Aufsatz über den Aufsatz

Oliver hatte vor einigen Wochen einmal ein kurzes Video veröffentlich, in dem man sich wunderbar seinen sauberen Laufstil anschauen konnte. Leider finde ich das auf seiner Seite gerade irgendwie nicht wieder, sonst hätte ich es gerne direkt verlinkt. Seinerzeit kam mir die Idee auch noch einmal via Video zu schauen, wie es denn mit meinem Laufen so aussieht und habe mich mal selber „gedreht“. Allerdings kam dann leider erst einmal eine Zeit, in der ich andere Sorgen und das Bloggen für ein paar Wochen eingestellt hatte. So fiel die Idee hintenrunter und sie kam mir erst jetzt wieder ins Gedächtnis.

„Früher“, also vor noch nicht einmal vier Jahren, bin ich ja noch ganz in „normalen“ Laufschuhen über die Ferse gerannt. Eine Umstellung auf minimales Laufen und des Laufstils kam mir noch nicht ernsthaft in den Sinn und die gut gedämpften Laufschuhe gaben einem ja auch keinerlei Rückmeldung über den Fußaufsatz.

So sah er damals noch aus, mein Laufstil:

Warum ich nach schon über einem Jahrzehnt Rennerei meinte an meinem Laufstil etwas ändern zu müssen, waren die immer wieder auftretenden Fersenprobleme, von denen ich vermutete, dass sie durch das über die Ferse abrollen ausgelöst wurden. Darüber hinaus gab mir meine Hüfte immer zu verstehen, wenn die Dämpfung meiner Treter runtergeritten und am Ende war. Angefixt durch das minimaliste Laufen von Oliver und Christian, wollte ich auch auf diesem Wege meinen Laufstil umstellen, das Barfußlaufen kam mir dabei anfänglich gar nicht in den Sinn.

Das Barfußlaufen war eigentlich nur als Umstiegshilfe auf den neuen Laufstil hin zum Vor- bzw. Mittelfuß gedacht, weil ein direkteres Gefühl für den Untergrund kann man nicht haben und barfuß auf Asphalt mit der Ferse abzurollen, schließt sich einfach von selbst aus. Lange Rede kurzer Sinn, welche Entwicklung das Ganze genommen hat, trete ich hier ja ausgesprochen reichlich breit. Das ich mich dabei nicht zum reinen Vorfußläufer entwickelt habe, sieht man an den kompletten Fußabdrücken, wenn ich mal mit nassen Füßen über trockenen Asphalt laufe.

Verschiedentlich habe ich gelesen, dass es beim Barfußlaufen auch genauso sein soll. Am besten hat mir einmal eine Formulierung gefallen, dass die Ferse sacht den Boden küsst, und so küssen meine Fersen nun bei jedem Lauf tausendfach den Boden, dass Papst Johannes Paul II nur neidisch werden könnte, so er denn noch leben würde 😆

Nun aber endlich zu dem, was ich hier eigentlich loswerden wollte, das narzisstische Bildmaterial eines inzwischen mehrheitlich barfuß laufenden Deichläufers 😛 Grundsätzlich scheint mein Laufstil auch halbwegs okay zu sein, von einem leichten Auf- und Abwärtspendeln vielleicht einmal abgesehen, und ich bin einigermaßen zufrieden.

Den Fußaufsatz auch noch einmal in Nahaufnahme:

Was sich leider nicht erfüllt hat, ist die Hoffnung, dass meine Fersenprobleme verschwinden. Wie erst jüngst wieder geschehen, macht die ein oder andere von ihnen doch immer mal wieder Probleme. Damit werde ich also wohl weiterhin leben müssen. Die Hüfte hat sich allerdings in den letzten knapp drei Jahren nicht einmal mehr gemeldet, so dass ich vermute, dass mein geänderter Bewegungsablauf, zu dem ja auch kürzere Schritte und ein Beinaufsatz unter und nicht mehr vor dem Körper gehören, doch insgesamt schonender ist. Seit der Umstellung haben sich auch meine Laufumfänge etwas erhöht und ich kann in dem Stil schneller laufen als früher, so ich denn wollte. Auch wenn es mir nach wie vor nicht gelingt komplett verletzungsfrei unterwegs zu sein, brauche ich auf der anderen Seite im Laufalltag weniger Regenerationszeit.

