Notbremse

Dem ein oder anderen dürfte es vielleicht schon aufgefallen sein. Mir geht es zur Zeit nicht sonderlich gut und ich spüre, dass ich psychisch abgleite. Dabei beschäftigen mich mehrere Baustellen und ich bin inzwischen wohl auch ein ganz eigenes Opfer von Corona geworden. Dieser ganze Wahnsinn macht mich krank, wie aus dem Vorpost unschwer zu erkennen ist.

Dieser Vorpost ist auch ein Warnsignal für mich meinen Blog hier nicht zu versemmeln und statt Lauf- und Lebensfreude nur noch Frustration und Ohnmacht zum Ausdruck zu bringen.

Deshalb werde ich mich jetzt hier eine Zeit lang zurückziehen, bis ich mich wieder etwas gesammelt und stabilisiert habe, um Euch dann wieder auf gewohnte Weise mit Berichten und Bildern vom platten Land und baren Füßen auf den Keks gehen zu können 🙂

Haltet die Ohren steif und bleibt gesund.

34 Kommentare zu “Notbremse

  1. Lieber Volker

    Ich gönne dir diese Auszeit und wünsche dir von ganzem Herzen, dass du dich ausruhen und entspannen kannst.

    Die Zeiten sind nicht einfach.

    Ich freue mich darauf, wenn du zurück bist und uns deine Oldenburger Bilder wieder zeigst!

    Bis dahin alles, alles Gute und dass du hoffentlich auch wieder laufen kannst!

    Liebe Grüsse aus dem kühlen Zürich!

    • Liebe Catrina,

      danke für Deine guten Wünsche.

      Auch wenn ich mich selber erst einmal zurückhalte, auf andere Blogs werde ich schon schauen, Von daher freue ich mich auf Dienstag 😉

      Liebe Grüße aus dem sonnigen und drückend schwülen Oldenburg
      Volker

  2. Lieber Volker,
    manchmal tut so eine Notbremse gut. Ich glaube übrigens nicht, das du „psychisch abgleitest“, weil ich glaube, Menschen die das tun, merken es selbst nicht. Du merkst einfach, das dich dieser ganze Wahnsinn zu viel beeinflusst. Und das ist auch nachvollziehbar.
    Also, abschalten, sammeln, wieder aufs wesentliche konzentrieren 🙂
    Du machst das schon, ich freue mich, wenn ich wieder von dir lesen kann und wenn ich diese Bilder von dieser endlosen flachen Weite sehen kann 🙂
    Halt die Ohren steif und lass dich nicht verunsichern!
    Und pass gut auf dich auf!
    Liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      doch doch, ich kann schon merken, dass ich psychisch abgleite, es gibt da eindeutige Indizien und Parallelen zu einer Zeit, wo es mir schon einmal schlecht ging.

      Ich lasse mich auch nicht verunsichern, sondern mein aktives und umfassendes Informieren und Bewerten hat mich in die Lage gebracht. Ich stelle nämlich in Abrede, dass sich viele Poliker überhaupt die Mühe machen und sich den Sachverstand einholen, um zwischen wirksamen und aktionistischen Maßnahmen zu unterscheiden. Mit effekten Gesundheitsschutz haben so einige nämlich nichts mehr zu tun (Maskenpflicht, Schwimmverbot in Badeseen, gesperrte Duschen und Umkleiden in Sport- und Campingeinrichtungen usw usf.) Und weil ich um den Unsinn weiß, aber es doch so machen MUSS, werde ich, und andere Menschen eben auch, auf andere Weise krank.

      Aber Unkraut vergeht, das gönne ich solchen Flachpfeifen wie Söder und Co. nämlich nicht.

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,
    die Notbremse zu ziehen, ist in solchen Situationen eine super Möglichkeit, sich nicht noch mehr zu zerfransen. Hab ich ja im März gemacht und das hab ich damals auch gebraucht.

    Lass dich drucken! 🙂

    • Liebe Doris,

      ich hoffe nur bzw. habe ich auch den Eindruck , dass Du im März nicht ganz so hart aufgeschlagen bist. Ich hätte nicht gedacht, dass ich Dir zu Eurer Regierung noch einmal gratulieren kann. Der Herr Kurz ist ja im Unterschied zu Söder und Konsorten mit Umsichtigkeit und Sachverstand ja gradezu gesegnet.

