Neben meiner Lieblingsbank

… auf meiner üblichen Huntestrecke (zu sehen hier) spielte sich heute ein Notarzteinsatz ab. Ich konnte noch nicht ahnen wo die hin wollten, als ich auf dem schmalen Weg zur Hunte zur Seite trat um Rettungs- und Notarztwagen passieren zu lassen, bis sie dann nach wenigen hundert Metern an just jenem Punkt anhielten. Im Vorbeilaufen sah ich mit einem kurzen Seitenblick einen leblosen Männerkörper mit entblößter Burst, um den sich die Wagenbesatzungen mühten. So etwas wünscht man sich beim seinem Lieblingssport nicht zu sehen, zumal mich der Gedanke daran beklemmte, dass ich den RTW bestimmt schon über 10 Minuten vorher das erste Mal und zwischenzeitlich an anderer Stelle gesehen hatte, offensichtlich konnten sie den Einsatzort nicht gleich finden.

Trotzdem konnte ich die Gedanken daran erstaunlich schnell wieder loslassen und genoß trotz regen Pfingstausflugsverkehrs, mit einigen Bemerkungen zu meinem Barfußlaufen, diesen Lauf bei fanastischem Wetter. Ungefähr einen Kilometer vor Zuhause, schon wieder im Oldenburger Stadtgebiet auf dem Bürgersteig laufend, fuhr ein Auto ganz langsam neben mir und der Fahrer fragte mich freundlich durchs geöffnete Fenster, ob er mich einmal fragen dürfte wie weit ich barfuß so laufen würde, witzig! Auf den allerletzten paar hundert Metern begegnete er mir noch mal und grüßte ein weiteres Mal.

Bilder vom Freitagslauf

So endet der Mai mit einem schönen, etwas über 17 km langen Lauf. Das Monatsergebnis ist dieses Mal etwas verhaltener als im März und April, aber ich bin immer noch sehr zufrieden. Zumal sich mein in letzter Zeit krauses Nervenkostüm wieder etwas zu glätten scheint und mich das heutige Erlebnis an der Hunte zusätzlich noch einmal mit der Nase darauf gestoßen hat, dankbar zu sein. Da scheint sich ein Einsatz einer lieben Freundin für mich offensichtlich doch gelohnt zu haben. Ein besonderes Dankeschön deshalb noch einmal dafür! 🙂

22 Kommentare zu “Neben meiner Lieblingsbank

  1. Warum mir spontan dieser Spruch einfällt? Weiß nicht genau … vielleicht wegen deiner „Dankbarkeit“, an der abzulesen ist, dass der Rosenanblick dich momentan über die paar Blattläuse hinwegsehen lässt?

    Wem Mutter Natur ein Gärtchen gibt und Rosen, dem gibt sie auch Raupen und Blattläuse, damit er’s verlernt, sich über Kleinigkeiten zu entrüsten.
    (Wilhelm Busch)

    • Das weiß ich auch nicht, warum Dir gerade dieser Spruch eingefallen ist, liebe Lizzy 😉 Ich bin mir auch noch nicht ganz sicher in welche Richtung ich ihn deuten soll. Ich denke einfach noch etwas drüber nach 🙄

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker
    Soviel Action auf 17km!
    Hoffen wir, dass es dem Herrn wieder besser geht. Mir ist das nur einmal passiert, an einem Wettkampf brach ein Läufer zusammen und die Notärzte haben ihn am Streckenrand versorgt. Da wird’s schon ein bisschen mulmig.
    Wir können dankbar sein für jede Minute und jeden Meter, in denen wir gesund herumhüpfen und uns des Lebens erfreuen können.
    Und – Elkes inzwischen berühmte Kerze im Kölner Dom – war das für DICH? Dann hat es tatsächlich gewirkt!! Passend zum Pfingstsonntag 🙂
    Liebe Grüsse und einen entspannten Sonntagabend!

    • Ds sag ich Dir, liebe Catrina!

      Wenn sich jemand sogar nimmer mehr rührt beschleicht einen schon ein ungutes Gefühl. Hoffen wir mal, dass es nicht so schlimm war, wie es aussah.

      Ja, die Kerze war für mich. Ich fand die Idee von Elke so charmant, dass für mich eine Kerze im berühmten Kölner Dom brennt und da kam sie leider aus der Nummer nicht mehr raus 🙂 Aber wie zu lesen war, hatte es sich für Elke ja auch voll und ganz gelohnt 🙂

      Dir auch einen schönen Abend und liebe Grüße aus dem sonnigen Oldenburg
      Volker

  3. Moin Volker, leider sehe ich sowas hier öfter mal, irgendwer hat sich übernommen und kippt aus den Latschen, besonders bei so einem Wetter. Die Leute können aber dank Großstadt relativ fix versorgt werden und meistens fehlt ja nur Elektrolyte oder so. Hoffentlich ist der Fall bei euch gut ausgegangen.
    Ich wurde gestern mal wieder von drei Joggern ausgelacht für mein Barfußlaufen. Bis ich gefragt hab ob wir mal ein kleines Rennen laufen wollen. Die haben dummerweise ja gesagt und waren hinterher sehr kleinlaut 😉
    Es ist immer wieder gut sich zu erden und das was man hat dankbar zu betrachten, genau darüber denke ich in diesen Wochen auch immer wieder nach.
    Ruhige Pfingsten noch und liebe Grüße, Oliver

    • Moin Oliver,

      da ja auf meiner Strecke in der Regel nicht so massiv viel los ist, habe ich es bislang noch nie sehen müssen. Hoffen wir mal, dass es wirklich nichts ernstes gewesen ist.