Es ist also auch ohne Schuhe bzw. dem sparsamsten Einsatz von Fußschutz nicht alles Gold was glänzt, aber ich bin mit meinem Umstieg trotzdem mehr als zufrieden und der Laufspaß hat insgesamt noch einmal zugenommen. Spreche ich deshalb eine Empfehlung für das „Natueral Running“ aus? Nein, dass werde ich nach wie vor nicht tun. Zu unterschiedlich sind die Läufer und jeder soll nach seiner Facon selig werden.

Deshalb einfach nur:

Keep on running!

22 Kommentare zu “Aufsatz über den Aufsatz

  1. Lieber Volker,
    eine schöne Entwicklung hast du da gemacht, ähnliche Ausgangssituation wie bei mir (Schmerzen in der Hüfte etc) und Stück für Stück sehr konsequent umgesetzt.
    Und auch bei dir lese ich vor allem die Erkenntnis, dass das was du machst, für dich gut und richtig ist, und nicht für jeden die Top-Empfehlung ist. Wer zb in seinen Hokas schmerzfrei laufen kann, macht schließlich auch alles richtig.
    Videos helfen manchmal zur Selbstkorrektur, sollte man viel öfter machen sowas, schön verewigt hast du das.
    Irgendwie bin ich mir sicher dass die Fersen sich auch wieder beruhigen werden, manches braucht einfach seine Zeit. Ist ja nicht so dass ich jederzeit frei von Zipperlein war, alle Bewegungsabläufe ändern sich beim Minimallaufen, da hat der Körper erstmal ordentlich Aufbauarbeit zu leisten.
    Viele gesunde Kilometer mit viel Laufspaß wünsche ich dir weiterhin!
    Mein kleines SloMo-Video gibts übrigens hier:
    https://tube.tchncs.de/videos/watch/1f94b2c1-2225-439a-96f4-28ab61405827
    🙂
    Liebe Grüße, Oliver

    • Danke, lieber Oliver,

      eine Entwicklung, die sich gelohnt hat, und für die ich mir auch ausreichend Zeit genommen habe. Wenn die Entwicklung tatsächlich noch einen Schritt weitergehen würde und die Fersenprobleme über kurz oder lang doch noch der Vergangenheit angehören würden, wäre das natürlich prima. Meine ganze Hoffnung möchte ich da aber nich reinlegen.

      Es wäre anmaßend den eigenen Weg als den allein selig machenden Königsweg zu bezeichnen. Schließlich muß ich ja auch sagen, dass ich in den über 10 Jahren in Laufschuhen ja auch nicht unglücklich und nur verletzt gewesen bin. Was aber definitiv kein Laufschuh bieten kann ist dieses unglaublich leichte, leise und freie Laufen, das man barfuß hat (ok, die Laufsandalen sind dafür allerdings gleich nicht mehr ganz so leise 😆 )

      Danke noch einmal für den Link, Dein Video taugt als Lehrvideo! 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

      • Die Leichtigkeit beim Barfußlaufen ist unschlagbar, das bemerke ich sogar immer noch jedes mal, wenn ich für die letzten paar Kilometer meiner Laufrunde die Fivefingers ausziehe und barfuß weiter trabe 🙂
        Ich hab das „Lehr“-Video jetzt einfach mal in mein Blog eingebaut:
        https://immerweiterlaufen.de/videos/

      • Diese Leichtigkeit st doch einfach nur ein tolles Gefühl. oder?

        Sehr gut, das Video hat es verdient etwas mehr hervorgehoben zu werden ❗

  2. Lieber Volker
    Du läufst erst seit 3 Jahren barfuss?! Ich dachte, du wärst ein Ur-Barfussläufer!

    Auf deinen ersten beiden Fotos sieht man ganz deutlich, wie du mit dem Fersen aufsetzt. Interessant, wie sich dein Laufstil jetzt frappant verbessert hat. Ein sehr eindrückliches Video. Da sieht man ganz klar, wie der Körper auf den direkten Bodenkontakt richtig reagiert.

    Das macht richtig Lust auf Barfusslaufen! Wie Oliver oben sagt, muss der Körper eine ordentliche Aufbauarbeit leisten, aber am Ende lohnt sich der Aufwand.

    Ich bin heute auf der Bahn – ich habe die grösste Lust, am Ende des Trainings meine Schuhe auszuziehen und eine Barfussrunde auszuprobieren.

