Skurril

Kurz zu meinem gestrigen Lauf: Einen Kilometer vor Zuhause traf ich auf eine Freundin und wir kamen ins Schnacken, bestimmt so 10 bis 15 Minuten lang. Zwischendurch kamen mehrer Spaziergänger vorbei, einer sprach mich an, ob ich keine kalten Füße hätte. Ich konnte ihm versichern, dass dem nicht so ist. Aber erst später wurde mir bewußt, wie skurril es auf die Menschen wirken muß, wenn da an einem bewölkten Ostersonntagvormittag bei 5 °C jemand in kurzen Hosen und barfuß in der Gegend rumsteht und ein Schwätzchen hält. Witzig inwieweit sich der eigene Horizont da schon verschoben hat 🙂 Aber das nur am Rande.

Noch skurriler ist es nämlich, dass es schon das zweite Osterfest unter Corona-Bedingungen ist und mein traditioneller Osterlauf mit Heimo erneut virtuell stattfinden muß, da er und seine Familie wieder in München geblieben sind. Im letzten Jahr hatte ein gemeinsamer Lauf mit einer Telefonverbindung und Kopfhörern hervorragend geklappt, so dass wir das in diesem Jahr wiederholt haben.

Allerdings konnten die Gegensätze wettertechnisch kaum größer sein. Lief ich im letzten Jahr noch bei sommerlichen Temperaturen in kurz/kurz, war daran in diesem Jahr nicht dran zu denken. Nach am Vormittag stürmte es mächtig und es hagelte am laufenden Band.

Aber pünktlich zum gemeinsamen Start um 14:00 Uhr strahlte die Sonne und es konnte bei nach wie vor stürmischen Wind und üppigen 3 °C mit Mütze, Handschuhen und Jacke losgehen. Heimo hatte es in München zwar auch sehr windig, konnte aber auf dem Temperatur-Konto satte 10 / 11 °C mehr verbuchen.

Immerhin sorgte das kalte, unbeständige Wetter für sehr wenig Ausflugsverkehr auf der Strecke und ich brauchte mich im Gegensatz zum letzten Jahr nicht extra ins Moor absetzen. So liefen wir gemeinsam unsere Strecken und hatten uns wieder viel zu erzählen. Darüber durften sich auch wieder die wenigen Mitmenschen, die mir begegneten, wundern, war doch von meinem Telefon und meiner Kopfhörerverkabelung aufgrund der Wintervermummung fast nichts zu sehen 😀 Ansonsten klappte es mit dem Telefonieren wieder prima. Nur einmal riss die Verbindung ab und auf ca. 2,5 km konnte ich nichts verstehen, weil mir der Gegenwind so dermaßen um die Mütze pfiff, dass ich Heimo überhaupt nicht hören konnte. Aber man kann ja auch am Telefon mal ein paar Schweigeminuten einlegen 😛

Zusammen sind wir 15 km gelaufen, Heimo war dabei etwas schneller unterwegs und somit früher fertig als ich. Dafür mußte er auch keine 100-stufige Treppe runtergehen und keine Sandalen an- und ausziehen 😉 Aber knapp sieben Kilometer auf schöner, trockener Strecke mußte ich einfach barfuß laufen 😎

So toll es auch war, dass wir mal wieder gute eineinhalb Stunden miteinander geschnackt haben, das nächste Mal würde ich doch lieber wieder mit Heimo persönlich zusammen laufen und das hoffentlich nicht erst zu Ostern 2022. Damit diese Skurrilität wieder ein Ende hat, „virtuelle Läufe“ kann ich nämlich eigentlich schon mehr hören :-/

Danke Heimo, für diese im wahrsten Sinne des Wortes coole Runde mit Dir!

21 Kommentare zu “Skurril

  1. Lieber Volker
    Ich kann mich noch sehr gut an deinen Osterlauf 2020 mit Heimo erinnern.

    Skurril, dass ihr das virtuell wiederholen musstet – aber schön, dass ihr wieder das Beste drausgemacht habt.
    Und was für ein Wetterglück, Volker! Bei dem graupligen Sturm hätte es wohl nicht so Spass gemacht. Habt ihr auch wieder eure Lieblings-Wasserstellen als Wendepunkte gehabt?

    Skurril ist auch, was ich vor einem Jahr kommentiert habe: „bis Weihnachten wird bestimmt alles wieder normal sein.“ Autsch.

    Hoffen wir, dass es 2022 wieder normal sein wird!

    Liebe Grüsse aus dem dunklen Cape Town!

    • Liebe Catrina,

      bei Heimo könnte es sein, dass er zu seiner Lieblingswasserstelle gelaufen ist. Ich bin diesmal einen Rundkurs gelaufen und deshalb nicht im Moor bei meiner dortigen Lieblingsstelle gewesen.