      *Grins* Da wäre ich gerne dabeigewesen, wie Du die drei Jogger barfuß versemmelt hast. Mangels Tempo komme ich zwar nicht in so einen Genuß, hatte aber immerhin das Vergnügen einen Läufer locker flockig zu überholen, der sich wohl auch etwas übernommen hatte und ständige zwischen Laufen und Gehen gewechselt hat 😎

      Ich hoffe, dass ich nach den für mich nicht einfachen letzten Wochen jetzt auch wieder etwas geerdeter und dankbarer auf den Lauf der Dinge schauen kann. Zumindestens in Ansätzen funktioniert es ja zum Glück schon wieder.

      Dir auch noch ruhige und schöne Pfingsten, liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker,
    das sind diese Situationen, die einen aus dem gewohnten / (un)geliebten Alltagstrott herausreissen. Manchmal bedrückend, manchmal aber auch ein kleines,bißchen aufrüttelnd im positiven Sinn. Scheinbar war bei dir zweiteres der Fall, wenn du den Lauf danach noch so genießen konntest! 🙂 Das würde mich sehr freuen. Auch wenn ich glaube, dass Elkes „himmlischer“ Einsatz schon eine Besserung der Laune bewirkt hat. 😉
    Wie schön, den Monat Mai (läuferisch) so abschließen zu können! 😀

    • Liebe Doris,

      bedrückend und aufrüttelnd zugleich, dass beschreibt es schon ganz gut.

      Elkes himmlischer Einsatz wird definitiv positiven Einfluß auf die Besserung der Laune gehabt haben. Eine Kerze im Kölner Dom, für mich, DAS muß doch helfen! 🙂

      Läuferisch wurde der Mai lediglich etwas durch die Ferse beeinträchtigt, war aber insgesamt ein schöner Laufmonat mit einem überzeugenden Abschlußlauf 😀

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Lieber Volker,
    so eine Kerze wirkt doch immer. Es freut mich dass du 17km gutem Mut hinter dich gebracht hast. Der Utkiek Lauf hat sicher auch beim Gemütsausgleich geholfen.
    Ich bin mal bei einem Marathon an jemand vorbeigelaufen, der notärztlich versorgt wurde. Nicht schön. Zum Glück konnte ich später lesen, dass er es überlebt hat.
    Leider bin ich seit meinem Umzug nach Austin gar nicht mehr barfuss unterwegs. Die Untergründe sind nichts für meine Weicheifüsse hier. Zu viel kleine und grosse Steine und schlechter Asphalt. Ich vermisse das etwas, aber zumindest kann ich mich an deinen Barfußluaufen erfreuen.
    Liebe Grüße!

    • Liebe Roni,

      es scheint bei mir mit dem Gemütszustand wieder etwas aufwärts zu gehen, ich sehe das mit vorsichtigen Optimismus 🙂

      Ich hoffe, dass diesem Mann auch geholfen werden konnte, ich werde es wohl leider (oder vielleicht auch zum Glück) nicht herausbekommen.

      Das ist der Nachteil an der Barfußlauferei, es geht leider nicht überall und gänzlich unbedarft. Bei meinem heutigen Lauf mußte ich auch auf gut drei Kilometern, die nicht barfuß laufbar waren, Sandalen tragen. Aber ich versuche immer das Maximum herauszuholen. Schön, dass ich Dich damit erfreuen kann!

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker,

    so etwas passiert…jeden Tag, aber wäre es nicht schön gerade dort und beim Laufen zu sterben? Okay, ich will jetzt kein Kopfkino entfachen, aber ich habe mir schon häufiger überlegt, was wäre, wenn?

    Lass Dich nicht runterziehen und feier Dein Barfußlaufen, vielleicht hast Du ja einen Menschen motiviert ? 😊

    Salut

    • Oh ja, lieber Christian,

      diesen Gedanken habe ich schon öfters gehabt, einfach mitten aus den Laufen ins Jenseits abtreten. Für uns wäre das schön, für die Angehörigen sind solche plötzlichen Tode aber immer ein besonders schwerer Schock. *Seufz* das auch alles immer seine zwei Seiten haben muß 😉

      Der Mann war allerdings kein Läufer.