    Liebe Grüsse aus dem sonnigen Zürich!

    • Liebe Catrina,

      ich habe mich verrechnet, im Februar 2017 bin ich mit den ersten zaghaften Barfußmetern angefangen. Also werden es demnächst vier Jahre (ich habe das im Text mal schnell korrigiert), trotzdem bin ich quasi noch ein Barfuß-Greenhorn 🙂

      Die beiden Fotos zeigen im Vergleich zu den Videos schon einen krassen Unterschied, der sogar, wie ich finde, die unterschiedliche körperliche Belastung deutlich sichtbar macht.

      Und? Hast Du die Barfußrunde gedreht? 😀

      Liebe Grüße aus dem total verregneten, naßkalten Oldenburg
      Volker

      • Yep, habe tatsächlich die Barfussrunde gedreht!
        Komisches Gefühl – aber cool!
        Sollte ich öfters machen 😊

      • Cool! Komisches Gefühl? Versuch es doch einmal zu beschreiben oder mach gar einen Blogpost daraus 🙂

        Vorsicht, wenn Du es öfters machst, es besteht Suchtgefahr ❗ 😀

  3. Lieber Volker,

    Vorsicht etwas länger, wegen meines Interesses an Feldbeobachtungen und bewegungswissenschaftlichen Zusammenhängen! 😛 (Der Fußballsport ist in letzter Zeit ein beliebtes „Beobachtungsobjekt“ von mir! – Aber ich gehe nicht deshalb ins Stadion! 😛 )

    Vorweg:
    Wenn man Schmerzen hat, sollte man sich vielleicht mal hinterfragen. Ich kenne Leute, die wahnsinnig gerne Ski fahren, es sich aber, laut ärztlicher Auskunft, aus orthopädischer Sicht gar nicht mehr leisten sollten/können. … und sie „versauen“ (sorry) sich Winter für Winter ihre Knochen immer mehr und mehr. – Natürlich lasse ich es ihnen, ist ja ihre Entscheidung! Redete ja auch nicht bei Schwester und Schwager rein! 😆 – Du hast damals reagiert und das Laufen für dich neu definieren können, sonst wären deine Hüftschmerzen vielleicht gar nicht weg. Freut mich für dich! *cool* Es ist super und auch nur konsequent! Du hast dir das Laufen erhalten können! – Nun wünsche ich dir, dass auch „was für die Fersen“ geht!

    … und
    Dir macht das Barfußlaufen ungeheuren Spaß! Auch das freut mich für dich! 🙂 Du bist dabei sehr fair, wenn du sagst, es ist nicht der allein selig machenden Königsweg. – Das Befreiende beim Barfußlaufen kann ich mir gut vorstellen, das Vorfußlaufen ist nämlich nicht der Königsweg. Es gibt einige Läufer, die sich durchs Vorfußlaufen Probleme erlaufen haben. Berühmtestes Beispiel war Haile Gebrselassie höchst persönlich, als einer der „Urvertreter“ des Vorfußlaufens. Manche Wettkämpfe musste er auf harten Untergründen (Asphalt, Bahn) absagen, da er an seinen Schienbeinen Probleme bekam/hatte. Erstaunlich ist auch, dass Top-Profis tw. zum Ende eines Rennens, trotz Zielspurt, plötzlich „umstellen“ auf „Mittelfuß- oder Fersenlauf“! Zu müde? 😳

    Daher bin ich auch der Meinung, dass man auf seinen Körper hören sollte. Nicht alles, was bei anderen funktioniert, läuft auch bei mir gut. Manche urbanisierten Mitmenschen sind tw so degeneriert, dass sie gerade Unterstützung brauchen. – Mich haben z.B. meine Schuhe unterstützt, anfangs mit Einlagen, heute machen das die Schuhe „selbst“! … und ich habe nie durchs Laufen verursachte Schmerzen gehabt! – Von daher gebe ich Oliver Recht: „Wer zb in seinen Hokas schmerzfrei laufen kann, macht schließlich auch alles richtig.“

    Studienhalber:
    Interessant an deinen Videos ist nämlich, dass du nicht mit beiden Füßen ganz gleich aufsetzt. Da würden mich Beobachtungen von hinten und z.T. von vorne interessieren. Auch würde mich interessieren, ob und wie sich dein Laufstil zum Ende einer Laufeinheit hin verändert. Aber mein (eher wissenschaftliches) Interesse könnte wahrscheinlich nur eine Labor-, oder ausgiebige Feldstudie zufrieden stellen. Da kommt wohl mein bewegungswissenschaftliches Interesse durch! 😛 Es ist dabei aber nicht so, dass ich die Selbstbeobachtungen in Frage stelle, wirklich nicht, im Gegenteil, manches kann nur durch Rückmeldung des Probanden herausgefunden werden.