      Ich habe mir die Kommentare vom letzten Jahr auch noch einmal durchgelesen, unisono waren wir alle der Meinung, dass wir bis letztes Jahr Weihnachten damit durch sind. Jetzt können wir froh sind, wenn es dieses Jahr so sein sollte 😦

      Mit dem Wetter hatte ich wirklich noch Glück, wenn ich bedenke wie es heute morgen aussieht. Ich sende nämlich

      liebe Grüße aus dem verschneiten ❗ Oldenburg
      Volker

  2. Lieber Volker,
    das ist wirklich eine gute Sache, das ihr trotz aller Widrigkeiten an eurem gemeinsamen Osterlauf festhaltet. Finde ich richtig gut 🙂
    Ich kann mir gar nicht vorstellen wie du mit Knopf im Ohr telefonierend durch die Gegend läufst 😆
    Ich hoffe, das ihr bald wieder in echt zusammen laufen können. Ich würde das Wort „virtuell“ gern mal wieder für ein paar Jahre aus dem Sprachgebraucht streichen.
    Liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      telefonierend durch die Gegend laufen ist echt witzig und funktioniert wirklich prima 😀 Aber immer muß ich es trotzdem nicht haben 😉

      Das „Virtuell“ verfolgt uns 😦 Aber Mittwoch werden wir es uns trotzdem noch einmal geben, gelle? 😉

      Liebe Grüße
      Volker

  3. Lieber Volker,

    was ist denn das, virtuell? 😛

    Schön, dass ihr davon wisst und damit umgehen könnt! Von daher freut es mich im Nachhinein, dass es wenigstens auf diese Weise geklappt hat! – … und zwischendurch noch ne Osterschweigeminute, hat doch auch was! 😉

    Dass du aber die Leute auch immer sooo irritieren musst. Wer keine Socken an den Füßen hat, muss doch automatisch frieren … und ohne Schuhe geht schon mal überhaupt nix! Fertig ist die einfache Welt! 😆 Viele kommen damit nicht zurecht und die kannste doch nicht aus dem Gleichgewicht bringen! – … sowas aber auch … 😛

    Nein, das Gegenteil ist gut! Ab und an im Kleinen rebellieren, oder machen was man will, basta!!!

    Wir sind doch schon schräg, oder skurril, unterwegs, weil wir viel und oft laufen und das auch noch gerne tun! – Erhalten wir es uns!

    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      vir…tuell kommt von vir… us, har har :-/

      Naja, ich mache mir nichts vor, bis vor ein paar Jahren wäre ich noch genauso irritiert gewesen und heute merke ich schon gar nicht mehr, was ich für ein Bild abgeben muß. Ich muß aber sagen, dass der Spaziergänger neugierig, freundlich gefragt hat, alles gut also 🙂

      Das Laufen erhalten wir uns, WIR wären ja bekloppt und schräg und skurril, wenn wir es nicht täten 😀

      LG aus dem verschneiten Oldenburg
      Volker

  4. Hallo Volker,
    nein eine Tradition müssen wir da nicht draus machen. Ich denke im Sommer sollte wieder ein wirklicher gemeinsamer Lauf drin sein. War aber wirklich schön, Dich mal wieder gesprochen zu haben.
    Bis dahin liebe Grüße aus München
    Heimo

    • Moin Heimo,

      zur Aufrechterhaltung unserer generellen Tradition ist es gut, mehr aber auch nicht. Real hätte ich Dich auch mit Sturm auf der Mütze noch verstanden 😀

      Ich hoffe doch auch sehr auf den Sommer, schließlich hat das letztes Jahr ja auch geklappt.

      Liebe Grüße zurück aus dem verschneiten ❗ Oldenburg
      Volker

  5. Pingback: abgeschmückt – Laufend dankbar sein

  6. Lieber Volker,
    so schön es ist, dass ihr euch nicht von den C-Beschränkungen am gemeinsamen Laufen hindern lässt, so sehr wünsche ich euch beiden bald einen richtigen, gemeinsamen Lauf ohne Knopf im Ohr, Verbindungsproblemen und verwunderten Blicken der Entgegenkommenden! 🙂
    Bei euch hat das Wetter scheinbar vorgemacht, was gerade hier angekommen ist – da hattest du ja Glück mit dem Nachmittagstermin. 😀

    • Dankeschön, liebe Doris, das wünschen wir uns wirklich auch.