      Danke für den Drücker und liebe Grüße
      Volker

  4. Das abschalten und mich von einigem abschotten musste ich nun auch machen – gleichzeitig muss ich gerade meine Online Selbständigkeit aufbauen, daher muss ich gerade einen Unterschied zwischen Beruflichem und privatem machen – aber das Laufen ohne Druck ist mein Seelenbalsam, aber das habe ich dann nun 3 Wochen dadurch so übertrieben, dass der Oberschenkel/Hüfte nun ein wenig überlastet, also pausieren und innehalten und ich freu mich wieder auf Bilder von meiner alten Heimat lieben Gruß Gaby

    • Hallo Gaby, herzlich willkommen als Kommentatorin auf meinem Blog.

      Ich mag gar nicht daran denken, wie es mir in einer Situation wie Dir gehen würde. Selbstständigkeit aufbauen, drei Kinder haben, den Corona-Wahn überstehen. Ich glaube, dann wäre ich schon gänzlich im Eimer.

      Ja, mir ging es genauso, ich bin in den letzten Wochen für meine Verhältnisse sehr viel gelaufen und nun kommt Ferse, zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Drücken wir uns die Daumen, dass es nicht mehr so lange dauert.

      Du kommst ursprünglich aus Oldenburg oder umzu?

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Lieber Volker,
    es tut mir sehr leid zu lesen, dass das was ich schon länger vermutet habe stimmt. Dir geht es nicht gut… 😟 Ich verstehe dich gut und ich drücke dir die Daumen, dass die Notbremse hilft und du bald wieder etwas Gleichgewicht in deinem Leben finden kannst.
    Ich wünsche ich könnte dir in irgendeine Weise helfen, ich schicke dir auf jeden Fall so viel positive Energie wie ich nur kann nach oben! Und ich drücke dir die Daumen, dass es bald wieder mit dem Laufen klappt, denn auch das ist gerade für uns natürlich ein sehr gutes Ventil um Frust abzubauen ✊ ✊
    Haltet die Ohren steif und bleibt gesund!! Und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn du wieder vom platten Land und baren Füßen schreiben kannst!! 🤗
    Fühl dich umarmt! Ganz liebe Grüße nach oben,
    Anna

    • Danke für Deinen lieben Worte, Anna, aber haushalte mit Deinen Energien, die benötigst Du in Deinem quirligen und anspruchsvollen Leben selber. Ich krieg mich schon wieder hin 😉

      Bis dahin halte ich mich etwas zurück und hoffe bald wieder laufen zu können.

      Paß auf Dich und Deine Familie auf.

      Danke für die Umarmung, die ich mit Nachdruck erwidere 🙂

      Ganz liebe Grüße von oben nach unten
      Volker

  6. Moinsen,
    hm, mein Kommentar beim Vorpost ist weg… Dann wiederhol ich den auch nicht nochmal und konzentriere mich lieber hier. Ich kanns verstehen, wenn Du eine Auszeit nimmst. Mach, was Dir momentan gut tut. Nimm den Kram, den Du nicht ändern kannst nicht schwerer als es muss. Und nutz das was Du ändern kannst, zu Deinen Gunsten.
    Und zwischendurch mal ein leckeres OL-Tröpfchen 😉
    Ich freue mich, auf dem einen oder anderen Wege wieder mal von Dir zu hören!
    Pass auf Dich auf, gaaaanz herzliche Grüße
    Elke

    • Moin Elke,

      ich habe Deinen Kommentar bei den fehlenden Tassen im Schrank mal aus dem Spam gefischt und beantwortet 😉

      Was den nicht zu ändernden Kram angeht: Hoffentlich kommt kein Experte auf die Idee unseren Politikern einzuflüstern, dass Häschen hüpf im öffentlichen Raum gegen Corona hilft. Ich wäre dann mal gespannt, wie es dann mit der hingebungsvollen Ausführungstreue der lieben Mitmenschen bestellt wäre.

