1., 1., 1. und 3., 3., 3.

Der 1. Advent, der 1. Frost dieses Herbst/Winters, der 1. Barfußlauf mit einer Länge von über 23 Kilometern. Dieser heutige Sonntag hatte wahrlich ein paar Besonderheiten aufzuweisen. Spät in diesem Herbst lag heute morgen der erste Raureif auf Haus- und Autodächern und auch im Garten glitzerte es, wie man es sich für einen 1. Advent nur wünschen kann. Die Rosenblüten in unserem Garten haben den ersten Frost aber noch gut überstanden 🙂

Zur Mittagsstunde um Eins machte ich mich auf zu Schwiegermuttern nach Berne, um pünktlich zur Teatime da zu sein. Es war perfektes Laufwetter, das ich mir einfach nicht entgehen lassen und ausgiebig auskosten mochte. Klare Luft, Anfangs noch Sonne, so gut wie kein Wind und eine Temperatur von um die 3° C. Zum Start lief ich erst ein kurzes Stück in die entgegengesetzte Richtung gen Innenstadt, weil ich dieses Mal endlich einmal etwas vernünftig Strecke machen wollte 😎

Deshalb rollte ich die Huntestrecke von ihrem Anfang am Klärwerk an auf. Auf den Weg dorthin kam mir auf der anderen Straßenseite ein flotter Läufer entgegen, der mich mit Daumen hoch grüßte. Ich denke er bezog sich dabei auf mein Barfußlaufen 🙂 An der Hunte angekommen, herrschte reger Ausflugsverkehr, dem ich erst nach insgesamt gut neun Kilometern entkommen konnte, als ich auf die Offroad-Strecke abbog. Bis hierher schien, nur von einem schwachen Schauer unterbrochen, noch vielfach die Sonne. Dann zog es sich zu und schon gegen 15 Uhr hatte ich den Eindruck es würde bereits dämmern.

Knapp 10 km ging es über die grasbewachsenen Wege und zum Ende dieses Teilstücks hin wurden die Füße langsam etwas kalt. Speziell wenn das feuchte Gras so hochstand, dass es über die Fußrücken streifen konnte, kühlten die Füße doch etwas aus. Wie herrlich war es da, dass ich die letzten knapp fünf Kilometer wieder über trockenen Asphalt laufen konnte. Der Asphalt fühlte sich an, als würde er über eine Fußbodenheizung verfügen und so kam ich nach 23,6 km mit wohlig warmen Füßen bei meiner Schwiegermutter an.

23,6 km in knapp 3 Stunden bei 3 Grad, dass war ein wahrlich bislang außergewöhnlicher Barfuß-Lauf, der viel Spaß gemacht hat und ein genialer Abschluß für den November war. Morgen mache ich nämlich Pause 🙂

19 Kommentare zu “1., 1., 1. und 3., 3., 3.

  1. Hai Volker,
    ist ja witzig, bei mir war der Temperatureindruck heute genau andersrum. Auf meinen immerhin 13km (enthält sowohl eine 1 als auch eine 3) habe ich Asphalt vermieden, wo es nur ging. Ich hatte aber auch keinen trockenen sondern nur nassen. Und der war bei den 3 Grad deutlich frostiger unter den Sohlen als Gras, Laub oder Sand (ebenfalls alles nass).
    Ist es nicht wunderbar, selbst bei dieser Arschkälte trotzdem noch deutliche Unterschiede des Bodenbelags spüren zu können?! Ich liebe es! Was habe ich früher alles für Sinneseindrücke verpasst, als ich noch Fußsärge getragen habe…
    LG Forbi

    • Hiho Forbi,
      der Unterschied zwischen trockenem und nassem Asphalt ist bei diesen Temperaturen ein himmelweiter. Bei nassem Asphalt wäre mir wohl kaum ein Unterschied zwischen Naturboden und Asphalt aufgefallen und vermutlich hätte ich dann auch irgendwann meine Sandalen angezogen.

      Das was mir meine Fußsohlen bei einem Lauf so alles mitteilen, ob Temperaturen oder Bodenbeschaffenheit, ist schon genial zu erleben und ich möchte es auch nicht mehr missen und was Särge angeht, hoffe ich mich nur noch mit einem etwas länger anfreunden zu müssen 😉

      LG Volker

  2. Lieber Volker,
    da hattest du es ja neulich drüber, dass die die Füße nicht kalt werden. Das hast du jetzt auf 23km nochmal gut testen können und Test bestanden! Da kann dir ja keiner mehr den Winterspass nehmen.
    Ansonsten wird es bei euch ja auch Zeit für einen ersten Frost. Gut dass der Engel da schon eine Mütze trägt.
    Liebe Grüße!

    • Liebe Roni,

      wie neulich schon beschrieben, hängt es im Winter maßgeblich von der Witterung ab. Unter solchen Witterungsbedingungen wie gestern, kann mir in der Tat niemand den Winterspaß nehmen. Gucke ich also mal, wie oft der Winter in den kommenden Monaten diesbezüglich mitspielt 🙂

      Der erste Frost war da, der für die vergangene Nacht angekündigte noch etwas strengere Frost ist aber schon wieder ausgeblieben.