    Für mich ist es ein unendlich spannendes Unterfangen, bzw. Thema! Leider wird es oft viel zu leidenschaftlich, oder zu emotional diskutiert. Da kann man dann keine wissenschaftlichen Fakten mehr einbringen. – Bei dir habe ich mich getraut mal ein bisschen mehr zu schreiben, weil du zwar – verständlicherweise – emotional dabei bist, aber dabei ungeheuer fair bleibst!

    Unabhängig von diesen differenzierenden Aussagen, wünsche ich dir weiterhin nur das Beste auch und gerade bei deinen Barfußlaufeinheiten!

    Bleib gesund und bessere dich bzgl. deiner Fersen! 😉
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      zum Vorweg: Was Expertisen von Orthopäden angeht, bin ich über die Jahre sehr skeptisch geworden. Von daher würde ich zumindestens nicht gleich dem ersten Orthopäden Gehör schenken und auf diesen oder jenen Sport verzichten. Ob dieser Sport für einen noch Sinn macht, wenn er mit Beschwerden einhergeht, steht auf einem anderen Blatt.

      zum Und: Das Haile Gebrselassie als absoluter Hochleistungssportler irgendwann einmal Probleme bekommt, wundert mich nicht. Profisportler, ob nun Läufer, Fußballer oder sonstwer arbeiten meines Erachtens auf Verschleiß. Deshalb würde ich die Probleme von Haile nicht unbedingt vom Laufstil abhängig machen. Ich kann mir gut vorstellen, dass andere Topläufer mit anderem Laufstil aus besagten Gründen auch Probleme bekommen.

      Das wir Freizeitläufer, die nicht unter permanenter sportärztlicher Betreuung stehen, auf unseren Körper hören sollten, steht außer Frage. Das ist schließlich das einzige Mittel, das wir haben, um uns vor Schäden zu schützen. Somit muß auch jeder das Beste für sich selber finden, da sind Oliver, Du und ich uns absolut einig.

      zum Studienhalber: Du bist ein guter Beobachter, die Slomo macht es ja aber auch deutlich. Ich setze in der Tat nicht mit beiden Füßen gleich auf. Das kann ich sogar am Laufgeräusch hören, es zu korrigieren ist mir aber bis dato nicht gelungen.

      Natürlich ist es ein unendlich spannendes Thema, deswegen habe ich es ja auch aufgegriffen. Ich habe mir ja auch reichlich Input dazu geholt. Ob ich aber noch weitere Studien dazu haben möchte, weiß ich nicht. Gerade die momentanen, unsäglichen Corona-Zeiten zeigen, dass Studien alles und nichts beweisen und jeder sie sowieso auslegt, wie es ihm gerade recht ist. Meine Fazit ist, dass ich Beweggründe für die Umstellung hatte, dass ich mich kundig gemacht habe, dass ich es ausprobiert habe und zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen bin. Diesen Weg würde ich jedem empfehlen, egal was er vor hat und in welche Richtung er sich auch bewegen möchte.

      Bleiben wir uns also treu um unserer selbst und unserer Gesundheit willen.

      LG Volker

      • Lieber Volker,

        bzgl. der Orthopäden geb ich dir nur tw. Recht. Natürlich gibts Fehlurteile, aber niemand kann hellsehen! 😉

        Mal was dazu:
        Es ist doch wahnsinnig schwierig, etwas Lebendes zu beurteilen und zu behandeln. Eine bewährte Therapie schlägt nicht an, was tun? Man kann in der Medizin nicht im „Modul-System“ handeln: hier das, oder das und der Patient wird garantiert gesund. Jeder Mensch ist anders, regeneriert schneller, langsamer oder gar nicht. – Sind wir nicht oft zu ungeduldig und bedenken nicht, dass auch die Heilung einem Prozess unterliegt? Wir wollen das Produkt Gesundheit und zwar schnell, oder? 😛