      Das ein oder andere Likörchen und OL-Bierchen wird mir sicher etwas Linderung verschaffen, zusammen mit den Pilleken, die ich seit gestern nehmen darf.

      Wir hören und lesen uns, auf dem ein oder anderen Kanal, ich freue mich 🙂

      Danke Dir und gaaaaanz liebe Grüße zurück ins Rheinland
      Volker

  7. Lieber Volker,

    es macht das Herz etwas schwer, soviel Verzweiflung, Wut und Mutlosigkeit bei dir zu lesen und deshalb erhoffe und erwünsche ich für dich und alle deine Lieben baldmöglichst aufhellende Umstände und Stimmungen auf allen erdenklichen Ebenen!

    Hilflos-herzliche Grüße aus dem Süden
    Lizzy

    • Liebe Lizzy,

      ach mach Dir um mich Dein Herz nicht schwer. Jeder hat sein eigenes Päckerl zu tragen. Auch kann ich Dir zumindestens in Sachen Mutlosigkeit widersprechen. Es fehlt mir nicht an Mut, sondern nur an Ideen, sich dem Irrsinn entgegenzustellen.

      Alles weitere habe ich Dir auf dem anderen Kanal schon mitgeteilt. Ich danke Dir noch einmal für die dortige Kontaktaufnahme!

      Etwas beruhigend- herzliche Grüße zurück aus dem Norden
      Volker

  8. Lieber Deichläufer
    Seit einigen Monaten verfolge ich voller Respekt Dein läuferisches Tun und Deinen Blog. Ich selbst krieche mit Schuhen an den Füßen und deutlich langsameren Schritten durch Deutschlands Süden.
    Nun „muss“ ich auch noch Respekt für Deinen Mut und Reflektion entwickeln, denn das muss es bei Dir In hohem Maß für einen solchen Schritt geben.
    Unbekannterweise alles Gute für diese Phase!

    • Hallo liebe(r) Zini,

      herzlichen willkommen als Kommentator(in) (ich habe aber das Gefühl, Du bist ein Mädel, stimmts?) auf meinem Blog.

      Was Deinen zweiten Satz angeht, es kommt weder auf Tempo noch auf die Schuh- oder Nichtschuhwahl beim Laufen an. Was zählt ist das Laufen mit regelmäßiger Freude und Spaß daran zu betreiben! Da wünsche ich Dir, dass Du einfach mit Leidenschaft dabei bist.

      Was Deinen Respekt angeht: Niemand hat ein Problem damit zu erzählen, dass er sich beim Laufen oder im Alltag verletzt hat, dass er es mit den Bandscheiben hat oder ob sich jemand eine Grippe eingefangen hat. Es ist in unserer Leistungsgesellschaft aber immer noch nicht akzeptiert, wenn jemand sich erklärt, dass ihn dies oder jenes psychisch belastet oder krank macht. Obwohl es inzwischen schon nahezu ein Massenphänomen ist. Ich möchte mich dem nicht beugen. Ich bin wie ich bin, die einen kennen mich, die anderen können micht (Ich liebe diesen Spruch) Das ich psychisch vieleicht leichter einknicke ist nun einmal so. Ich möchte das nicht immer und überall herauskehren, dazu besteht auch überhaupt kein Anlaß, aber wenn es nun einmal, wie jetzt, ist es eben wie es ist, will ich mich damit auch nicht verstecken.

      Ich danke Dir und hoffe vielleicht einmal öfters von Dir zu lesen.

      Liebe Grüße in den Süden
      Volker

  9. Moin Volker, eine Weile „off“ gehen kann nicht schaden. Sammel Dich, lauf schöne Runden und ignorier den ganzen Quatsch mit dem wir tagtägich vollgeballert werden.
    Liebe Grüße, Oliver

    • Moin Oliver,

      gelaufen wird, sobald die Ferse es wieder zuläßt. Mich wieder zu sammeln und zu stabiliersen gelingt mir hoffentlich auch unter dem Aspekt, dass sich im Alltag vielerlei Quatsch leider eben nicht ignorien läßt. Ich hoffe sehr, dass dieser Spagat klappt.