      Mit dem Nachmittagstermin hatte ich wirklich Glück. Erstrecht wenn ich mir anschaue, dass hier heute morgen alles weiß ist! :-/

      Liebe Grüße aus dem verschneiten Oldenburg
      Volker

  7. Lieber Volker,
    dickes Lob an euch beide, ihr seid ja quasi unkaputtbar. Und dank Smartphone konntet ihr die Tradition des gepflegten Schnacks doch wunderbar aufrecht erhalten. Wäre doch zu schade sonst gewesen. Und nächstes Ostern ist es wieder wie früher, hab‘ ich gerade mal so bestellt!
    Dass die Leute da ein wenig schauten, den Barfußkerl stehen zu sehen, nun ja, würde ich dich nicht kennen, ich würde auch schauen. Aber dank deiner Beschreibungen sind wir hier ja aufgeklärt 😉
    Liebe Grüße
    Elke

    • Hah, liebe Elke,

      das ist ja quasi Eins zu Eins-Kommunikation, ich habe gerade meinen Kommentar bei Dir abgesandt 😀

      Dann hoffe ich mal, dass Deine Bestellung auch geliefert wird, wegen meiner aber gerne sogar etwas früher 😉

      Ja, Ihr bekommt von mir hier ja quasi Barfuß-Druckbetankung 😆 Hat doch auch Vorteile, so könnt Ihr dem nächsten Barfuß-Menschen völlig abgebrüht begegnen, ist dann schon alles ein alter Hut 😛

      Liebe Grüße
      Volker

  8. Lieber Volker,
    der Mensch ist ein Gewohnheitstier und wir sind es eben nicht gewohnt, dass Menschen bei bewölktem Wetter und 5°C barfuß unterwegs ist… 👣😜
    Ja, wer hätte das gedacht letztes Jahr, dass wir noch ein Corona-Ostern erleben dürfen/müssen… Zum Glück gibt es dank der heutigen Technik Möglichkeiten. Ich finde es super, dass ihr das wiederholt habt, hoffe aber sehr, dass es das letzte Mal war und ihr im nächsten Jahr wieder persönlich miteinander laufen könnt! ✊
    Ja, es ist wieder kalt geworden – hier haben wir wie schon geschrieben wieder tief Winter zum Glück bleibt es ja nicht so lange so und wir können uns bald wieder auf Frühling freuen! 🌷☀️
    Lieber Grüße aus den verschneiten Bergen,
    Anna

    • Liebe Anna,

      Gewohnheitstier und sozialisiert, da kommen Menschen, die bei Kälte barfuß unterwegs sind, nicht vor. Vor ein paar Jahren wäre es mir selber auch nicht anders gegangen und selbst ich würde staunen, wenn mir noch einmal jemand anders barfuß im Winter begegnen würde 😀

      Eine tolle Alternative ist der Telefonierlauf schon gewesen, auch aus dem Grunde, weil wir ohne dabei zu laufen noch nie länger mit einander telefoniert haben 😀

      Die Kälte hält an und es hat noch einmal geschneit. Der Winter ist hier diesmal so hartnäckig wie sonst nur bei Euch in den Bergen. Aber irgendwann wird ihm die Luft ausgehen, ich schwör! 😆

      Liebe Grüße aus dem leicht verschneiten Oldenburg
      Volker

  9. Moin Volker, der surrealen Situation einfach ein Schnippchen schlagen und das Beste daraus machen, find ich gut. Ich kann mich noch sehr gut an den anderen Beitrag erinnern, dass das schon ein Jahr her ist, verrückt. Hoffen wir mal dass es bei diesen zwei Aktionen bleibt und ihr bald wieder zusammen traben könnt.
    Liebe Grüße,
    Oliver

    • Tja, lieber Oliver, wer hätte gedacht, dass uns dieses Thema so lange in Atem halten wird und ein Ende ist immer noch nicht absehbar. Aber ich hoffe, dass wir im Sommer trotzdem einmal die Gelegenheit haben werden und zu Weihnachten und nächstes Ostern dann sowieso wieder.

      Liebe Grüße
      Volker

  10. Lieber Volker,
    ich finde das gut das ihr die Tradition so aufrecht erhalten habt! Und Glück, dass es aufgehört hat zu hageln vor dem Lauf, da hättest du vielleicht auch nichts verstanden mit dem Geprassel. So einen Telefonierlauf habe ich auch schon mal gemacht – und ja das funktioniert erstaunlich gut.
    Ich lehne mich jetzt mal aus dem Fenster und sage im Sommer/Herbst ist der Spuk vorbei.
    Liebe Grüße!

    • Liebe Roni,

      Hagel hätte nicht nur die Verständigung erschwert sonder auch weh getan. Der kann ganz schön gemein sein. Aber es blieb mir unterwegs ja zum Glück erspart 🙂

      Ich hatte letztes Jahr wirklich gestaunt, wie gut der Telefonierlauf geklappt hat und auch dieses Jahr gab es nur die Einschränkung auf der stürmischen Gegenwindstrecke. Vorallem bleiben die Ohrstöpsel problemlos sitzen, da hatte ich nicht unbedingt mit gerechnet.

      Sollte sich Dein aus dem Fenster lehnen bewahrheiten, umarme und drücke ich Dich bei unserer nächsten Begegnung dafür ganz fest! 🙂

      Liebe Grüße
      Volker

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