        Aber es gibt Faktenwissen und dazu gehört, dass Wintersport, saisonal (!) betrieben, seine Tücken hat, wenn man sich übers Jahr nicht fit hält. (Da gäbe es noch ne Menge auch zu Spielsportlern zu sagen.) Aber das sprengt hier den Rahmen! 😆

        Schienbein-„Problem“ ist kein „Haile-Problem“. Es soll bei überfordernder (!) Intensität (!) wohl vor allem Vorfußläufer treffen, natürlich auch andere … und nicht nur Hochleistungssportler! Zugegeben, Haile kommt dauerhaft noch weiter vorne auf als du. – Mir sei erlaubt: mein Eindruck beim Berlin-Marathon war, dass du gg. Ende mehr über den Mittelfuß gelaufen bist, also dein „Auftreffpunkt“ mit der Zeit nach hinten gewandert ist! Daher das Interesse, es zu verifizieren. 😉

        Wirklich seriöse (!) Studien zur momentanen Lage gibt es nicht so viele, kann es ja auch nicht. – Leider wird vieles in Presse, Funk und Fernsehen falsch und schlecht aufbereitet. Behaupten können sie viel, aber deswegen sind ja die Wissenschaftler nicht die Quacksalber!

        Zurück zum Eigentlichen:
        Du hattest Beweggründe, hast richtig darauf reagiert und zumindest bzgl. der Hüfte hat dir dein Erfolg Recht gegeben … und – ganz wichtig – du hattest wahnsinnig Spaß daran! – Eine solch adäquate Lösung wünsche ich dir jetzt auch für deine Ferse(n)!

        Bleib gesund und aus dem nächtlichen Darmstadt
        LG Manfred

        P.S.: Meine biomechanischen Kenntnisse aus der Bewegungswissenschaft kann ich ja woanders anwenden 😉 und die Lust an der Vertiefung meiner jahrelangen Beobachtungen woanders austoben! 😛

      • Lieber Manfred,

        im Grundsatz stimme ich in Bezug auf die ärztliche Kunst und unsere Erwartungen darin zu. Aber irgendwie habe ich doch das Gefühl, dass es anderen Fachrichtungen irgendwie häufiger gelingt die richtige Diagnose zu stellen und danach zu behandeln. Klar lechzen wir ungeduldig nach Heilung, aber wenn die Heilung dadurch behindert wird, dass gar nicht erst eine richtige Diagnose gestellt wird, ist das bitter. Ich durfte die Erfahrung ja erst im letzten Jahr machen. Zwei Fehldiagnosen von zwei verschiedenen Orthopäden und erst Hilfe durch einen Osteopathen. Ich habe den Eindruck, dass gerade Orthopäden kaum in der Lage sind über ihren Tellerrand zu schauen.

        Saisonal betriebener Sport ist mir fremd, es leuchtet mir aber ein, dass der nicht unbedingt gut gehen kann, wenn man außerhalb der Saison mehr oder minder gar nichts macht.

        Zu den Schienbeinproblemen, die kannte ich auch als ich noch in gedämpften Schuhen über die Ferse gelaufen bin, also dieses Schienbeinkantensyndrom. Darüberhinaus vermute ich mal, dass man Hailes und meinen Laufstil sicher nur sehr bedingt vergleichen kann 😆

        Das mein Laufstil zum Ende des Berlin-Marathons nicht mehr so sauber war, wie zu Anfang glaube ich gerne. Wenn ich allerdings zum Schluß mehr über den Mittelfuß gelaufen bin, war das aber eigentlich nicht schlecht und kommt dem reinen Barfußlaufen noch entgegen.

        Was für ein Zufall, da Ich den Berlin-Marathon ja gerne einmal komplett barfuß laufen möchte. Vielleicht wäre das ja dann noch einmal die Möglichkeit für Dich meinen Laufstil und dessen Veränderung über die Marathon-Distanz zu verifizieren. Aber vorsicht, Du weißt wie unleidlich ich zum Schluß werden kann 😉

        Studien sind wirklich ein ausuferndes Thema für sich, nahezu zu allem und jedem gibt es ein Unzahl an Studien und diese auf ihre Substanz zu bewerten ist schier ein Ding der Unmöglichkeit, speziell wenn man nicht vom Fach ist. Das es viele Medien auch nicht können, bzw. von ihnen gleich komplett außer Acht gelassen werden, nicht nur aber gerade jetzt, erleben wir zur Zeit tagtäglich.