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,
    wir haben heute genau den Morgen wie ihr gestern, weiß gefroren ist es draußen. Schön, dass ihr das schon zum 1. Advent pünktlich haben konntet! Und dann noch so ein schönes Läufchen hingelegt, klasse. Mit am Ende (wieder) warmen Füßen, klasseklasse. Und dann sicher lecker Kuchen bei Schwiegermutter, klasseklasseklasse. Du verschweigst uns, was es gab!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Liebe Elke,

      heute morgen sollte es hier sogar noch strenger frieren als gestern, aber das ist schon wieder ausgeblieben. Der Frost hat da wohl nur für Euch gereicht 😉

      Der Kuchen war ein Rhabarberkuchen, den meine Mutter mit nach Berne genommen hat, weil es meiner Schwiergermama leider nicht gut ging. Ich habe sie gestern gar nicht gesehen 😦

      Liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker
    Gerade habe ich Kai deine Bilder gezeigt – und er fühlt sich an früher erinnert, als er mit seinem Fahrrad in der Kälte zur Arbeit fahren musste.
    Ein sehr schöner langer Lauf hast du da hingelegt! Interessant auch deine Beobachtung, dass die langen Grashalme deine Füsse abkühlen. Zum Glück hast du dich auf dem Asphalt wieder aufwärmen können. Ich glaube, die Schafe wollten auch ihren Daumen hoch halten für dich. 😉

    Und Rehe hast du auch gesehen! Was sind das eigentlich für Vögel, die da nebenher fliegen? Sie sehen aus wie Störche, aber das kann wohl nicht sein.

    Und eine ganz wichtige Einzelheit hast du vergessen: was für ein Kuchen gab es beim Teatime bei der Schwiegermutter?

    Geniesse deinen Ruhetag und liebe Grüsse aus dem sonnigen Cape Town!

    • Liebe Catrina,

      mußte Kai richtig über Land radeln um zur Arbeit zu fahren?

      Die Fußrücken sind etwas kälteempfindlicher als die Fußsohlen, deshalb sorgten die nassen Grashalme über die recht lange Strecke peu à peu für eine Abkühlung, die sich im Anschluß zum Glück schnell wieder erledigt hatte 🙂

      Rehe sind mir insgesamt dreimal begegnet, aber nur dieses kleine Rudel hatte ich rechtzeitig genug entdeckt um schon einmal die Kamera zu zücken und startklar zu machen 🙂 Die Vögel waren Wildgänse, die Störche dürften jetzt eher Dir gegegnen 😀

      Es gab Rhabarberkuchen, von meiner Mutter mit nach Berne gebracht, da es Schwiegermama nicht gut ging. Ich habe sie gestern leider gar nicht gesehen 😦

      Ruhetagsgrüße aus dem auch wettertechnisch ruhig grauem Oldenburg
      Volker

  5. Moin Volker,
    da ist ein respektvolles „großartig!“ angesagt. Und es kommt hier nichts aufs Tempo an, sondern dass du vor gar nicht allzulanger Zeit meintest, der Weg zu Schwiegermutter komplett barfuß würde eine Herausforderung werden. Dabei liest sich das hier recht entspannt, unter Bedingungen wo andere Menschen lieber noch ein Paar Socken anziehen 🙂
    Toll gemacht!
    Der Frost ist heute im Rheinland angekommen, ich hab es mir verkniffen eine morgendliche Barfußrunde zu drehen 😉
    Liebe Grüße, Oliver

    • Danke, lieber Oliver! Da ich ja mit Tempo nicht glänzen kann, muß ich mir ja halt was anderes einfallen lassen 😉 Nein, im Ernst, mit der richtigen Streckenwahl komme ich inzwischen ganz gut barfuß nach Berne, so lange die Witterung mitspielt. Da braucht es dann auch keine Socken 😛

      Heute sollte es hier sogar noch strenger frieren als gestern, dass ist aber schon wieder ausgeblieben und auf weißen Raureifzauber mußten wir verzichten. Da hat der Frost heute morgen wohl nur für Euch gereicht. Das Du deswegen aber gleicht beim Barfußlaufen kneifst, tze tze tze … 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker,

    Frost gab es sogar bei uns ein wenig. Mein Fahrradsattel war heute morgen stellenweise leicht weißlich. Nur verpasst du gleich den Bäumen einen weißen Mantel! 😉

    Aber dass du die Rehe aufscheuchen musst, die fressen sich doch gerade ihren Winterspeck an! 😆

    Steht die Kamera auf einem Zaunpfahl bei dem Bild, auf dem du von hinten mit Rucksack abgebildet bist? – Vielen Dank für die vielen schönen Eindrücke!

    Rhabarberkuchen, hm lecker. Hoffentlich geht es Schwiegermuttern bald besser!

