Kampf

Meine Depri hat mich zur Zeit wieder stärker im Griff und es ist dadurch wieder ein verstärkter Kampf den Alltag zu bestehen, während ich mich doch am liebsten an einen einsamen stillen Ort zurückziehen würde. Da ist es auch nicht gerade förderlich, dass sich das Laufen für mich zur Zeit auch nicht sonderlich leicht anfühlt. Zwar sind meine Beschwerden in den Achillesfersen nur noch hintergründig vorhanden, aber das Laufen fühlt sich zur Zeit einfach beschwerlich an und das Tempo ist sehr langsam.

Trotzdem ist es mir gelungen, diese Woche wieder einmal knapp die 50 km-Marke zu knacken und auch immer wieder etwas schwimmen zu gehen. Wie am Montag bei Dauerregenwetter, wo es am herrlich leer war und der See in der kühlen Luft vor sich hin dampfte.

Nach dem Dauerregen stand das Wasser teilweise noch tagelang auf den Wiesen, aber die Luft war für Mensch und Tier wieder etwas angenehmer. Auch wenn ich beim Laufen schwitzte wie die S.. 🙂

Zum Ausklang der Laufwoche widerstand ich dem Ruf ins Gotteshaus (ich liebe das Geläut der Ohmsteder Kirche, auch wenn es in dem Handy-Video etwas schepprig klingt) …

… und lief lieber in Gottes Natur, obwohl die aufgrund des schönes Wetters recht bevölkert war. Speziell am Kleinen Bornhorster See war schon am Vormittag viel Betrieb bei bester Badestimmung. Deshalb reichte auch ein kurzer Sprung in die Fluten, bevor ich mich wieder nach Hause trollte.

Dieser Lauf fühlte sich immerhin schon einmal wieder etwas besser an. Irgendwann muß es ja wieder aufwärtsgehen und wird es auch. Bis es soweit ist wird eben gekämpft 🙂

22 Kommentare zu “Kampf

  1. Lieber Volker,
    Ich wünsche Dir einen schnellen und nachhaltigen Aufstieg aus dem tiefen Tal. Die erste Rampe hast Du ja schon genommen … Laufen hilft, zum Glück.

    Liebe Grüße
    Rainer

    • Lieber Rainer,

      schön Dich zu lesen. Dir ist das Thema ja nicht ganz unbekannt. Es wird wieder aufwärts gehen. Beim Laufen werde ich am Ball bleiben, auch wenn es an manchen Tagen schwerfällt.

      Liebe Grüße
      Volker

  2. Lieber Volker
    Ich höre die Kirchenglocken auch gerne! Wir haben in der Nähe unserer Wohnung zwei Kirchen, deren Glocken auch in der Nacht viertelstündlich läuten. Ich finde es sehr beruhigend.

    Ich lese gerade ein spannendes Buch über Laufen und Depressionen: „Stronger than the Dark“ von Cory Reese. Leider habe ich das Buch nicht auf Deutsch gefunden.
    Es geht um einen Familienvater, der gerne Ultramarathons läuft. Plötzlich stellt er fest, dass er eine chronische Immunkrankheit hat. Zeitgleich entscheidet er sich, die Mormonenkirche zu verlassen. Beide Erlebnisse sind derart einschneidend, dass er in eine tiefe Depression fällt. Das Laufen löst zwar seine Depression nicht, aber es hilft.
    Interessant war auch, dass seine Depression ihm nicht anzumerken war – er wirkte gegen aussen immer fröhlich. Eindrücklicher Lesestoff.

    Oops, sorry für das Ausschweifen. Ich wollte eigentlich nur sagen: du bist nicht alleine!

    Liebe Grüsse aus dem bedeckten Zürich!

    • Liebe Catrina,

      schade, dass es das Buch nicht auf Deutsch zu geben scheint. Ein interessanter Stoff, aber im Moment hätte ich nicht die Muse mich durch ein englischsprachiges Buch zu kämpfen.

      Mir geht es gar nicht so unähnlich, auch ich denke, dass ich im Alltag eher fröhlich und freundlich wirke. Das ich nicht alleine bin weiß ich zum Glück schon seit längeren 🙂

      Liebe Grüße aus dem nach einem schönen Sommertag abendlichen Oldenburg
      Volker

  3. Moinsen,
    falls es dir hilft, ich schaffe derzeit auch kaum die 50 km pro Woche und mein Lauf heute war ziemlich erschöpfend…
    Ich beneide dich um deine Bademöglichkeit im See. Hier gibts nur die Erft in mehreren Armen, aber alle so flach, dass ein Schäferhund noch prima drin stehen kann. Und wirklich einladend ist das Wasser auch nicht.
    Eigentlich sind doch nun die Bedingungen wieder besser, Inzidenzen sinken, Lockerungen allenthalben, der Sommer kommt. Es wird alles getan, um dir den Weg aus dem Tal zu ebnen.
    Ich geh auch nochmal Kerzlein anstecken für dich, wenn ich ins Büro gehe!
    Ich sende dir eine ganz dicke Portion Umarmungen, Anschubser und beste Wünsche!
    Liebe Grüße
    Elke

    • Moin Elke,

      eigentlich wollte ich die 50 km die Woche dieses Jahr durchziehen, aber den Plan habe ich begraben. Den Druck möchte ich mir zur Zeit nicht geben.