        Die Hüfte hat ja nur auf verschlissene Laufschuhe reagiert, war also nicht das Hauptargument für meine Umstellung. Das sie sich aber nun schon so lange gar nicht mehr meldet, ist aber eben auch ein Indiz, dass meine jetzige Art zu laufen für mich nicht so falsch sein kann 🙂 Vielleicht begreifen meine Fersen das ja auch noch 😛

        Entschuldige, lieber Manfred, es war nicht meine Absicht Dich in der Anwendung Deiner genannten Kenntnissen zu beschneiden und Dich beim Austoben über Deine jahrelangen Beobachtungen zu behindern. Das sollte nicht so rübergekommen sein.

        Liebe Grüße
        Volker

  4. Lieber Volker,
    mein Kommentar ist weg 😦 , neuer Versuch:
    Also danke für die Videos, inklusive Slow-Motion! Ich bin ja medizinischer Laie, wenngleich mit ein wenig Laufkenntnissen, aber da erscheint mir dein Fußaufsatz doch sehr gut. Jedenfalls sieht man deutlich, dass der Fuß nun völlig anders aufsetzt. Ich muss mich immer noch konzentrieren, wenn ich mit meinen Barfußschuhe GEHEND unterwegs bin. Nur einmal lief es richtig locker, nach einem guten Abendessen mit einem guten Gläschen Roten, das hat mich richtig erstaunt!
    Wie dem auch sei, du sagst es richtig, das muss jeder für sich und im Einklang mit seinem Körper handhaben. Du hast gemerkt, dass es für dich besser, wenngleich noch nicht perfekt ist, was die Beschwerden angeht. Aber vielleicht findet sich da noch der Dreh. Jedenfalls freue ich mich mit dir, dass die Lauflust wieder da ist!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Hmmm, liebe Elke,

      Forbis Kommentar mußte ich auch erst freischalten, warum auch immer. Aber Dein Kommentar taucht tatsächlich nirgends auf 😦 Von daher danke fürs nocheinmal die Mühe machen.

      Tja, was sagt uns das? Ab und zu ein Gläschen Rotwein und das Gangbild wird von ganz alleine rund 😆 Barfuß oder in ungedämpften Schuhen ohne Sprengung zu gehen ist wirklich nur eine Sache der Übung. Irgendwann verselbständigt sich der Gang und Du läufst schonend und ohne die Ferse zu belasten.

      Der Verlust der Lauflust war ja zum Glück nicht dem Laufstil geschuldet, sondern hatte ja diverse andere Ursachen. Aber jetzt macht es wieder Spaß und vielleicht bleibt der ja jetzt erst einmal wieder eine Zeitlang 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  5. Hallo Volker,

