Schwitzen oder frieren?

Tageslicht beim Laufen ist zu dieser Jahreszeit wieder ein kostbares Gut und so begab es sich, dass ich gestern von der Arbeit aus zum Laufen gestartet bin, um dieses kostbare Gut zu erhaschen. Das Wetter war schaurig graurig und was bot sich da mehr an als im schaurig graurigen Moor laufen zu gehen? So startete ich automobil durch ins Gellener Moor und beim Wechseln der Kluft stellte ich fest ……… ich hatte meine Laufjacke nicht eingepackt 😦 Über die vergessene Jacke hinaus hatte ich an Oberbekleidung angesichts nieselregnerischer, aber windarmer 7° lediglich ein ärmelloses Leibchen und ein Langarmlaufshirt der dünnen Art eingesteckt.

Wat nu sprach Zeus. Eine automobile Kehrtwende gen Zuhause zwecks Laufjackeneinpacken hätte mich des kostbaren Tageslichts und meiner guten Laune beraubt. Ohne Jacke laufen im Nieselregen bei 7° hätte mich vielleicht meiner sensiblen Gesundheit und meiner guten Laune beraubt, zumal mir nach allem der Sinn stand, nur nicht danach in einem Tempo zu rennen, das diese Klamotten als adäquat hätte durchgehen lassen. Da fiel mein skeptischer Blick auf meine Jeden-Tag-für-jede-Gelegenheit-Winterjacke. Das ist so eine ultraleichte, gesteppte Jacke, wie sie ja jetzt gerade so hypermodern sind. Sollte das mit ihr gehen ohne auf den geplanten 10 km den Hitzetod zu sterben? Hmmm 🙄 Immerhin habe ich das gute Stück mal beim Sportartikeldiscounter erstanden, also ist sie quasi auch irgendwie eine Sportjacke 😆

18.11.19 16

Lange Rede hin, eigene Dummheit her, ich hatte mich fürs Jäckchen entschieden. Sah zwar doch irgendwie beknackt aus, aber Tageslicht ging vor Schönheit und so trabte ich über fantastisch weichgeregnete und mit Pfützen übersäte Wege, gewandet in eben diese watteweiche Jacke. Dabei nutzte ich meine obligatorischen Fotopausen zum Runterkühlen und hoffte, dass die Synthetik-Wattierung der Jacke durch den Nieselregen nicht klummt. Sie klumpte nicht und schlußendlich wurde es ein wunderbarer, 11 km langer Lauf durchs mystische Moor. Unerwarteterweise hatte ich in der Jacke doch nicht großartig angefangen zu schwitzen, was ich wohl der niedrigen Temperatur gepaart mit dem niedrigen Lauftempo zu verdanken hatte.

Wie hättet Ihr es bei einem entsprechenden Malheur gehalten? Wäre Euch schwitzen oder frieren lieber gewesen? Hättet Ihr es genauso gemacht wie ich oder hättet Ihr das Tempo erhöht um ohne Jacke laufen zu können oder wärt Ihr vielleicht still weinend nach Hause gefahren oder wäre Euch vor Ärger über Euch selber schon warm geworden? Oder passiert Euch solch Ungemach vielleicht gar nicht erst? Ich bin gespannt! 😀

 

20 Kommentare zu “Schwitzen oder frieren?

  1. Hai! Ich ziehe mich auch lieber zu warm an als zu kalt. Wenn mir zu warm wird, hänge ich die Jacke um die Hüften oder trage sie in der Hand. Bewährt hat sich die Kombination aus dünnen Jacken und Westen (Zwiebelprinzip). Wenn es zu war wird, mach ich einfach den Reißverschluss auf.
    Ich Frostbüdel würde allerdings im Gegensatz zu Dir Wikinger niemals auf die Idee kommen, zu dieser Jahreszeit mit kurzer Hose zu laufen. Ich laufe mit einer „langärmeligen Hose“ und zusätzlichen Stulpen (Skisocken mit abgetrennten Füßen), um die Knöchel warmzuhalten.
    Ein Wintergruß aus der heute sonnigen Hauptstadt
    Forbi

    • Moinsen Forbi,

      mit dem lieber zu warm als zu kalt haben wir etwas gemeinsam. Ich brauche den Oberkörper immer warm, was mich über all meine Laufjahre immer wieder dazu verleitet hat mich zu warm anzuziehen. Wobei ich dann allerdings lieber im eigenen Saft gare als mir eine Jacke um die Hüften zu binden oder in der Hand zu tragen. Zu meiner Entschuldigung sei diesbezüglich aber gesagt, dass es in meiner Heimat meistens etwas windet und ich deshalb auch einfach die in der Regel winddichten Pellen nicht ausziehen mag 🙂

      Zu Deiner Beruhigung: Langärmelige Hosen (sogar in Thermovariante) trage ich auch, wenn es denn doch irgendwann mal frieren sollte. Im letzten Winter hatte ich allerdings, wenn ich mich recht erinnere, nicht einmal eine lange Hose an und im Winter davor nur ein- oder zweimal. Das mag aber eher für die Milde der Winter als für meine Härte sprechen 😀