      Ich vermute hinter dem Autofahrer schon einen Läufer, warum hätte er sonst gefragt. Wer weiß, vielleicht hat es tatsächlich geklappt, mit der Motivation 🙂

      Moin Moin
      Volker

  7. Lieber Volker,
    manchmal ist es eben so ein Moment, der uns daran erinnert, das wir doch eigentlich gar nix zu meckern haben. Auf der anderen Seite, wir sidn halt menschlich, und wir müssen unserem Frust auch mal raus lassen. Beides ist wohl wichtig 🙂
    Und durch das Barfußlaufen bist du auch noch Gesprächsthema …. 😆
    Ich sehe das wie Christian: vielleicht kannst du ja den ein oder anderen motivieren 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    • Da hast Du wohl recht, liebe Helge, mit beidem 🙂

      Auf diese Weise Gesprächsthema zu sein bin ich ja mittlerweile gewohnt. Im regen Pfingstausflugsverkehr hat sich das nur mal wieder etwas mehr geballt 😀

      Wer weiß, der Autofahrer hat ja ein entsprechendes Interesse gehabt. Leider habe ich ihn noch nie als Läufer gesehen, so dass ich es wohl nie erfahren werde 🙄

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Lieber Volker,
    so eine Situation, wie Du sie an der Bank erlebt hast, finde ich bedrückend. Hoffentlich geht es dem Mann wieder besser… Und ja, das sind die Momente, wo man manches, das einen vermeintlich bedrückt, gleich wieder anders sieht und bewertet. Das wichtigste im Leben kann man nicht mit Geld kaufen, aber man muss erkennen, wenn es sich einem bietet.
    Lustig, dass der Autofahrer so fasziniert von Deinem Barfußlaufen war. Wie war denn die Reaktion, als Du ihm Deine Barfußstrecken nanntest?
    Ich freue mich außerordentlich, dass der Nervzustand nachlässt. Falls Du mal wieder „erleuchtende Dienste“ benötigt, lass es mich wissen. Dann mache ich auch Vergleichsfotos vom Dominnern und werde so das leere Gemäuer vielleicht auch nochmals faszinierender finden…
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      der Autofahrer war schon beeindruckt bzw. wirkte er zumindestens so 😆

      Ich möchte Deine erleuchtenden Dienste nicht überstrapazieren, zumal ich Dir künftiges, wieder normales Getümel im Dom gerne ersparen möchte. Darum hoffe ich auch nicht ganz uneigennützig, dass es so schnell nicht wieder notwendig sein wird 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  9. Lieber Volker,
    sowas ist nie schön zu sehen und schon gar nicht neben der Lieblingsbank auf der Laufstrecke… aber danach schätzt man die Gesundheit gerade noch ein Stück mehr 🍀
    Lustig dass der Mann an dein Barfusslaufpensum so interessiert war, vielleicht ist er ja selbst Läufer 😉
    Schön zu lesen, dass es dir wieder etwas besser geht, eine sehr liebe Geste von Elke.
    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      dass der Autofahrer Läufer ist steht zu vermuten, ansonsten wäre sein expilzites Interesse nach der Streckenlänge schon mehr als ungewöhnlich gewesen.

      Die Geste von Elke nenne ich wahre Freundschaft und rechne sie ihr hoch an!

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Lieber Volker,

    das Pfingstwochenende war voll und der Besuch bei der süßen Enkelin (nebst netten Eltern) war uns sehr wichtig und prompt komme ich ins Hintertreffen, wenn ich auch noch selbst posten will! 😳
    Dann lese ich schon mal einen Post und komme nicht gleich zum Kommentieren. 😉

    Dem Mann wünsche ich einen positiven Ausgang. Es ist nur nicht schön, so etwas zu sehen. Meine Frau und ich haben bei einem abendlichen Lauf wahrscheinlich mal einem Mann aus der Nachbarschaft das Leben gerettet. Durch seine Frau erfuhren wir später, dass es bei ihrem Mann noch recht glimpflich ausgegangen war. Aber die Zeit während des Einsatzes war nervenaufreibend, weil wir mitgelitten hatten.

    Vielleicht war es für dich sogar ganz gut, dass du deinen Lauf danach so positiv erleben konntest. Schön ist doch auch, dass du dein Monatsergebnis noch ganz positiv einschätzen kannst. … und dann noch der heldenhafte Einsatz von Elke für dich, der bei dir, allein wegen des Wissen um diese Heldentat, das Nervenkostüm zu glätten geholfen hat! Oder so ähnlich! 😛

    Bleib dran, SARS hat keine Chance bei uns, zumindest nicht psychisch … auf Dauer! 🙂

    LG Manfred

    • Ja ja, lieber Manfred, laß mich nur warten… Aber ich habe ja Verständnis, Pfingsten ist schließlich nur einmal im Jahr 😉

      An Euer Erlebnis kann ich mich noch erinnern, da war mir das meine dann doch lieber, weil die Rettungskräfte ja schon vor Ort waren und ich einfach vorbeijoggen konnte.

      Der psychologische Effekt einer in Köln in einer Kirche brennenden Kerze war sicher nicht zu unterschätzen. Da sie aber in der Zwischenzeit sicher schon erloschen ist, gebe ich mir alle Mühe von alleine dran zu bleiben 🙂

      LG Volker

      • Von alleine dran bleiben, lieber Volker, finde ich sehr, sehr gut! 🙂

        Alleine denkende und handelnden Menschen … sehr reif! 😉 Dahin wollen wir unsere Schüler erst noch bringen … gar nicht so einfach! 😛

        LG Manfred

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