    Fotos sagen leider wenig über den tatsächlichen Bewegungsablauf aus, da sie eine Momentaufnahme sind. Es gibt Fotos von mir, wo die Fußstellung fast die gleiche ist wie auf Deinen Bildern, obwohl ich Stein und Bein schwören würde, NICHT mit der Ferse auf den Boden zu krachen (z.B. hier https://440931.forumromanum.com/member/forum/entry.user_440931.1202764043.1136391583.anna_luehse-hobby_barfuss.html).
    Deswegen ist so ein Video schon besser. Von Zeit zu Zeit mach ich das auch. Aber man muss aufpassen, dass man dann nicht ins „Showlaufen“ verfällt, also bewusst so auftritt, damit es gut aussieht… Es ist schwer, sich selbst zu filmen und dabei völlig unvoreingenommen zu laufen. Deswegen achte ich mehr darauf, wie es sich anfühlt und weniger wie es aussieht.
    Ich bin zwar auch kein Laufexperte, aber ich finde, dass Du in den Videos einen Ticken zu sehr auf dem Vorfuß läufst. Vielleicht kommen daher auch Deine Probleme, denn die Belastung auf der Ferse bzw. Achillessehne sind dann ungleich höher. Sieh Dir das Video von Oliver an, der setzt ziemlich flach auf. So mach ich das auch und ist meiner Meinung nach am besten, weil dann die Federfunktion des Fußgewölbes am Besten zum Tragen kommt. Ich mache allerdings viel kürzere Schritte als Oliver.
    Als wir beide in Tempelhof zusammen laufen waren, ist mir außerdem aufgefallen, dass Dein Oberkörper ziemlich auf und ab hüpft. Da könntest Du vielleicht noch was optimieren, denn das kostet erstens unnötig Kraft und belastet natürlich die Sprunggelenke auch mehr. Optimal ist es, wenn die Schultern fast auf einer Linie bleiben. Schau Dir mal Videos von Anna McNuff an, z.B. in diesem Running Channel: https://youtu.be/A7vJd26RCIM oder ihre „Barefoot Britain“ Serie bei Youtube, wo sie fast 4000km barfuß durch GB gerannt ist. Die Frau gleitet wie ein Schwan dahin, mit minimaler Oberkörperbewegung und kurzen Schritten. Ein wahnsinnig effizienter und schonender Laufstil. Hat mich persönlich enorm weitergebracht – allein vom Zusehen und Staunen! Anschließend bin ich erstmals über 20km gelaufen, ohne Probleme und nur geringer Erschöpfung, die am nächsten Tag schon wieder fast vergessen war.
    Mein Tipp, den ich immer wiederhole: nicht zu viel über die Gangart nachdenken und nicht verrückt machen lassen von diesem ganzen Ballengang-Quatsch! Einfach nach Gefühl laufen, dafür aber langsam und nicht zu viel auf einmal. Es gibt ein Buch über das Barfußgehen von 1931 von Richard Soyka. Darin beschreibt er eigentlich schon alles, was wir heute über die gesundheitlichen Aspekte des Barfußgehens wissen (nur in einer damals üblichen Sprache). Allerdings verliert er kein einziges Wort darüber, WIE man gehen soll. Die Wörter „Ballengang“, bzw. Vorfuß- Mittelfuß und Wasweißichfuß-Gang gab es damals wohl noch nicht. Also nicht zu verkopft an die Sache gehen und nicht zu sehr auf dem Ballen laufen wollen. Oberschenkel bewegen und die Füße einfach hängen lassen. Die wissen dann schon selbst, wie sie aufkommen müssen 😉

    Viele Grüße
    Forbi

    • Moin Forbi,

      klar sagt ein Foto nicht so viel aus wie ein Video, allerdings bin ich früher nicht auf die Idee kommen mal ein Video zu drehen. Aber über die Laufhaltung, die Beinstreckung und -haltung und auch über die Fersenaufsatz geben die beiden Bilder schon Aufschluß.

      Solche Videos habe ich überhaupt erst zweimal aufgenommen und auch kurz überlegt, ob ich nicht vielleicht etwas schaulaufe, aber ich habe extra etwas Anlauf genommen, um doch möglichst im normalen Laufstil an der Kamera vorbei zu laufen. Olivers Laufstil ist schon genial, da komme ich nicht ran und mein Auf- und Abpendeln ist mir auf dem Video, wie geschildert, selber aufgefallen. Witzigerweise spüre ich das beim Laufen überhaupt nicht, deshalb fehlt mir auch die Idee wie ich das ändern kann, während ich hingegen tatsächlich versuche mit dem Fuß noch etwas flacher aufzusetzen. Da gibt es geringe Unterschiede, der rechte Fuß setzt etwas flacher auf als der linke. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob das bei dem linken Fuß nicht einer Schonhaltung wegen des Fersenproblems geschuldet ist.

      Dein Tipp mit dem weniger über die Gangart nachdenken beherzige ich von fast vornherein. Wie man das Kind auch nett, auch im Alltag ist es barfuß unangenehm auf der Ferse zu landen, deswegen läuft man eben anders, wie man den daraus resultierenden Gang nennt und wer da wer weiß was für ein Gefitze von macht ist mir echt schnuppe. Beim Laufen geht es mir ganz ähnlich, ein bestimmtes Laufbild stellt sich ein und über ein gewisses Maß an Korrekturen hinaus, will ich halt einfach nur laufen und nicht ständig darüber nachdenken.