      Noch herbstliche Grüße aus dem heute ebenfalls sonnig gewesenen Oldenburg
      Volker

  2. Lieber Volker,
    ach sowas passiert also doch nicht nur mir? 😆 Ich bin schon mit verschiedensten Alltagsjacken durch die Gegend getrabt, weil laufen geht ja immer. Das passende Gewand erhöht zwar den Laufkomfort, aber nachdem die Menschheit früher ja auch im Bisonfell durch die Gegend lief, ist das fehlen einer passenden Funktionsbekleidung nie und nimmer nicht ein Grund wieder heimzufahren. 😉
    Und schon gar nicht, das Tageslicht sausen zu lassen!! 🙂

    • Ich bin also nicht allein, wie schön, liebe Doris 😀

      Du hast recht, wenn unsere Vorfahren Bisonfelle als Funktionskleidung nutzten, kann das heutige Wohl und Wehe beim Laufen ja nicht nur von der passenden Klamotte abhängen. Schließlich dürften unsere Vorfahren als Jäger sogar um einiges mehr unterwegs gewesen sein als wir heute 🙂 Heimfahren wäre für sie auch keine Option gewesen, dafür hatten die aber nicht die Probleme mit dem Tageslicht, weil das Büro da noch genauso wenig erfunden war wie die Funktionsfaser 😆

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Moin Volker,
    sowas passiert mir nicht 🙂
    Ich zieh mich aber tatsächlich immer eher zu dünn an und laufe dann lieber mal was schneller bevor mir kalt wird. Allerdings geniesse ich den Komfort fast immer direkt von zuhause loszulaufen, kann also recht gut planen was an Klamotten benötigt wird.
    Aber an deiner Stelle hätte ich das genau so gemacht, laufen geht halt immer irgendwie 🙂
    Liebe Grüße, Oliver

    • Moin Oliver,

      dass Du Dich eher zu dünn anziehst wundert mich jetzt nicht wirklich, bei dem Tempo das Du in der Regel vorlegst 🙂

      Den Komfort von zuhause aus loszulaufen kann ich auch jederzeit genießen, allerdings tausche ich diesen Komfort auch gerne gegen komfortables Tageslicht, da ich auf monatelange Rennerei im Dunkeln keinen Bock habe, wenn ich noch irgendwie die Chance habe das zu vermeiden. Mit dem Risiko irgendwelche Bekleidungsfehler nicht noch im Hausflur korrigieren zu können, muß ich in dem Zusammenhang halt leider leben. Aber es geht, wie beschrieben 😎

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Ich hätte den ersten Kilometer gefroren und dann lieber Gas gegeben. Und dann im Auto die Jacke drüber gezogen um nicht komplett auszukühlen. So mache ich es eigentlich immer 😉

    • Bei Euch schnellen Hirschen wundert es mich, dass Ihr auf die Jacke verzichtet hättet. Hätte ich Highspeed gewollt (also das was bei mir Highspeed ist), hätte ich auch auf die Jacke verzichten können, wollte ich aber nicht 😉

      Wenn ich mit dem Auto zum Laufen gefahren bin und geschwitzt habe, ziehe ich mich in der Regel am Auto sogar immer wieder komplett um. Nichts finde ich unangenehmer als mit nassen Klamotten im Auto zu sitzen.

      VGV

  5. Lieber Volker,
    ich wäre vermutlich mit der Jacke gestartet und hätte sie mir im Hitzefall um die Hüften gebunden.
    Wenn ich das so sehe: ich will nicht nur schlafen, ich will auch laufen bei diesem Wetter! Auf den Rest könnte ich gut verzichten …

    • Ist der Herbst so schlimm, liebe Talianna? 🙂 In der Regel genieße ich den Herbst, auch die trüben Tage, die haben so etwas heimeliges. Der Winter hingegen ist mir immer etwas zu lang und spätestens im Februar wird er dann immer zu einer Geduldsprobe :-/

      Liebe Grüße
      Volker

      • Lieber Volker, ich brauche einfach sehr lange, um mich damit abzufinden, dass „Herbst“ nicht nur wunderschön bunte Blätter bedeutet. Feuchtkühl bis feuchtkalt und dazu dunkel ist einfach nicht mein Ding. Auch wenn ich Schnee eigentlich nicht mag, die strahlende Schneedecke mit rötlicher Sonne drüber, da merke ich nach dem Herbst dann, dass ich „noch lebe“ und nicht nur aushalte.

        Ich mag ihn einfach nicht, den Herbst.

        Viele liebe Grüße
        Talianna

      • So unterschiedlich ist der Mensch, ich liebe den Herbst und das obwohl ich auch immer etwas brauche um mich an die Temperaturen zu gewöhnen. Aber Hitze ist für mich viel schlimmer.