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Lieber Volker,

    schließe mich Oliver an! … und freue mich, wenn du wieder da bist!

    Den Rest, also meine Gedanken, kennst du ja! 😉

    Also, erhol dich, soweit es geht, von dem allseits verbreiteten Schwachsinn!

    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      ich komme in Bezug auf Olivers Kommentar ja leider nicht ganz ohne Einschränkungen aus, da es ja leider weniger um den verbreiteten als um den angeordneten Schwachsinn geht.

      Aber diese Gedanken von mir kennst Du ja auch. Danke Dir!

      LG Volker

  11. Lieber Volker,
    ich schicke dir mal ganz Liebe Grüße und so viel positive Energie wie ich finden kann! Ich hoffe es geht dir bald besser!

    • Liebe Roni,

      auch Dir herzlichen Dank, aber haushalte auch Du bitte mit Deinen positiven Energien, Du hast es auch nicht leicht in Trump-Land. Ich mukkel mich schon wieder raus!

      Liebe Grüße
      Volker

  12. Lieber Volker,
    ich wünsche dir die nötige „Ge·las·sen·heit“ um diese verrückte Zeit zu überstehen.
    Mir hilft es sehr, wenn ich mir vergegenwärtige wieviel Glück ich im Unglück habe.
    Da ist so eine alberne Maske einfach nur ein Accessoir das man halt aktuell zu tragen hat.
    Sei lieb gegrüsst und umarmt.
    Heimo

    • Lieber Heimo,

      an dieser Gelassenheit versuche ich zu arbeiten, augenblicklich unterstützt von Medikamenten. Dabei bin ich mir bewußt, dass auch ich persönlich, wie ein Großteil der Menschen in unserem priviligierten Land, sehr viel Glück im Unglück gehabt habe. Trotzdem quäle ich mich sehr damit, das vernünftige Sachpolitik zwischenzeitlich in vielen Fällen durch Aktionismus abgelöst wurde. Ich kann da (noch) nich aus meiner Haut.

      Ich danke herzlich für die Umarmung!

      Liebe Grüße
      Volker

  13. Lieber Volker,
    ich habe in letzter Zeit nicht viel bei Dir gelesen – generell nicht viel bei anderen gelesen. Ich bin also auch abgeglitten. Lustigerweise habe ich in der selbst ausgerufenen Urlaubs-Blogpause lässiger regelmäßig gepostet als die drei Wochen zuvor.
    Dieses Abgleiten kenne ich auch. Leider werden wir wohl noch eine Weile mit dem Virus beschäftigt sein und viele aktionistische Maßnahmen (da stimme ich Dir zu) werden wohl nur schwer aus dem „Goldstandard“ der Corona-Prävention nur schwer und langwierig herauszulösen sein. Daher suche ich im Moment eher nach einem neuen Gleichgewicht – psychisch, sozial und auch sportlich, denn das Wettkampffeuerwerk, das ich 2019 abgebrannt habe, ist 2020 vom Virus drastisch zusammengestrichen worden, mein regelmäßig-wöchentlicher DVD-Abend war mehrere Monate ausgesetzt… dafür „durfte“ ich maximal einen Tag in der Woche ins Homeoffice und bin froh, das Radahren darüber wieder angefangen zu haben.

    Aber Mist, jetzt erzähle ich doch nur wieder von mir. Warum ich mich – endlich – mal wieder zu Dir auf die Seite bequemt habe, hat einen bestimmten Grund: Ich habe mich nun für eine Woche ebenfalls als Deichläuferin betätigt. Wir waren (und sind heute noch) in Bensersiel im Urlaub, ich bin auf dem Seedeich und auf den Dämmen um das Benser Tief herumgerannt – auf Fivefingers, aber auch auf „mehr“ Schuh, und habe die wundervolle Luft und Landschaft Ostfrieslands genossen. Da musste ich natürlich an Dich denken – freilich, zu Dir ist es noch ein kleines Stück von hier, aber immerhin.