      Viele Grüße
      Volker

    • Das mit dem „Ballengang“ fand ich auch immer irritierend, mittlerweile nur noch amüsierend. Habe mich darüber schon öfter mit langjährigen Barfußläufern unterhalten, wir waren aber immer einer Meinung: der Fuß rollt beim Auftreffen auf den Boden idealerweise sachte über die Aussenseite Richtung Vorfuß ab, das sieht fast aus als würde man platt aufklatschen (insbesondere bei Fivefingers), aber dieses Abrollen sorgt für die eigentliche Energiesparsamkeit und die Möglichkeit sich schnell wieder über den Vorfuß abzudrücken. Minimale Bodenkontaktzeit ist das Ziel.
      Ich hab dazu mal ein zweites Video auf mein Blog hochgeladen (Schnelles Anlaufen mit Fivefingers), zeigt vielleicht etwas besser was ich zu beschreiben versuche. Und dann könnte man ja nochmal neu über das Thema „Supination und Pronation“ nachdenken, wer diese natürlichen Bewegungsabläufe unterdrückt, tut sich wirklich keinen Gefallen. Meine Meinung 🙂
      Bleibt gesund!

      • Wie hat es Emil Zatopek so schön ausgedrückt: „Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“ Letzteres tut der Mensch in der Regel ganz von alleine und wenn der entwöhnte Zivilisationsmensch irgendwann anfängt die Schuhe auszuziehen, muß er das zwar sicher in gewisser Weise wieder etwas lernen oder vielleicht besser gesagt sich daran gewöhnen, aber dann geht und läuft er halt wieder barfuß. Sollten sich grobe Fehler einstellen, muß man die sicherlich ausmerzen, aber ich halt es nicht für notwendig deshalb permanent an sich rumzufeilen.

        Dein Video, dass Dich von hinten zeigt, ist wirklich cool. Halbwegs ähnlich muß es bei mir auch sein, weil die Fußaußenkanten im Bereich des Ballens sind die, die nach längeren Barfuß-Asphalt-Etappen immer empfindlicher werden.

        Ich teile Deine Meinung, das Barfuß- oder Minimallaufen sollte man nicht zu verkopft angehen und den Körper etwas aufzwingen, was er, wenn man ihn läßt, alleine viel besser kann! 🙂

        Danke dito!

  6. Lieber Volker,
    ich kenne niemanden, der so elegant neidische Päpste und küssende Fersen in einem Blogbeitrag über den Fußaufsatz beim Laufen vereint! Ein großes Kompliment dafür 😀
    Es ist schon interessant, wie die Fußbekleidung das Gangbild verändert. Eine Freundin von mir war vor kurzem bei einer Laufbandanalyse als Zuseherin dabei und war mehr als erstaunt, wie sehr die unterschiedlichen Schuhmodelle die ganze Körperhaltung der Testperson verändert haben.
    Dein Fazit kann ich voll und ganz unterschreiben – jedem das seine und uns allen schöne Läufe! 🙂

    • Nicht gleich übertreiben, liebe Doris, es war ja nur ein küssender Papst 😆 Aber natürlich trotzdem ein großes Dankeschön für das Kompliment 🙂

      Ich bin auch immer wieder erstaunt, was so ein paar Milimeter Sohle und Sprengung die Statik des Menschen so dermaßen beeinflußen können.

      Schön, dass wir zum gleichen Fazit kommen, allerdings wundert mich das auch nicht 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,
    ich denke, wenn man es wirklich wissen will, muss man immer wieder Laufvideos machen.
    Dein Laufstil hat sich auf jeden Fall geändert, was wahrscheinlich auch ganz natürlich ist, wenn man von „Volldämpfung“ auf „Keindämpfung“ umsteigt.
    Das Bild mit den nassen Barfußabdrücke auf dem Asphalt sieht super aus! 👣
    Spaß am Laufen und an der Bewegung, jeder so wie er will – mit oder ohne Schuhe – ist schließlich das wichtigste! und dass wir verletzungsfrei bleiben natürlich. Insofern hat dir das Barfußlaufen ja auf jeden Fall viel gebracht, es macht dir Spaß und deine Hüftschmerzen sind weg.
    In diesem Sinne: Keep on running! 😀
    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      ich will das nicht übertreiben, man kann sich mit solchen laienhaften Videoanalysen auch verrückt machen. Ich bin schon über 14 Jahren ohne „Videokontrollen“ auskommen und werde es auch weiterhin schaffen. Es ist aber trotzdem mal ganz interessant sich auf diese Weise zu beobachten, man muß sich ja nicht gleich jede persönliche Note abtrainieren 🙂

      Der Spaß am Laufen und an der Bewegung soll und darf darunter nicht leiden. Deswegen gehört Catrinas Blogname „Keep on running“ in Stein gemeißelt! 😀

      Liebe Grüße in die Berge
      Volker

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