Gut durchblutet

Zugegeben, es gibt schöneres Laufwetter als das, was sich mir gestern und heute dargeboten hat. Aber ein echter Indianer kennt ja bekanntlich keinen Schmerz und so tigerte ich gestern bei 4°, strömenden Regen und Sturm durch die norddeutsche Prärie. Bei (kaltem) Regen laufe ich nicht so gerne barfuß auf Asphalt und so nahm ich meine Naturstrecken unter die Füße. Das änderte aber nichts an der Tatsache, dass gestern der Sturm den Regen wirklich durch jede Naht drückte und ich so pudelnaß wie schon lange nicht mehr geworden bin.

Bei meiner heutigen Runde war es auch nicht besser, nur das sich unter den sich immer wieder schauerartig verstärkende Regen auch noch die eine oder andere Schneeflocke mischte. Dafür war der Wind aber nicht mehr ganz so stark.

Faszinierend aber, dass selbst unter diesen Wetterbedingungen die Füße nicht wirklich kalt werden, ganz im Gegenteil zu den eiskalten Oberschenkeln unter klatschnaßem Tightstoff und den noch kälteren Händen in noch klatschnaßeren Handschuhen. Wie gut durchblutet die Füße und auch die Unterschenkel waren, zeigte ihre lobsterartige Farbe 😀

Die Feldwege standen dermaßen unter Wasser, dass ich seit meinen Strandläufen auf Sylt nicht mehr so viel durchs Wasser gelaufen bin 😆 Selbst auf topfebenen Sandwegen bildeten sich durch die Regenfluten kleine Ströme.

An beiden Tagen reichten mir dann aber doch jeweils eine gute Stunde. Wer nun glaubt, dass man durch die Rennerei im Matsch aussieht wie Sau, der irrt. Bei so einer Nässe bleibt an Waden und Füßen nahezu nichts hängen 😀

Heute abend zeigte mir dann noch ein Physiotherapeut ein paar Übungen, wie ich Ischias und Wade (wie ich selber auch schon vermutet hatte, stehen seiner Meinung nach beide mit ihren Problemchen im Zusammenhang) in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft wieder gänzlich befrieden kann.

Richtig gut habe ich mich bei ihm gefühlt, weil er von meiner Barfüßigkeit begeistert ist, sowohl von der alltäglichen als auch von der laufenden. Sein Bruder und er laufen auch. Sein Bruder ebenfalls barfuß und er selber in minimalen Schuhwerk. So kam es noch zu etwas Fachsimpelei zum Thema und zum Für und Wider vom Dehnen. Da fühle ich mich doch gleich gut aufgehoben 🙂

16 Kommentare zu “Gut durchblutet

  1. Lieber Volker,
    oh das sieht ja nach richtig gruselig schönem Winterregenwetter aus! Du bist ja tapfer, gleich zwei Läufe hintereinander da hinzulegen! 😯 Dass die Füsse danach sauber sind, glaub ich dir sofort, so ein Schütteregen muss ja fast wirken, wie eine Dusche. 🙂
    Super, dass du einen Physiotherapeuten gefunden hast, mit dem die Chemie stimmt. Das ist schon sehr wichtig und die beiden scheinen ja ganz auf deiner Linie zu liegen. Yipieh, jetzt geht es den motzenden Körperteilen an den Kragen! 😀

    • Liebe Doris,

      gruselig ja, ob schön sei einmal dahingestellt 😀 Zwischen Schütteregen und Dusche gibt es aber noch einen gehörigen Unterschied, duschen würde ich freiwillig niemals kalt, allerdings läuft man unter der Dusche ja auch nicht 😀

      Jo, der Junge ist locker drauf und voll im Thema, damit hätte ich jetzt wirklich nicht gerechnet. Wenn wir jetzt noch tatsächlich auf der richtigen Spur sind, sollten sich das Motzen der Körperteile hoffentlich bald erledigt haben 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker,
    du bist ja wirklich tapfer 😯 . Ich habe den Sturm ausgesessen, heißt, ich habe mal das MTB gegen die Rolle getauscht. Es war mir echt zu gruselig draußen, aber ich sehe, es gibt noch wahre Helden 🙂
    Einen Physiotherapeuten zu finden, der einen versteht und bei dem man sich gut aufgehoben fühlt, ist Gold wert. Ich habe ja die weltbeste Physiotherapeutin und ich weiß wovon ich rede. Dann kann es den nörgelnden Teilen jetzt an den Kragen gehen 😆
    Das deine Füße aber nicht erfireren, verstehe ich nicht. Meine werden schon kalt bei deinen Bildern 😉
    Liebe Grüße
    Helge

    • Tapfer … wahre Helden …, jaaaa, liebe Helge, mehr davon!!! 😆

      Der Physio ist dabei auch noch eine Zufallsauswahl, weil ich in nur zwei, drei Minuten zu Fuß bei ihm bin. Sollte wohl so sein 🙂

      Gestern waren den Füßen zum Schluß schon etwas frisch, aber weit entfernt von dem Kälteempfinden von Oberschenkeln und Händen. Durch die Pfützen zu pflügen macht dabei gar nichts. Ich finde das absolut faszinierend.

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Moin Volker,
    tierisch: Das ist ja mal ein wahres Sauwetter! Mich würden keine 10 Pferde rausbekommen, man jagt keinen Hund auf die Straße, nur der Deichläufer stellt sich wacker den tobenden Elementen…!
    Interessant, dass die Füße da immer noch nicht erfrieren…
    Was sagte denn der Fachmann zum Thema Dehnen?
    Und schön, dass Wade und Ischias, wenn auch zickig, so doch aber wieder Laufen zulassen, freut mich!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Moin Elke,

      wenn ich laufen will, dann will ich laufen, da kann ich auf das Wetter keine Rücksicht nehmen 😀 Zumindestens wenn ich zeitlich keine Alternativen habe 😉 Das die Füße selbst unter diesen Bedingungen noch nicht auskühlen finde ich selber auch mega-faszinierend.