    Ich hoffe, dass Du gut Kraft tanken kannst in der ausgerufenen Pause und sende Dir herzlichste Grüße!
    Talianna

    • Liebe Talianna,

      ich freue mich, dass Du Dich hier entgegen Deiner allgemeinen Zurückhaltung zu Wort meldest. Ich finde es gut, dass Du Deine Situation beschrieben hast, hilft es mir doch mich selber einzuordnen und auch zu sehen, dass ich mit manchen Empfindungen zu dieser Zeit nicht alleine stehe. Vor allen Dingen finde ich die Definition „Goldstandard“ sehr passend, in dem sich Dinge verfestigen, die rational betrachtet einen zweifelhaften Nutzen haben. Noch nie habe ich einen so krassen Wandel meiner eigenen Ansicht zu politischen Maßnahmen erlebt, von absoluter Zustimmung in den ersten Wochen bis hin zur absoluten (teilweisen, nicht falsch verstehen, ich bin wirklich nicht gegen alle Maßnahmen) Ablehnung so mancher Idiotie der letzten Wochen und Monate.

      Ich hoffe Du hast die Zeit in Ostfriesland genossen, ein wunderschöner Landstrich, wenn auch die Ostfriesische Küste leider sehr mit Stränden geizt. Wie hat es Dir denn so gefallen, das Deichlaufen? 😀

      Das Krafttanken dauert noch etwas an, aber mein Geschriebsel in meinem Blog mir fehlt schon. Lange möchte ich es deshalb nicht mehr missen, es ist jetzt schon die längste Pause meiner neunjährigen Blogger“karriere“.

      Liebe Grüße
      Volker

      • Lieber Volker,

        ich hoffe, meine Zurückhaltung in den kommenden Wochen aufgeben zu können. Ostfriesland hat einiges zurechtgerückt – gefallen hat es mir sehr, sehr gut. Aber es kamen noch andere Dinge dazu, die (neben der Auszeit) viel für meine Rückkehr in einen positiveren Rhythmus tun.

        Zunächst einmal „Ostfriesland“: Wir hatten gar nicht vor, Strandurlaub zu machen. In Bensersiel hätte uns ein Strand zur Verfügung gestanden und wir haben ihn nur zweimal besucht – eher aber zum „Meer gucken“ und „Ebbe und Flut gucken“ als zu allem anderen. Wir sind Rad gefahren (nach Dornumersiel und Dornum sowie nach Neuharlingersiel), in der Vierergruppe, haben Greetsiel, Carolinensiel und Jever mit dem Auto besucht. Zwei Ruhetage waren auch mit drin. Es gab auch eine Menge Zeit für mich zum Laufen – vor dem Deich, auf dem Deich, hinter dem Deich und im Hinterland. Vor dem Deich hat eine feine Aussicht auf die Barriereinseln (für mich in diesem Urlaub: vor allem Langeoog, aber auch Spiekeroog und Baltrum) sowie das Watt, aber man läuft mindestens in der Umgebung von Bensersiel stets „schief“. Auf dem Deich fand ich großartig, aber auch hinter dem Deich war’s schön. Dazu gibt’s in Bensersiel mit der Umgehungsstraße, die wegen der fehlenden Anhörung der Verbände/der Klage des BUND nicht befahren werden darf, auch eine regelrechte Rennstrecke. Sehr genossen habe ich den würzigen Geruch des Grases, der wohl auch ein bisschen an den Schafen hängt… und ganz besonders gefiel mir, dass zuverlässig jeder, der einem entgegenkam, einen überholte oder von einem überholt wurde, ein „Moin!“ rief oder zumindest meines beantwortete. Teils kam das rau und etwas ruppig, aber es kam. Das kenne ich so im Süden nicht überall. Auch Nicht-Läuferisch hat mir Ostfriesland sehr gut gefallen – Baustil, Landschaft (ja, auch das flache Land ist ’ne Landschaft, selbst in den Augen einer Süddeutschen) und vor allem die Menschen. Wir werden bestimmt wiederkommen – unsere Freunde, die seit 30 Jahren nach Bensersiel fahren, hatten noch eine Menge Vorschläge, was wir tun können, und vieles davon möchte ich auch machen – zum Beispiel die Hafenrundfahrt in Leer, die Fahrt nach Langeoog (zu der ich stark versucht bin, Laufschuhe, am ehesten Fivefingers mitzunehmen – nicht für den Abstecher ins Vogelschutzgebiet, aber für einen Lauf in den Osten der Insel), aber auch den Jade-Weser-Port würde ich gerne mal ansehen, da werde ich aber wohl Mann und Freunde in Wilhelmshafen „parken“ müssen und mein Steckenpferd alleine reiten.