        Zum Glück sind die Jahreszeiten ja gut verteilt, so bekommt jeder mal was ihm behagt 😀

        Liebe Grüße
        Volker

  6. Lieber Volker,
    interessantes Szenario…! Also zurückfahren und Jacke holen wäre auch nicht meins gewesen. Hier im warmen Zimmerleinn sitzend, kann ich gerade so gar nicht beurteilen, wie kalt Dein Shirt und Leibchen dann beim Lauf gewesen wären. Vermutlich aber ziemlich, da Du sonst ja durchaus kälteertragend bist. Dann hätte ich wohl auch Deine Lösung gewählt. Zur Not kann man ja unterwegs die Jacke immer noch ablegen und um die Hüfte schlingen.
    Auf alle Fälle prima, dass Du eine gute Lösung finden konntest. Mir ist so etwas Gottseidank noch nicht passiert, höchstens mal die Socken vergessen, auf einer Dienstreise, die ich auch zu einem Lauf nutzen wollte.
    Ja, die Dunkelheit… nervt mich auch langsam. Wenigstens wird sie uns nun noch eine Weile durch Weihnachtsbeleuchtung verschönert, aber dann wirds trübe…
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      obenraum brauche ich es immer warm, deshalb wären mir Shirt und Unterhemd definitiv zu kalt gewesen, speziell wenn sie der Nieselregen dann noch durchfeuchtet hätte.

      Ich versuche die Dunkelläufe wirklich auf ein Minimum zu reduzieren, die letzten Winter ist mir das ganz gut gelungen, und wenn ich nicht zu oft meine Jacke vergesse, sollte es auch diesen Winter wieder einigermaßen gehen 🙂

      Wenn die Weihnachtsbeleuchtungen wieder ausgeknipst werden, ist es doch schon fast Mitte Januar, da merkt man doch schon, dass es nachmittags/abends schon wieder etwas länger hell bleibt. Think pink 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,
    Glückwunsch zu deiner Flexibilität 🙂
    Also zurückfahren wäre nicht drin. Und frieren für mich auch nicht. Und schnell laufen und auf Fotopausen verzichten: Auf keinen Fall !
    Und wahre Schönheit kommt ja eh nicht von der Jacke 😆 also tut es deinem Aussehen auch keinen Abbruch.
    Wenn du mich fragst: du hast alles richtig gemacht 🙂
    Nur ich hätte auch noch eine Winterhose angezogen.
    Aber da bist du ja ganz anders geartet 😀
    Ganz liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      wenn ich mir Deinen vorletzten Satz so anschaue, habe ich noch einmal Glück gehabt. Eine vergessene Jacke ist im Vergleich zur Hose doch das kleinere Übel. In langer Jeans wäre ich dann wohl doch nicht gelaufen 😀

      Zur wahren Schönheit: Hach! *knutsch* 🙂

      Ganz liebe Grüße zurück
      Volker

      P.S.: Hatte es bei Euch auch schon geschneit?

      • Also vor 2 Tagen gab es mal kurz etwas Schnee, aber eher so ein Schnee-Regen Gemisch. Geblieben ist davon nix. Zum Glück 🙂
        Und ab morgen wird es auch wieder wärmer. Auch nachts, weil da ist es im Moment schon echt gruselig kalt.
        Ach Mensch, ich bin schon echt ein Weichei 🙄 . -3 Grad hatten wir die Nacht. Das ist ja eigentlich gar nicht soooo schlimm. 😆

  8. Also, lieber Volker,
    da will ich dann doch auch meinen Senf dazugeben! 😉
    Und wie du dir vielleicht denken kannst, sind für mich 7 Plusgrade fantastisch für die Lauferei! Mir reicht da in der Regel ein dünnes langärmeliges Leibchen (mit Handschuhen), ob Regen oder nicht. Als nächste Stufe käme ein leicht aufgerautes langärmeliges Shirt. Ein Hemd drunter brauche ich in der Regel erst bei ordentlichen Minusgraden, da die aufgerauten Shirts „lange gute Dienste“ tun. Eine Regenjacke nutze ich auch kaum, evtl. bei „regnerischen Minusgraden“, oder wenn ich bei niedrigen einstelligen Temperaturen stundenlang im Regen unterwegs bin … aber um die Hüfte binden ist für mich ein No-Go … stört mich zu sehr. Dann lieber anfangs zu kalt angezogen. – Kurze Hose geht mindestens bis 0 Grad! Danach was dünnes langes für die Beene. Dicke Hosen brauche ich erst bei zweistelligen Minusgraden. … an Land is nix mit frieren bei mir, aber wehe ich muss ins Wasser! Brrrrrrrrr
    Ich freue mich sogar auf kalt und dunkel macht mir definitiv nix aus! 😎
    LG Manfred

    • Also lieber Manfred,

      der Inhalt Deines Kommentars war mir schon sowas von klar 😀 Mich wundert wirklich, dass Du dünnes Hemd im dünnen Hemd nicht erfrierst. ich würde es definitiv! Aber zumindestens in Bezug auf die kurzen Hosen, das No-Go in Sachen um die Hüfte binden und ins Wasser müssen sind wir uns einig 🙂 Auf (trockene) Kälte freue ich mich auch, Dunkelheit hingegen ertrage ich aber mehr als das ich sie genieße.

      Weiterhin immer schön warm bleiben beim Laufen und
      LG Volker

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