      Der See ist wirklich ein Glücksfall und für mich inzwischen eine zusätzliche Motivation.

      Die augenblickliche Depri-Phase hat sich ziemlich losgelöst von dem ganzen Corona-Bohei, was mich einerseits sorgt, mir anderseits aus der Vergangenheit aber auch nicht ganz unbekannt ist. Es wird schon wieder werden. Ein Kerzlein wäre bei Gelegenheit trotzdem gerne genommen, aber keine Umstände bitte!

      Ganz lieben Dank und ebenso liebe Grüße
      Volker

  4. Lieber Volker,

    Ich denk an dich hier in Kanada und drücke die Daumen, dass du das aktuelle Tal bald durchquert hast.
    Gleich ist mein großer Lauf, vielleicht gelingt es mir ja, dir ein paar Endorphine zu schicken!

    Alles Liebe,
    Luisa

    • Ui, liebe Luisa,

      ich hoffe Du hattest heute einen genialen Lauf bei dem alles gut geklappt hat. Ich bin auf Deinen Bericht gespannt!

      Danke für Deine Gedanken, aber ich hoffe Du konntest Dich voll und ganz auf Dich und Deinen Lauf konzentrieren!

      Liebe Grüße
      Volker

      • Moin Volker,

        Danke fuer deine guten Wuensche – ich lebe noch und habe es tatsaechlich ins Ziel geschafft! 🙂
        Den Bericht fange ich gleich an zu schreiben.

        Alles Liebe aus dem Yukon,
        Luisa

      • Moin Luisa,

        Dein Bericht steht auch schon dick und fett auf meinem Reader und ich werde mich gleich darüber hermachen 😀

        Liebe Grüße
        Volker

  5. Lieber Volker,
    das tut mir leid zu hören, dass du wieder so zu kämpfen hast. Du hast meine volle Bewunderung dafür, dass du trotzdem so dran bleibst, weiter läufst und schwimmst und rausgehst, auch wenn es dir schwer fällt.
    Ich hab mal gelesen, dass eine „Heilung“ immer in Wellen verläuft. Gerade, wenn man das Gefühl hat, Fortschritte zu machen, zieht es einen wieder zurück. Das ist aber gut so, denn mit dem Schwung der nächsten Welle kommst du ein gutes Stück weiter, als du vorher warst. Diese Vorstellung hat mir gut gefallen, weil dann ein scheinbarer Rückschritt gar keiner mehr ist. 🙂
    Lass dich drücken!

    • Ach, liebe Doris, es muß Dir nicht leid tun. Es wird schon wieder, das Ganze ist mir ja nicht gänzlich unbekannt. Nur die Aneinanderreihung hatte ich in dieser Form noch nie.

      Ja, diese Wellen kenne ich und ich bin auch zuversichtlich, dass es deshalb bald auch wieder bergauf geht. Den scheinbaren Rückschritt nicht als solchen zu sehen fällt aber im Moment noch nicht ganz leicht. Ich arbeite daran 🙂

      Danke Dir, der Drücker ist gerne genommen 🙂
      Liebe Grüße
      Volker

  6. Lieber Volker, lauf Deine Runden, schwimm Deine Bahnen, wie schnell oder langsam ist völlig egal, nur bleib in Bewegung, das tut Dir scheinbar gut. Ich höre übrigens sehr viel im meinem Umfeld dass das Laufen derzeit irgendwie schwer fällt, bzw. Sport allgemein. Es wird wieder sachte aufwärts gehen, ganz sicher, immerhin ist die Achillessehnensache so gut wie erledigt, ein guter Anfang.
    Ich drücke Dir die Daumen, liebe Grüße, Oliver

    • Lieber Oliver, wenn ich aufhöre mich zu bewegen, wird es bedenklich. Daran denke ich aber zur Zeit nicht ernsthaft, es besteht also noch Hoffnung 😉

      Tatsächlich? Es geht in sportlicher Hinsicht mehreren so? Liegt es nach dem kalten Frühjahr an den recht plötzlich recht warmen Temperaturen? Wie auch immer, es wäre schön, wenn es sich mal wieder etwas lockerer anfühlen würde. Ich hoffe mal auf den sachten Aufwärtstrend.

      Danke Dir und liebe Grüße
      Volker

  7. Lieber Volker,
    das Laufen und auch das Schwimmen tut dir sicher gut. Das Schwimmfoto sieht doch schon ganz überzeugend aus. Bleib dran und hoffentlich wird es schon sehr bald besser. Die Groupies feuern dich auch vom Deich aus an. 50km pro Woche mit wenig Lust finde ich beeindruckend.