      Der Fachmann sagt zum Thema Dehnen, dass es da kein richtig oder falsch gibt, dafür sind die wissenschaftlichen Meinungen zu vielfältig und kontrovers. Er sagt, jeder soll es so halten wie es ihm gut tut.

      Ich bin sehr froh, dass ich weiter laufen kann, zumal sich das Gezicke doch als recht langwierig herausstellt. Da wäre ein kompletter Laufverzicht schon bitter.

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker
    So viel Regen und Schlamm! Und trotzdem finde ich deine Bilder sehr schön. Ich habe sie Kai gezeigt, das erinnert ihn an seine Schulzeit, wo er bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad zur Schule radelte.
    Ich habe auch (fast) NIE kalte Füsse, aber immer kalte Hände. Du hast recht, das muss an der Durchblutung liegen.
    Du hast einen coolen Physio-Typen. Das glaube ich dir, dass er von der Barfuss-Lauferei begeistert ist. Ich bin überzeugt, dass es die gesündeste Art des Laufens ist. ABER jetzt hast du uns alle mit einem Cliffhanger stehengelassen! Was für Übungen hat er dir gezeigt?! Wir müssen das natürlich auch wissen!
    Ganz liebe Grüsse und hoffentlich ein regenfreier Lauf heute!

    • Liebe Catrina,

      ich kann Kai die Hand reichen, an die Fahrradfahrten zur Schule kann ich mich auch noch gut erinnern. Auch wenn ich es nicht wirklich weit hatte, Regen und Wind haben mir damals so manchen Tag die Laune verhagelt 🙂

      Beim Laufen lassen sich frierende Hände und warme Füße ja recht leicht erklären. Die Füße müssen arbeiten und werden warm, während die Hände ja quasi nur mitgeführt und durch die kalte und mitweilen auch nasse Luft gerudert werden. Da sind die Hände einfach strategisch sehr im Nachteil 🙂

      Bei den Übungen kommen Tennisbälle ins Spiel. Um den Cliffhänger zu beenden könnte ich mal einen Blogbeitrag drüber machen, dann habe ich mal wieder was zu schreiben 😉

      Liebe Grüße aus dem heute etwas weniger usseligen Oldenburg
      Volker

  5. Moin Volker, ein Volltreffer beim Physio?! Das gibts nicht oft, da muss ich ja schon fast gratulieren 🙂 Da wünsch ich dir aber auf jeden Fall dass du bald wieder schmerzfrei bist.
    Barfuß im Regen macht einfach Spaß, auch wenn ich nicht so lange barfüßige Distanzen wie du mache, kalte Füße hatte ich ebenfalls noch nie, ganz im Gegenteil. Eher sogar in klatschnassen Fivefingers. Bei kaltem Regenwetter schmiere ich die Beine übrigens immer mit Melkfett ein, da perlt der sogar Schnneregen einfach ab, so kann ich selbst bei arschkaltem nassen Wetter in Shorts laufen. Aber wirklich kaltes Wetter scheint für diesen „Winter“ ja vorbei zu sein …
    Liebe Grüße, Oliver

    • Moin Oliver,

      der erste Eindruck und die Einigkeit bezüglich des Barfußlaufens waren schon einmal super Auftakt. Wenn die Maßnahmen sich jetzt noch in naher Zukunft als Erfolg herausstellen, dann kann ich den Physio wirklich nur als Volltreffer bezeichnen 🙂

      Nasser Stoff sorgt nach einer gewissen Zeit immer für Kälte, dass gilt wohl nicht nur für Tights und Handschuhe. Allerdings hatte ich in nassen FiveFingers auch noch keine kalten Füße gehabt, aber ich hatte ich auch noch nie bei so niedrigen Temperaturen nass an den Füßen gehabt. „Früher“ in durchnässten „normalen“ Laufschuhen hatte ich allerdings auch nie kalte Füße. Meine Füße scheinen da also generell nicht so empfindlich zu sein.

      Die Beine mit Melkfett einschmieren, eine interessante Idee, dass müßte ich auch einmal ausprobieren, dann brauche ich auch nicht immer diese langen 3/4-Tights anziehen 🙂 Wäscht sich das Melkfett denn unter Dusche einigermaßen gut wieder ab?

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Melkfett geht nur mit ordentlich Seife runter, selbst dann nicht komplett, aber ist ja nicht schlimm, pflegt auch ganz gut. Auf jeden Fall hab ich nach der Dusche keine fett-klebrige Haut. Und ich klatsche manchmal ziemlich viel drauf 🙂

  7. Lieber Volker,

    warum ziehst du dich denn so dick an, wenn du zum Duschen nach draußen gehst? – Du weißt, ist nicht ernst gemeint! 🙂 Aber du bist ja ziemlich hart im Nehmen. 😉

    Ich kann mir aber gut vorstellen, dass da die Füße „recht warm“ bleiben. Hat nicht Sebastian Kneipp mit seinen Wasserkuren ähnliches unternommen?

    Bleib dran!
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      so dusche ich auch zuhause, um warmes Wasser zu sparen! 😆

      Ja, mit dem Herrn Kneipp war da was, wobei das Wassertreten da wohl nicht so lange dauert, glaube ich wenigstens 😉

      Dran bleiben, jau,das habe ich vor! 🙂

      LG Volker

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