        Für mich ist der Plan, nach drei Wochen Urlaub ab nächster Woche wieder in mein regelmäßiges Bloggen einzusteigen. Ich denke auch, dass das funktionieren wird. Themen häufen sich schon, aber da ich das „Vor-Ort“ in Bensersiel und das „bei Freunden“ vorher und hinterher im Mittelrheintal genießen und auskosten wollte, stelle ich diese Themen hintenan, lasse sie noch etwas gären und schaue mal, was passiert.

        Und die Corona-Maßnahmen – nun, ich sehe die Nachverfolgung von Infektionsketten als einen wichtigen Punkt. Der Weg mit Maske ins Restaurant, dann eine Stunde dort ohne Maske sitzen und anschließend mit Maske wieder raus kommt mir recht albern vor, zumal man ja doch erfasst, wer da war, um die Kette dann nachvollziehen zu können… aber in diesem Falle hat sich für mich, die ich ja in Baden-Württemberg in der Landesverwaltung arbeite, eine pragmatische Interpretation des Grundgesetzes ergeben: Ich kann den Gesetzgeber für jemand dilettantisch und aktionistisch Agierenden halten und das auch sagen (Art. 5 Abs. 1 GG), muss mich aber dennoch an die Vorgaben halten (für mich als Teil der Verwaltung: Art. 20 Abs. 3, Zweiter Halbsatz GG). Damit lässt sich eigentlich ganz gut die Diskrepanz zwischen dem, was ich für richtig ansehe, und dem, was gemäß der Gesetze und Verordnungen zu tun erlaubt bzw. gefordert ist, einordnen – das gilt nicht nur für Corona, sondern auch für meine Arbeit in der Verwaltung. Ich weiß nicht, ob Dir das hilft oder Dich in seinem durchaus heftigen „Formal-Sein“ noch weiter aufbringt, mir allerdings hat’s geholfen, dass unser Verfassungsprovisorium (eigentlich gilt das Grundgesetz ja nur als eine provisorische Verfassung) diesen Konflikt explizit vorsieht und einen nicht zum Feind erklärt, nur weil man mit den Maßnahmen nicht einverstanden ist – so lange man sich an das hält, was unmissverständlich verordnet ist.

        Nun werde ich aber schließen, bevor ich vollends abgleite, und mich mal für eine zweite „Berglaufrunde“ auf unserem Zwischenstopp am Mittelrhein fertig machen – vor dem flachen Ostfriesland war ich mit einer Freundin in der Nähe von Bonn ein wenig die Hänge des Mittelrheintals hoch und runter laufen, gestern habe ich das wieder gemacht und heute wohl nochmal. Ein feiner Kontrast, bevor ich wieder meine für Süddeutschland überraschend flache Oberrheinische Tiefebene als Laufrevier claime.

        Viele liebe Grüße in den schönen Norden!
        Talianna

  14. Na, da hat es Ostfriesland aber jemandem angetan, liebe Talianna 😀 Und ja, das flache Land ist Landschaft und die kann sich von Region zu Region sogar sehr unterschiedlich darstellen. Für Landschaft braucht es keine Berge!

    Zu Deinen Corona-Ausführungen: Ich bin ein großer Bewunderer der Erschaffer unseres immer noch provisorischen Grundgesetzes. Es gehört endlich entprovisiert ohne da noch großartig daran rumzupfuschen. Die heutige Polikergarde kann nämlich nicht mehr das, was die Gründerväter (wenn ich es noch richtig im Sinn habe war eine Frau dabei) konnten.