    • Lieber Manfred,

      wenn der Fahrradsattel gerade mal stellenweise leicht weißlich war, kann es mit dem Frost ja noch nicht viel gewesen sein 🙂

      Nun, was die Rehe angeht, die müssen ja auch etwas im Training bleiben, schließlich ist der Wolf im Revier, also kann etwas Bewegung nicht schaden 😉

      Ja, die Kamera steht auf einem Zaunpfahl und das Bild ist so geschnitten, dass man die Elektrodrähte vom Zaun nicht sieht 🙂

      Mit Schwiegermuttern sieht es nicht ganz so gut aus, wir bangen da schon etwas 😦

      Das LG kann man im Eifer des Kommentars schon einmal vergessen, das hat doch mit Älterwerden nichts zu tun 😛

      LG Volker

  7. Lieber Volker,
    wow, wow, wow!!!
    Ich gratuliere dir zu diesem doppelten Triple-Ereignis! 🙂
    Das ist ja grandios, dass du am frostigen ersten Adventsonntag so einen Lauf hinlegst. Das Bild der gefrorenen Fensterscheibe hat mal wieder absolute Kunstqualität. Sooo schön! &#10052
    Es muss echt super sein, die Unterschiede in der Temperatur des Bodens so genau mitzubekommen. Da bin ich mit Sohlen ja quasi fühlbehindert. 🙄
    Alles Gute für deine SchwiMu und lieben Gruß an Jens!

    • Danke, danke, liebe Doris.

      Naja, es sind ja eher etwas Zahlenspielereien als richtige Triple, aber die boten sich irgendwie so an 😛

      Ich muß zugeben, dass ich das Bild mit der gefrorenen Fensterscheibe auch ganz gelungen finde, freut mich sehr, dass es Dir gefällt.

      Fühlbehindert klingt gut 😀 Aber es ist tatsächlich so, wie ich heute bei einem Spaziergang bei knapp über 0 ° mit Sandalen feststellen durfte. Für mich schon fast ein komisches Gefühl nicht direkt zu fühlen.

      Danke schön, den Gruß an Jens richte ich gerne aus.
      Ganz liebe Grüße zurück
      Volker

    • Hallo Doris,
      da hast Du einen guten Begriff gefunden mit „fühlbehindert“. Das trifft es tatsächlich sehr gut. Die einen vergleichen es mit taub sein, die anderen meinen, es wäre eher (fuß-)blind… Auf jeden Fall steht fest, dass man einen kompletten Körpersinn ausblendet, wenn man permanent Schuhe trägt. Man bekommt einfach nicht mit, woraum man sich täglich bewegt.
      Da sind auch gleich mehrere Sinne dran beteiligt: Tastsinn, Temperatursinn, Gleichgewichtssinn und vielleicht noch mehr. Die verkümmern alle, wenn man sie nicht benutzt. Aber das Gute ist: sie kommen auch wieder, wenn man sie wieder benutzt! Langsam, aber sicher. Ich möchte sie jedenfalls nie mehr missen!!!
      Viele Grüße
      Forbi

  8. Lieber Volker,
    fürs Barfußlaufen das ganze Jahr wohnst du, denke ich perfekt. Hier bei uns im Schnee würde das, denke ich, gar nicht funktionieren. Aber, vielleiht liege ich falsch und es ist nur meine Empfindung 🥶😜
    Wenn man durch lockeren Pulverschnee läuft werden die Füße ähnlich viel kälter, wie wenn du durch das höhere feuchte Gras läufst, danach hat man aber keinen „warmen“ Asphalt, sondern weitere Schneewege. Ich werde aber bestimmt wieder mal kleinere Strecken Barfuß-Schneelaufen diesen Winter, denn das ist schon herrlich!
    Dein Zahlenspiel ist ja Witzig 👍 ein schöner Lauf, ein genialer November-Abschluss 💪 Ich wünsche dir einen schneefreien Dezember damit der Adventzeit genauso genial wird.
    Liebe Grüße Anna

    • Liebe Anna,

      Du liegst sicher nicht falsch, viel und hoher Schnee und keine „Entspannungsmöglichkeit“ zwischendurch sind sicher ein Ausschlußkriterium für längere Barfußläufe.

      Wenn Du mal kleiner Barfuß-Schneeläufe machst, lass doch einmal etwas drüber lesen, dass wäre doch einmal interessant 🙂

      Was mich angeht, liegt schon ein großer Reiz darin, soviel es geht barfuß zu laufen, aber ich möchte trotzdem keine Dogma davon machen. So bin ich heute sogar bei „üppigen“ 5 ° in Sandalen gelaufen, weil die Wege naß waren und dadurch unangenehm kalt wirken. Das hatte auch den Vorteil, dass ich mir über die Streckenwahl keine Gedanken bezüglich Barfußtauglichkeit machen mußte. Also immer alles zu seiner Zeit und wie es paßt:cool: Wenn es im Dezember oder überhaupt in diesem Winter Schnee gibt, ziehe ich mir halt etwas über die Füße, fertig 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

      • Ich werde berichten wenn ich mal einen Schneelauf mache 😊 Mein gestriger Lauf im Schnee war sogar mit Schuhe zu kalt, da war nicht an Schuhe ausziehen zu denken… 😅

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