    Liebe Grüße!

    • Hihi, liebe Roni,

      ich mußte in der Schwimm-Bilderserie lange suchen bis eines so überzeugend aussah 😀

      Ich werde schon dranbleiben, sonst würde es mir nur noch schlechter gehen. Die 50 km wollte ich eigentlich jede Woche schaffen, jetzt ist es zur Ausnahme geworden. Aber egal, Druckaufbauen wäre jetzt kontraproduktiv.

      Liebe Grüße übern Teich
      Volker

  8. Lieber Volker,

    vorweg, eines haben wir auf jeden Fall gemeinsam, das Ziel einen Mindest-Wochenumfang einzuhalten ist perdu! 😳

    … und … wir sind beide auf dem Weg von unten aus rauszulaufen! 😉 Nur empfinde ich es nicht als Kampf, obwohl das Laufen in einer Waschküche schon extrem schwer geht. Zudem steckt mir noch heute mein Lauf vom Sonntag etwas in den Knochen. War mal wieder etwas länger mit vielen Höhenmetern unterwegs.

    Aber so schepprig klingt das Glockengeläut gar nicht, zumindest kann ich mir den wahren Klang sehr gut vorstellen und glaube auch, dass er in Realitas richtig toll klingt.

    „Bornhorste“ bitte weiter, 😛 ob laufend oder schwimmend! – – – Ich muss es doch endlich mal umsetzen … möchte doch schließlich mal wissen, wo du dich so rumtreibst!

    Mach et jut, bis dannowanski
    LG Manfred

    • Lieber Manfred,

      eigentlich ist der Wochenplan ein Monatsplan. Ich wollte jeden Monat 200 km laufen, dass gibt sogar noch etwas Luft nach oben. Perdu ist es trotzdem. Wat soll`s :-/

      Das Kämpfen bezog sich auch eher auf die Gesamtsituation, obwohl das Laufen sich da schon etwas einreiht. Gestern bin ich den letzten Kilometer meiner 14 km-Runde sogar nur noch mit einem 7er-Schnitt gelaufen und es wäre auch einfach nicht schneller gegangen 😯 😀

      Mach Dich auf in den Norden! Obwohl…. warte noch etwas, es soll heute den ganzen Tag regnen 🙂

      Mach et besser, tchüssikowski

      LG Volker

  9. Lieber Volker,
    ich finde es super, dass du dich überwindest und dagegen kämpfst, auch wenn das Laufen sich beschwerlich anfühlt, die Achillesferse muckt und du dich am liebsten zurückziehen möchtest. Hut ab! 50 Kilometer ist eine gute Zahl bei den Voraussetzungen 💪
    Oh, dieses Kirchengeläut… das weckt mich immer, wenn wir meinem Bruder besuchen – um sechs Uhr in der Früh am Wochenende 🙈 daher kann ich es nicht ausstehen 😜
    Ich wünsche dir viel Kraft um weiterzukämpfen, die Bilder von deinem letzten Lauf sehen herrlich aus! Ich hoffe es wendet bald damit es dir wieder besser geht!
    Liebe Grüße Anna 🍀

    • Liebe Anna,

      was bleibt mir anderes übrig, kann mich ja nicht heulend in eine Ecke setzen und auf das Ende aller Tage warten :-/ Nützt ja man nix, also weitermachen.

      Ich habe Kirchenglockengeläut sogar als Handyklingelton 😀 Aber welche Kirche muß denn auch schon um sechs Uhr morgens glocken? Da wäre ich auch etwas angep…t 😛

      Ganz lieben Dank und ebenso liebe Grüße in die Berge
      Volker

  10. Lieber Volker,
    ich bin spät dran, wollte aber hier noch trotzdem noch meine Bewunderung für dich ausdrücken. Bewunderung schon dafür, weil du darüber redest (schreibst) und weil du dich durch kämpfst.
    Mich tröstet immer die Vorstellung, dass, wenn man ganz unten im Tal ist, es nur noch aufwärts gehen kann.
    Ich drücke dich ganz lieb in Gedanken und wünsche dir Kraft und Ausdauer.
    Bleib in den Laufschuhen und in der Badehose 🙂
    Liebe Grüße
    Helge

    • Liebe Helge,

      was habe ich zu verlieren? Also hole ich dieses Thema mal etwas mehr ans Tageslicht.

      Was denkt der depressive Pessimist zu Deiner tröstlichen Vorstellung?: Woher soll ich wissen, ob ich überhaupt schon ganz unten im Tal bin? Der optimistische Depressive krabbelt aber schon langsam wieder raus und das bin in dem Fall ich 🙂

      Danke Dir, aber darf ich bei passender Gelegenheit auch die „Laufschuhe“ und auch die Badehose ausziehen? 😛

      Liebe Grüße
      Volker

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