    Trotzdem kann ich den Kadavergehorsam gegenüber dem, was unsere Politker heute vielfach verzapfen nicht aufbringen, es gibt einfach zu viele Altmaiers, Klöckners und vorallem Scheuers. Es widerspricht einfach meinem Naturell, obwohl ich weiß, dass ich es mir in erster Linie selber damit schwer mache. Aber Dinge, die ich nicht für richtig halte, einfach hinzunehmen würde mir wohl noch mehr zusetzen. Vielleicht sind das auch alles Gründe, warum ich im öffentlichen Dienst nie so richtig heimisch geworden bin.

    Ich hoffe Du hattest einen schönen Lauf, Bonn und umzu sind auch einfach wunderschön.

    Oberrheinische Tiefebende, den Begriff habe ich noch nie gehört, klingt aber irgendwie „heimatlich“ 😀

    Viele liebe Grüße zurück, der Norden wartet auf Dich und Oldenburg ist definitiv auch einen Abstecher wert. Aber ich denke die Stadt läßt sich erst wieder so richtig genießen, wenn der Corona-Spuk zu Ende ist.

    Volker

    • Lieber Volker,

      Deine Vorbehalte gegen die Verwaltung wegen der politischen Köpfe kann ich voll verstehen – auch und insbesondere anhand der Beispiele. Ich für meinen Teil, die eben in dem Laden arbeitet, bemühe mich, nicht „archetypische Behörde“ zu sein, sondern im Rahmen meiner Kompetenzen mit dem in der Wirtschaft erworbenen Sachverstand zu gestalten. Das ist nicht immer einfach, aber es ist meine Mission, nicht aktionistisch zu sein und ggf. von oben kommenden Aktionismus abzumildern. Ob das immer klappt und ob mir das irgendwann so richtig auf die Nerven gehen wird – nun, wir werden sehen.

      Aber zum Erfreulichen: Ostfriesland mit Land, Landschaft und Leuten hat es mir wirklich angetan und ich komme bestimmt wieder. Der Lauf am Mittelrhein – oder eher: Beide, gestern und heute früh, vor der Heimfahrt, waren wirklich schön, trailige Strecken mit mächtiger Steigung, Panoramen aus Wald, Fels und Fluss – herrlich. Nun bin ich zurück in den oberrheinischen (Sub-)Tropen, in denen Deiche gegen außergewöhnliche (Fluss-)Hochwasser „Dämme“ genannt und dem Fluss zum Überfluten bei Hochwasser zurückgegebene, zuvor trockengelegte Bereich als „Polder“ bezeichnet werden, beabsichtige morgen früh ein bisschen mit der Tartanbahn am Sportplatz zu spielen und freue mich – trotz all des schönen Urlaubs – nun doch wieder auf mein eigenes Bett.

      Oldenburg werde ich sicherlich auch mal besuchen – eine Bekannte von mir, die seit langem in Karlsruhe lebt, kommt ursprünglich von dort. Ob das im nächsten oder erst im übernächsten Anlauf nach Nord(west)en passieren wird, sei dahingestellt.

      Viele liebe Grüße aus dem heiß-flach-tiefen Südwesten,
      Talianna

      • Liebe Talianna,

        das Bemühen nicht archetypisch zu agieren eint uns. Ich stehe hierarchisch nicht weit oben in den personellen Strukturen meines Arbeitgebers, darum habe ich immer versucht durch Bürgernähe, möglichst unbürokratischen und pragmatischen Vorgehen ein anderes Bild von öffentlicher Verwaltung zu zeigen. Ich denke, dass ist mir auch vielfach gelungen. Aber es braucht nur das klassiche Handeln irgendeiner Verwaltungskraft und das ganze liegt wieder in Scherben. Eine Sisyphos-Arbeit, die ich schon über dreißig Jahre betreibe. Ich wünsche Dir deshalb viel Geduld, Beharrlichkeit und starke Nerven für Dein Tun!

        Polder nennt man solche Bereiche hier auch, aber zum Glück heißen hier die Deiche Deiche, sonst hätte ich ja ein Titelproblem für meinen Blog 😀

        Zum Thema Subtropsich, wir hatten heute gerade mal um die 20°, jetzt sind es noch 14°, ist das nicht herrlich? 😆

        Solltest Du denn irgendwann nach Oldenburg kommen, laß es mich wissen! 🙂

        Liebe Grüße aus der nordwestdeutschen Abendfrische
        Volker

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