asphaltflicken zu laufen und mir so eine schwarze Schuhsohle anzuschaffen. Witzig, die Jungs! 😀

Während des Laufs kam dann noch die Sonne wieder raus und ich durfte bei drückender Schwüle meinen ersten enorm schweißtreibenden Lauf diesen Jahres erleben.

Zum heutigen Utkiek-Lauf hatte ich dann wieder die Pies Sucios Stones an den Füßen. Hunte und Utkiek sagten zu mir: Willkommen zuhause. Die Pies Sucios sagten zu meinen Füßen: Willkommen zuhause. Die Sandalen sind neben barfuß einfach das geilste. Ich glaube ich werde mir wohl einen ganzen Karton Ersatzriemen bestellen müssen 😀

16 Kommentare zu “Verschlimmbessert

  1. Lieber Volker,
    wie schön, dass du und deine Füße wieder gut zuhause gelandet sind! 🙂
    Soso, da bringen dich also gerissene Riemen und Scheuerstellen noch dazu, Schwimmen zu gehen??? Und dazu die Überlegung, ein Rad in Berlin wäre hilfreich??? Schreit das nicht alles nach Triathlon im Jahr 2020??? 😆
    Ich bin gespannt!

  2. Lieber Volker,
    verschlimmbesserter Asphalt hört sich nicht gut an, glatt wird der so schnell wahrscheinlich auch nicht, denn der Autoverkehr hält sich dort in Grenzen, wie ich vermute?
    Wenigstens haben die Sandalen Dich wieder versöhnlich gestimmt, was ja schon mal ein Silberstreif am Horizont ist…ich hoffe es gibt noch mehr Gutes zu berichten in den nächsten Wochen 😊

    Salut

    • Lieber Christian,

      ich hoffe auf die Wirkung von schwerem landwirtschaftlichen Gerät 😆

      Was für Probleme ich doch heute habe, „früher“ waren mir die Untergründe im Wesentlichen sowas von Latte 🙂

      Schaun wir mal was die Sommerwochen so bringen 🙂

      Moin Moin
      Volker

  3. Moin Volker,
    wird scheinbar Zeit für eine Bürgerinitiative zur Verbesserung der Asphaltqualität! 😉
    An Sandalen scheint also kein Weg vorbei zu gehen, schade eigentlich, da du ja erst vor kurzem deine Runde komplett barfuß durchgezogen hattest.
    Bin gespannt ob das mit den Ersatzriemen auf Dauer klappt.
    Liebe Grüße, Oliver

    • Moin Oliver,

      ich will mal versuchen eine Demo zu organisieren. Der Asphalt ist schließlich auch aus umweltpolitischer Sicht ganz schlecht: Rauher Asphalt erhöht den Reifenabrieb und damit die Feinstaubbelastung! 🙂

      Na ja, vorgestern bin ich den Weg ja auch wieder komplett barfuß gelaufen, noch werfe ich die Flinte da nicht ins Korn.

      Mit den Ersatzriemen muß ich erst einmal ausprobieren, wie problemlos die sich überhaupt einfädeln lassen. Sollte das zuviel Gefrickel sein wäre das widerum auch nichts für unterwegs. Ich werde irgendwann einmal darüber berichten.

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Moin Volker,
    beim Lesen fällt mir auf: Man sollte eine DIN-Norm für barfußfreundlichen Asphalt auflegen!
    Aber solange hast Du ja Deine Pies, mit hoffentlich wieder intakten Riemen. Ist doch prima, dass Du mit denen so Deine Läuferfüßeliebe gefunden hast, auch wenn die Macke mit dem gerissenen Zehenstegt nicht ganz so toll ist. Aber alle Stars haben doch so ihre Schrullen, oder?
    Liebe Grüße
    Elke

    • Das wäre die Lösung, liebe Elke! Ich stelle da Montag gleich mal einen Antrag! 😀

      Ich habe nicht zwingend etwas gegen irgendwelche Schrullen, aber die dürfen mich bei einem Lauf nicht in Bedrängnis bringen. Aber ich arbeite ja an einer Lösung auch hierfür 😎

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Lieber Volker,
    lass uns den Asphalt, ach was sag die Autos überhaupt abschaffen. Es gibt eh viel zu viele versiegelte Flächen in Deutschland! 😥
    Die Straßenbahn zum Müggelsee fährt ja auch durch den Wald und das mitten in der Stadt! Geht doch! 😛
    Viel Erfolg beim Reinpfriemeln der Riemen, wenn du sie denn hast!
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      ich habe gar nichts gegen Asphalt, im Gegenteil, es läßt sich oftmals wunderbar darauf barfuß laufen. Außerdem brauchen wir ja auch gute Fahrbahnbeläge für die Alternativen zum Auto. Radeln, skaten, laufen usw. macht auf gutem glatten Untergrund auch viel mehr Spaß. Es gibt ja leider nicht überall Straßenbahnen 😦

      Ich werde das Friemeln üben. Aber bislang ist noch nicht einmal die Bestellung für die Riemen raus 🙂

      LG Volker

  6. Lieber Volker,

    härtet man nicht mit der Zeit ab, so dass der Asphalt einen nicht mehr so stört? Wie auch immer, mögen die Traktoren etc. diese fiese Oberfläche glattraspeln, so dass sie deinen Füßen mehr Freude bereitet. Bis dahin kommen im Bedarfsfall halt die Schühchen zum Einsatz. So einen Riemenvorrat zu bestellen ist sicher nicht verkehrt. Andere Idee: Du kalkulierst mit Jens das Ganze durch, ihr arbeitet einen Businessplan aus und werdet dann Direktimporteure und Zwischenhändler für die Spanien-Schlappen hier in D. Sprich: Ihr lasst euch Schläppchen und Ersatzteile in größerer Menge liefern und vertickt sie dann selbst wieder. Würden sich bestimmt so manche Minimalläufer freuen, wenn sie nicht immer in Spanien bestellen müssten. Ich kann aber nicht einschätzen, ob der Markt groß genug ist, dass für die Arbeit auch was hängen bleibt und das Risiko überschaubar ist. 😎

    Liebe Grüße
    Anne

    Liebe Grüße
    Anne

    • Liebe Anne,

      dass mit dem Abhärten ist (zumindestens bei mir) so eine Sache. Ich hatte erst kürzllch über die verschiedenen Härten des Asphaltlaufens geschrieben. Da kann man die Gründe, hoffe ich, ganz gut nachvollziehen:

      https://deichlaeufer.wordpress.com/2019/06/10/heute-ging-es-rund/

      Zu Deiner Geschäftsidee: Wenn ich mit meinem Beamtenjob nicht so restlos ausgelastet wäre, wäre das vielleicht eine Überlegung wert 😉 Nein, im Ernst, keine Ahnung wie groß sich der Markt da gestaltet, aber ich würde mir so einen Online-Handel auch nicht antun wollen.

      Liebe Grüße
      Volker

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